REVIEW: SHINEDOWN –„Planet Zero“ – nicht von dieser Erde!

Das lange Warten hat endlich ein Ende! Nachdem Ende Januar der für das Album namensgebende Track “Planet Zero” vorab veröffentlicht wurde und man sich schon ungeduldig auf das Album-Release für Ende April freute, wurde recht schnell bekannt gegeben, dass sich auf Grund der derzeitigen Situation in den Presswerken der Veröffentlichungstermin weiter verzögert. Somit musste der Titeltrack, der schon wie eine Bombe eingeschlagen war, auf Dauerschleife die Lautsprecher sämtlicher zur Verfügung stehender Hifi-Geräte auf ihre Leidensfähigkeit testen. Das änderte sich mit der Vorveröffentlichung der zweiten Single “Daylight”. Eine wundervolle Ballade, die als akustischer Apetizer mit angenehmer Reduktion auf Brent Smith’s großartige Stimme die gröbste Entzugserscheinung lindern, jedoch den Ohrenhunger nach dem heißersehnten musikalischen Buffet eines kompletten Albums nicht stillen konnte.

Aber nun ist es endlich soweit, die physischen Einheiten stehen schon fast in den Regalen und wir dürfen uns auch endlich das komplette Werk der Amerikaner anhören. Und das liefert mit dem Opener “No Sleep Tonight” direkt eine Granate sondergleichen! Für eine Rockband ganz schön metallisch, aber dass SHINEDOWN von zart bis hart gekonnt die ganze Bandbreite des Rocks abdecken können, hat die Band in ihrer Vergangenheit schon mehrfach unter Beweis gestellt. Eigentlich möchte man “No Sleep Tonight” aus der Dauerrotation nicht mehr entlassen, da man sich selbst schon im Mahlstrom eines Circle Pits während eines anstehenden SHINEDOWN-Konzerts in Glückseligkeit untergehen sieht, aber es gibt nur ein Heilmittel gegen einen solchen Ohrwurm – direkt auf den nächsten Song zu springen. Auf Position zwei der Full Songs (es gibt natürlich ein kurzes Intro und ein paar Filler, die man nicht als Track werten kann) wartet schon der Titeltrack “Planet Zero”, der zwar die Wartezeit auf das Album etwas verkürzen, sich aber dadurch trotzdem nicht abnutzen konnte. Dementsprechend sollte man die Playlist einfach laufen lassen, denn kein Song gleicht dem anderen und die ausgewogene Mischung aus ruhigeren und schnelleren Tracks nehmen den gewillten Hörer mit auf eine musikalische Achterbahn – auf Europaparklevel, freigegeben ab einem Alter von 8 Jahren.
Wie auch schon auf den Vorgängeralben widmen sich die gold- und platingekrönten Rocker allen Themen, die das Leben bietet. Von tiefen Gefühlen, verwundeten Seelen, Widrigkeiten des Lebens, Selbstreflexion, Zukunftsgedanken, sozialkritischen Themen bis hin zu purer Lebensfreude. Und in dieser Bandbreite der inhaltlichen Themen bewegt sich auch deren musikalische Umsetzung. Mit Bravour meistert die Band die Spagate von gefühlvollen Midtempo-Balladen wie “Daylight”, “Hope” und dem herausragenden “Dysfunctional You” zu hüpf- und schon headbangtauglichen Nummern wie “The Saints Of Violence and Innuendo” und “Army Of The Underappreciated”. 

Über den eingängigen Ohrwurmmelodien, die das Album zu bieten hat, thront die Stimme von Brent Smith, die egal ob markant drückend oder gefühlvoll beschwichtigend stets den Hörer in den Bann zieht. In dieser Kombination könnten die Herren auch einen Song über die Gerinnungsfaktoren von Lab bei der Käseproduktion schreiben und damit einen Hit landen! In keinem der 13 vollwertigen Songs kommt Langeweile auf, nur die Zwischentracks, die als futuristische Führung auf unseren Planeten dienen, stören den Hörgenuss beizeiten dann doch.

Nichtsdestotrotz wird das Album nicht langweilig und ist eine konsequente Fortführung der musikalischen Vielfältigkeit dieser Band, die im Herbst auch wieder auf eine ausgedehnte Europatour gehen wird. Von der Livetauglichkeit der Songs ausgehend, ist die Vorfreude jetzt schon auf dem hohen Niveau, auf dem sich SHINEDOWN musikalisch bewegen.

Rating: Wohlverdiente 9,5 Punkte sollten für die nächste goldene Schallplatte reichen!

Anspieltipps für Neugierige: “Planet Zero”, “Dysfunctional You”, “No Sleep Tonight” und “Sure Is Fun”.

Playlist:

  1. 2184
  2. No Sleep Tonight
  3. Planet Zero
  4. Welcome
  5. Dysfunctional You
  6. Dead Don’t Die
  7. Standardized Experiences
  8. America Burning
  9. Do Not Panic
  10. A Symptom Of Being Human
  11. Hope
  12. A More Utopian Future
  13. Clueless And Dramatic
  14. Sure Is Fun
  15. Daylight
  16. This Is A Warning
  17. The Saints Of Violence And Innuendo
  18. Army Of The Underappreciated
  19. Delete
  20. What You Wanted