Eine schaurig-schöne Show von LORDI und ALL FOR METAL in Hamburg

Am 17.04.2024 war in Hamburg Hard Rock (Hallelujah!) angesagt, denn niemand geringeres als die finnischen Monster-Metaller von LORDI luden zur “Unliving Pictour Show” in den Grünspan ein. Doch die Finnen kamen nicht alleine, auch für Support war selbstverständlich gesorgt. Eigentlich sollten an diesem Abend zwar zwei Vorbands auftreten, die Schweden von SUPREME UNBEING mussten jedoch kurzfristig ihre Teilnahme an der Tour absagen, wodurch der Job des Anheizens somit nun alleine der Newcomer-Band ALL FOR METAL zufiel. Aber kein Grund zur Sorge, denn wer die Damen und Herren schon einmal live gesehen hat, dürfte bereits wissen, dass diese der Aufgabe mehr als gewachsen sind.

Kurz nach 18 Uhr öffnete der Grünspan seine Türen für die Gäste und der Abend konnte beginnen. Das heißt, nach einer gut einstündigen Wartezeit, welche es zunächst zu überbrücken galt, bis schließlich das Licht erlosch und unheilvolles Donnergrollen sowie der Klang prasselnden Feuers den Saal erfüllten. Bühne frei für ALL FOR METAL! Diese starteten mit ihrer gleichnamigen Debut-Single „All For Metal“ und legten bereits mit dem ersten Track die Messlatte hoch an. Wie üblich strahlend und vor Energie nur so strotzend holten sie die Menge quasi sofort ab und auf der Bühne passierte so viel gleichzeitig, dass man gar nicht wusste, wohin man als erstes schauen sollte. Sänger „Tetzel“ dominierte nicht nur aufgrund seiner hühnenhaften Statur gemeinsam mit seinem Kollegen Antionio Calanna das Zentrum des Geschehens, während „Jassy“ Pabst und Tim Kanoa Hansen (eingesprungen als Ersatz für Ursula Zanichelli) mit ihren Gitarren bewaffnet um sie herumflitzten. Der maskierte Bassist Florian Toma schlich, mal auf, mal vor der Bühne im Publikum umher, während im Hintergrund Schlagzeuger Leif Jensen den Takt für den Rest der Truppe vorgab. Und als ob das alles noch nicht genug wäre, gab es da ja auch noch die Performance der beiden Tänzerinnen Christina und Luisa zu bestaunen. Die eingängigen Hymnen taten ihr restliches, um die Stimmung im Publikum zum Kochen zu bringen und so flog das Set bestehend aus Songs wie „Raise Your Hammer“, „Born In Valhalla“ und „Mountain Of Power“ nur so dahin. Die balladeske Nummer „Legends Never Die“ bot zwischendrin kurz Gelegenheit zum Verschnaufen und Schunkeln, bevor es dann wieder heavy weiterging. Die Tanz-Ladies präsentierten zwischendrin immer wieder etwas von ihrem Merchandise, während Tetzel und Antionio kräftig die Werbetrommel für ihr im August erscheinendes zweites Studio-Album „Gods Of Metal“ sowie die zugehörige Release-Party (ebenfalls in Hamburg) rührten. Als Grande Finale bekamen wir „Goddess Of War“ zu hören und ALL FOR METAL verabschiedeten sich nach ihrem durch und durch gelungenen Auftritt von der Bühne, nicht jedoch ohne vorher alle Interessierten noch auf einen Plausch am Merch-Stand einzuladen.

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Fotos: Sandra

Während das Publikum sich nun kurz entspannen konnte, machte die Crew sich an den Ab- und Umbau und zimmerte für LORDI ein Gruselkabinett auf die Bühne, welches an den Folterkeller einer halb verfallenen Burg erinnerte, Skelette und Schädel inklusive. Bis die Finnen mit ihrem Auftritt begannen, sollte allerdings noch eine überaus langwierige Dreiviertelstunde verstreichen, mehr als genügend Zeit also für eine kurze Toiletten- / Raucherpause oder das Beschaffen eines Getränkes an der Bar. Auch die längste Dreiviertelstunde der Welt geht aber dankenswerterweise irgendwann vorbei und so kamen wir endlich in den Genuss von LORDIs Auftritt. Nach einem kurzen Intro vom Band und einer Ankündigung der „Unliving Pictour Show“ von Nosferuiz betraten „Mr. Lordi“ und seine monströsen Gefährten die Bühne, entschuldige, den Gruselkeller. Drummer „Mana“ nahm zur linken des „Burgtors“ Platz, während „Hella“ sich auf der rechten Seite hinter ihrem Keyboard platzierte. Bassist „Hiisi“ und Gitarrist „Kone“ schließlich flankierten Mr. Lordi. So adäquat aufgestellt konnte es dann losgehen mit „Unliving Picture Show“, „Lucyfer Prime Evil“ und „My Heaven Is Your Hell“. Die Band benötigte nicht viel Zeit, um die während der Umbaupause etwas abgekühlte Stimmung wieder anzuheizen. Auf Mr. Lordis Nachfrage, ob wir alle Lust auf den Abend mit LORDI hätten, schallte ein lautes „Ja!“ durch den Saal – sehr zur Enttäuschung von Mr. Lordi. Dieser erklärte daraufhin dem Publikum den Unterschied zwischen einem „Ja“ und „Jaja“: letzteres ließe sich sinngemäß auch in etwa „Du kannst mich mal am Allerwertesten…“ wiedergeben, die bevorzugte Option Mr. Lordis. Dieses „Ja? – „Jaja!“-Spielchen sollte sich im Verlauf des restlichen Abends noch zahlreiche Male wiederholen. Aber natürlich hatten LORDI nicht nur Hard Rock und leicht schmutzige Witzchen im Gepäck, auch an zu den Songs passenden Bühnenrequisiten und kleinen Extra-Showeinlagen wurde nicht gespart. Ob rotes Konfetti und eine Sandmann-Mütze zu „Blood Red Sandmann“, eine große Schlange bei „Wake The Snake“ oder die „Enthauptung“ Hellas, die Finnen ließen sich nicht lumpen und boten für Augen und Ohren gleichermaßen eine eindrucksvolle Show in ihrem Kuriositäten-Kabinett. Zudem durfte jeder Instrumentalist für ein paar Minuten das alleinige Spotlight genießen und ein Solo für die Menge zum Besten geben. Während der Anfang von LORDIS Show vor allem von neueren Tracks dominiert wurde, tummelten sich die Klassiker und Fan-Favoriten eher im letzten Drittel der Setlist. Von „Who’s Your Daddy?“ über „Would You Love A Monsterman?“ und „Devil Is A Loser“ steigerte sich alles auf den finalen Höhepunkt des Abends hin: die Rede ist selbstverständlich von dem Song, welcher LORDI 2006 zum Sieg beim 2006er Eurovision Song Contest verhalf. Zu „Hard Rock Hallelujah“ konnte nun wirklich jeder im Saal mitsingen und noch ein letztes Mal ordentlich abfeiern, bevor es dann auch für unsere Lieblingsmonster an der Zeit war, sich von der Bühne zu verabschieden und uns in die Nacht zu entlassen.

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Fotos: Sandra
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