Review: PARKWAY DRIVE – Viva The Underdogs

Was soll man machen wenn die Welt aus den Fugen gerät und alle Festivals in der Schwebe hängen? Blow Up your Speakers! Wer die apokalyptischen Flammenmeere der letzten PARKWAY DRIVE Tour erlebt hat, weiß was die pure Livepower der Australier bedeutet. Nun ist mit der Live-CD „Viva The Underdogs“ der wohl größte Gig in der Geschichte der Band vom Wacken Open Air 2019 auf CD erschienen.

Die CD ist außerdem der Soundtrack zu der vor kurzem veröffentlichte Band-Dokumentation „Viva La Underdogs“. Die 11. Brecher lassen einen sehr gut an die brennenden Festivals zurückerinnern und animieren zum heimischen Quarantäne-Circle-Pit. Der Einstieg mit „Prey“ reißt den Fan direkt in das Geschehen und macht vergessene Riffs und Hymnen wieder live spürbar. Mit „Carrion“ und „Karma“ kann man zu heutigen Zeiten sicherlich auch ganz gut die Menschenschlange vom Supermarkt vertreiben, so heftig überträgt sich die CD in die Gehirnwindungen.

 

Was dabei auffällt ist der fette und klare Sound, denn man auf Livekonzerten doch recht häufig vermisst. Hier kommt der Sound sauber rüber inkl. den starken Fangesängen bei „The Void“ und „Idols“. Einzig die Großmutter sollte bei dem ausufernden Ansagen nicht zuhören, dies könnte für Verstörungen rufen. „Absolute Power“ beschreibt hier perfekt die gesamte Performance, warum habe ich gerade den Nebenraum angezündet und warum ist das Wohnzimmer nach „Wild Eyes“ und „Chronos“ verwüstet? Circle Pit in Zeiten der Quarantäne ist schwerer als gedacht. Allgemein lässt die CD keine Schwachstellen in der Setlist zu, „Crushed“ und „Bottom Feeder“ runden hier hab.

Dass Deutschland eine relativ große PARKWAY DRIVE Fan Base hat, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr und so hat die Band als Extra drei Songs ins Deutsche übertragen. Hört sich in der Doppelsprachigkeit sehr lustig an, verliert aber nichts an Wucht. Hierbei haben die Australier „Würgegriff“(Vice Grip), „Die Leere“(The Void) neu arrangiert und dies ist besonders bei „The Void“ sehr gelungen. Musikalische Verständigungsarbeit leistet die Band dann auch mit dem deutschen Rapper CASPER, der bei „Shadow Boxing“ in zweisprachiger Version den deutschen Gesang übernimmt. Warum gibt es dieses Machtwerk eigentlich nicht als DVD?

Bewertung: 9/10

PARKWAY DRIVE sind:

Gitarre: Luke Kilpatrick
Gitarre: Jeff Ling
Bass: Jia O’Connor
Gesang: Winston McCall
Schlagzeug: Ben Gordon

VIVA THE UNDERDOGS SOUNDTRACK TRACK LISTING
1. Prey (Live at Wacken)
2. Carrion (Live at Wacken)
3. Karma (Live at Wacken)
4. The Void (Live at Wacken)
5. Idols (Live at Wacken)
6. Dedicated (Live at Wacken)
7. Absolute Power (Live at Wacken)
8. Wild Eyes (Live at Wacken)
9. Chronos (Live at Wacken)
10. Crushed (Live at Wacken)
11. Bottom Feeder (Live at Wacken)
12. Würgegriff (Vice Grip)
13. Die Leere (The Void)
14. Schattenboxen (Shadow Boxing) feat. Casper