ORDEN OGAN sorgen für eine ausverkaufte Markthalle in Hamburg
Lange genug hatten wir auf eine Tour zum aktuellen Album ORDEN OGANs warten müssen – am 21. Februar war es dann aber endlich so weit und die Sauerländer kamen im Rahmen ihrer „Tour Of Fear“ in die Hafenstadt auf einen Besuch vorbei. Bereits vor Beginn der Show wurde gemeldet, dass die Tickets an der Abendkasse knapp werden würden, es war also damit zu rechnen, dass die Show noch im Laufe des Abends nicht nur gut besucht, sondern ausverkauft sein würde. So verwunderte es dann auch wenig, dass sich pünktlich für den Einlass um 18 Uhr bereits eine lange Schlange vor dem Eingang der Markthalle gebildet hatte.
Eine knappe Stunde nach Beginn des Einlasses starteten wir mit den überaus umtriebigen Jungs und Mädels von ALL FOR METAL in den Abend. Obwohl sie sich erst 2022 gründeten, stellte dieser Auftritt bereits ihre vierte (wenn ich richtig mitgezählt habe) Show in der Hansestadt dar. Angeführt von Fronthüne „Tetzel“ und Trällerelfe Antonio erstürmte die Band kurz vor 19 Uhr die Bühne der Markthalle und startete mit „All For Metal“ den Abend. Wer die Band schon einmal live gesehen hat, der weiß, dass sie a) sich nicht für die Bedienung sämtlicher Metal-Klischees zu schade sind und b) dabei geradezu unverschämt viel gute Laune verbreiten können. Insbesondere die permanent grinsende Gitarristin Jassy strotzte wie üblich geradezu vor Elan. Doch auch der Rest der Band heizte dem Publikum ordentlich ein und sorgte gemeinsam mit den beiden Tänzerinnen dafür, dass es nicht nur Musik auf die Ohren sondern auch reichlich etwas zu Gucken gab. Immer wieder peppten ALL FOR METAL ihre Songs mit kleinen Showeinlagen auf und so schwang Tetzel beispielsweise zu „Raise Your Hammer“ den Hammer oder alternativ bei „Mountain Of Power“ auch gleich mal ganz beiläufig Personen durch die Luft. Zu „Hear The Drum“ wurde eine Trommel ausgepackt und zuvor von den Tänzerinnen getragenes Merchandise in die Menge geworfen. Während die Stimmung stetig weiter hochkochte, ging zum finalen „Goddess Of War“ jedoch kurzerhand die Tontechnik in den Streik und sorgte für einen akustischen Totalausfall. Das Publikum gab sich redlich Mühe, den ausgefallenen Sound zu kompensieren und sang lautstark weiter, während die Band die Panne mit Humor nahm, noch pantomimisch um ein gemeinsames Abschlussfoto bat und sich dann leicht verfrüht von der Bühne verabschiedete.
Fotos: Sandra Curtz
Setlist ALL FOR METAL:
- All For Metal
- Raise Your Hammer
- Born In Valhalla
- Mountain Of Power
- Hear The Drum
- Gods Of Metal
- Goddess Of War
Pünktlich für den zweiten Support Act ANGUS MCSIX waren die Soundprobleme glücklicherweise wieder behoben und die bunt gemischte Truppe, bestehend aus dem glitzerndem Power-Metal-Warrior Adam McSix, einem trommelndem Ork, der Amazone Thalia und dem Dämonen Seebulon konnte die Bühne erobern. Die Gruppe kam in ungewohntem Line-Up daher, hatte sich Sänger Angus McSix (Thomas Winkler) doch Anfang des Jahres aus der Band zurückgezogen, um Zeit mit seiner Familie zu verbringen, und Schwert und Mikro an seinen „Bruder“ Adam McSix (Sam Nyman) weitergereicht. Somit lautete die Queste des Abends für Adam und seine getreuen Gefährten: in die Welt hinausziehen und auf die Suche nach dem verschollenen Bruder Angus gehen. Unterwegs begegneten wir „Laser-Shooting Dinosaurs“ (sowie Mr. Heavysaurus, welcher einen kurzen Gastauftritt hatte), kämpften gemeinsam mit den „Amazons Of Caledonia“ und sahen Adam dabei zu, wie er das Schwert „Sixcalibur“ schwang. Auch die Mithilfe des Publikums war gefragt und so durfte eine tapfere Kriegerin aus dem Publikum auf den Schwingen eines (aufblasbaren) Pegasus in Richtung der Bar über die Menge fliegen (wo sie auch beinahe unfallfrei ankam), dort ein Bier für die durstige Gitarristin Thalia besorgen und es ihr auf die Bühne bringen. Ähnlich wie auch schon ALL FOR METAL zuvor brachten ANGUS MCSIX die Markthalle ordentlich ins Schwitzen und wurden vom Publikum enthusiastisch gefeiert. Schlussendlich musste die Suche nach Angus jedoch abgebrochen werden, da dieser sich nicht in der Markthalle versteckt hielt. Zeit also für Dämon Seebulon, durch die Tür zur Hölle wieder in heimische Gefilde zurückzukehren – den passenden Soundtrack gab’s hierzu mit dem abschließenden Titel „Ride To Hell“.
Fotos: Sandra Curtz
Setlist ANGUS MCSIX:
- 6666
- Master Of The Universe
- Sixcalibur
- Starlord Of The Sixtus Stellar System
- Laser-Shooting Dinosaur
- Eternal Warrior
- Amazons Of Caledonia
- Ride To Hell
Nach einer kurzen Umbaupause war es gegen 21 Uhr dann endlich an der Zeit für den Headliner. Als Aufwärmer vorweg gab es mit „Sauerland“ von ZOFF aber zunächst einmal eine Ode an die Heimat von ORDEN OGAN zu hören, welche von der Menge enthusiastisch mitgegrölt wurde. Richtig los ging es danach mit „F.E.V.E.R.“, welcher auch nach inzwischen 10 Jahren immer noch ein Highlight der Band-Diskographie und wahrhaft würdiger Opener ist. (Ach herrje, ist das Lied wirklich schon so alt? Ich erinnere mich an den Release als wäre es gestern gewesen…) Die Sauerländer knüpften nahtlos an die von den vorangegangenen Acts aufgebaute gute Stimmung an und setzten dem ganzen wenig überraschend sogar noch einen oben drauf. Sänger Sebastian „Seeb“ begrüßte das Publikum in der inzwischen als ausverkauft gemeldeten Markthalle, kündigte mit einem Augenzwinkern an, dass nun Schluss mit „Kirmes-Metal“ sei und ließ zu „Ravenhead“ das Haupthaar kreisen. Um ihn herum ließen auch die Gitarristen Niels und Patrick die Haare im Wind der am Bühnenrand platzierten Ventilatoren fliegen, während sie auf ihren Saiten schredderten. Die Band setzte den musikalischen Schwerpunkt auf ihr aktuelles Album „The Order Of Fear“ und spielte neben dem Titeltrack unter anderem Stücke wie „Conquest“, „Moon Fire“ oder auch die Ballade „My Worst Enemy“. Aber auch Fans der vorangegangen Alben und altbewährten Klassiker kamen an diesem Abend auf ihre Kosten und konnten zum Beispiel zu „We Are Pirates“ ihren inneren Klabautermann rauslassen oder aber bei „Here At The End Of The World“ oder „The Things We Believe In“ innbrünstig mitsingen. Komplettiert wurde die Show zwischendurch immer wieder durch kleinere Special Effects – Pyrotechnik gab es zwar keine, dafür aber Funkenregen, Schneegestöber sowie Seifenblasen und Konfetti. Auch ohne diese Effekte wäre es schon eine großartige Show gewesen, aber zu solch einem „Sahnehäubchen“ sagt man natürlich auch nicht nein. Die Jungs wissen einfach, was sie tun und bewiesen auch an diesem Abend mal wieder eindrücklich ihr Können. Für mich sind und bleiben sie nach wie vor eine der wohl unterbewertetsten Acts der Power-Metal-Szene. Seeb navigierte uns charmant und souverän durch das Set und nahm sich zwischendurch auch immer mal wieder ein wenig Zeit für Geplänkel mit dem Publikum. Insbesondere mit „dem Russen aus der ersten Reihe“ kam so der ein oder andere unterhaltsame Schlagabtausch zustande – so driftete beispielsweise ein Hinweis auf das neue Merchandise etwas ab und führte zu einer Diskussion über eher fragwürdige Mode-Präferenzen – aber was weiß ich schon von Mode, vielleicht ist das Outfit „nackt und mit Meerschweinchen auf dem Kopf“ ja bald der letzte Schrei. Glücklicherweise waren jedoch keinerlei Nagetiere in Sichtweite, bei dem ganzen Headbangen hätten diese es wohl denkbar schwer gehabt, sich auf dem Kopf zu halten. Viel zu schnell nahm der Abend seinen Lauf und ehe man sich versah, hatten ORDEN OGAN auch schon den letzten Song ihres Sets erreicht. Für all diejenigen, die aber noch immer nicht genug hatten, gab es gute Neuigkeiten zu verkünden: und zwar werden die Jungs von ORDEN OGAN im Herbst erneut in der Hansestadt zu Gast sein, dann aber nicht als Headliner, sondern als Special Guest von den italienischen Kollegen WIND ROSE.
Fotos: Sandra Curtz
Setlist ORDEN OGAN:
- E.V.E.R.
- Conquest
- Ravenhead
- Inferno
- Heart Of The Android
- Kings Of The Underworld
- Here At The End Of The World
- Come With Me To The Other Side
- The Black Heart
- Moon Fire
- We Are Pirates
- My Worst Enemy
- The Order Of Fear
- Gunman
- Let The Fire Rain
- The Things We Believe In