Der Elektronische Tanz in den Mai mit AESTHETIC PERFECTION in Hannover

Wer gerne zu AESTHETIC PERFECTION in den Mai tanzen möchte, musste die letzten Jahre leider auf die heimische Tanzfläche ausweichen. Zweimal musste das Konzert in Hannover verschoben werden, nun stand dem Tanz jedoch nichts mehr im Wege. Konstant waren dabei aber zum Glück zwei Dinge: Es wurden kaum Tickets zurückgegeben, sodass das Musikzentrum an diesem Abend ausverkauft vermelden konnte und der Support von BEYOND BORDER, die noch immer den Abend eröffnen sollte. Neu dazu gekommen ist jedoch ein special guest, der im Vorfeld nicht verraten wurde. Aber irgendwie dann doch…

Pünktlich um 20 Uhr startet BEYOND BORDER in den Abend. Anders als sonst kann sich Keyboarder Deity diesmal nicht hinten auf der Bühne verstecken, sondern zeigt sich ganz vorne neben Iggi. Schnell haben die beiden das Publikum unter ihrer Kontrolle. Kein Wunder, immerhin ist es für sie ein Heimspiel und sie sind mindestens in der lokalen Szene kein unbeschriebenes Blatt mehr. Es wird viel getanzt und geklatscht, dies auch oft ohne Aufforderung seitens der Bühne, das Publikum hat deutlich eine gute Zeit. Diese vergeht jedoch wie im Fluge. Gerade hat BEYOND BORDER noch in ihr Set gestartet, da ist es auch schon wieder vorbei. Der Abend ist vollgepackt, sodass sie nur 6 Songs zusätzlich einer Zugabe, einem Cover von “Cry Little Sister”, spielen können. Dennoch ist es ein Auftritt, der das Publikum warm und mit Lust nach mehr zurücklässt.

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Fotos: Cynthia Theisinger

Es vergeht nur ein Wimpernschlag, bis der special guest auf der Bühne steht. Wer in der letzten Zeit die Social-Media-Kanäle von AESTHETIC PERFECTION verfolgt hat, konnte sich diesen vielleicht schon erahnen, hatte einen Spitzel am Vortag in Oberhausen oder hat einfach nur die Ankündigung der Band selbst am Vortag gesehen: Es ist EMPATHY TEST. “Oberhausen” – begrüßt uns Sänger Isaac Howlett, macht eine Pause und wirkt so, als würde er nochmal über das gesagte nachdenken – “was quiet last night, Hannover make some noise!” – puh, das war aber nochmal knapp. Effektiv macht die Band genau da weiter, wo BEYOND BORDER aufgehört haben. Das Publikum tanzt unaufhaltsam und singt sich die Seele aus dem Leib. Dies liegt nicht zuletzt an Isaac, der energiegeladen über die Bühne läuft und springt oder sich immer wieder über den Boden räkelt. So sehr, dass man schon fast einen Vergleich zum englischen Fußball schreiben möchte. Als kleines Highlight ist der Song “Holy Rivers” zu sehen, bei dem das Publikum nicht nur laut mitsingt, sondern auch noch dem Song noch weiter macht. Aber auch hier muss es irgendwann zu Ende sein und wir werden (vorerst) ohne Zugabe mit den Worten “we were EMPATHY TEST, enjoy the rest of your life” in die letzte Pause entlassen.

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Fotos: Cynthia Theisinger

Nach einer etwas längeren Erholungspause kommt zunächst nicht AESTHETIC PERFECTION auf die Bühne, sondern zwei maskierte Personen, die es sich am Keyboard bzw. Schlagzeug gemütlich machen und den Abend über unangesprochen bleiben. Sie stimmen “Gods & Gold” an, bis schließlich Mastermind Daniel Graves dazu stößt und alles seinen Lauf nimmt. Daniel gehört einfach auf die Bühne. Seine Bühnenpräsenz erfüllt sofort den ganzen Raum. Man könnten meinen das Posen sei ihm in die Wiege gelegt worden. “Danke, dass ihr alle hier seid. Wir haben auf dieses Konzert ewig warten müssen” sagt er uns und wirkt etwas emotional. “This is only the second song and this is already the best show we ever played in Hannover!” sagt er weiter. Man möge ihm damit recht geben, dann beim erwähnten zweiten Song “Sex” wird der Refrain lauter mitgesungen, als dieser aus der Anlage ertönt. Das Publikum hat sich zudem in Wackelpudding verwandelt. Einmal in Bewegung gekommen, hört es nicht mehr auf. Ja, der Vergleich hinkt vielleicht etwas, aber die Vorstellung wäre schon lustig. Aber auch nicht realistisch, denn wir brauchen natürlich unsere Beine. Zu “Antibody” wird, wie es die Tradition will, gesprungen.

Natürlich hagelt es noch jedem Song Applaus. “I missed this so fucking much” sagt uns Daniel mit einem Lächeln, das größer als sein Gesicht zu sein scheint, bevor es Richtung Endspurt des abends geht. Zu “The Dark Half” gibt das Publikum nochmal alles, bevor uns die Musiker alleine zurücklassen. Zugaberufe und die alte Leier später, wird es mit “All Beauty Destroyed” nochmal ruhig, bis mit “Love Like Lies” das große Finale angestimmt wird. “This is fucking incredible, thank you all so fucking much for being here after 48 fucking months”, sagt uns Daniel anschließend, bevor er uns in den Abend entlassen möchte. Da machen ihm seine Fans aber einen Strich durch die Rechnung.

Die Zugaberufe sind so prägnant, dass schließlich nicht Daniel auf die Bühne kommt, sondern Isaac mit einer Akustikgitarre. Daniel sagt uns darauf “we had the keen idea to do this acoustic, but we didn’t plan this properly”, während die beiden versuchen die Gitarre an die Anlage zu bekommen. “In the meantime I’ve been drinking” sagt uns Isaac, was die Situation nicht einfacher macht. Aber was passiert hier eigentlich? Die beiden haben letztes Jahr zusammen einen Song geschrieben, “Save Myself”. Am Ende klappt dann natürlich doch alles und wir bekommen eine Neuinterpretation des noch so jungen Songs zu hören, die so noch niemand zuvor kannte. Ein wahres Highlight zum Schluss, um für viele den Abend perfekt abzuschließen. “Hannover thank you so much, I love you, good night” sagt uns Daniel abschließend, während er unter tosendem Applaus von der Bühne geht.

Im direkten Anschluss startete daraufhin die Aftershowparty mit MARCUS MEYN und Toni Montana & S.W. (Subkultur) und auch Daniel selbst bis auch der letzte nicht mehr auf seinen Beinen stehen kann.

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Fotos: Cynthia Theisinger