Review: CREEPER – “Sex, Death & The Infinite Void”

CREEPER – so gruselig wie der Name klingt, ist das Sextett aus Großbritannien gar nicht. Natürlich war das am Anfang schon irgendwie das, was sie aussagen wollen. Es ist natürlich auch leicht, das düstere und gruselige in der Band zu finden, haben sie doch sehr Ähnlichkeit mit THE CURE oder NICK CAVE. Selbst MISFITS und MARILYN MANSON sind laut der Sechs Einflüsse. Ein Wenig MY CHEMICAL ROMANCE schwingt da auch mit. Dennoch erfindet sich die Band augenscheinlich immer wieder neu und entwickelt sich weiter.

So auch auf “Sex, Death & The Infinite Void”, Studioalbum Nummer Zwei. Die 2014 gegründete Band hat schon eine steile Karriere hinter sich, ebenso Touren, Singles und eine verdammt starke Fanbase. Live sind Creeper auch zu einer der stärksten, kleinen Bands geworden. So ist es nicht verwunderlich, dass das zweite Album auch stark, sogar stärker als das Debut, “Eternity, In Your Arms” ist.

 

Wo andere Bands eher versuchen das Album in einer Linie zu halten, setzen Creeper auf Flexibilität und Überraschungen

Während “Sex, Death & The Infinite Void” so durchspielt, bemerkt man erst, wie unterschiedlich jedes einzelne Lied ist. Angefangen bei dem Opener “ Hallelujah!”, über die rockigere Single “Born Cold” und dem Fan Favoriten “Annabell”, bis hin zur teilweise an THE KILLERS erinnernde Ballade “All My Friends”, klingt jeder einzelne Track anders. Herausstechend sind aber tatsächlich die kleinen, kurzen Stücke in denen eine Frauenstimme zu hören ist und erzählt, als würde man sich gerade ein Musical anschauen.

Trotz dem ganzen gefühlten Hin und Her, ist “Sex, Death & The Infinite Void” ein solides musikalisches Gesamtpaket. Theoretisch kann man sagen, ist für jeden Genre-Vertreter etwas dabei, gleichzeitig könnte man aber denken, es gefällt nur bestimmten Musik-Fanatikern. Es ist quasi das “Arthouse” unter der Musik, etwas ausgefallener, nischen artiger, dennoch komplex und definitiv gut konzipiert. Mit Arthouse ist hier definitiv nicht der tatsächliche Begriff gemeint, sonder eher die Idee dahinter. Denn CREEPER sind tatsächlich, auch wenn sie bei manchen noch nicht bekannt sind, schon im Mainstream angekommen, aber irgendwie doch weit davon entfernt. Es lebe die Kreativität, es lebe die Fantasie!

Bewertung: 10 von 10 Punkten

“Sex, Death & The Infinite Void” erscheint am 31.07.2020 über Roadrunner Records.