Nikolaustanzen mit RUSSKAJA im Live Club Barmen. Support: PADDLECELL

Wie könnte man den Nikolaustag am schönsten zelebrieren als zur RUSSKAJA das Tanzbein zu schwingen? Diesem Ruf folgten etliche Menschen, und schon war der kleine Saal im LCB in Wuppertal restlos ausverkauft, als es hieß: RUSSKAJA geben sich die Ehre. Auch wenn viele RUSSKAJA dieses Jahr schon auf ihrer Tour “No One Is Illegal” gesehen haben, ist es immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis, sie in so kleinen Locations wie in dem LCB  (Live Club Barmen) spielen zu sehen. 

Als Vorband hatten sie das Wuppertaler Sextett PADDLECELL im Programm. 

Oft haben Vorbands das Problem, dass sich die Leute herzlich wenig für die Musik interessieren und sich viel lieber mit ihren Leuten unterhalten, als sich die Musik anzuhören. Hier war das aber nicht der Fall, denn der geneigte Wuppertaler kannte die Band schon längst. Jüngste Live Auftritte im leider schon geschlossenen Wirtschaftswunder oder im vermutlich letzten Club Wuppertals, dem Underground, sorgten erst in diesem Jahr bereits ordentlich für Begeisterung. Der interessante Mix aus Psychobilly und Horror-Ska (klingt komisch, ist aber so) ging sofort ins Bein und sorgte für eine ausgelassene Stimmung. Trotz lauter Zugabe Rufe musste die Band leider pünktlich die Bühne für RUSSKAJA verlassen.

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Bilder: Andreas Theisinger

RUSSKAJA

Während der kurzen Umbaupause hatte man noch schnell Zeit für ein kühles Erfrischungsgetränk bevor es wieder zurück in den mittlerweile stickigen und aus allen Nähten platzenden Saal ging. Und dann ging es endlich los. RUSSKAJA sorgten ab der ersten Sekunde für pure Eskalation. Der Saal verwandelte sich in Sekunden in eine Sauna. Songs wie “Change”, “Love Revolution”, “Energia” und “Wake Me Up” (ein geniales Cover) sorgten für absolute Partystimmung. Und wer hätte es gedacht, aber der heißgeliebte “Psycho Traktor” konnte trotz der Enge getanzt werden. Danach sah man vereinzelt Leute draußen auf dem Flur stehen, die ihre Schuhe wieder anzogen und verzweifelt nach Luft rangen nur um dann wieder in den Hexenkessel zu rennen. Denn RUSSKAJA gewährte selbst nach dem Traktor keine Ruhepause, sondern peitschte weiter zu Höchstleistungen an. Unter den ausgelassenen Zuschauern konnte man auch die Jungs von PADDLECELL sehen. Endlich hatte Georgij ein Einsehen und verschaffte allen eine Verschnaufpause die er dazu nutzte, die Leute hinter RUSSKAJA einzeln vorzustellen. Denn RUSSKAJA besteht nicht nur aus den Leuten auf der Bühne sondern aus Klaus (Tontechniker), Max (Lichttechniker) Olga und Loki (Bühne). Aber die Pause währte nur kurz, denn dann ging es wieder los. “Ihr müsst kein russisch können um uns zu verstehen. Jetzt kommt ein Lied für die Herren. Denn was keiner weiß: alle Lieder vorher waren für die Damen”. Damit wurde das Lied “Barada” angekündigt. Denn wie Georgij erklärte, heißt Barada auf russisch Bart. Wieder was dazu gelernt. RUSSKAJA war anzumerken wieviel Spaß ihnen der Abend bereitete. Was auch kein Wunder war, denn die tobende Menge bewies während des gesamten Konzerts ihre Sprungfähigkeit sowie ihre Textsicherheit. Mit lauten “RUSSKAJA” Rufen wurde die Band schließlich nach einem anstrengend geilen Konzert verabschiedet. Wer sich noch ein Autogramm abholen wollte: die Band stand hinterher am Merchstand für Autogramme und Fotos oder ein Pläuschen bereit. 

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Bilder: Andreas Theisinger

Woran man erkennen kann, dass ein Konzert ein voller Erfolg war? Wenn lauter nassgeschwitzte Menschen mit einem breiten Grinsen und trunken voller Glückseligkeit die Location verlassen, und mit heiserer Stimme jammern, wie fies bestimmt der Muskelkater am nächsten Tag wird. Für die nächsten RUSSKAJA Konzerte sollte die Liste der Dinge, an die man neben einem Handtuch denken sollte, festes Schuhwerk sein. Denn wie der Abend eindrucksvoll gezeigt hat, kann man schon mal seine Schuhe beim Traktor verlieren.

Danke RUSSKAJA für dieses geniale Konzert! Euch in einer so kleinen Location zu erleben, war einfach nur fantastisch!