AS I LAY DYING – Amtlicher Abriss im Capitol – und was Alice Cooper damit zu tun hat.

Wow was für ein Auftritt, da muss ich mich ziemlich beeindruckt erstmal setzen. Aber fangen wir erstmal von vorne an.

Durch den verlängerten Soundcheck der Bands verzögerte sich der Einlass auf kurz nach 19 Uhr, was zur Folge hatte, dass sich die Metalcore Fans vor dem Einlass und über die Brücke hinaus, stapelten. Nach 19 Uhr stürmten die feierfreudigen Metaler langsam das Capitol, aber bis um 20 Uhr, wo die Vorband BLEED FROM WITHIN die Bühne betreten, hatte auch der letzte Metalfan Platz gefunden. Jeder der schon mal im Ausverkauften Capitol war, weiß, dass Platz relativ ist und man mit seinem Nachbarn auf Kuschelkurs geht und, egal ob man will oder nicht, sich mit bewegt.

BLEED FROM WITHIN

Pünktlich um 20 Uhr gab sich BLEED FROM WITHIN aus Glasgow, Scotland die Ehre. Ich glaube ich habe noch nie Metal Fans gesehen, die schon die Vorband so extrem abfeierten, dass es eigentlich kaum noch eine Steigerung geben könnte. Aber wartet ab es kommt ja noch der Headliner.

Ab dem ersten Song setzet sich die Masse in Bewegung und somit das ganze Capitol. Bleed From Within ist Metalcore wie aus dem Lehrbuch. Langsamere Tempo Beats, Groovige-Rhythmen, unisono-Bends und harte Breakdowns mit Tempowechseln. So wurde jeder Metalcore Fan gleich in ihren Bann gezogen. Sie spielten 30 Minuten aus ihrem letzten Album “Era”. Hüpfschlumpf und Frontmann Scott Kennedy heizte den feierwütigen Metalcore Fans dabei stets richtig ein.

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Fotos: Katja Borns

ERRA

Nach einer kurzen Umbaupause betraten ERRA die Bühne. Die amerikanische Band aus Birmingham (Alabama) gründete sich 2009. Nach einigen Sänger wechseln, sind sie seit 2016 in ihrer festen Besetzung mit Frontmann Joseph Thomas Cavey zusammen gewachsen.

Nach dem fünften Song fand ich es leider nicht so abwechslungsreich, sodass ich mich aufmachte etwas zu trinken zu jagen, was in einem ausverkauften Capitol eine echte Herausforderung darstellt. Nachdem ich mich zur kleinen Bar durchgekämpft hatte, was nicht besonders weit war, musst ich leider feststellen das die Thekenkräfte mit nur zwei Personen, schlicht überfordert waren, vor allem mit der feierwütigen und trinkfesten Meute. Aber zurück mit meinem Whiskey Cola schmetterte ERRA noch die letzten Songs und schlossen damit ein soliden Auftritt ab.

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Fotos: Katja Borns

AS I LAY DYING

Wer geglaubt hat, dass die Stimmung nicht noch ausgelassener werden konnte, hat sich geirrt. Schon in der Umbaupause sang das ganze Capitol laut zu Alice Cooper – Poisen und wartete mit Vorfreude auf die Droge in ihren Venen, die ein paar Minuten später auch die heiligen Bretter des Capitols betreten. Endlich sind sie zurück, die Metalcore Veteranen AS I LAY DYING aus San Diego, Kalifornien, die in kürzester Zeit das Capitol in Schutt und Asche legten. Von Anfang bis Ende schmetterten sie einen Klassiker nach dem nächsten raus, so dass die Stimmung nicht eine Sekunde abriss. Klassiker wie “A Greater Foundation” und “The Sound of Truth” heizte das Publikum richtig ein. Beeindruckend war auch der vorletzte Song “Forever”, wo die Frontmänner von ERRA und Bleed From Within mit Tim Lambresis das Lied zum Besten geben. Was für eine Macht. Crowdsurfern verkehren schon den ganzen Abend über den Köpfen des Publikums, aber ab jetzt gab es kein Halten mehr, sodass die Security alle Hände voll zu tun hatte.

Nach etwas über einer Stunde verließ As I Lay Dying die Bühne. Was die Fans aber so gar nicht einsehen wollten. Nach lauten Zugaben Schlachtgesängen kehrte die Band zurück auf die Bühne und legten mit den letzten Songs nochmal so richtig los. Das Beste kommt halt immer zum Schluss.

Am Ende ließ es sich Frontmann Tim Lambesis es nicht nehmen fast jeden Fan aus der ersten Reihen – und vermutlich auch die zweite und dritte und vierte Reihe, die sich nach vorne schoben – zu verabschieden. Was für ein Auftritt, der in meine Persönliche Highlights Geschichte eingehen wird.

Aber AS I LAY DYING hat nicht nur ein Herz für die Fans aus der ersten Reihe, nach dem Auftritt kam sie Persönlich zu den Menschen die es durch den Rohrstuhl bedingt niemals, bis in die erste Reihe schaffen würden. Wow nicht nur großartige Musiker, sondern auch noch Fan nah wie man sich das nur wünschen kann.

Alles in allen ein Amtlicher Abriss und ich wühle gleich mal nach meinen alten AS I LAY DYING Platten, die vermutlich die nächsten Tage in Dauerschleife laufen werden.

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Fotos: Katja Borns