SONO & EMPATHY TEST beim “Konzertsommer im Revier”

Die Branche bäumt sich noch einmal auf, um wenigstens noch minimale Einnahmen zu generieren. Der Kulttempel Oberhausen und die PLUSWELT Promotion haben sich zusammengetan und präsentieren uns unter Mitwirkung des Zirkus Probst in deren Zelt einen musikalischen Spätsommer der Extraklasse, den KONZERTSOMMER IM REVIER. Um die Auflagen zu erfüllen und so viele zahlende Gäste wie nur eben möglich empfangen zu können, wird des Öfteren auf Pressekontingente verzichtet. Denn klar ist, dass die maximal zulässige Personenzahl in der Venue auch Acts, Crew und eben Pressevertreter beinhaltet. Somit sind auch wir nur als zahlende Gäste vor Ort, mit allen geltenden Beschränkungen. Bitte habt also dafür Verständnis, wenn dieser und einige weitere Berichte nicht die gewohnten Bildergalerien vorzuweisen haben. Manch ein per Handy erstelltes Foto von den „billigen Plätzen“ soll euch aber einfach einen kleinen Eindruck vermitteln.

Bereits stattgefunden hat ein Konzert von REMODE, bei dem allerdings leider niemand aus unserer Redaktion zugegen war. Nun aber gilt es, wir liefern den ersten Bericht zu dieser besonderen Eventreihe. Ab 19 Uhr sollte der Einlass auf das Gelände erfolgen. Bereits eine halbe Stunde vorher hat sich eine stattliche Schlange vor den Toren gebildet. Herrliches Gefühl, wieder solche Momente erleben zu dürfen und sie mit Leuten zu verbringen, die man seit knapp einem halben Jahr nicht mehr getroffen hat. Es war der wahnsinn, wie viele bekannte Gesichter sich da tummelten, quasi Familientreffen 2.0, natürlich immer im Einklang mit den geltenden Coronaregeln.

Ist natürlich schon ein etwas surrealer Anblick bei dem ganzen Schwarzvolk vor so einer bunten Zirkuskulisse, aber es hat definitiv Charme. Die Gäste waren fröhlich und gelöst, voller Vorfreude auf das, was da den Abend noch kommen sollte. Vor Ort gab es alles, was das Herz eines Feiermenschen erfreut: Getränke jeglicher Art, warme und kalte Speisen und Popcorn. Ja, Popcorn, sollte ja spannend werde. Um Punkt 19.45 Uhr ging es dann endlich los, unser aller Leben bekam wieder einen Sinn.

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SONO

Eröffnet haben das Doppelheadliner-Event beim Konzertsommer im Revier SONO aus Hamburg. Lennart A. Salomon hat sich gut vorbereitet und betrat mit einer Uniform, die ihn durchaus als Zirkusdirektor hätte durchgehen lassen, die Manege der Stars. Es ging ohne Umschweife direkt zur Sache und brachte uns mit „Living A Memory“ direkt auf Betriebstemperatur. Das Publikum sprang  sofort an und feierte Ausgelassen jeden einzelnen Ton. Lennart begrüßte uns herzlich und sprach von einem überwältigendem Gefühl, nach einem halben Jahr endlich wieder vor einem Publikum spielen zu können. Und er bat um Verzeihung, das er nicht jeden Ton akkurat treffen würde, da ihn dieses Hochgefühl so ergreifen und direkt auf die Stimme schlagen würde. Kaum zu glauben, dass auch nur einer im Publikum etwas falsches vernommen hätte, im Gegenteil: der Sound war Glasklar und die die 3 Jungs in absoluter Spiellaune.

Das ist vielleicht ein kleiner positiver Aspekt der Krise: alle Routinen seitens der Künstler sind weg, sie sind genauso aufgeregt und freudig, wie das Publikum. Das ist es, was den Funken sofort überspringen lässt und deutlich mehr begeistert, als eine stumpf runter gespielte Hitcompilation.
Es ging sofort weiter mit „Chasing The Light“ and „What You Do“. Lennart sprang durch die Manege wie die Löwen durch die brennenden Ringe, wie aufgezogen und die Crowd feierte die Band mit johlen, preifen und klatschen. Und natürlich tanzend, soweit es eben möglich ist, denn dieses darf man natürlich nur vor seinem (Sitz-)Platz, was baulich bedingt natürlich schon etwas einschränkt.

Für „Dangerous“ kam dann zum ersten Male an diesem Abend die Gitarre zum Einsatz. Lennart wurde langsam warm und er entledigte sich seiner Uniform, was wiederum exzessiv vom Publikum gefeiert wurde. Natürlich fehlten auch die Superhits wie „Blame“, „Supersonic“ und „Keep Control“ nicht. Alles Songs, die bewiesen haben, dass man auch auf kleinstem Raum sein Tanzbein freudebringend schwingen kann. Sehr emotional wurde es dann beim David Bowie- Klassiker „Space Oddity“, der auf dieser Bühne noch einmal besonders beeindruckte.

Kurz, es waren extrem kurzweilige 75 Minuten, die uns die 3 Hamburger Jungs dort kredenzten. Lange nicht erlebt, dass das gesamte Publikum – das Zelt wirkt trotz der stark beschränkten Besucherzahl enorm voll – eine Band so lautstark aktiv gefeiert hat, vom ersten bis zum letzten Ton. Ganz großes Kino! Dies sah Lennart übrigens genauso, wie er uns (und Euch!) in einem exklusiven Filmchen mitgeteilt hat, seht selbst:

 

Setlist SONO:
01. Living A Memory
02. Chasing The Light
03. What You Do
04. Dangerous
05. A New Cage
06. 2000 Guns
07. All Those City Lights
08. Supersonic
09. Flames Get Higher
10. Top Of The World
11. Space Oddity
12. Always Something
13. Let Go
14. Blame
15. Better
16. Keep Control

EMPATHY TEST

Wahnsinn, welch Vorfreude auf die Gäste von der Insel! Und sie kamen nicht allein: niemand geringeres als ELLIOTT BERLIN sorgte am Mischer für den guten Ton. Auffällig: ISAAC wirkte nicht wirklich fit und seine „Lockdown”-Frisur ist echt gewöhnungsbedürftig. Auf große Ansprachen wurde verzichtet, die Band wollte offenbar die Musik für sich sprechen lassen. Und das tat sie auch, erfolgreich. Es wurden reichlich Songs vom Album „Monsters“ gespielt und hatten somit ihr Debüt auf dem Sand, der die Welt bedeutet (Bretter gab es in der Manege keine). Der Einstieg erfolgte mit dem grandiosen „Monsters“, gefolgt von dem ikonischen „Empty Handed“.

CHRISSIE gab wieder alles an ihrem Schlagzeug, OLIVER strahlte seine übliche elegante Zurückhaltung aus und ISAAC versuchte das Publikum anzuheizen. Der Eindruck war, dass wohl einige das Zelt bereits nach SONO schon wieder verlassen hatten und somit fast ausschließlich beinharte ET Fans zugegen waren. Demensprechend wurde jeder Song zelebriert, das Publikum genoss es in vollen Zügen. Ein wenig negativ fiel auf, das der Sound im Gegensatz zur Darbietung von SONO deutlich lauter und übersteuerter war, weshalb die Vocals und die Synthlines bisweilen zu einem unverständlichen Brei gerieten. Nichts desto Trotz war es ein wunderbares Konzert beim Konzertsommer im Revier, welches die schwarzen Herzen wärmte.

Wir baten die Band, uns auch ein kurzes Video zukommen zu lassen, was leider nicht geklappt hat. Ebenso fehlt hier die Setlist, was aber auch verschmerzlich sein dürfte. Es waren nahezu alle großen Nummern der Formation zu hören und eben auch einiges vom aktuellen Album.

Fazit:

Es war ein wunderbarer Abend, leider wieder viel zu schnell vorbei. Ihr kennt das, die schönsten Momente vergehen immer wie im Fluge. Wir wünschen uns und den Acts, das es bald wieder „normal“ weitergehen kann und wir wieder häufiger und gelöster solche Erlebnisse genießen können. Lennart hat in seinem Video noch einmal darauf hingewiesen, welche einfachen Mittel dies vielleicht beschleunigen könnten. Danke hiermit noch einmal an Peter Jurjahn & die KULTTEMPEL CREW, PLUSWELT PROMOTION und den ZIRKUS PROBST, dass sie uns allen den KONZERTSOMMER IM REVIER ermöglicht haben und weiter ermöglichen, denn es folgen ja noch weitere Konzerte.