Review: AVERSION CROWN – Hell Will Come For Us All

AVERSION CROWN sind in der Deathcore-Szene schon lange kein Geheimtipp mehr. Passend zur Corona-Krise, Protesten und Aufständen bringen die Australier ihr Viertes Album “Hell WIll Come For Us All” auf den Markt.

40 Minuten harte Riffs und Geknüppel

Anders, als bei anderen Bands, hat das Sextett viele eher melodische Parts auf dem Album, melodisch und technisch überzeugt das Album schon. Zum Beispiel im Lied “Paradigm”. Klar, das gewöhnte Geknüppel des Schlagzeugs ist immernoch da. Ist immerhin ein Bestandteil des Musikstils, allerdings sind Bass und Gitarre sehr melodisch. Da passt sich die Stimme des Sängers sehr gut an. Es ist Lied drei auf dem Album und verspricht schon mehr. Wo man bei anderen Liedern stark an die “großen Brüder” und Genre-Kollegen wie THY ART IS MURDER oder FIT FOR AN AUTOPSY denkt. Es ist natürlich Ansichtssache, ob der Vergleich zu anderen Bands positiv oder negativ aufgenommen werden sollte. Fällt einem direkt schon eine Ähnlichkeit zu anderen Bands auf, ist es eher schwierig, das Album als Werk von AVERSION CROWN zu sehen.

 

Keines der Lieder ist unter 3 Minuten lang. Das längste Lied ist sogar fast 5 Minuten. “Sorrow Of Never Sleeps” ist aber auch wieder eins der technisch einwandfreien Lieder. Schon am Anfang hört man eine Gitarre und nichts anderes. Die Melodie der Gitarre fügt sich gut in den gesamten Song ein. Das Album ist mit fast 40 Minuten schon recht lang, gefüllt mit harten Riffs und viel Geknüppel, aber wenig Überzeugungskraft.

Das Album gewinnt definitiv keine neuen Fans

Im Vergleich zu den alten Alben ist “Hell Will Come For Us All” definitiv durchdachter und weniger beladen als der Vorgänger von 2017. Wobei man da noch die Eigenständigkeit der Band sieht und keine Vergleiche zu anderen Bands zieht. Man kann die Entwicklung der Band auch dem Line-Up Wechsel unterschieben, allerdings fällt kaum auf, wer da grade in das Mikrofon grölt. Was man mit der Stimme eben nicht kann, ist anders klingen. Das müssen die Instrumente erledigen.

Die Weiterentwicklung, von der die Band, fand irgendwie zwar statt, ist aber leider zu einer Kopie der Größeren geworden. Fans, die also den Genre- und Label Buddies der Australier die Treue geschworen haben, werden sich bestimmt auch dieses Album anhören und eventuell genau dasselbe feststellen. Es ist teilweise wirklich ein 1 : 1 Kopie der oben genannten größeren Bands. Leute, die eventuell sonst nie Deathcore hören, oder eben nur, weil auf irgendeinem Konzert eine Band Deathcore spielt, werden das Album wohl eher nicht kaufen und auf irgendwelchen Musik Streaming-Apps, ab und an reinhören.

 

Das Album gewinnt definitiv keine neuen Fans. Und für die eingefleischten Deathcore-Fans ist es wohl einfach ein Album, wie jedes andere auch. Der einzige positive Aspekt darin ist, man weiß, das es live gut rüberkommen kann. Dann wird mal weiter auf eine baldige Konzert-Erlaubnis gehofft. 

Bewertung: 6 von 10 Punkten

“Hell Will Come For Us All” erscheint am 12. Juni 2020 über Nuclear Blast Records