Starshooter – Blitzmas Interviews: Heute mit Nils Finkeisen

Inspiriert von dem ausführlichen (W)interview mit Hilton haben wir weitere Musiker zur weihnachtlichen Blitzfragerunde eingeladen, um euch die Adventszeit noch ein wenig zu versüßen. 

Weiter gehts mit Nils Finkeisen von Die Krupps und Aushilfe bei McCoy’s S.U.N. Project – Viel Spaß beim Lesen.

Wir starten mit einer lockeren Fragerunde zu deinem persönlichen Musikgeschmack. Gehe mal kurz in dich. Welchen Song hörst du zum…

Wachwerden?

Vor dem ersten Kaffee empfehle ich ganz eindeutig “What can be safely written” von Nile’s Ilthyphallic Album – das muss aber richtig laut gehört werden und funktioniert dann sogar in einem Mehrfamilienhaus um die Mitbewohner auch gleich in die richtige Stimmung für den Arbeitstag in Tönnies Schlachterei zu versetzen. An den Wochenenden gibt es aber chilligere Musik – Meshuggah’s “Bleed” ist nicht nur toll zum Puzzeln, sondern passt auch zu Pancakes und Chai Latte. 

Autofahren?

Auf der A7 hilft mir Metallica, die Aggressionen über die tausendjährige Dauerbaustelle bei Göttingen zu bewältigen. Am besten funktioniert die “Death Magnetic” Scheibe – laut und von Anfang bis Ende gehört, denn ein einziger Song ist leider viel zu kurz für die durchschnittliche Durchfahrtszeit der Baustelle. Anspieltipp ist hier “Judas Kiss” wegen des ganz besonders geschmacklosen Schlagzeug Sounds. (Und da regen sich noch immer alle über die St. Angar Snare auf?)

Auf der A1 ist ja bekanntlich fast immer “freie Bahn mit Marzipan” und da bevorzuge ich so richtig ordentlichen Schwedentod. Einen schön schlanken Bleifuß macht Soilwork’s “The Panic Broadcast” und hier lohnt es sich, einfach mal den ersten Track abzuspielen, der in der Sache einfach schon relativ deutlich macht, wie man Schlagzeug spielt, wenn man es eilig hat – Dirk Verbeuren halt. Ein schönes Youtube Studio Video zu diesem Track, der da “Late for the Kill, Early for the Slaughter” heisst, gibt es bei Youtube. Das ist wirklich schön anzugucken. Der Rest des Albums ist übrigens abwechslungsreicher, teilweise sehr technischer Metal. Kann man zum Autofahren auf jeden fall gebrauchen, aber bitte nicht innerorts in der 30 Zone.

Kochen?

Das Bruzzeln der Zutaten in der Pfanne reicht mir oftmals, wenn allerdings Salat zubereitet wird, kann man sich mit den populären Songs von Winterkälte behelfen. Das rauscht so schön. Also zu einem etwas komplexeren Salat, empfehle ich daher das Album “Structures of Destruction”. Bei Fastfood ansonsten gerne Helge Schneider – “Es gibt Reis, Baby”.

Abreagieren?

Ich bin ein ganz friedlicher Typ und rege mich nicht auf. Nie! *zwinker* Auf der Bühne reagieren wir uns allerdings irgendwie schon alle ab, bei “Die Krupps”. Metal Machine Music spielen ist wie ein kleiner Boxkampf.

Beim Sport?

Verstehe die Frage nicht…

Knutschen?

Das ist ja ekelhaft! 

Um in Partylaune zu kommen?

Ratsherrn, Jever, Ao Oni Pale Ale klingen in meinen Ohren immer gut, wenn’s kalt ist, geht auch Astra. 😉 Generell höre ich wenig halligalli Ballermann Party Songs, aber um den Leser dieses Interviews mal wieder einen Anspieltipp zu geben: “Do you like it?” von Kingdom Come ist tatsächlich eine Nummer, die mich bei Auftritten mit Lenny Wolf, Danny Steigerwald und JB Frank, irgendwie in Partylaune versetzt hat. Eine tolle Band und für mich als Gitarrist, der da mal reingerutscht ist, ein paar Jahre Classic Rock mit den Herren gespielt hat und eigentlich privat ganz andere Musik hört, ist das schon ein beeindrucken Party-mäßiger Song.  Der Gitarrenriff ist aber auch echt geil.

Auf einer Party? Welchen Song muss man spielen um dich auf die Tanzfläche zu locken? 

Oha – ich bin doch Gitarrist und nicht Tänzer! Kein Song der Welt bringt mich dazu freiwillig auf die Tanzfläche zu gehen. Ich habe da so ein Körperklaus Syndrom und fühle mich nicht wohl, wenn ich mich zu Musik bewegen soll, ohne dass mir eine Gitarre um den Hals hängt. Wo ist die Bar?     

Entspannen, um den Tag ausklingen zu lassen?

Grundsätzlich höre ich zum Entspannen gerne wirklich gut produzierte, handwerklich gut gemachte Musik und da kommt es mir weniger auf das Genre an, als auf die Qualität der Aufnahme. Ob Mark Knopfler oder die aktuellen AC/DC oder Iron Maiden Scheiben oder irgendwelche hochgradig verkopfte, komplexe Progressive Rock Sachen, ist dabei völlig egal.   

Absoluter Happysong?

“Blackwater Park” von Opeth, vom gleichnamigen Album, macht mich absolut glücklich wegen der tollen Laufleistung des Trommlers bei der Nummer. “KlackerKlackerKlacker!!!” – was da klingt wie eine Nähmaschine, ist Martin Lopez und der ballert seine Kickdrum Figuren übrigens mittlerweile bei Soen – Anspieltipp! 

Einschlafen?

Ich schlafe eigentlich gut ohne Musik ein, aber manchmal mag ich es tatsächlich Hörbücher oder Hörspiele anzumachen um müde zu werden. Da gibt es manche Sherlock Holmes Hörbuch Folge, die ich bestimmt drei, vier mal neu angefangen habe, weil ich immer vor dem Ende eingeschlafen bin. 

 

Wir gehen zu den winterlichen Fragen über: 

Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann / das Christkind geglaubt?

Daran kann ich mich kaum erinnern. Vielleicht war ich vier, als meine Eltern damit angefangen haben, mit dem Thema Weihnachten, offen und ehrlich mit mir zu sprechen. Es gab auch nie einen Onkel, der sich in die roten Klamotten gezwängt und ein Laienschauspiel aufgeführt hat und darüber bin ich nicht traurig. Ich bin kein ausgesprochener Fan des Fests,  aber mag die weihnachtliche Stimmung schon. 

Auf welches Weihnachtsritual möchtest du nicht verzichten?

Plätzchen Backen und dieser totale kommerzielle Overkill nerven mich am meisten. Meinetwegen darf selbstverständlich der Glühwein bleiben und wenn es denn nötig ist, auch die Weihnachtsmärkte und sofern es die Menschen glücklich macht, auch die Weihnachtsbäume. Aber bitte hört auf, die geschlagen zu kaufen und dann wegzuschmeißen. Es gibt Verleih-Tannen im Topf und auch Bäume, die man “lebend” kaufen und danach irgendwo einpflanzen kann. Früher war übrigens wirklich mehr Lametta – ich habe noch Photos. (Das hat man damals noch so geschrieben, das Wort…)

Nenne uns dein liebstes Weihnachtsrezept / Essen

Bei uns gibt es traditionell am Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen und das finde ich immer gut, denn es passt zu beinahe jeder Musik.

Welche Musik läuft bei dir an Weihnachten?

Da ich am 24. immer mit meiner Familie in meinem Geburtsort verbringe, läuft bei uns Musik, die ich eher als altbacken, traditionell und “geeignet für Damen in höherem Alter” bezeichnen würde. Mit viel Glück, schaffen die Damen es noch bis zu diesem Udo Lindenberg live in Hamburg Album mit Jan Delay als Gast, aber oftmals kommt es schlimmer. 

Last Christmas – hot oder Schrott?

Wham! interessierts? Ich finde die oftmals hitzige Diskussion über diesen tatsächlich mittelmäßigen Popsong, der lediglich kommerziell eine Relevanz hat, aber für Musikliebhaber so rein gar nichts Besonderes hergibt, einfach nur noch merkwürdig. Glücklicherweise spielen die regionalen Rock Radio Sender in Norddeutschland diese Nummer fast überhaupt nicht. Hört zu Weihnachten doch mal lieber anderen Kitsch. Steve Lukather von Toto, hat da übrigens ganz schlimme Verbrechen am guten Geschmack vollbracht, die “Santa Mental” von “Steve Lukather & Friends”Das ist WIRKLICH schlimm und darüber sollte man sich streiten. Aber doch bitte nicht über Wham!

Wie gehst du mit trüber Stimmung an einem ungemütlichen, verregneten, stürmischen Wintertag um?

Als Einwohner von Hamburg, darf man ja leider davon ausgehen, dass wir an vielen Tagen im Sommer eben auch dieses ungemütliche Wetter haben und man nimmt den Winter daher eigentlich nur als störend wahr, weil es so früh dunkel wird. Also Licht an, Heizung, Tee oder wahlweise auch Bier und mir hilft es tatsächlich, einfach viel Gitarre zu spielen. Im Homerecording Studio hängen ein paar echte Schätze an der Wand und die möchten gerne gespielt werden. Am liebsten daddel ich mit meiner alten, total abgerockten 1952er Blackguard Telecaster, mit der man mich schon auf etlichen “Die Krupps” Shows gesehen hat und einem alten Marshall Gitarrenverstärker von 1968. Meine direkten Nachbarn sind tatsächlich ziemliche die-hard Fans von “McCoy’s S.U.N. Project” und wenn ich mal lauter spiele als üblich, verzeihen sie es mir.

 

Cynthia Theisinger

#metalyoshi :P Du kannst frei sein - nur für dich - lass alles los du brauchst es nicht. Ich höre: Da blicke selbst ich nicht mehr durch Oo - von Melo-Death über Metalcore über Punk bis hin zu EBM und übelstem Industrial (hauptsache es scheppert ordentlich^^) eigentlich alles...