So war das M’ERA LUNA am Sonntag

Kaum hat es begonnen, ist es auch schon wieder vorbei. Es ist immer etwas schade, dass das Mera Luna sich nur über zwei Tage streckt. Gestern noch warm getanzt, heißt heute für die meisten Zelt abbauen. Ist dies getan, gibt es nichts mehr, was einem den Weg vor die Bühne verhindern kann. Den Anfang machen heute FEAR OF DOMINATION, YELLOW LAZARUS, SCARLET DORN, FORMALIN, FAELDER und HELDMASCHINE. 

Bilder: FEAR OF DOMINATION & SCARLET DORN

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Bilder: Birger Treimer

13:15 VERSENGOLD Main Stage

Auf dem Infield ist es schon reichlich voll, als mit strahlendem Sonnenschein und großem Jubel VERSENGOLD auf der Bühne begrüßt werden. Die frechen Bremer schlagen mit ihrem fröhlich Folkrock ein wie eine Bombe und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund. So machen sie “Butter bei die Fische” und hauen einen Song nach dem anderen vom aktuellen Album Nordlicht raus, bevor sie sich final beim Publikum bedanken für das zahlreiche Erscheinen und das fleißige Mitmachen. 

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Bilder: Birger Treimer

13:55 MELOTRON Hangar Stage

„Gib mir alles und noch mehr“, dieser Songtext war hier vom ersten Song an Programm. Elektronische moderne Popmusik „für alle“. Melodischer Sound mit sphärischen Klängen und fetzigen Beats. Ein wundervolles Tanzvergnügen für alle, die Synthpop mögen und gerne relaxed abfeiern.  

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Bilder: Cynthia Theisinger

14:15 DIARY OF DREAMS Main Stage

„In meinen Augen glitzern…“, nicht nur Freudentränen, wenn Adrian Hates’ einzigartige Stimme erklingt. Traumvoll, geheimnisvoll, tragend und auf ganz besondere Weise berührend. Mit tiefgründigen Texten bilden sie ein ganz besonderes Sounderlebnis. Dynamisch, energiegeladen und mit einem ganz besonderen Spirit im Gepäck begeistert diese Band ihre Fans. Es wird gelacht, geweint und ganz besonders viel mitgesungen. Die einprägsamen Songzeilen scheinen nur so durch die Menge zu fliegen. Eine ganz besondere Stimmung entsteht und dies liegt nicht nur an dem immer irgendwie ganz unnahbar und in seinen eigenen Sphären schwebenden Sänger Adrian Hates. 

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Bilder: Cynthia Theisinger

14:55 FUNKER VOGT Hangar Stage

Technische Probleme halten FUNKER VOGT heute nicht auf. Der im letzten Jahr zur Band gekommene Sänger Chris L. stürmt mit einem CO2-Jet die Bühne, welcher seinen Nebel aber nicht versprühen möchte. Auch sein Monitor im Ohr hat einige Probleme, so dass er immer wieder zu seinem Techniker spricht, um die Probleme zu regeln. Aber sonst bekommt das Publikum davon nicht viel mit. Eventuell liegt es aber auch daran, dass die Stimmung nur langsam in Gange kommt. Unterstützt wird Chris L. immer wieder von maskierten Männern, die mit T-Shirt-Kanonen hantieren oder Fahnen schwenken. Höhepunkt der Show ist dann der elektrische Stuhl auf der Bühne. Musikalisch liegt der Fokus klar auf dem im letzten Jahr erschienenen Album “Wastelands”. 

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Bilder: Cynthia Theisinger

15:20 COMBICHRIST Main Stage

“This shit will fuck you up” sagt uns Sänger Andy LaPlegua und meint es auch so. Die Energie, die die Band ausstrahlt, ist nicht in Worte zu fassen. Dies wissen auch die Fans, welche zahlreich erschienen sind, zu schätzen. Auf der Bühne stehen zwei Schlagzeuge, die schonmal den richtigen Rhythmus vorgeben dazu dann noch Gitarre und Gesang und schließlich Keyboard vom Band und die Bühne wird abgerissen. Bei “Blut Royal” springt Andy auch an die Absperrung zum Publikum, um vor dort weiter zu feiern. “Thank you M’era Luna, you guys are like family to me” sagt er uns später. Man würde ihm auch eine One Man Show abkaufen bei der Ausstrahlung, die er an den Tag legt. Aber mit seiner Band stimmt einfach das Gesamtprodukt. Es fällt einem schon schwer auf der Stelle stehen zu bleiben. Der aggressive Ton der Band gibt hier den Drang an nichts da zu lassen, wo es war. 

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Bilder: Cynthia Theisinger

16:05 SPETSNAZ Hangar Stage

Die Bühne brennt, wenn die Schweden Pontus Stålberg und  Stefan Nilsson EBM in Reinkultur auspacken. „Apathy“ und die Stiefelträger setzten sich in Bewegung. Kurze Zeit später tobt der Hangar. „What can we do…Nothing“ – Nein, ganz im Gegenteil. Schwitzen und bewegen, zum typischen Sound der Electronic Body Musik von SPETSNAZ. Alle „The perfect Bodys“  setzen sich nach und nach in Bewegung, bei dem Sound kein Wunder. Großartige „Durchdrehmucke“ vom Feinsten. Schneller, härter, „Hate“. Der Stiefelkrieg ist im Hangar ausgebrochen. Vor der Leinwand draußen bildet sich eine große Gruppe von EBM Tänzern, die zusammen sehr viel Spaß haben und ihre Jungs gebührend abfeiern.   

16:30 JOACHIM WITT Main Stage

Ungebremste Intensität. Ein Meister betritt die große Bühne.Kaum ein Künstler wie JOACHIM WITT hat sich so oft neu erfunden, aber ist als Mensch sich selbst hingegen immer treu geblieben. Durch seine musikalischen Kompositionen lässt er seine Fans an seinem Seelenleben – und -leiden – teilhaben. Unverwechselbar, mit einer absolut einzigartigen Art und Weise und unverkennbarer Stimme, verzaubert er einmal mehr das M’era Luna Publikum. Ein facettenreicher Künstler mit Tiefgang und immer wieder neuen Erfindungen, welche aus allen Stilrichtungen zusammen gezaubert werden. Einem JOACHIM WITT verzeiht man aber gerne ein Stilmischen. Diamanten sind klar, selten, brillant strahlend und unzerstörbar, so wie dieser Ausnahmekünstler. Zum Goldenen Reiter hatte er dann die feiernde Menge ganz für sich eingenommen und der Refrain erschallte über das Flugplatzgelände des M’era Luna. Immer wieder ein gern gesehener Gast auf diesem großartigen Festival.  

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Bilder: Birger Treimer

17:20 ASSEMBLAGE 23 Hangar Stage

Mit eine der weitesten Anreisen hatten die Jungs von ASSEMBLAGE 23. Electronic Music aus den USA. Time for „Awake“. Zur fortgeschrittenen Stunde merkte man, dass doch der ein oder andere Besucher schon etwas mit den Kräften spart. Doch die Energie kommt schnell wieder, als die Jungs die Bühne betreten und ein Feuerwerk von elektronischen Klängen abfeuern. Ein bisschen wie VNV NATION, nur mit etwas härteren Beats teilweise. „Mädchen EBM“ der besonderen Art und Weise gepaart mit eine großartige Live Performance. 

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Bilder: Cynthia Theisinger

17:45 SUBWAY TO SALLY Main Stage

Vor einem halben Jahr erschien das inzwischen 14. Studioalbum von SUBWAY TO SALLY. Der Name “HEY!” wirkt auf den ersten Blick recht ungewöhnlich, dies legt sich aber schnell, wenn man darüber nachdenkt, welches Wort Sänger Eric Fish wohl am meisten Richtung Publikum ruft. Heute liegt der Fokus auch klar auf diesem Album. Mehr als die Hälfte aller Songs stammt von der neuen Platte, Klassiker findet man heute dafür aber nur wenige. Dafür ist das von vielen geliebte “Eisblumen” mal wieder dabei. Direkt von Anfang an gibt es einiges zu sehen. Beim ersten Song erleben durch die Goldjacke von Eric Fish die 80er ein Revival, beim zweiten Song steht Chris Harms von LORD OF THE LOST mit am Mikrofon. Bei “Kleid Aus Rosen” fliegt dann eine Rote Rose richtung Bühne, die schnell seinen Weg in die Hände von Eric findet und immer wieder dazwischen schlägt die Pyroshow zu. Rundum eine Show wie man sie von SUBWAY TO SALLY gewohnt ist. Zur Enttäuschung der Fans gibt es am Ende nicht “Julia und die Räuber”, aber irgendwas ist ja immer. 

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Bilder: Cynthia Theisinger

18:45 DE/VISION Hangar Stage

Popgefahr der anderen Art und Weise. Steffen Keth und Thomas Adam sind DE/VISION. Mit besonderen Klängen, tiefgründigen Texten und einzigartigen Kompositionen begeistern sie seit Jahren ihre Anhänger und sind feste Größen in der schwarzen Szene. Melancholisch, ohrenbetäubend, sowie kraftvoll und tiefgreifend – das ist der ganz besondere Sound von DE/VISION. Zu hoffen bleibt für die Zukunft, dass wir noch viele „Moments we shared“  erleben können. Leider war der Sound im Hangar selbst nicht ganz so brillant, wie man es sonst live gewöhnt ist und so war es kein reiner Ohrenschmaus.   

19:15 FIELDS OF THE NEPHILIM Main Stage

Es wird neblig. Sehr neblig. So neblig, dass es oft unmöglich ist, etwas auf der Bühne zu erkennen. Derweil ist der Nebel oberhalb der Bühne, in Form von Wolken, auch etwas dichter und dunkel. Das ganze Konzert über fallen immer wieder vereinzelte Tropfen. Dies könnte auch ein Grund sein, warum es vor der Bühne recht leer wirkt. Dafür sind die Schlangen vor den Essensständen umso länger. Viele scheinen sich eine letzte Stärkung vor dem großen Finale zu gönnen.Vor der Bühne haben aber dennoch alle ihren Spaß, auch wenn es seit 2005 kein neues Album von der Band gibt. Zwar wurden 2014 neue Songs gespielt, das Album dazu ist aber bis heute nicht terminiert. Neue Infos dazu erhalten wir auch heute leider nicht. 

20:15 SUICIDE COMMANDO Hangar Stage

Seit über 30 Jahren tobt Sänger Johan van Roy mit seiner Band SUICIDE COMMANDO über die Bretter, die die Welt bedeuten. Auf seiner Facebook-Seite begrüßt er seine Fans mit den Worten:„Welcome to my world, welcome to my hell“. Immer einen Schritt am Rand zur Hölle, so könnte man diesen Gig beschreiben. „Bind Torture Kill“ oder „When Evil speaks“, der Teufel selbst scheint Johan van Roy leibhaftig auf der Bühne Gesellschaft zu leisten. Schweißtreibenden Beats, peitschender Schreigesang und immer härter kreischende Melodien. Ein ganz besonderer Abriss auf der Bühne. Der Hangar war zum bis zum letzten Platz gefüllt und auch vor der Leinwand draußen war kaum noch ein Meter zu gehen. Ein großartiger Headliner im Hangar und ein krönender Abschluss vom Mera Luna 2019 auf der Hangar Stage.     

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Bilder: Cynthia Theisinger

20:45 VNV NATION Main Stage

Der Jubel zu den Eröffnungsworten “Hallo M’era Luna!” von Ronan Harris ist bis weit übers Infield zu hören. Wir selbst, die noch in den Schlangen zum Einlass aufs Infield stehen, fangen an zu den ersten Takten von “When is the Future?” zu tanzen, selbst die Security kanns sich diesem nicht ganz entziehen und so wird aus der sonst eher statischen Taschenkontrolle ein kleines Tänzchen. Aber nicht nur für die Fans vor Ort, auch für die draußen in den weiten des Internets gilt es: “Hello to all the people on the internet! This is The Great Divide”. Zu “Illusion” treibt es dem ein oder anderen Tränen in die Augen und die ersten Handy-Taschenlampen erleuchten in der Abenddämmerung auf dem M’era Luna 2019. In seinen Ansagen mischt sich von Konzert zu Konzert immer mehr Deutsch. Die Übung macht sich bezahlt. Zu “Control” wird nicht nur vor der Bühne getanzt was die Füße hergeben, auch auf der Bühne tigert Ronan auf und ab und steckt mit seiner Energie auch noch den letzten an, so dass selbst die mit sichtlichen Einschränken kaum still stehen bleiben können. 20 Jahre ist es mittlerweile her, dass VNV das erste Mal auf dem M’era Luna war. Damals hieß es zwar noch Zillo-Festival, aber schon ab dem nächsten Jahr 2000 lief es unter dem Namen, die wir heute kennen. Aber damals wie heute hatten VNV NATION eine riesen Freude hier zu sein. “Are we gonna sing? Oh we gonna sing!” Mit diesen Worten erklangen die ersten Takte zu “Nova” und ein Meer aus Handy-Taschenlampen erleuchtete die Nacht. Ronan fehlen beim Singen fast die Worte vor Freude. Mit “All Our Sins” verabschieden sie sich schließlich von der Bühne.   

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Bilder: Cynthia Theisinger

Man sollte gehen, wenn es am schönsten ist. So auch heute. Nach dem Finale von VNV NATION treten viele die Heimreise an, andere schwelgen mit den letzten Bieren in Gedanken bei den letzten Tagen. Aber alle freuen sich bereits jetzt auf nächstes Jahr, um erneut in alte und neue Gesichter Blicken zu können. Als Zusatz sind bereits einige Bands für die kommende Auflage bestätigt. Zudem gibt es noch einen geheimen Headliner, den wir uns nur erahnen können. Mit “A” beginnend und mit “R” endend. Mehr Hinweise gibt es nicht. Versteckt sich hier vielleicht ein ALICE COOPER hinter dem Sarg? Wir sind auf jeden fall gespannt wann das Geheimnis gelüftet wird.

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