L’ ÂME IMMORTELLE und TOAL live in Berlin

An einem warmen Freitagabend im Frühling laden L’ Âme Immortelle unterstützt von TOAL in den Frannz Club, Berlin. Die warmen Temperaturen verlocken sicherlich einige Besucherinnen erst später zu kommen und lieber die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Zu Beginn des Einlasses waren nur vereinzelte Personen im Club und auch zum Beginn von TOAL waren die Menschen vor der Bühne spärlich vertreten. Bei dem Wetter lockte ein Bier im angrenzenden Frannz-Biergarten sicherlich mehr. Außerdem begann das Konzert ungewöhnlich früh, bereits um 19 Uhr waren TOAL dran.

TOAL betraten in Dunkelheit und Nebel gehüllt die Bühne, nur ihre Silhouetten konnte man erahnen. Die mystischen, düsteren Synth-Pop-Klänge fanden aber durchaus Anklang im Publikum. Sängerin Luzi Lacole betonte, wie sehr sie sich freue, jetzt in Berlin zu sein. Das Publikum ist zunächst verhalten. Niemand tanzt, die BerlinerInnen warten erst einmal ab, was sie da wohl erwartet. Gegen Ende des Sets wurde die Setlist der Sängerin schwungvoll zerknüllt und und sie freute sich, jetzt wieder mehr Bewegungsfreiheit auf der Bühne zu haben. Beim letzten Song “Endless” wurde fleißig getanzt. TOAL fanden also definitiv Anklang in Berlin. Im Gegensatz zu anderen Orten der Tour gab es auch keine merkbaren technischen Probleme.

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Fotos: Virginia Weidhaas

Zum Start von L’ÂME IMMORTELLE füllte sich der Club etwas mehr, allerdings war es nicht brechend voll. Ein guter Einstieg um wieder in das Gefühl von Konzerten einzutauchen, war es doch für viele Besucherinnen das erste Mal in 2022. Für manche fühlte es sich sicherlich noch ungewohnt an, ohne Kontrolle von Ausweisdokumenten, Testbescheinigungen und anderen Dokumenten und ohne Maskenpflicht gemeinsam die Musik genießen zu können.

Bis auf einzelne Ausnahmen wirkte das Publikum nicht sehr tanzwütig. Es war eher ein kollektives Genießen, Wertschätzen und Fühlen, eine kollektive Verbindung zwischen Band und Zuschauer. Sonjas kräftiger Gesang und die Kontraste mit Thomas’ Growls führen zu einem Konzertabend, den man genießen kann. Dadurch, dass es das 25-jährige Jubiläum von L’ÂME IMMORTELLE war, landeten auch ältere Songs in der Setlist und manch ein Fan in der ersten Reihe sang Wort für Wort mit. Man kann nur erahnen, welche Erinnerungen diese Lieder in jedem der anwesenden Menschen auslösten, welche vielleicht fast vergessene Erinnerung sie heraufbeschwörten, aber die Emotionen waren so deutlich spürbar.

Bei der Ansage für den Song “Letztes Licht” ertönte lauter Jubel, und es wurde richtig warm. Auch der nächste Song “Love Is Lost” führte wieder zu Begeisterung der Menge. Mit dem Song “Healer” wurden danach auch sanftere, gefühlvollere Töne angeschlagen. Beim Song “Life Will Never Be The Same Again” wiegten sich die Leute mit, sichtlich bewegt. Mit der nächsten Ansage versprach Thomas “And now to something completely different!” und animierte das Publikum. Und das ließ sich nicht lange bitten und machte mit.

Ziemlich schnell war dann auch das Ende der Setlist erreicht und die MusikerInnen verbeugten sich und verließen die Bühne. Alles in allem wirkte das Konzert durchgetaktet, es folgte Schlag auf Schlag mit nur kurzen Ansagen. Vermutlich lag das an den strengen Zeitvorgaben, denn bereits um 22 Uhr begann im Frannz-Club die Party. So kam es, dass es nur eine Zugabe gab – die Band betrat die Bühne und es erklangen die Lieder “Another Day” und “Bitterkeit”. Im letzten Song stand Sonja im Fokus und kniete auf der Bühne. Sie gab jegliche Emotionen in den Song und wirkte berührt und aufrichtig emotional. Es war ein würdiger letzter Song. Zum Ende saß sie ein paar flüchtige Momente lang alleine auf der Bühne unter dem Applaus der ZuschauerInnen, bis sie sich auch erhob und die Bühne verließ. Abrupt wurde der Zustand “Im tiefen Fall” zu sein, durch laute 80er-Musik-Klänge beendet. Der Moment war vorbei. Die Magie war aufgelöst.

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Fotos: Virginia Weidhaas

Setlist TOAL:

01. Intro
02. Timeless
03. Deep Inside
04. Time For A Change
05. Imperial Black
06. Trapped Heart
07. Save The Ocean
08. Silence (Delirium Cover)
09. Magic
10. Unreal World


Setlist L’Âme Immortelle

01. Dem Abgrund entgegen
02. Requiem
03. Asche
04. 5 Jahre
05. Fear
06. Letztes Licht
07. Love is Lost
08. Life Will Never Be The Same Again
09. Fluch
10. Healer
11. Es tut mir Leid
12. Angst
13. Judgement
14. Catch My Fall
15. Stumme Schreie
16. Fallen Angel

Zugabe
17. Another Day
18. Bitterkeit
19. Still