Review: AC/DC – Power Up

Dass die Down Under Urgesteine von AC/DC nach 6 Jahren, einer Tour mit Axl Rose am Mikro und neu besetzten Drums und Bass, dann doch noch ein neues Album in der “alten” Besetzung mit Brian Johnson am Micro, Angus Young an der Leadgitarre, Phill Rudd an den Drums, Cliff Williams am Bass und Stevie Young an der Rythmusgitarre auf die Fans loslassen, haben zwar viele dank der Klatschpresse, die mit Paparazziarbeit vom allerfeinsten die Fans in Atem hielten, gehofft aber wirklich fest dran geglaubt hat bis zur offiziellen Ankündigung durch die Band selbst nur ein kleiner Teil der Fans. Verständlich, schaut man sich all die Gerüchte im Laufe der Jahre seit dem letzten Output “Rock Or Bust” an. Nun ist sie also da. “Power Up” heißt die neue Langrille der Aussis und steckt voll …. AC/DC.

 

Die Rocker um Chefschoolboy Angus Young machen einfach ihr Ding. Keine großen Experimente, hier und da eine winzige Neuerung, man achte auf die Backvocals, und ansonsten einfach genau das, was die Fans weltweit seit mehr als 45 Jahren erwarten. Geradlinigkeit. AC/DC kommen auch mit diesem Album, wie schon mit den vier Vorgängern wieder bluesiger um die Ecke als zu “Razors Edge” – Zeiten, was im Grunde nur den Wurzeln der Band entspricht, waren doch die Alben mit Shouterlegende Bon Scott, bis zu seinem viel zu frühen Tod, mehr im Bluesrock als im Hardrock angelegt. Die vorab veröffentlichten Singles “A Shot In The Dark” und “Realize” zeigen den Weg des Albums: feinster Kopfnicker Rock’n Roll der Marke AC/DC. Wer für AC/DC verhältnisse schnelle Nackenbrecherähnliche Nummern wie “Fire Guns” oder “Thunderstruck” sucht, wird enttäuscht sein und sollte sich mit dem Gedanken anfreunden, das das damals Ausreißer waren und so sicher von der Band nichtmehr auf Scheibe gepresst werden. Warum auch? Die Jungs werden auch nicht jünger und warum sollte man eine durch beinahe 2 Generationen durchgehende Kontinuität verändern? Das müssen andere Bands erstmal schaffen.

12 Songs haben den Weg auf das Album gefunden, 12 von dutzenden Songideen, die die Band noch in der Hinterhand hat und Vorfreude auf den Nachfolger befeuern. Jeder einzelne klingt bekannt und doch neu. Eben wie AC/DC klingen muss. Und das ist einfach gut so. Wer hier große Erwartungen an Collaborationen, Einflüße anderer Musikstile und große Experimente erwartet hat, hat AC/DC nie verstanden und wird es auch nie. Die Produktion ist kraftvoll, klar und einfach mitten auf die 12. So, wie wir es von Angus Young, Stevie Young, Brian Johnson, Phil Rudd und Cliff Williams gewohnt sind. “Power Up” ist für echte Fans einfach ein absolutes muss, für andere eine Möglichkeit AC/DC näher kennen zu lernen und für die, die immer überall den “neuesten Shit” sehen und hören wollen einfach ne Nummer zu groß.

Bewertung: 9 von 10 Punkten

Tracklist:

01. Realize
02. Rejection
03. Shot In The Dark
04. Through The Mists Of Time
05. Kick You When You’re Down
06. Witch’s Spell
07. Demon Fire
08. Wild Reputation
09. No Man’s Land
10. Systems Down
11. Money Shot
12. Code Red

Band:

Angus Young – Leadgitarre
Brian Johnson – Gesang
Stevie Young – Rythmusgitarre
Phil Rudd – Schlagzeug
Cliff Williams – Bass