News: EVANESCENCE Pressekonferenz: “Es geht um uns alle”

Anlässlich des neuen Albums von EVANESCENCE „The Bitter Truth“ lud das Label „Sailor Entertainment“ gemeinsam mit Sängerin und Band – Gründerin Amy Lee sowie Gitarrist Troy McLawhorn zu einem Präsentations- und Interview – Termin ein. Sharpshooter-Pics war für euch online dabei.

Zehn Jahre ist es nun her, dass EVANESCENCE ihr letztes Studio – Album veröffentlicht haben. In dieser Zeit ist im Privatleben von Frontfrau Amy Lee viel passiert. Nachem sie 2007 Partner Josh Hartzler heiratete, wurde Amy 2014 zum ersten Mal Mutter.
Musikalisch befasste sie sich mit verschiedenen Projekten. Unter anderem singt sie 2008 auf dem Album „Nightmare Revisited“ , auf dem die Lieder des Films „Nightmare before Christmas“ in Coverversionen neu veröffentlicht wurden, „Sallys Song“, veröffentliche 2016 die eigene EP „Recover“, auf der sie u.a. Lieder von U2 und Led Zepplin covert und ist auf dem 2020 erschienenen Body – Count Album „Carnivore“ als Duettstimme beim Song „When I’m gone“ zu hören.

Nun geht es auch endlich weiter bei ihrer 1995 gegründeten Band, die mit ihrem 2003 veröffentlichten Hit „Bring me to Life“ Weltruhm erlangte und mit ihren Album „Fallen“ allein in Deutschland 73 Wochen in den Albumcharts vertreten waren.

„Natürlich ist der Entstehungsprozess des neuen Albums von der Covid 19 Pandemie beeinflusst worden“, sagen sowohl Amy Lee als auch Gitarrist Troy McLawhorn. Vier der Lieder sind schon vorher aufgenommen worden, andere mussten teilweise von den einzelnen Bandmitgliedern allein aufgenommen werden und wurden dann zusammen geschnitten. Für die wenigen Treffen mussten alle Beteiligtien jeweils Covid – Tests vorab vornehmen. Hinzu kam die räumliche Distanz zwischen den Wohnorten der Banmitglieder, die teilweise mehrere hundert Kilometer beträgt.
Bei all diesen Schwierigkeiten gab es allerdings auch viele schöne Momente. „Meine ganze Familie hat teilweise als Background-Chor fungiert. Außerdem hat meine Frau Videos von mir an der Gitarre gemacht, die dann später mit den Clips der anderen zu einem Musikvideo zusammengeschnitten wurde“, erzählt Troy. Zu sehen sind die Ergebnisse dieser Arbeit im Video zum Song „Usey Voice“.

Für Amy Lee hat die Pandemie vorallem für Raum zur Selbst – Reflexion gesorgt. Ohne diese hätte sie einige Tiefen in den Texten gar nicht ausloten oder spüren können, da es ansonsten immer so viel Ablenkung im Außen gäbe.
Nach Meinung von Amy ist es ein sehr ehrliches und persönliches Album geworden. Gleichzeitig sei die Isolation auch eine Art von Therapie gewesen. Dies wurde ihr besonders bei der Entstehung des Songs „Far from heaven“ bewusst. „Einige dieser Erkenntnisse waren vor mir selbst hart zuzugeben – und noch härter auszusprechen“,gibt die Sängerin zu. „Ich fühle mich beim Schreiben meiner Texte sicher und geschützt. Über die Inhalte zu sprechen ist um einiges schwieriger – ganz besonders, wenn ich ein Mikrofon in der Hand habe.“

Genau um diesen Aspekt des „Aussprechens“ geht es auch im Song „Use my voice“. Amy sieht zwar deutliche Änderungen und Fortschritte bei den Themen Feminismus und „Female Empowerment“ auf der Welt, möchte andere Frauen aber dennoch oder gerade deshalb weiter ermutigen, ihre Stimmen zu erheben. Als eine Vorreiterin sieht sie sich bei denen Themen allerdings nicht. „Dafür wurde ich selbst von so starken Frauen inspiriert“, meint sie. „Inspiration ist eins der größten Geschenke, das wir einander machen können. Deswegen ist es eine große Ehre für mich, anderen eine solche sein zu dürfen.“ Vor einigen Jahren sei es bei den Musikerinnen in der Metal – Szene leider noch sehr oft um eine Art „Konkurenzkammpf“ gegangen, die Änderung hier freut Amy sehr. Auch, dass diese Themen in der Öffentlichkeit mittlerweile präsenter sind, ist ein großer Fortschritt. „Es geht hier ja nicht nur um Frauen, sondern um uns alle!“

Auch Bei dem Lied „Don’t you speak for me“ geht es um „Female Empowerment“. „Der Text des Liedes ist schon älter, hat allerdings nichts von seiner Aktualität verloren! Jede Stimmer zählt und hat es verdient, gehört zu werden“, findet Amy.

Die Bedeutungsschwere, die die Fans der Band so lieben, setzt sich auch im Lied „Wasted on you“ vor. „Hier geht es um Bedeutung, die eigene und die der anderen.“

Seit Amy Mutter geworden ist, hat sie in vielen Aspekten eine andere Sicht auf das Leben bekommen. Sie fühlt sich wieder mehr verbunden mit sich selbst und empfindet sich als wesentlich ruhiger als vorher. Gleichzeitig hat sie den Eindruck, die Magie wieder zu entdecken, die sie als Kind in so vielen Momenten erlebt hat.

In den letzten Jahren hat Amy Lee viele Veränderungen in ihrem Leben mitgemacht. Was sie daraus gelernt hat, möchte sie mit ihren Fans teilen. „Das Leben ist kurz und ich habe die Wahl getroffen, keine Zeit mehr zu verschwenden. Zeit ist kostbar. Nutzt den Tag und sagt euren Liebsten dass ihr sie liebt.“ Sie lacht. „Denn 2020 hat uns gezeigt, dass alles mögliche Unerwartete passieren kann.“

Besonders hervorheben wollen die beiden Musiker noch die Zusammenarbeit mit ihrem Produzenten. Trotz der Pandemie verbrachte er viel Zeit mit jedem einzelnen Bandmitglied und hat sie dazu gebracht, ihr volles musikalisches Potenzial zu entfalten. „Um mich zu entwickeln, bringt es mir nichts, zu hören, wie gut meine Stimme ist. Ich brauche konstruktive Kritik, um mich zu verbessern“, sagt Amy.

Wir danken Amy und Troy für das tolle Gespräch und wünschen ihren Fans viel Spaß beim Hören des neuen Albums!