Review: POTTINGER – Awaken

Wir kennen Eddy von IRON MAIDEN, Joe von UGLY KID JOE und Angus McFive von GLORYHAMMER. Maskottchen oder fiktive Protagonisten erdachter Welten und Geschichten. Und jetzt kommt ein neuer Held dazu. POTTINGER. Frank Pottinger. Erschaffen von – POTTINGER.
Das Quartett aus Leutershausen in Bayern bringt hier einen Kämpfer für unseren Planeten hervor, der die Schurken, die unsere Existenz bedrohen, auf einem fremden Planeten bekämpft. Und das macht er mit Rock. Und was für welchem. Freunde der 90er Grunge-Welle und des damaligen Hardrocks dürften hier ihre Helden der STONE TEMPLE PILOTS, ALICE IN CHAINS oder SOUNDGARDEN wiederfinden, die Colaborationen mit IOMMY, SYSTEM OF A DOWN oder THY WISHES und GHOSTS OF DAWN eingegangen sind.

Klingt wild, verrückt und unvorstellbar? So ging es mir auch und ich muss zugeben, dass diese Scheibe bei mir erst im dritten Durchlauf wirklich gegriffen hat. Dafür aber umso heftiger. Die scheinbar wahllose Aneinanderreihung der verschiedensten Elemente will anfangs nicht so richtig passen, frisst sich aber gemächlich in die Gehörgänge und bleibt da. Die 11 Songs, angefangen bei ‘Promise’, ‘Awaken’ und ‘Battlefield’ bieten denn auch gleich alles auf, was diesen Mix ausmacht. Präzise Drums, ein dezenter Bass, eine tief gestimmte Gitarre, die TONY IOMMY im Kreis grinsen lassen dürfte und eine Stimme, die klingt als würden SERJ TANKIAN und LAYNE STALEY einen gemeinsamen Schüler auf die Menschheit loslassen. Klingt schon fast zu fantastisch und so sollte man nicht verwundert sein, dass es doch noch einen kleinen Wermutstropfen gibt: die Cleanparts der Vocals können nicht ganz so gut überzeugen wie die aggressiveren Parts und die Instrumentalisierung. Insgesamt tut das dem Erlebnis aber keinen riesen Abbruch und auch die weiteren Stücke, die vom stonerlastigen ‘Messiah’ bis zur einzigen sehnsüchtigen Halbballade, ‘The End’,vieles zu bieten haben, bringen diese Scheibe weit nach vorn und machen einfach Spaß, wenn man sich drauf einlassen will.
Fazit: die vier Musiker, die zuvor schon in diversen Combos ihre Erfahrungen sammelten und sich 2018 zu POTTINGER zusammenfanden, liefern hier einen Mix ab, der seinesgleichen suchen dürfte. Gut gemacht, Frank. Die ersten Gegner sind besiegt und die Anhängerschaft im gemeinsamen Kampf für uns dürfte deutlich anwachsen.

7/10 Punkte

Band:
Thomas ‘Waldi’ Walther – Drums
Daniel Bäuerlein – Vocals, Guitar
Jürgen Däubler – Bass
Tobias Mimberg – Guitar

Tracklist:

Prolog
1.Promise
2.Awaken
3.Battlefield
4.Messiah
5.Dessert
6.Misgiven
7.The End
8.Monkeys
9.Until I Have You Again
10.Save the World
11.Searching Needles