Fitnessprogramm inklusive – SEADRAKE und SOLAR FAKE live im Hannoveraner Musikzentrum

Nach einer langen Arbeitswoche gibt es doch nichts schöneres, als mit SOLAR FAKE unterstützt von SEADRAKE ins Wochenende zu tanzen und so begeben wir uns nach getaner Arbeit ins Musikzentrum in Hannover.

Die Konkurrenz ist an diesem Freitag groß: Mit Agonoize, Funker Vogt und Eisfabrik (Oberhausen) sowie Rabia Sorda (Bochum) in von Hannover gut erreichbarer Nähe muss so Mancher vermutlich schon ein paar Minuten überlegen wo es denn nun hingeht – dennoch ist das Musikzentrum ausverkauft und rappelvoll.

SEADRAKE

Nach dem Intro, welches aus Freude schöner Götterfunken besteht, steigt das Trio aus eingefleischten Musikern mit kräftigem getragenen Bass in ihre Mischung aus Synth Pop und Metal ein. Das mag zwar nicht Innovativ sein, aber die drei Weltenbummler aus Deutschland, Schweden und Südafrika können mit einem super Sound, glaubwürdigen Emotionen und viel Charisma überzeugen. “Lower Than This (Someday)” kommt direkt gut an und nach wenigen Sekunden wird bereits getanzt, geklatscht oder mindestens im Takt des Basses mit gewippt. Die Setlist wird danach immer energiegeladener und lädt richtig zum Tanzen ein. Einschläge aus dem Progressive Metal lockern das Ganze mehr und mehr auf und macht dem Publikum ordentlich Feuer unter den Füßen, dagegen hilft sich mehr bewegen. Die steigenden Temperaturen im Saal machen sich auch auf der Bühne bemerkbar und somit entledigt sich Frontsänger Hilton Theissen unnötiger Kleidungsstücke, sehr zur Begeisterung der weiblichen Fans, die ihren Weg in die erste Reihe gefunden haben. Zum Ende der Setlist ist das Publikum voll dabei und heiß auf mehr Synthpop aus der Feder von Mastermind Sven Friedrich.

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Bilder: Cynthia Theisinger

SOLAR FAKE

Hannover ist als schwieriges Publikum bekannt – aber SOLAR FAKE haben heute leichtes Spiel, auch die schwierigen Hannoveraner in einen Feier Rausch zu bekommen.

Pünktlich und mit lautem Jubel geht es weiter, als SOLAR FAKE die Bühne stürmt. Selbst ohne Sven singt das Publikum lautstark ab der ersten Zeile zu „Not What I Wanted“ mit. Es wird getanzt gesungen und gefeiert – der Berliner hat alles „Under Control“. Mit “Sick Of You” wird das aktuelle Album ‘You Win. Who Cares?’ angebrochen, dass seit August 2018 in den Regalen steht. Nach “A Bullet Left For You” gibt sich Sven einem wilden Wechsel zwischen alt und neu hin.

Statt vieler Worte und großen Geschichten zu den Songs bevorzugt Sven in seinen Ansagen kurz und prägnant zu bleiben. Das Ziel ist offensichtlich: Weniger reden, mehr tanzen! Das Publikum ist dankbar und feiert jeden einzelnen Song gebührend. Dass er selbst auch nicht mehr der jüngste ist – nicht das man es ihm ansehen würde – muss er nach “Parasites” eingestehen und nutzt die kurze Atempause um mit “Too Late” wieder einzusteigen. Die Begeisterung der Menge nimmt keinen Abriss und so wird zu jedem Intro gejubelt, zu jedem Beat getanzt und zu jedem Refrain mitgesungen. Die Stimmung ist Party pur und so wird mit der gewohnten Rücksicht auf andere der schwarzen Szene die komplette Fläche ausgenutzt und getanzt was das Parkett hergibt, egal ob ausgiebig ausschweifend oder brav auf der Stelle. Jeder schwingt mehr oder minder ausgiebig wie in Trance das Tanzbein. Mit “What If There Is Nothing” verabschieden sich Solar Fake von der Bühne. Haben wir schon genug nach 17 Songs? Noch lange nicht! Nach langem Jubel und klatschen kehrt das Trio um Sven Friedrich zurück auf die Bühne. Mit einem dem Cover von The Editors “Papillon”. Dazu wird uns “Observer” und “The Pages” serviert.

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Bilder: Cynthia Theisinger

Auch mit der ersten Zugabe hat das Publikum noch nicht genug. Man könnte meinen SOLAR FAKE könnte noch bis zum Sonnenaufgang weiter machen, wenn es nach den Fans geht. Aber erstmal geht es in die dritte Runde mit “I Hate You More Than My Life”. Selbst nach “Where Are You” und “My Spaces” ist die Luft noch lange nicht raus. Viele sind gekommen um zu bleiben so lockt doch das Musikzentrum doch mit einer Aftershow Party mit DJ Lo-Renz. Also schnell noch was zu trinken, bevor es mit “Stay” zuende geht und Solar Fake sich nach über 2 Stunden final verabschieden, zumindest von der Bühne. Für viele geht es von hier aus übergangslos in die Aftershow Party über, für einige geht es kurz frische Luft schnappen bevor es zurück geht ins Getümmel und für einige geht es nach einer langen Woche nach Hause. Auch für uns geht es raus in die Nacht nach einem langem Tag und einem großartigem Konzert locken die heimischen vier Wände. Wir sagen gute Nacht und beim nächsten Mal immer wieder gerne.

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Bilder: Cynthia Theisinger

Setlist:

Not What I Wanted
Under Control
Sick of You
A Bullet Left for You
Here I Stand
All the Things You Say
I Don’t Want You In Here
Reset to Default
The Pain That Kills You Too
Invisible
Anything You Want
More Than This
Parasites
Too Late
Just Like This
If This Is Hope
What If There’s Nothing

Encore:
Papillon (Editors cover)
Observer
The Pages

Encore 2:
I Hate You More Than My Life
My Spaces
Stay