REVIEW: Mit “Gathering” starten BEYOND BORDER furios ins neue Jahr

BEYOND BORDER bestehen erst seit 2019, sind seither aber unermüdlich aktiv im Kampf gegen Langeweile auf den Dancefloors dieser Welt.
Mit “Gathering” steht nun der zweite Longplayer der Band in den Startlöchern.

Die Band

BEYOND BORDER sind eine Konzeptband: der kreative Kopf dieses Trios war mal als DJ DEITY in einem der angesagtesten Szeneclubs (dem BASE) in Hannover aktiv. Dem eher an rockigen Sounds interessierten Michael Deiters sagte die elektronische Revolution in den Diskotheken ab dem Ende der 90er besonders zu. New Industrial, Future Pop, Dark Electro – alles explodierte förmlich ob der neuen technischen Möglichkeiten. Seither hat sich vieles sehr diversifiziert und verlangsamt. Es wurde also Zeit für eine Rückführung zum Urknall, zum Spaß am ausgelassenen Tanzen. Allerdings sind BEYOND BORDER keine reine Tanzkapelle und auch gar nicht so sehr in der Vergangenheit verankert, wie man bei diesen Zeilen vermuten könnte.
Sie kreieren einen hochmodernen Sound, der aber mit Zitaten spielt, die an Hits der vergangenen Epoche erinnern. Und das funktioniert, wie die Wachstumsrate dieses Projektes beweist.

Mit Kai ‘Iggi’ Nèmeth hat sich Deity dann auch einen Ausnahmekünstler an die Seite geholt. Der Sänger, der mit IN GOOD FAITH bereits einen ordentlichen Fußabdruck in der Szene hinterlassen hat, besticht durch seine Art, höchst persönliche Themen in leicht verständliche Verse zu packen. Diese trägt er energetisch und ausdrucksstark vor.

Im Hintergrund hat dann noch jemand die Finger im Spiel, der in der dunkel-elektronischen Szene wohl keinem unbekannt sein sollte: Rob Dust. Er weiß genau, an welchen Schrauben er wie drehen muss, damit ein Track im Club funktioniert.

Seit letztem Jahr haben BEYOND BORDER ihr Boot im Labelhafen von NoCut Entertainment festgemacht, quasi ein “Gathering” mit dem Label.

 

Das Promo-Foto von BEYOND BORDER zeigt Iggi und Deity lässig zwischen Ruinen
BEYOND BORDER 2024 (c) Birger Treimer

 

Das Album

Das Jahr ist noch jung, der Winter in tristes Grau gehüllt, da machen sich BEYOND BORDER auf, durch orange-rot glühende Tanzflächen eine schöne Farbe ins Spiel zu bringen.
Das fängt ja gut an mit diesem “Gathering” in der Düsterdisco eures Vertrauens.
Das Album ist umfangreich geraten und wird somit auf 2 CDs verteilt.
Die erste CD enthält 12 Songs zuzüglich 4 Mixes, die zweite CD wird ausschließlich Remixes enthalten – 14 Stück an der Zahl.
Als Besonderheit seien hier auch die Kollaborationen mit J:DEAD und TOAL erwähnt.

Natürlich rappelt es wieder ordentlich im Karton, aber der Sound wird weiter. Es gibt Ausreißer in den Arrangements und in der Instrumentalisierung, mal mehr, mal weniger Pfeffer, und manch eine Überraschung.
Textlich zieht Iggi blank, wie schon seit Anbeginn dieses Projektes.
Es geht auf “Gathering” um Klaustrophobie und andere Ängste, dazu werden die Tendenzen zur Selbstzerstörung des Sängers aufgearbeitet.
Reichlich schwere Kost also, dargeboten im Korsett von Tanzflächenfüllern.

Ich möchte hier gar nicht auf die einzelnen Tracks eingehen, um euch nicht alles zu verraten.
Nur so viel: bereits die Singles “Radiant”, “Journey” und “New Start” zeigen ordentlich Abwechslung. Auf dem Album ist die Range dann nochmals etwas größer. Es ist immer BEYOND BORDER, aber dann doch nicht nur High Energy Pop.

Fazit

Da BEYOND BORDER einem Konzept folgen, sind sie natürlich auch hier klar dem zu Grunde liegenden Muster gefolgt.
Hier wird mächtig auf die Pauke gehauen, aber eben in unterschiedlicher Stärke.
Für die strikte Auslegung des Themas ist es sehr abwechslungsreich geworden.
Toll auch die zweite enthaltene CD namens “Come To Gather” mit den Remixes.
Bewertung: 8/10

 

 

Das Cover des BEYOND BORDER-Albums

 

Act BEYOND BORDER
Release Gathering
Release Date 26.01.2024
Label NoCut Entertainment
Medien digital, CD (hier auch als Fanbox mit reichlich Zugaben), Stream
Quellen u.a. Bandcamp, im Handel, auf den großen Streamingportalen
Tracklist

Gathering

  1. Gathering
  2. Journey
  3. Radiant
  4. Hate Myself
  5. Part Of Me (feat. J:DEAD)
  6. How Come
  7. Fever
  8. New Start
  9. Claustrophobia (feat. TOAL)
  10. It´s Better This Way
  11. Let´s Just Live
  12. Mr. Nice Guy
  13. Dark Communion
  14. Hate Myself (Frantic Mix)
  15. New Start (InVain Mix) 
  16. Let´s just Live (Confidence Mix)
  17. Part Of Me (Trancemission Mix)

Come To Gather

  1. Claustrophobia (MENTAL DISCIPLINE Remix)
  2. Part Of Me (J:DEAD Remix)
  3. New Start (SCHWARZSCHILD Remix)
  4. Radiant (BEYOND OBSESSION Rework)
  5. Journey (AESTHETIC PERFECTION Remix)
  6. Dark Communion (FABRIKC Club Mix)
  7. Let´s Just Live (DMX Remix)
  8. Hate Myself (RUINED CONFLICT Remix)
  9. Fever (ZOODRAKE Remix)
  10. New Start (THE SAINT PAUL Remix)
  11. Journey (VDOC Club Chapter Mix)
  12. Dark Communion (TELEDEATH Remix)
  13. Radiant (N/CTRL Remix)
  14. Claustrophobia (TOAL Remix)

Nah dran seid ihr bei BEYOND BORDER via Web und Facebook, digitale Medien findet ihr bei Bandcamp und Youtube, physische Medien ab besten direkt im Label Shop.

Noch viel mehr Infos, Reviews, weitere interessante Artikel und bildgewaltige Konzertberichte findet ihr auf unserer Webpräsenz und natürlich auf Facebook und Instagram, sowie Youtube.

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