Warpath – The Streaming Edition

 

Am Samstag den 16.05.2020 ging der Kulturpalast Hamburg zusammen mit WARPATH in die nächste Streaming-Runde. Dank Corona wird uns immer noch nicht erlaubt, wieder vor den Bühnen und den Künstlern zu rocken, wie wir es vor wenigen Monaten noch konnten und so müssen wir uns wohl oder übel weiterhin mit Streaming-Gigs zufriedengeben.

Pünktlich um 21 Uhr sollte es Zeit sein, um mit den Metalern um WARPATH zu rocken. Das Bier war kalt, der Gin ebenso und als die ersten Töne erklangen, war es fast wie zu den Zeiten, als es noch Publikum gab. WARPATH spielen waschechten Thrashmetal. Mit „Into the Dark“ beginnen WARPATH auch sofort druckvoll. Das ist eine gute Einstimmung auf das, was die nächsten 75 Minuten folgen soll, Power durch und durch. Im Chat nebenher ist von Anfang an viel los, sodass die Band über einen im Raum befindlichen Monitor auch gleich sehen konnte, dass die Fans trotz physischer Abwesenheit dabei sind. Die nächsten Songs „Back Tot Zero“, „Unbroken Soul“ „Filthy Bastard Culture“ und „Extend“ lassen das Publikum auf dem Sofa nicht stillsitzen.

200516_Warpath_Haamburg_Kulturpalast-19

Es gibt ein kurzes Hallo an die Zuschauer und zwischendurch ein paar technische Probleme, die aber Gott sei Dank nicht weiter tragisch sind. So geht es dann weiter mit dem, was die Band am besten kann, massive Klänge aus ihren Instrumenten prügeln. Man sieht förmlich, wie eigentlich das Publikum vor der Bühne steht und mit den Köpfen wirbelt. Doch dann fällt einem wieder ein, zu welcher Zeit und in welchem Rahmen dieses Konzert stattfindet und es wird doch nur das Bier auf dem Sofa zu einem Prost gehoben. Alles in allem ist Dirk Weiss, der Sänger, kein Freund der großen Worte und so geht es schnell weiter im Text mit Musik. Es folgen die Songs „Massive“, „Against Everyone“,  „That´s For Me“ und „Paranoia“. WARPATH liefern ab an diesem Abend, auch wenn es sichtlich schwer für die Band ist, nicht wie sonst mit dem Publikum interagieren zu können.  Nun soll ein Song folgen mit doch sehr ernstem Hintergrund. Der Bassist Sören Meyer hat „F.U.“ für alle diejenigen geschrieben, die sich in ihrer Schullaufbahn schon einmal mit dem Thema Mobbing auseinandersetzen mussten. Man glaubt es kaum bei diesem Mann, aber nach eigenen Aussagen war er mal klein und schmächtig und war selbst diesen Anfeindungen ausgesetzt. Um es nun denjenigen zu zeigen, die ihm dieses damals angetan haben, gibt es diesen Song, der sich genau damit auseinandersetzt. Vielen Dank dafür, es müssen auch solche Sachen zum Thema gemacht werden. In der heutigen Zeit ist es größtenteils aktueller denn je. Danach ging es dann auch schon fast auf die Zielgerade dieses grandiosen Thrashkonzertes. Es sollten noch „Reborn“, „Crossing“ und „God Is Dead“ folgen. Auch diese Songs haben nicht minder viel Power. Insgesamt gab es kaum eine ruhige Minute, man merkt den Entzug, auf dem zur Zeit alle Bands sind.  Wir hoffen alle, dass wir solche Konzerte bald wieder vor der Bühne erleben können, denn Livemusik ist dazu da vor der Bühne mit den Musikern zu feiern. Nicht nur die Band hat jeglichen Applaus verdient, sondern auch die Mannschaft hinter diesen Streaming-Konzerten. Der Kulturpalast Hamburg macht genauso wie alle anderen Locations, die es Musikern in diesen Zeiten ermöglichen, ein Konzert für die Fans zu spielen, eine grandiosen Job. Von ganzem Herzen danke an alle, die es möglich machen nicht ganz auf Livemusik verzichten zu müssen. Hier geht es noch einmal zum Livestream des WARPATH-Konzerts.