Teil 1 – Tourbericht – Ein Herbstwochenende mit FROZEN PLASMA

Die Nacht vor der Abreise war wie immer sehr kurz, da die Aufregung nach über fünf Monaten ohne FROZEN PLASMA Konzert doch sehr groß war. Wir haben Freitag Morgen, den 4 Oktober um 6:15 Uhr am Münchner Hauptbahnhof. Los geht’s ins lang erwartete FROZEN PLASMA Wochenende. Ankunft in Marburg 11:50 Uhr, erstmal Hotel suchen, einchecken, Koffer abstellen und bei dauer Nieselregen die Stadt erkunden, bis man 14 Uhr das Zimmer beziehen kann.

Endlich ist es früher Abend, fertig gemacht und voller Vorfreude geht es erneut zum Bahnhof um eine Station nach Gießen zu fahren. Wieder einmal hatte die Bahn Verspätung und beinahe hätte ich den Bus in Gießen, der nur einmal die Stunde zur Haltestelle „Automeile“ am MUK fährt, verpasst. Aber es hat grad so noch geklappt. Dort ausgestiegen, sagte mein Navi „3 Minuten bis zum Ziel“, ich brauchte 23 Minuten, vermutlich bin zu zu weit aussen lang gelaufen. Und ja!, ich hatte auf Fußgänger gestellt.

Im MUK angekommen ging ich erstmal nach oben, zog meine durchnässte Jacke aus und ging in den Konzertsaal. Noch war Musikbeschallung über die Lautsprecher zu hören und die Leute entspannt an der Bar und im ganzen Raum verteilt.

Mein Weg führte mich zum Merchandise, wo ich erstmal die Mitarbeiter Peter und Thomas begrüßte, man kennt sich nach den ganzen Jahren eben.

Gegen 20 Uhr traten dann SOUTHERN PINES auf die Bühne. Ab den ersten Takten, mit sehr eingängigen Melodien, zogen sie schnell das Publikum immer näher an die Bühne ran. Die Musik brachte auch gleich einge zum tanzen. Bereits in der zweiten Song Pause hörte man die Leute sagen „das ist gut“, „schöner Synthpop“ und immer wieder „haben die schon eine CD?“ oder „dann gehen wir mal zum Merch und kaufen die CD“. Das wäre auch mein Vorhaben gewesen, aber leider haben sie noch keine CD. Sänger David Goldammer, bekannt von der Band ENTER AND FALL, sagte aber häufiger, dass bald eine Single raus kommt. Wie mittlerweile bekannt ist, kommt diese jetzt am 25.10.2019 heraus, Infos dazu kann man auf der Facebook Seite der Band nachlesen. Das Konzert war allgemein sehr gut, die Leute tanzten, klatschten und machten zur Zufriedenheit der Band sehr gut mit.

Nach kurzer Umbaupause kam dann TORUL auf die Bühne. Man merkte gleich, das Licht war gedämpfter, kein Spot-on von vorne auf die Band, das ganze Konzert über. Es war wohl so beabsichtigt. Die Band stand somit mehr im indirekten Licht von der Bühne, es erschien immer etwas mystisch und neblig, passte aber zur eher melancholischen Musik von TORUL. Aber auch hier füllte sich mehr und mehr der Bereich vor der Bühne und das Publikum ging gut mit. Die Show ging circa 70 Minuten.

Danach gingen alle noch mal zum rauchen nach draußen, zur Bar oder zur Toilette, denn es wurde schlagartig leer in der Umbaupause zu Frozen Plasma. Ich kann das verstehen, man will ja gerüstet sein für das Konzert und nicht währenddessen weg müssen.

Es war fast 23 Uhr, als Frozen Plasma endlich mit „Age After Age“ los legten. In seiner gewohnt stürmisch und freudigen Art, legte Felix direkt voller Energie los. Es folgten Hits, seltenen LIVE gespielte Stücke wie „Almond Flowers“ und „Touching Ground“, sowie eine live Premiere des ganz neuen Songs „Nautic“, der in typischen Frozen Plasma Stil sehr Synthpop lastig und trotzdem mit guten Rhythmus daher kam. Ich persönlich mag diese Titel der Band ja etwas lieber und mich hatte er nach einer guten Minute schon mitgerissen. Man darf also gespannt aufs kommende Album sein. Felix forderte die Menge immer wieder zum mitmachen auf, was teilweise etwas schwerfällig umgesetzt wurde. Man merkte das Publikum hatte seinen Spaß, es tanzte und bewegte sich, aber man bekam den Eindruck, dass sie es nicht so überschwänglich zeigen konnten. Applaus gab es trotzdem genügend. Nach „Tanz die Revolution“ war erstmal Schluss und die Band ging nach kurzer Verabschiedung von der Bühne. Da wir das nicht hin nahmen, brüllten wir nach ZUGABE und nach kurzer Zeit erschienen beide wieder. Felix machte eine Abstimmung mit dem Publikum, dies sollte brüllen für ihren Song „Earthling“ oder „Warmongers“. Einige, auch ich, brüllten „BEIDESSSS!“ Dann brüllte ich für „Earthling“ mit, war damit aber leider in der Minderheit. So konnten sich alle Tanzwütigen nochmal bei „Warmongers“ verausgaben. Dann brüllten einige wieder „Earthling“ und weil es sich wohl zeitlich ausging (der Club liegt in einem Industriegebiet) bekamen ich und die anderen ihr „Earthling“ noch zu hören. Danach kippte Felix wortwörtlich um und lag auf der Bühne, Vasi eilte mit einem Glas (was auch immer da drin war) herbei und versuchte den verausgabten Sänger so wieder auf die Beine zu bekommen, was glücklicherweise auch gelang.

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Bilder: Inga Be.

Weitere Bilder findet ihr hier

Um ca 0:10 Uhr war dann Schluss. Das Publikum stärkte sich noch auf ein Getränk oder ließ sich am Merchandise beraten und kaufte dort auch fleißig ein. Felix sowie Vasi ließen sich auch hier blicken um CDs zu unterschreiben, Fotos zu machen oder einen kleinen Plausch mit ihren Fans abzuhalten.

Setlist Frozen Plasma Gießen:

Age After Age
Touching Ground
Speed Of Life
Gefühlsmaschine
Crazy
Irony
Nautic (neuer unveröffentlichter Song)
Maniac
Almond Flowers
Crossroads
Safe.Dead.Harm
Living On Video
Tanz Die Revolution
Murderous Trap
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Warmongers
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Earthling

Die Aftershowparty war musikalisch gut, aber der Saal leerte sich schnell. Vermutlich hatten nicht alle den Brückentag frei und mussten teilweise Samstag arbeiten!? Die Bands zogen sich dann in ihren Backstage zurück, wo noch bis gut 2 Uhr weiter gefeiert wurde.

Nachdem mein letzter Nachtbus am MUK weg war, mit dem ich meinen Nachtzug erreicht hätte, hat sich jemand sehr nettes gefunden, der mich sehr zügig und grad noch rechtzeitig zum Bahnhof fuhr, damit ich meinen Zug nach Marburg noch schaffte, um noch wenigstens ein paar Stunden schlafen zu können.

Am nächsten Morgen war Samstag der 5. Oktober. Etwas unausgeschlafen krabbelte ich von meinem Bett unter die Dusche und danach zum Frühstück, eine Schale Cornflakes zur Stärkung sollte reichen, denn ich musste noch packen und zum Zug, um direkt weiter nach Erfurt zu fahren.

Dort angekommen, checkte ich 15:30 Uhr ein, aß und relaxte etwas. Dann machte ich mich fertig und fuhr Richtung „Alte Parteischule“. Ich stieg tatsächlich als einzige aus der Straßenbahn aus und suchte den Weg. Ich musste einen großen Umweg laufen, da die Straße, wegen einer Baustelle, groß abgesperrt war. In der Halle angekommen, begrüßte ich erneut Peter und Thomas vom Merchandise. Ich ging weiter in den Konzertsaal, wo bereits TORUL auf der Bühne standen. In etwas mehr Licht als am Vortag, was aber der recht hellen allgemein Ausstattung der Halle geschuldet war. Denn auch diesmal gab es keinen Spot-on auf die Musiker. Das Publikum ging mit und feierte die Band. Man merkte, dass sie das bereits mehr raus ließen, als die Gießener am Abend zuvor. Es war, wie am Vortag, ebenso eine Fulltime Show von gut 70 Minuten.

Als es zuende war, gab es die Umbaupause, die wie gewohnt die meisten der Besucher zur Bar, zum rauchen oder der Toilette führte. Für mich die Chance etwas mehr nach vorne zu kommen. Nein, ich habe nicht gedrängelt! Es war alles zu diesem Zeitpunkt sehr leer und locker. Prompt habe ich auch in der ersten Reihe eine Freundin gesehen und begrüßt. Ohne Probleme konnte ich bei ihr stehen bleiben.

Kurz darauf ging es los. Felix und Vasi enterten die Bühne. Felix ganz ungewohnt in grauer Skinny Jeans und grauen T-Shirt, Vasi sehr chick mit schlichten, kurzärmligen schwarzen Hemd, schwarzer Skinny Jeans, schwarzen Armstulpen und schwarzen Hut. Es erinnerte leicht an Michael Jackson. Und sah sehr schick und edel aus. Die Show war ähnlich der von Gießen. Es fehlten, glaube ich, zwei Songs, aber das konnte ich mir nicht genau merken, ich habe später nur eine Setlist von Gießen (siehe unten) bekommen. Der neue Song „Nautic“ wurde aber natürlich auch wieder gespielt und kam erneut sehr gut an. Überhaupt machte das Publikum etwas leichter mit. Es reagierte immer und sofort auf Felix’s „Anweisungen“ und es machte ihnen und der Band, sichtlich Spaß. Bei „Irony“ waren alle Arme am Schwenken und man merkte den Spaß aller im Saal. Sogar Vasi ließ es sich nicht nehmen, nach dem Song zu applaudieren. Wo man ihn doch sonst eher schüchtern hinter seinen Keyboards sieht. Felix bedankte sich mehrmals bei Erfurt und nach einem kurzen hervortreten von Vasi und einer Umarmung für Felix gingen sie von der Bühne.

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Bilder: Inga Be.

Kurz darauf wollten beide abbauen, aber Felix wurde direkt zu Fotos und Autogrammen an den Bühnenrand gewunken, wo er auch bereitwillig hin kam. Fans wollten auf die CD, die ein schwarzes Booklet hatte, mit schwarzen Stift ein Autogramm. Ich konnte es gar nicht mit ansehen und kramte in meiner Taschen nach dem silbernen Stift. Felix und die Fans bedankten sich. Es kamen mehr und mehr Fans, so dass es sich Felix gemütlich machte und sich auf die Bühnenkante setzte. Ab und an rief er Vasi, der gerade noch mit abbauen und einpacken beschäftigt war, damit er auch unterschreibt.

Alle, Publikum und die Bands schienen glücklich und zufrieden über diesen tollen Abend zu sein. Einige Zeit später sah man die Band noch an der Bar und darauf dann draußen, im Foyer, beim Merchandise entspannt etwas trinken und unterhaltend.

Die Band ging gegen 2 Uhr und ich musste auch zu meiner Nacht Straßenbahn aufbrechen. Es hat alles gut geklappt, noch schnell auf dem Anger ins Fastfood Restaurant und ein paar Chicken Nuggets geholt und dann mit der nächsten Nachtlinie endgültig zum Hotel. Zum Glück konnte ich am nächsten Tag ausschlafen, da ich noch einen Tag dran hing, um Sonntag und Montag private Termine in Erfurt wahrzunehmen.

Fazit: Es war ein anstrengendes, aber wundervolles und lohnendes Wochenende. Ich kann kaum die nächsten Konzerte erwarten. Vermutlich in Berlin am 26.10 und in Bochum am 13.12 beim E-x-E Festival.

Jeder der die Band oder Synthpop mag, dem kann ich nur wärmstens empfehlen noch eines der ausstehenden Konzerte zu besuchen:

18.10 Hameln – Autumn Moon Festival
26.10 Berlin – Solo Konzert
01.11 London – Festival
13.12 Bochum – E-x-E Festival