Wie ein Familientreffen der schwarzen Szene – M’era Luna – Tag 1

Wenn eine Wolke von Patchouli statt Regen über dem Hildesheimer Flughafen liegt, kann dies nur eines bedeuten: Es ist wieder Zeit für das Mera Luna! Eines der größten Festivals der schwarzen Szene verspricht über zwei Tage die geballte Ladung zum Feiern und Tanzen. Kein Wunder also, dass es auch in diesem Jahr wieder ausverkauft ist und sogar alle Tageskarten für den Samstag ebenso. Die Hartgesottenen reisen natürlich schon früher, am Freitag, an. Wer hier schnell sein Zelt aufbaut und seine Nachbarn begrüßt, geht garantiert zur fast schon legendären Warm-Up Party. Hier tanzten sich die schwarzen Seelen schon mal warm, bevor es dann am Samstag richtig los geht. Das Wetter am ersten “richtigen” Tag könnte nicht besser sein. Sonne wohin das Auge blickt und ab und zu spendet eine Wolke kurzen Schatten. Was will man an diesen Tagen mehr?

11:00 NULL POSITIV Main Stage

Eingeweiht wird die Hauptbühne in diesem Jahr von NULL POSITIV. Nachdem diese in den letzten Monaten eine Zwangspause wegen einer schweren Rückenverletzung von Sängerin Elli Berlin einlegen mussten, meldet sich die Band noch stärker zurück. Ist ist zwar nie leicht, als Band ein Festival zu eröffnen, NULL POSITIV schafft es aber ohne Probleme erstaunlich viele vor die Bühne zu locken. Die Mischung aus Gothic und Neue Deutsche Härte ist etwas Einzigartiges, was man nicht zu oft zu hören bekommt. Die Band kann aber nicht nur hart, sondern auch weich. So ist wacht man nicht nur mit einem Schlag ins Gesicht auf, sondern auch mit einem leichten Kuss, der Freude weckt, auf das was heute noch folgen kann.

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Bilder: Cynthia Theisinger

11:20 EMPATHY TEST Hangar Stage

Fans des gepflegten Electro-Pop kommen direkt zum Morgenappell voll auf ihre Kosten: mit EMPATHY TEST steht ein Projekt an, das mit Einflüssen aus “Eighties-Sci-fi-Soundtracks, Nineties guitar bands and UK Underground dance music” eine interessante Mischung verspricht – und hält. Ihre neue EP “Empty Handed” zündet live und sorgt schon zu so früher Stunde für einen gut gefüllten Hangar und viele tanzende Gestalten. Dass sie mit Elliot Berlin einen absoluten Mastermind an den Keyboards mit dabei haben, tut ihr übriges, dass es jetzt schon gut warm wird im Hangar. Selbiger bringt eine Energie auf die Bühne, die seinesgleichen sucht. Man könnte meinen, er legt etwas zu viel Elan an den Tag, ist die Musik doch eher ruhiger. Aber auch genau das könnte der Grund sein, warum der Hangar schon fast an seine Besucher-Grenze kommt – und wir befinden uns noch bei der ersten Band auf dieser Bühne.

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Bilder: Cynthia Theisinger

11:40 SÜNDENKLANG Main Stage

Es ist das erste, aber nicht das letzte Mal heute, dass wir Martin „Mart“ Soer auf der Bühne sehen. Zunächst mit seinem eigenen Projekt SÜNDENKLANG, später mit STAHLMANN. Es gibt zwar seit 2014 kein neues Material, ein gern geseher Gast ist er dennoch. Mit der Band geht er musikalisch andere Wege, die er mit seiner Band STAHLMANN nicht kann. So findet man hier keine Neue Deutsche Härte, aber Elektro-Pop der Schwarzen Szene. Dazu braucht es keine große Show, man lässt die Musik für sich sprechen. Dies kommt gut an, denn vor der Bühne wird es immer voller. Dies nutzt Mart und heizt das Publikum immer weiter an: “Ich weiß es ist noch früh, aber könnt ihr auch laut?”. EIn Anheizen hat dieser aber eigentlich nicht nötig, denn dies tut die Sonne schon mehr als genug.

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Bilder: Cynthia Theisinger

12:35 EWIGHEIM Main Stage

Während im Hangar SONO auf der Bühne stehen, spielt auf der Hauptbühne das, was das Rock-Album von Heino hätte werden können. Okay, das klingt etwas hart, aber die Stimme von Tobias Schönemann und seine Sonnenbrille erinnert ab und zu schon an ihn. Musikalisch liegen zwischen “Schwarzbraun ist die Haselnuss” und “Heimweg” aber Welten. EWIGHEIM selber beschreiben ihre Musik selber als „Blut, Kot, Blumen und Sonnenschein“ was man besser nicht treffen könnte. Anfang des Jahres erschien ihr letztes Album “Irrlichter” und lässt stiltechnisch genauso wenig einordnen wie seine Vorgänger. Irgendwo zwischen Neuer Deutscher Härte und Dark Metal, aber mit noch viel viel mehr Einflüssen ganz anderer Richtungen.

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Bilder: Cynthia Theisinger

13:40 STAHLMANN Main Stage

Eine sportliche Leistung von Martin Soer jetzt schon wieder geschminkt auf der Bühne zu stehen. Und er ist nicht allein, er hat noch seine drei silbernen Kumpanen dabei. Aber nicht nur dies, auch ihr neues Album “Kinder der Sehnsucht”. STAHLMANN macht keine halben Sachen. Ab der ersten Sekunde gibt die Band Vollgas und lässt keinen Stein da, wo er vorher war. Auch wenn die Besetzung im letzten Jahr fast komplett gewechselt hat, ist davon nicht viel zu merken. Vor der Bühne wird auch ordentlich gefeiert und nach dem Auftritt steht fest, wer jetzt noch nicht vor der Bühne steht hat definitiv etwas verpasst. Besonders ihre Outfits sind dabei hervorzuheben. Früher nur silber angemalt, heute zum Teil in aufwendiger Steampunk-Verkleidung. Das macht echt was her!

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Bilder: Cynthia Theisinger

14:20 CENTHRON Hangar Stage

“We are CENTHRON – raise your fists” – und ab dafür. Kaum erklingen die ersten Beats verwandelt sich der Hangar in eine homogene, tanzende Masse, die bis zum Ende des Auftritts auch nicht mehr still stehen sollte. Hier teilen sich Cybergoths, Uniformen und “normale” Personen die Tanzfläche  als gäbe es nichts Normaleres. Was genau für die Faszination für diese Band sorgt, ist schwer auszumachen: Ob es die teilweise sehr obszönen Texte oder die sehr gut tanzbaren Beats sind, kann man hier und heute nicht sagen. Im Mittelpunkt der Setlist steht das kürzlich erschienene “Dystopia”, aber auch Klassiker wie “Cunt” oder “Pornoqueen” finden ihren Weg ins Set und werden abgefeiert. Gleichzeitig sorgt CENTHRON als erste Band des Festivals für einen Einlass-Stop im Hangar.

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Bilder: Cynthia Theisinger

14:45 DEATHSTARS Main Stage

DEATHSTARS repräsentieren ihren Namen schon ganz gut wieder. Weiß geschminktes gesicht, etwas in die Jahre gekommen, nur über ihren Star-Status lässt sich streiten. Dennoch muss gesagt werden, dass es vor der Bühne nicht mehr leerer wird, was ja schon für die Band spricht. Musikalisch lässt sich die Band wohl am besten als eine Mischung aus Neuer Deutscher Härte mit Synthies und Glam Death Metal beschreiben. Neue Musik gibt es seit 2014 nicht mehr, was sich jedoch bald ändern wird. Aktuell ist die Band im Studio und unterbricht ihre Aufnahmen nur für einzelne Festivals, wobei das Mera Luna das letzte ist. Leider gibt es heute nichts Neues zu hören, man darf sich aber dennoch freuen, was es bald von den Schweden Neues zu hören gibt.

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Bilder: Cynthia Theisinger

15:25 [x]-RX Hangar Stage

Wenn’s nicht scheppert, dann isses auch nich X-RX. Getreu dem Motto machen die beiden Kölner in der Halle keine Gefangenen, sondern legen direkt los. Während Pascal die meiste Zeit damit verbringt, die Menge anzuheizen findet man Jan immer wieder am “Pult” wo er an den Sounds spielt und so für Abwechslung in den Songs sorgt. In der Menge zeigen sich einige Glühwürmchen, die den raren Platz zu Tanzen voll ausnutzen. “Wir sind X-RX aus Köln und wir haben ein Motto: Wir machen Krach und ihr macht Krach” sagt uns Pascal. Das klappt auch ganz gut beim anheizen, für den “Krach” aus den Boxen fehlt aber etwas. Der Bass klingt nicht ganz so wummernd wie er sollte, was bei X-RX mehr auffällt, als bei den Bands davor. Stören tut dies aber wenige. Je länger die Spielzeit desto mehr tanzen – so soll das.

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Bilder: Cynthia Theisinger

15:50 CORVUS CORAX Main Stage

Packt den Dudelsack aus, das Mittelalter ist da. Bewaffnet mit einer riesen Drehleier und einem Didgeridoo empfangen uns CORVUS CORAX auf der Bühne. Mit kurzen Geschichten zu den einzelnen Songs aber ansonsten eher wortkarg setzten sie heute den Fokus auf die vielfältigen Klänge, die sie aus ihren Musikinstrumenten ziehen können. Ausgelassen getanzt wird dennoch, auch wenn sicher der ein oder andere über mehr Lieder zum Mitsingen sich freuen würde. Wir begnügen uns mit dem entspannenden Klangteppich am Nachmittag. Es wird noch wild genug heute.

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Bilder: Birger Treimer

16:30 NEUROTICFISH Hangar Stage

Sascha Mario Klein und Henning Verlage beschallten den Hangar derweil als NEUROTICFISH mit Synth-Pop, Industrial und EBM Klängen. Einen „Fluchtreflex“, die neue Single, hatte hier keiner, sondern es brach mehr „Hysteria“ aus. Jede Menge Energie auf der Bühne und ein kochender Hangar, der dank des strahlenden Sonnenscheins gut temperiert ist. Vollpower auf der Bühne unterstützt durch eine grandiose Lightshow.

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Bilder: Cynthia Theisinger

16:55 OOMPH! Main Stage

An den Umstände von Sänger Dero Goi führt kein Weg vorbei. Dennoch soll es hier kein Thema werden, ob er ein Nazi ist oder nicht. Auf der Bühne lässt er zumindest keine Anzeichen davon durchsickern. Also konzentrieren wir uns auf den Auftritt von OOMPH!, der in normaler Manier ausgeführt wird. Vor der Bühne ist einiges los, immerhin konnte die Band in 30 Jahren Bestehen viele durch ihre Jugend begleiten und damit als langjährige Fans an sich binden. Entsprechend ist auch die Stimmung sehr gut, als die Band mit dem Song “TRRR – FCKN – HTTLR” direkt in die Vollen geht. Auch wenn ihr letztes Album erst Anfang des Jahres erschien, gibt es einen Einblick in die gesamte Schaffensgeschichte der Band. Dero interagiert heute überraschend wenig mit dem Publikum, zeigt uns aber dennoch seine Gefühle: “Wisst ihr, dass wir euch lieben? Trotzdem ist dies kein Liebeslied” und läutet damit den gleichnamigen Song ein.

 

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Bilder: Cynthia Theisinger

17:40 AGONOIZE Hangar Stage

Schlechter Tag für Putzkräfte, guter Tag für Fans von Kunstblut. Lange stand AGONOIZE ganz oben auf der Liste der am meisten gewünschten Bands beim M’era Luna – und nun sind sie endlich wieder da. Da wundert es keinen, dass schon vor Beginn Einlass-Stop im Hangar besteht. Aber nicht nur Fans, sondern auch einige andere Musiker findet man im Publikum wieder, um die Blut-Show hautnah mitzuerleben. Schon beim zweiten Song “schlitzt” sich Sänger Chris L. die Kehle auf, spritzt das Kunstblut weit ins Publikum und über sich. Dies wiederholt er im Laufe der Show noch mehrere Male. Also eine Show in gewohnter AGONOIZE Manier, die keine Fragen offen lässt. Am Ende gedenkt er noch Keith Flint von THE PRODIGY, welcher im letzten Jahr noch auf diesem Festival auf der Hauptbühne stand und sich einige Monate später das Leben nahm, mit einem Cover von “Firestarter”.

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Bilder: Cynthia Theisinger

18:05 MONO INC. Main Stage

MONO INC knüpft dort an, wo OOMPH! aufgehört haben und lassen weiter den Rock auf der Main Stage hoch leben. Die Hamburger lassen es sich nehmen, einen ihrer Hits nach dem anderen abzubrennen und die Menge feiert Songs wie “Arabia” und “Gothic Queen” entsprechend. Das Drumbattle liefern sich heute Martin Engler und Katha Mia zum Soundtrack von “Das Boot”. Aber nicht nur Musik haben sie heute mit im Gepäck sondern auch gute Nachrichten. Das 13. Album “The Book Of Fire” steht in den Startlöchern und wird ab dem 24. Januar 2020 in den Regalen stehen. Die gleichnamige Tour folgt im März 2020. Für Interessierte lieber früh informieren, wo in eurer Nähe sie einen Halt einlegen. Das große Finale der 13 Stationen Tour ist natürlich in ihrer Heimat Hamburg. Mit den Worten “Das ist euer Song – Children of the Dark” verabschieden sie sich aber dann auch schon wieder von der Bühne.

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Bilder: Birger Treimer

19:05 ZEROMANCER Hangar Stage

Letztes Jahr verließ Gitarrist Dan Heide die Band und hinterließ für lange Zeit ein Loch in der Band. Dieses konnte vor wenigen Monaten gefüllt werden, so dass wir heute zum ersten Mal Per Olav in Aktion sehen können. Im Gegensatz zu den Mitglieder gibt es musikalisch aber nichts Neues. Das letzte Album ist von 2013, aber tut das wirklich etwas zur Sache? Klar, die Fans würden sich über Neues freuen, das alte wird aber dennoch gefeiert. Dies besonders beim letzten Song “Doctor Online”, welcher immer wieder besonders gut ankommt.

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Bilder: Cynthia Theisinger

19:30 LACRIMOSA Main Stage

LACRIMOSA sind so etwas die “alten Hasen” auf dem Festival. Fast 30 Jahre gibt es die Band um Tilo Wolff und Anne Nurmi schon. In dieser Zeit entstanden 14 Alben, das letzte anfang des Jahres. Als sie auf der Bühne stehen, kann man das schon fast als candle light dinner bezeichnen. Vor der Bühne ist es derzeit nicht ganz so voll und die Schlangen vor den Essens-Ständen werden länger. Die melodische Untermalung von der Bühne passt hier optimal ins Gesamtbild für die, die sich eine Pause vom Tanzen gönnen möchten.

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Bilder: Cynthia Theisinger

20:30 [:SITD:] Hangar Stage

 „Wenn Du Dich mit dem Teufel einlässt, verändert sich nicht der Teufel, sondern der Teufel verändert Dich“ aus “Snuff Machinery” ist wohl eine der einprägsamsten Songzeilen von [:SITD:]. Dunkel, zum Nachdenken und trotzdem mit extrem tanzbaren Beat überzeugen Carsten Jacek, Thomas ‘Tom’ Lesczenski und Francesco ‘Frank’ D’Angelo einmal mehr. EBM, Future Electropop und fetzige Rhythmen in Reinkultur. Schon nach wenigen Klängen bohren sich die Stiefelabsätze in den harten Boden des Hangars und die Masse zelebriert was sie am besten kann: krass abtanzen. Wer hier still stehen bleibt, ist selber schuld.

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Bilder: Cynthia Theisinger

21:00 WITHIN TEMPTATION Main Stage

Mit WITHIN TEMPTATION steht nun der erste Headliner auf der Bühne. Diese machen dem Publikum auch direkt Feuer unter dem Hintern. Nicht nur musikalisch, sondern auch mit ordentlich Pyro. Es ist die erste Band des Festivals welche auf Pyro zurückgreift, das aber gleich im erhöhten Maß. “Thank you for having us here, this is the most unique festival everywhere” sagt uns Sängerin Sharon den Adel, welchem die meisten Anwesenden nur zustimmen können. Auf der Bühne gibt es aber nicht nur Feuer, sondern auch eine großartige Lichtshow mit Laser-Elementen zu bestaunen. Kein Wunder, dass die Fans Feuer und Flamme mit der Band sind und lautstark mitsingen und stets auf die Bühne fokussiert sind. Im Februar dieses Jahres erschien ihr neuestes Album “Resist”, ihr Set begleitet uns aber dennoch durch die letzten 20 Bandjahre. Eine gelungene Mischung, die auch Platz für eine Ballade lässt. Beim letzten Song “Mother Earth” gibt es dann nochmal die volle Breitseite an Feuer, bevor sich die sympathischen Niederländer unter tosendem Applaus von der Bühne verabschieden.

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Bilder: Cynthia Theisinger

22:15 DIE KRUPPS Hangar Stage

„Nazis auf Speed“ oder „ Der Amboss“, wenn die Klänge von DIE KRUPPS ertönen, wird sich bewegt – keine Frage. Juergen Engler, der charismatische Frontmann, verausgabt sich wie gewohnt auf der Bühne. Marcel Zürcher tobt mit seiner Gitarre über die Stage. Eine besonders gelungene Überraschung war die großartige Lis van den Akker. Die Vollpower Frontfrau von NIGHT DRIFTER wirbelte bei zwei Songs über die Hangarstage und versprühte ihren so wundersam eigenartigen Charme. Wild und ungezügelt, so wie die Songs von DIE KRUPPS. Schlag auf Schlag ein Klassiker nach dem anderen. „Tanz mit mir“, dazu musste nicht gesondert aufgefordert werden, der Virus war nach wenigen Klängen auf die Menge übergesprungen und so bebte der Hangar Beton unter den festen, harten Stiefelschritten der schwarzen Meute. Zum Ende hatte sich die harte Arbeit gelohnt und der Headliner der des Hangars sorgte nochmal für einen energetischen Vollabriss. Lis van den Akker ergänze die Bühnenperformance als optische Augenweide und mit brillantem Einsatz. Ein wahres Sinnesfest, was selbst die schwärzesten Seelen berührt.

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Bilder: Cynthia Theisinger

22:45 ASP Main Stage

Es geht auf Tauchfahrt. Spätestens nach diesem Ping sind alle wach und die Ohren sind gespitzt für den Headliner des Abends ASP. Die ihr Set mit Phragmokontrolle und einem Feuerwerk aus Funken und Flammen eröffnen. Die Gothic Novel-Rocker lassen sich heute nicht lumpen und pfeffern direkt einen ihrer größten Hits “Schwarzes Blut” hinterher um der Menge trotz der kühlen Brise ordentlich Feuer unterm Hintern zu machen. 
“Das was wir hier tun tun wir nicht für die Kameras. Sondern für euch. Denn Musik ist so viel mehr als das, was man festhalten kann. Vor Allem für das Fernsehen. Es ist das was zwischen uns passiert. Die magische Verbindung. Denn Musik kann so viel mehr sein. Musik kann eine Rüstung sein!” Mit diesen Worten von Sänger Alexander ‘ASP’ Frank Spreng sind die Weichen für den Rest des Abends gestellt. Zu Songs wie “Astoria verfallen” und “Ich bin ein wahrer Satan” wird das magische Band immer fester geknüpft. Aber neben all diesen altbekannten Hits dürfen sich die Fans über die Weltpremiere von “Kosmonautilus” freuen. Zum ersten Mal ist der Titelsong des gleichnamigen Albums zu hören und macht Lust auf den Rest, der am 29. November die Regale füllen wird. Die Tour mit saftigen 15 Terminen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet uns dann im Januar 2020. In 20 Jahren ASP hat sich einiges geändert für die Rocker, aber eines wollen sie damals wie heute und somit beenden sie ihre Auftritt mit ihrem Erfolgssong “Ich will brennen.”

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Bilder: Cynthia Theisinger

Und das war der erste Tag des Mera Luna Festivals 2019. Für einige ging es im Anschluss direkt weiter in den Disco Hanger um sich noch die letzten Reserven aus dem Leib zu tanzen. Für andere ging es direkt ins Zelt um die Reserven für den zweiten und letzten Tag aufzufüllen, oder vor das Zelt oder den Mittelaltermarkt um mit einem Bier über den Tag zu schwärmen.