Ohrenfeindt – Das Geld liegt auf der Straße Album Release Show

Es ist der 31.10.2020, es findet ein Konzert statt. Ein eher seltenes Ereignis in diesem Jahr. Und umso schöner ist das Gefühl, endlich wieder Live Musik zu hören. Dazu kommt: OHRENFEINDT stellen ihr neues Album vor – “Das Geld liegt auf der Straße“. Nach dem Hören des Albums stieg die Vorfreude aufs Live-Erlebnis schon sehr. So ging es auf ins Knust.

Es stand eine Rock´n´Roll-Show vor der Tür. Anders als sonst, gab es kein Gedränge um die besten Plätze, denn es gab Sitzplätze.  Eine bestuhlte Rockshow ist schon etwas Besonderes. Außerdem meldete Sänger Chris Laut: Auch Releaseshow No 2 ist ausverkauft! Zum Leidwesen aller durften „nur“ 50 Tickets für das Konzert im Knust verkauft werden, wo sonst – unter normalen Bedingungen – 550 Gäste Platz finden. Aber zur Zeit ist es leider nicht anders möglich.

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Bilder: Nola

Der Einlass startete pünktlich um 20 Uhr, so dass eine halbe Stunde später alle Gäste auf ihren Plätzen saßen und auch die ersten Getränke hatten. Es ertönte das neue Intro, das zum neuen Album entworfen wurde. Im Video zu „Das Geld liegt auf der Straße“, kann man sich das Intro anhören. Mit Sirenengeheul kamen dann auch Chris, Keule und Andi auf die Bühne, nahmen ihre Plätze ein und los ging es mit „Das Geld liegt auf der Straße“. Der Weg war somit frei für die geballte Ladung Rock´n´Roll. Der erste Teil der Show war geprägt von schnellen Songs mit „Porschekiller“ oder “Motor An“. Bei „Auf die Fresse ist umsonst“ kommt Stimmung auf: Das Publikum wippt auf den Plätzen mit den Köpfen und singt mit. Die älteren Songs sind schließlich bekannt. Es tut gut, wieder den Bass zu spüren, der Krawallgeige von Keule zu lauschen und den Takt von Andi mitzugehen. In den Pausen zwischen den Songs gibt es immer wieder kurze Witze, kleine Anekdoten und einfach nur Spaß auf der Bühne. Weiter geht es musikalisch auf der Bühne mit einem weiteren neuen Song. Mit „Du brauchst Rock“ machen Ohrenfeindt genau das, was sie können: Sie rocken den Laden. Mittlerweile sitzt keiner mehr still, allerdings ist Aufstehen nicht erlaubt. Es muss also weiter im Sitzen gerockt werden. Mit „Energie“ und „Hallo Frau Doktor“ geht es weiter geradeaus nach vorn. Es macht glücklich, live Musik genießen zu können, und das Publikum an diesem Abend ist dankbar für jeden Ton, den OHRENFEINDT aus ihren Instrumenten quälen. Zusätzlich zu Gesang und Bass, spielt Chris auch immer mal wieder die Mundharmonika. Sie macht den Sound der Band immer wieder so unverwechselbar. Um dem Publikum nun eine kleine Verschnaufpause zu gönnen, war dann mit „Die Muse ist im Urlaub“ und „Tanz Nackt“ Zeit für ein paar ruhigere Töne. Chris macht dann auch noch einmal darauf aufmerksam, dass es auch in dieser harten Zeit Menschen gibt, die es immernoch härter trifft. Aus diesem Grund steht auch immer eine Spendendose für das Kinderhospiz Sternenbrücke und die Organisation Viva Con Aqua am Merchendise-Stand der Band. Es ist wichtig, dass trotz der derzeitigen Situation weiter für diese Organisation gespendet wird, denn zum größten Teil leben diese Organisationen von den Spenden, betont Chris Laut. Aber nach diesen ernsten Worten geht es weiter im Set mit dem Blues zu „Ich kümmer mich drum“. Mit „Motorcross im Treppenhaus“ folgt wieder Gute-Laune-Rock, der genau ins Herz trifft. Danach folgen wieder ein paar ältere Songs mit genügend Potential zum Mitsingen. „Heul den Mond an“, „Sie hat ihr Herz auf St. Pauli verloren“, „so nicht“ und “Strom“ kommt zum Schluss noch einmal richtig Bewegung in das abwechslungsreiche Programm. Nach dem letzten Lied verließ die Band die Bühne. Natürlich wollte das Publikum noch eine Zugabe. Diese gab es auch, denn es gibt einfach Lieder, die dürfen in einem Ohrenfeindt-Set nicht fehlen. Die erste Zugabe war mit „Hektik“ ein weiterer Song aus dem neuen Album. Den krönenden Abschluss aber bildeten „Rock´n´Roll Sexgott“ und natürlich „Ohrenfeindt“. Jetzt war aber auch jedem klar, dass es nun wirklich schon wieder vorbei ist. Mit gemischten Gefühlen geht es nun nach Hause, denn jedem im Raum war klar: Das wird so ziemlich das letzte Konzert sein dieses Jahr. Auf der anderen Seite wirkt dieses Konzert noch ordentlich nach, denn Rock´n´Roll ist laut und macht Spaß. So hoffen alle, dass es nächstes Jahr wieder besser wird und wir hoffentlich wieder ein wenig Normalität bekommen.