Review: ME AND THAT MAN – New Songs, Same Shit, Vol. 1

Wenn man an schmutzige Serien wie The Preacher oder ähnliches denkt, hat man immer den dazugehörigen dunklen Blues im Ohr. Für alle dunklen Kneipen und dunklen Wälder gibt es nun den passenden Sound um in der Dunkelheit davonzuschweben. ME AND THAT MAN von BEHEMOTH Fronter Nergal liefert uns nun mit „New Man, New Songs, Same Shit, Vol.1“ einen ganzen Silberling voller schwarzen Melodien, getränkt mit bitterbösen Texten und einer Menge Gastmusikern, da Fronter John Porter die Band bereits nach dem ersten Album verlassen hat. Perfekter Stoff also für den einsamen Ritt durch die polnische Taika, mit in der Bande der einsamen Reiter: Corey Taylor, Brent Hinds, Ihsahn, Mat Mc Nerney, Johanna Sadonis, Matt Heafy, Jérôme Reuter, Niklas Kvarforth und Jørgen Munkeby. Ein buntes Sammelsurium an dunklen Stimmbändern.

Musikalisch plätschert das Album im dunklen Jazz Stil den debilen Seelenfluss hinunter, so wird das Leben in der Quarantäne gleich erträglicher (mit einer Flasche Whiskey). „Run With The Devil“ rockt hier noch entspannt durch den Wohnungsflur und ein flapsiges „My heart is pure but my church is black, I’m running drunk and wild through hell and back“ passt perfekt zum Anti- Socialising der heutigen Tage. „Coming Home“ ist hier dann eher der harmonische Song. Ein weiterer Höhepunkt des Albums ist hier sicherlich „Burning Churches“ folgender Satz kann man hier sehr gut mit dem ewigen Kampf von Nergal mit der Katholischen Kirche interpretieren.

There’s plenty of things that should be left unsaid,
So I’ll drink some more whiskey and say them again
My life is this war against their words“

Daher dürfen auch weitere  bitterböse Seitenhiebe in Richtung der Kirchen nicht fehlen mit „Burning Churches“ ist eigentlich am Ende alles gesagt und so kann man den Refrain nur laut vom Balkon singen. Bei „Surrender“ bekommt man dezente Zustände, so füllt man sich leicht vom Gospelchor eingehüllt und von Engeln umzingelt, wäre da nicht das stampfende „I Surrender to You“, Herr in der Hölle erlöse mich. Dies macht zum Glück „Deep Down South“, der Song ist musikalisch eher von der fröhlichen Art und noch nie hat man einen textlich blutrünstigeren Song wahrscheinlich in einer entspannteren Leichtigkeit gehört. „Man Of The Cross“ flüstert dagegen wieder mit frostiger Stimme in die Gehirnwindungen und stimmt mein schwarzes Herz wieder sehr glücklich, auch „How Come“ ist musikalisch sehr stark und kann überzeugen. Hinter „Confessions“ verbirgt sich eine kleine Blues/Black Metal Perle, die dann zum Abschluss ein wenig Gedresche in den Salon feuert.

Man könnte das gesamte Album als eine Ausgeburt vieler schwarzer Seelen während einer Satanischen Party sehen, böse, finster und zugleich sehr interessant musikalisch dargestellt. Man muss natürlich offen für andere Stile sein und die unterschiedlichen Facetten der Stimmen genießen können, erst dann wird man diesen dunklen Diamanten sicherlich besser verstehen. Das Album ist durch die Vielschichtigkeit der Stimmen natürlich extrem abwechslungsreich, dennoch kann nicht jeder Song zu 100% überzeugen, hier muss der Beelzebub noch einmal den Dreizack erheben.    

Bewertung: 7/10

New Songs, Same Shit, Vol. 1 erschien am 27.03.2020 bei Napalm Records

ME AND THAT MAN ist:

Adam Darski