FEINE SAHNE FISCHFILET – so war der Tourabschluss in Bamberg

Nach dem großen Weihnachtsstress noch ein würdiges Abschlusskonzert für 2019? FEINE SAHNE FISCHFILET machen es möglich.
Aber von vorne.

Wir machten uns am 28.12.2019 spätnachmittags auf den Weg ins beschauliche, oberfränkische Bamberg. Zapfig kalt versprach es zu werden. Glücklicherweise fanden wir aufgrund der frühzeitigen Anreise auch noch einen Parkplatz nicht weit von der Brose Arena entfernt und so stellten wir uns in die Schlange, um in die Arena zu gelangen. Neben uns waren Mädels aus Mc Pomm angereist, die ihren Pfeffi und ihr Wegbier großzügig mit den Umstehenden teilten, bereits hier war die Stimmung ausgelassen und locker.

Nachdem wir die Merchstände von WAVING THE GUNS und FEINE SAHNE FISCHFILET besucht hatten, suchten wir uns feine Plätze, um das Geschehen gut mitverfolgen zu können. Die Arena Bamberg war sehr gut besucht, das Infield und die beiden seitlichen Tribünen ausverkauft, nur die Nordtribüne war zu zwei Dritteln gefüllt.

Pünktlich um 20 Uhr betrat dann auch Monchi von FEINE SAHNE FISCHFILET die Bühne, begrüßte sein Publikum mit „Digga“ und „ab jetzt gibt’s hier Rock‘n‘roll“ und kündigte die Vorband WAVING THE GUNS aus Rostock an. Die Jungs um Milli Dance spielten Songs aus ihrem neuen Album „Das muss eine Demokratie aushalten können“ und machten in ihren Ansprachen auch sehr klar, wie sie zum aktuellen politischen Diskurs stehen. Was aber klar war, denn wer FEINE SAHNE FISCHFILET kennt, kann sich auch denken, dass auch die Vorband eine klar antifaschistische Grundhaltung besitzt. So, genug zur Politik, wir sind ja eigentlich wegen der Musik hier.

Sauberer Hiphop, kochendes Publikum, Bierduschen für die Security und Fotografen, Circle Pits im vorderen Drittel, geile Bässe – oh ja, WAVING THE GUNS verstehen es, ihr Publikum mitzunehmen! Monchi hatte es in seiner Voransprache angekündigt, „ab jetzt gibt es hier keinen Sitzplatz mehr“ und so war es auch. Nach 35 Minuten war ihre Show zu Ende und WAVING THE GUNS machte Platz für FEINE SAHNE FISCHFILET.

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Fotos: Micha Mayer (jiffy-pictures.de)

Vier Lieder hinterm Vorhang, bereits da die ersten Crowdsurfer und wieder fliegende Bierbecher, Stimmung am Überkochen, glückliche Menge, Circle Pits, die ersten Rauchfeuer und Bengalos, mitsingendes Publikum. Braucht es eigentlich noch mehr für eine richtig hammergeile Show?
Monchi riss die Menge förmlich mit und als der Vorhang fiel, gab es kein Halten mehr. FEINE SAHNE FISCHFILET gaben zum Tourabschluss im Laufe des Abends wortwörtlich ihr letztes Hemd.

Das Lied “Angst Frisst Seele Auf” widmete FEINE SAHNE FISCHFILET Katharina König-Preuss für ihr Engagement gegen Rechts. Man solle „nicht nur Parolen grölen, sondern auf die Straße gehn“, so die Aufforderung an sein Publikum, als erste Antifa-Rufe laut wurden.

Monchi machte auch in einer seiner Ankündigungen für das nächste Lied “Ich Mag keinen Anderen” klar, dass „wenn man wem auf die Fresse zu hauen hätte, dann sich selbst“.

Die Security hatte vorne alle Hände zu tun als Monchi die Menge aufforderte Crowdzusurfen. Die Menge ließ sich das nicht zweimal sagen und so schob sich gefühlt das halbe hintere Infield über das vordere Infield. Das war kein Sekundentakt mehr, aber die Jungs der Security haben es enorm gut gemeistert.
Wir zählten 66 bengalische Feuer, zum Schluss konnte man von der Nordtribüne nicht mehr nach vorne auf die Bühne sehen vor lauter Nebel.
Die Songs wechselten sich gut ab, die guten alten Feuerzeuge konnten bei “Wir Haben Immer noch Uns” ihr Revival feiern, die Leute waren glücklich. FEINE SAHNE FISCHFILET zeigten, dass sie es darauf haben und auch am allerletzten Tourtag zweieinhalb Stunden durchspielen. Es war allerfeinste Sahne, was wir erleben durften.

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Fotos: Micha Mayer (jiffy-pictures.de)

Micha & Jonas