Summer Breeze Open Air – 16.08. – 19.08.2017 – Dinkelsbühl

Donnerstag

Morgens um 9 Uhr in Dinkelsbühl: Zu den sanften Klängen von MUSE, dass aus irgendeinem Lautsprecher dröhnt, wird man doch gerne geweckt. Zumal die Sonne zu diesem Zeitpunkt schon ein bisschen auf die temporäre Architektur hernieder brannte und das Zelt recht unbewohnbar machte. Also raus aus dem Schlafsack und dann gab es nur noch einen Gedanken: „KAFFEEEEEEE!“
Am Donnerstag war nun auch endlich der Markt und der Platz vor der großen Hauptbühne offen.
Zunächst zum Markt: Während das Festivals selbst über die Jahre, die ich nicht dagewesen bin gewachsen ist und größer wurde, ist der Markt geschrumpft. Gefühlt hatte man sehr wenig zu schauen, sehr wenig Auswahl und da sich die Stände alle im Hauptstrom zur Hauptbühne befanden, kann man auch nicht von einem wirklich entspannten „Bummel an den Ständen“ sprechen. Da ich aber für die Musik und weniger zum Shoppen zum Summerbreeze gefahren bin störte mich das nicht wirklich überbordend.
Dafür war die Summerstage, die gleichzeitig auch irgendwie die Breezestage war umso pornöser. Zwei riesenhafte Dämonen bewachten die Stage mit Äxten und es gab große Leinwände zu beiden Seiten der Bühne. Auch nach vorne hin war ein großer Leinwänder auf einem kleinen Turm, der aber leider den Blick auf die Bühne von Weitem etwas versperrt hat. Die Übergänge von einer Band zur Anderen wurden mittels eines Drehtellers bewältigt, sodass zwischen den Auftritten in der Regel nur 10 Minuten Zeit waren.
Das Ergebnis dieses fixen Bühnenwechsels war, dass es ein paar Neuerungen gab und nach den meisten Konzerten den Abwandernden erst einmal erklärt werden musste, wie sie den Bühnenbereich am sinnvollsten verlassen. Die Tatsache, dass die Leute das nicht immer so umgesetzt haben führte gelegentlich zu dem ein oder anderen unangenehmen Nadelöhr, aber insgesamt war es trotzdem ganz gut gelöst. Wollte man direkt vor die Bühne musste man allerdings je nach Band lange Schlange stehen, da man durch den ersten Wellenbrecher gehen musste, um dort hin zu gehen. Es standen Leute parat, die den Zugang „dicht gemacht“ haben, wenn eine bestimmte Anzahl an Leuten drin war. – Teilweise war der Einlass allerdings für mich etwas unverständlich, weil der Platz hinter dem Wellenbrecher teilweise so licht war, dass die Leute mit Decken auf dem Boden gepicknickt haben, während draußen noch Leute standen, die nicht reingekommen sind. Naja… besser so, als andersrum. Trotzdem fasse ich das Summerbreeze 2017 mal als das „Jahr des Schlangestehens“ zusammen. – Sei es nun am Merchstand mit 4 Stunden Wartezeit für ein TShirt, am Campsite-Circus-Zelt, wo man je nachdem wer gespielt hat und wie viele Menschen noch rein wollten sogar umsonst angestanden hat, am Einlass zu den Bühnen und zu späterer Stunde auch an den Klowagen und Dixies.
(Julia J. Wehning)

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11:00-11:45 Uhr — FIRKIN (Breeze Stage)

Als erste Band des Tages, gab es erstmal FIRKIN auf die Ohren, die ich bis dato nicht kannte. Ich wusste aber schon, dass sie ein bisschen „alternativer Folk in die sehr irische Richtung“ sind und deswegen hab ich mir eigentlich keine Gedanken darüber gemacht, dass sie mir gefallen. Das Game of Thrones-Intro, dass sie zum Einstieg zum Besten gegeben haben, haben wir leider nur von Weitem gehört, weil wir derweil in der Schlange des Einlasses festgesteckt haben.
Danach flog mir Tanzmucke vom Feinsten, um die Ohren, wie man sie zu so früher Stunde sehr selten hört. Ich mag den Stil und den Einsatz der Pennywhistle bei dieser Band sehr gerne. Die Lightshow bestand größtenteils aus uririschen Farben wie grün und gelb, was bei weniger starkem Sonnenlicht sicherlich besser gewirkt hätte und das niedliche, kleine Banner ging auf der großen Bühne fast beinahe so verloren, wie die Band selbst, die sich trotzdem sichtlich Mühe gab durch Getanze und Gefeiere auf der Bühne den Platz zu nutzen.
Ansonsten kann ich über diesen Auftritt nur sagen: „Leider geil“, denn ich war zu diesem frühen Zeitpunkt des Tages noch zu verschlafen, um die Band so zu feiern, wie sie es eigentlich verdient hätten. Die Vielzahl schlafender und in der Sonne liegender Menschen, die ich gesehen habe, war ich damit auch nicht alleine. Trotzdem war der Platz nicht leer und ich muss sagen, dass ich so viel Bewegung um die Uhrzeit bisher eigentlich selten auf einem Festival beobachtet habe. Es war ein bisschen Schade, dass das Breeze dieses Jahr offenbar auf den Einsatz von Wasserwerfern verzichtet hat, die ich gerade um die Mittagsstunde herum oft gesehen und für sehr angenehm befunden habe. Meine besonderen Highlights waren die sehr schnelle Version von „What shall we do with the drunken sailor?“ und endlich auch eine Version von „Johnny I hardly knew ya!“ (Ich schrieb ja gestern schon bei SISTER, dass mich der Song zum Tanzen animiert und jetzt war das natürlich zum Abschluss des Sets auch passend wie Ale und Whiskey in einem Irish Pub.)
(Julia J. Wehning und Lena Brenstein)

Setlist
  1. Intro – Game Of Thrones
  2. Galway Races
  3. Donegal Danny
  4. Molly Malone
  5. Into The Night
  6. Whup Jamboree
  7. Drunken Sailor Song
  8. If I Could Be The Pope
  9. Beggarman
  10. Finger In The Pie
  11. Keep On Drinking
  12. Drunken Lullabies
  13. Johnny I Hardly Knew Ya

Ein bisschen nervig ist die Tatsache, dass zwischen den einzelnen Auftritten immer dieselbe Werbung für Bandalben von Bands gespielt wurde, die teilweise nicht einmal auf dem Breeze anwesend waren. Ich denke, die Werbungen werde ich irgendwann senil im Altersheim noch vor mich hinsprechen können. – In diesem Sinne: Relevante Hinweise, wie der Hinweis auf die wirklich sinnvolle Dosenpfandaktion (bei der man seinen Dosenpfand für einen guten Zweck direkt auf dem Festival spenden kann) sind ja in Ordnung, aber bitte, bitte haltet doch wenigstens ein bisschen mehr Abwechslung, wenn es denn schon sein muss, dass man über die faszinierenden kommerziellen Neuanschaffungen informiert werden muss, die man im Metalbereich so tätigen kann. (Julia J. Wehning und Lena Brenstein)

11:55-12:40 Uhr — THE NEW ROSES (Summer-Stage)

„Willkommen zur „Breakfast Rock n‘ Roll Party“!“ hieß es direkt im Anschluss an FIRKIN auf der Summerstage, als THE NEW ROSES die noch leicht verschlafenen Breezer mit einer ordentlichen Portion Rock n Roll zu versorgen. Sie vertraten damit XANDRIA, die leider aus krankheitsbedingten Gründen ihren Gig absagen mussten. Dies taten sie mit geiler Instrumentenführung und einer makellosen Show, die bei mir wenig mehr zu wünschen übrig ließ, als ein Alleinstellungsmerkmal zu anderen Rockbands. Die rauchige Stimme von Fronter Timmy Rough ist für den Stil sehr passend. Leider war es zu dieser Mittagsstunde bei blauem Himmel sengend heiß vor der Summer Stage. Zu dieser Mittagsstunde fanden sich leider nicht allzuviele Leute ein, die den Auftritt genießen wollten. Erst gegen Ende sah man immer mehr Menschen und auch ein bisschen Bewegung, was wirklich sehr schade ist, da THE NEW ROSES wirklich alles gegeben haben.
(Julia J. Wehning, Amrei und Lena Brenstein)

Setlist
  1. Thirsty
  2. Gimme Your Love
  3. Whiskey Nightmare
  4. My Hate Survives
  5. It’s A Long Way
  6. Wild Heart
  7. Devil’s Toys
  8. Without A Trace
  9. More Than A Flower

Auf dem Weg zur T-Stage konnte ich dann noch das Boot von Amon, samt geiler Figuren der Bandmitglieder aus Roteichenholz neben der Camelstage bewundern (und anfassen). Die Schlange am Merchstand war zu diesem Zeitpunkt quasi unverändert lang und umfasste wie am Vortag mehrere hundert Meter (oder zeitlich gesagt: Vier oder mehr Stunden Wartezeit.)
(Julia J. Wehning)

12:00-12:45 Uhr — FIT FOR AN AUTOPSY (T-Stage)

Schon von Weitem war klar: FIT FOR AN AUTOPSY war auf der T-Stage angekommen und sie war dort, um ein ordentliches Abrissfest zu veranstalten. Ich muss jetzt hier mal völlig ehrlich gestehen, dass American Deathcore nicht so sehr meine Musikrichtung darstellt. Trotzdem kann ich ganz offen gestehen, dass hier in meinen Augen und Ohren technisch alles makellos auf den Punkt gebracht wurde. Ich mag auch das sehr melodiöse Gitarrenspiel im Zusammenspiel mit den harten Growls sehr. Ich fand sogar eins zwei Lieder richtig hörbar und das will was heißen. Es war direkt zu Beginn schon ein, wenn auch kleiner, Pit vor der Bühne vorhanden. Das kann man den Musikern durchaus hoch ansehen, denn das hatte zu dieser Uhrzeit auch auf dem diesjährigen Breeze bei weitem nicht jede Band geschafft. In den hinteren Reihen sah man erwartungsgemäß trotz des Frühsportes viele müde Gesichter. (Julia J. Wehning und Lena Brenstein)

Setlist
  1. Saltwound
  2. Do You See Him?
  3. Hydra
  4. Heads Will Hang
  5. Iron Moon
  6. Black Mammoth
  7. The Jackal
  8. Still We Destroy
  9. Absolute Hope Absolute Hell

12:45-13:15 Uhr — ERDLING (Camel Stage)

Dann mal auf zu ERDLING! Diesem melodiösen Gothik-irgendwas kann ich leider mal so gar nix abgewinnen und abgesehen davon, dass mir das, was da auf der Bühne war deutlich zu poserig und klischeehaft erschien, suchte ich den Sinn in den Texten teils vergeblich. – Und das meine ich nicht auf die geheimnisvolle „Man muss halt ein bisschen interpretieren“-Art, sondern mehr auf die „Ich hatte das Gefühl, dass da verzweifelt ein Reim daher musste“-Weise. Vielleicht bin ich auch ein bisschen zu anspruchsvoll, immerhin ist ERDLING eine der wenigen deutschsprachigen Bands des Festivals gewesen und bei englischen höre ich halt auch einfach oft nicht so viel hin.
Auf der anderen Seite standen vor der Camelstage doch einige Fans versammelt, die teils die Texte wahnsinnig gut mit grölen konnten und auch ziemlich vor der Bühne gefeiert hat. Man kann also der ganzen Sache zu Gute halten, dass die Band für meinen persönlichen Geschmack ganz offensichtlich nichts kann und ihren Job gut gemacht hat. Da saßen die Gitarrenakkorde gut, die Bühnenshow war nicht schlecht und die Atmosphäre stimmte. Ich gebe also trotzdem mal mein erhobenes Däumchen für eine im Endeffekt gelungene Show.
(Julia J. Wehning)

Setlist
  1. Intro
  2. Mein Element
  3. Angst
  4. Es gibt dich nicht
  5. Du bist Soldat
  6. Absolutus Rex
  7. Phönix
  8. Blitz und Donner

12:50-13:35 Uhr — WHILE SHE SLEEPS (Breeze Stage)

Melodiöse Gitarre, einen intensiven Growl und eine sehr agile Band namens WHILE SHE SLEEPS konnte man dann auf der Breeze Stage sehen. Die Briten machten schnell klar, dass sie nicht gekommen waren, um in Ruhe Tee zu trinken und die Meute vor der Bühne dankte es, indem sie ordentlich zu einem Metalcore sprang und tanzte der den harten Kern des Metall dort traf, wo es hinmusste. Bei so viel Bewegung auf und vor der riesigen Breeze Stage, war schnell klar, dass diese Band direkt auf die große Hauptbühne gehört, hatten doch andere Bands dagegen fast verschüchtert und verloren auf den reichlich großen Brettern gewirkt. Fronter Lawrence hatte eine große Vorliebe dafür, wie ein Wasserspeier am Bühnenrand zu knien und das sah auch Hammer gut aus. Eine Wall of Death aus der ein sehr ansehnlicher Circle Pit entstand, gab es direkt oben mit drauf.
(Julia J. Wehning und Lena Brenstein)

Setlist
  1. You Are We
  2. Civil Isolation
  3. Seven Hills
  4. Brainwashed
  5. Feel
  6. Four Walls
  7. Silence Speaks
  8. Hurricane

13:15-14:00 Uhr — OCEANS ATE ALASKA (T-Stage)

Nun, dann gab es für mich schnell ein Bratenbrötchen auf die Hand, der Becher wurde nochmal mit Wasser nachgefühllt und die Mütze mit kaltem Wasser getränkt. – Dinge, die man so tut, wenn man in der brütenden Sonne unterwegs ist und keine Intentionen hat all zu schnell in den Schatten zu flüchten. Mein nächstes Ziel waren OCEANS ATE ALASKA, die ich bis dato nicht kannte. Ich gebe neuen Bands aber ja sehr gerne eine Chance, außerdem hatte mich der Metalcore ja schon bei WHILE SHE SLEEPS gepackt.
Als ich aber dann vor der Bühne stand, fragte ich mich erstmal, was das da für ein stiltechnisches Durcheinander ist, das ich höre. Immerhin kann man der Band zu Gute halten, dass sie etwas sehr eigenes hat. Für mich mutete der Gesang teilweise zu sehr nach Sprechgesang an und ich fand die Mischung aus ruhigen, fast choralartigen Tönen vom Band, die danach direkt von der harten LiveMusik übertönt wurden irgendwie nicht ganz passend. Die Growls gingen leider auch oft sehr ungünstig in der vorherrschenden Gitarre unter.
Extrem voll war der Bühnenvorplatz ebenfalls nicht. Die Fans standen bis zum ersten Wellenbrecher und waren bis zu diesem auch ordentlich in Bewegung.
(Julia J. Wehning)

Setlist
  1. Benzaitan Intro
  2. Blood Brothers
  3. Covert
  4. Floor Boards
  5. Clocks
  6. No Strings
  7. Drunk In Love
  8. Hansha
  9. High Horse
  10. Equinox
  11. Escapist

13:45-14:30 Uhr — MISS MAY I (Summer Stage)

Eine absolute Horrorvorstellung für mich ist es in den Urlaub zu fliegen und mein Koffer geht flöten. Aber was muss das erst für ein Gefühl für eine Band sein, wenn das komplette Equipment abhandenkommt?! Genau dieses Schicksal ereilte MISS MAY I. Also was tun ohne Equipment auf einem Festival? Genau, man fragt andere Bands, ob diese einen für diesen Auftritt aushelfen könnten. Und Zack, standen die Jungs um Levi Benton pünktlich auf der Bühne mit komplett ausgeliehenem Zeug, aber einem absolut eigenen Metalcore. Jetzt sage noch mal einer Metaler seien keine sozialen Menschen!!! Dazu hatte Mutter Natur mit drei tief über der Bühne kreisenden Bussarden auch noch einen sehr atmosphärischen Zusatz zu der Show beiszusteuern. Zugegeben, die Uhrzeit zu der die Jungs spielen mussten, war jetzt nicht der Hit, aber das stellte absolut kein Hindernis dar eine kleine Metalcore-Abrissparty mit den Fans zu starten. Gesangs- und Screamparts befanden sich dabei in einem genialen Wechsel, der mich teilweise verwundert auf der Bühne nach einem vermeindlichen zweiten Sänger suchen ließ. Levi kann sich aber sehr formidabel und mit einer sehr abwechslungsreichen Stimme selbst anschreien. Zwar war der Auftritt eher mittelmäßig besucht aber die Anwesenden feierten für zwei und wurden von Levi ordentlich angeheizt immer weiter zu eskalieren. Der Auftritt bewies mal wieder, dass gerade die vermeintlich kleinen Bands das Publikum oft am besten im Griff haben.
(Amrei und Julia J. Wehning)

Setlist
  1. Lost In The Grey
  2. Deathless
  3. Relentless Chaos
  4. Casualties
  5. Hey Mister
  6. Swallow Your Teeth
  7. My Sorrow
  8. Forgive And Forget
  9. Under Fire
  10. Shadows Inside

14:00-14:30 Uhr — FIGHT THE FIGHT (Camel Stage)

FIGHT THE FIGHT ist wirklich nichts für schwache Nerven. Ich meine mal ernsthaft: Erst werde ich in feinster Metalmanier angeschrieen, obwohl ich gar nichts verbrochen hat und dann pöbelt auch noch ein sehr motivierter Lars Vegas das versammelte Publikum mit „Fuck you!“ an. Der stiltechnisch sehr eigene Einlauf der da von der Bühne runterschallte und das geniale Gitarrenspiel, wurden von einer reichlich erschienenen Menschenmenge mit Headbangen und Pommesgabeln gefeiert – und wenn ich ehrlich bin: Auch von mir!
(Julia J. Wehning und Lena Brenstein)

Setlist
  1. Fight The Fight
  2. Patient Zero
  3. This Is War
  4. My Emperor
  5. Perfect Combination
  6. No Skin, No Armor
  7. The Edge

14:30-15:15 Uhr — WITHING THE RUINS (T-Stage)

Als eine der wenigen Bands, die so ganz ohne Banner auf der T-Stage stand belieferte uns WITHING THE RUINS mit einem Deathcore, der zum Prügeln einlädt. Zunächst war der Platz nicht so ganz voll, doch füllte sich zusehends und ziemlich schnell, nachdem auch der allerletzte Ton von FIGHT THE FIGHT verklungen war. Danach war der Platz richtig gut voll und gut angeheizt waren die Fans entweder schon vorher, oder waren es spätestens bei dieser Prügelmucke, die da zum Allerbesten gegeben wurde. Leider hab ich ihren Auftritt nicht mehr ganz mitbekommen können. Nachdem ich ja schon eine ganze Weile tanzend in der Sonne gestanden hatte, hab ich die Prügelmucke dann irgendwann Prügelmucke sein lassen und bin für eine wohlverdiente Pause richtung Zelt gepilgert.
(Julia J. Wehning)

Setlist
  1. Gods Amongst Men
  2. Beautiful Agony
  3. I, Blaspheme
  4. Feeding Frenzy
  5. Invade
  6. Terminal
  7. Solace
  8. Death Of The Rockstar
  9. The Other
  10. Calling Card

14:40-15:40 Uhr — WHITECHAPEL (Breeze Stage)

Meine Kollegin war in der Pause, also hieß es für mich nun: Aufgestanden, Zähnegeputzt, Konterbier getrunken und ab zu WHITECHAPEL. Na gut, eine kleine Verzögerung gab es noch, da im VIP-Bereich ein Bobbycarrennen von Statten ging, welches natürlich nicht verpasst werden durfte. Ich bin stark dafür, dass sie das im nächsten Jahr auch für alle sichtbar machen. Jawohl!
Als ich mich dann durch eine beträchtliche Menge an Deathcore-Enthusiasten gekämpft hatte, um einen Platz zwischen den beiden FOH’s (ZWEI FÜR EINE BÜHNE!) zu ergattern, brüllte Fronter Phil Bozeman gerade die letzten Töne von „Faces“ in Richtung der Masse. Erster Eindruck: VERDAMMT, ist diese Bühne riesig! Und SCHÖN! An dieser Stelle fiel mir das erste Mal der wirklich atemberaubende Sound auf, den die Soundcrew da aus den Boxen blasten ließ. Großen Respekt an die Techniker!
Jetzt aber zu WHITECHAPEL. Für einen derart heißen, frühen Nachmittag waren sowohl die Anzahl, als auch der Einsatz der Fans beeindruckend. Ein Circlepit nach dem anderen wurde von Phil ausgerufen oder einfach dreist ohne Aufforderung gestartet. Noch schienen alle voller Energie und weniger voller Bier zu sein.
Man hat gespürt, das WHITECHAPEL mittlerweile viel Erfahrung an der Live-Breakdown-Orgel haben: Keine großen Worte, nur sauber geprügelte Songs und gute Laune auf der Bühne. Nach mittlerweile sieben Studioalben der US-Amerikaner kein großes Wunder. Insgesamt ein beeindruckendes, erstes persönliches Konzert auf der neuen Stage. Habe ich schon erwähnt, dass sie genial ist…?
(Carsten)

Setlist
  1. The Saw Is The Law
  2. Faces
  3. Our Endless War
  4. I, Dementia
  5. Elitist Ones
  6. Let Me Burn
  7. Possibilities Of An Impossible Existence
  8. Tremors
  9. Diggs Road
  10. Exile

15:50-16:50 Uhr — OBITUARY (Summer Stage)

Heavy groovender Basssound auf der Hauptbühne… Kein Zweifel OBITUARY haben die Bretter geentert und die letzten Wolken vertrieben, indem sie ihrerseits ein beeindruckendes Death-Metal Gewitter der alten englischen Schule über die Menge schicken. Nach dem Set fühlt sich mein Unterbauch an, als seien meine Innereien neu angeordnet worden. DAS nenne ich mal amtlich! Und trotz diverser technischer Probleme, die mit Professionalität und einer Prise britischen Humors nahezu ignoriert wurden, kann man hier nur demütig vom Platz gehen.
(Rico Skerra)

Setlist
  1. Internal Bleeding
  2. Turned Inside Out
  3. Chopped In Death
  4. Visions In My Head
  5. Sentence Day
  6. Lesson in Vengeance
  7. Dying
  8. Find The Arise
  9. 10.000 Ways To Die
  10. No

17:00-18:00 Uhr — AUGUST BURNS RED (Breeze Stage)

Auf dem Weg zur Stage kamen mir Mengen von Menschen entgegen, und es schoß mir der Gedanke durch den Kopf, wo wollen denn die Leute hin ? Ich bin dann einfach mal hinterhergetrieben und fand mich irgendwann fast unvermittelt vor der Breeze Stage und bei AUGUST BURNS RED wieder, wo sich ein lockeres Feld von Fans und all jenen, die es noch werden sollten gebildet hatte. Schade. Dem Strom nach zu urteilen hätte ich mehr Publikum erwartet und dem Sound, der da in genialer Weise auf der Bühne produziert hat, hätte ich es auch erwartet. Starke Breakdowns jagten komplexe Riffs und wurden dabei von traumhaften Stops unterbrochen. Das nenne ich mal: Kreativ und auf den Punkt! Ganz im Sinne des von der Band gecoverten Britney Spears Songs „Baby one more time“ möchte ich auch hoffen, dass dies nicht mein letztes Mal gewesen ist, dass ich sie gesehen, gehört und erlebt habe.
(Hannah und Julia J. Wehning)

Setlist
  1. Truth Of A Liar
  2. Up Against The Ropes
  3. Back Burner
  4. Composure
  5. The Eleventh Hour
  6. Black Sheep
  7. American Dream
  8. Invisible Enemy
  9. Empire
  10. Martyr
  11. Ghosts
  12. White Washed

17:00-17:45 Uhr — LONG DISTANCE CALLING (T-Stage)

Wer keinen Bock mehr auf Geprügel hatte, hatte nun die Möglichkeit auf der T-Stage eine angenehme Abwechslung zu erleben. Ich muss gestehen, ich war mehr als angenehm überrascht. Am späten Nachmittag luden LONG DISTANCE CALLING zur 45 minütigen instrumental-rockigen Session ein. Nur instrumentaler Rock und kein Gesang, klappt das? Und wie das klappt!!! In diesen 45 Minuten wurden nur sechs Lieder gespielt, was vielleicht anfangs etwas irritierend sein mag, aber wenn man bedenkt, dass so ein Lied mal eben sieben Minuten oder länger sein kann, wunderte einen das dann auch nicht mehr wirklich. Kopf ausschalten, Augen schließen und sich einfach zu der Musik zu bewegen war die Devise. Einfach nur schön. LONG DISTANCE CALLING sind auf dem Breeze Wiederholungstäter aber zum ersten Mal durften sie bei Tageslicht performen und nach der Aussage des Leaders zu urteilen, fand die Band das super. Sie spielten einen bunten Mix aus neuen und alten Liedern, die beim Publikum auf Begeisterung stießen. Bei manchen Menschen musste ich mich allerdings doch hin und wieder fragen, was die geraucht oder anderes konsumiert hatten. Teilweise war das dann doch etwas befremdlich.
(Amrei)

Setlist
  1. Into The Black Wide Open
  2. The Figrin D’an Boogie
  3. Trauma
  4. Black Paper Planes
  5. Arecibo
  6. Metulsky Curse Revisited

18:10-19:10 Uhr — LIFE OF AGONY (Summer Stage)

Einflüsse, unter Anderem von Black Sabbath, Pink Floyd und Metallica fügen sich bei LIFE OF AGONY dynamisch in echtes Stilgefühl und Emotion. Auch wenn die Band sich kurzzeitig trennte, um sich danach wiederzufinden, hat sich das scheinbar nicht auf den Sound ausgewirkt, denn was da auf dem Breeze geboten wurde war professionell und chaos gab es nur beim Abriss vor der Bühne.
Die aus Brooklyn stammende Sängerin Mina Caputo versteht es die Menschen zu fesseln, ab der ersten Note!
Mit dem im April 2017 erschienenen Studioalbum „A Place Where There’s No More Pain“ machen sie es den Fans gewiss nicht leicht, jedoch wird das Einhören belohnt. Die Band ist hohe Kost, aber technisch einwandfrei und auf den Punkt perfekt. Somit wird auch trotz einiger Hater, die ich mir anhören durfte, ihre heutige Bühnenpräsenz legitimiert.
(Hannah und Julia J. Wehning)

Setlist
  1. River Runs Red
  2. This Time
  3. Method Of Groove
  4. Love To Let You
  5. Lost At 22
  6. Weeds
  7. World Gone Mad
  8. My Eyes
  9. Bad Seed
  10. Through And Through
  11. Underground

18:15-19:00 Uhr — DECAPITATED (T-Stage)

Da geht man zu DECAPITATED und erwartet einen ordentlichen Abriss vor der Bühne und wird dann leider ein bisschen enttäuscht. Kenne ich diese Band ansonsten mit vielen Pits und amtlicher Prügelei, so war leider im halbwegs zahlreich erschienenen Publikum kaum etwas los. Ich hatte eher den Eindruck die meisten warteten auf SUFFOCATION und nahmen die Band davor „einfach mal so mit“ ohne sich wirklich bewegen zu wollen. Dabei war der Sound vor der Bühne erstaunlich fett und ich hätte der Band da echt mehr gewünscht.
(Julia J. Wehning, Hannah)

Setlist
  1. Deathvaluation
  2. Kill The Cult
  3. Post (?) Organic
  4. Day 69
  5. Never
  6. Earth Scar
  7. Spheres Of Madness
  8. Homo Sum

19:00-19:45 Uhr — MOONSPELL (Campsite Circus)

MOONSPELL gab es ja auf dem Summerbreeze gleich zwei Mal zu sehen. Einmal im Campsite Cirus und einmal auf der T-Stage. Ich nehme es mal vorweg für alle, die jetzt zur nächsten Band weiterscrollen wollen ohne sich mein Gegreine anzuhören: Moonspell haben wir nicht im Zelt des Campsite Circus gesehen und ich erwähne sie nur, um einen negativen Punkt an der Organisation des diesjährigen Summerbreezes weiter auszuführen.
Den Campsite Circus konnte man nur mit einem speziellen Bändchen betreten, das man über eine Facebook-Verlosung erhalten konnte (oder man musste als einer der Ersten in der Schlange stehen und hoffen, dass man ohne Bändchen reingelassen wurde, um das Zelt aufzufüllen). Da wir vom Presseteam davon ausgegangen sind, dass wir wie üblich über die meisten Bands des Festivals berichten dürfen, haben wir uns um solche Bändchen im Vorfeld nicht bemüht. Das wäre jetzt theoretisch nicht so arg schlimm gewesen, wenn das Summerbreeze hier eine klare Linie gezeigt hätte. In Wahrheit verlief es aber so, dass unser Reporter am Eingang zu MOONSPELL scheiterte, während man bei anderen Auftritten (und anderen „Türstehern“) weniger bis gar keine Probleme hatte als Pressemitglied ins Zelt gelassen zu werden.
Das war nicht das einzige Mal, dass man das Gefühl hatte, die Angestellten vom Summerbreeze wüssten nicht ganz genau, was sie mit der Presse vor Ort machen sollten. Zum Beispiel gab es dieselbe Verwirrung an den Duschen. – Erst waren sie kostenpflichtig, dann wieder nicht, dann wieder doch, dann wieder nur mit einem speziellen Bändchen, dass sich von den üblichen „shit and Shower“-Bändchen unterschied… und dann wieder doch. Irgendwie hab ich da lieber meine schlappe 2,50 Euro pro Duschgang gezahlt, die ich tatsächlich für sehr vertretbar halte, ohne mich mit den Leuten am Eingang jedes Mal wieder aufs Neue darüber zu unterhalten, dass eigentlich niemand so recht weiß, wo der Hase läuft.
Was den Campsite Circus betrifft mussten wir eigentlich für jeden Auftritt neu zum Zelt gehen und schauen, ob die dort stehenden Menschen ein klares „Nein!“, eine Grundlage zum diskutieren oder ein „Klar! Kommt rein! Warum fragt ihr hier überhaupt, ob ihr rein dürft?“ zu bieten hatten.
(Julia J. Wehning)

Setlist
  1. Breathe (Until We Are No More)
  2. Opium
  3. The Last of Us
  4. Domina
  5. Nocturna
  6. Something Fast
  7. Alma Mater

19:20-20:20 Uhr — DEVIN TOWNSEND PROJECT (Breeze Stage)

Mein persönliches Highlight am heutigen Tage, DEVIN TOWNSEND PROJECT. Eigentlich könnte man den Gig mit einem Wort beschreiben: Episch! Herr Townsend ist ein begnadeter und gleichzeitig besessener Stimmakrobat. Es war mir und einer eingeschworenen Anhängerschaft unmöglich sich seiner Faszination zu entziehen. Devin Townsend hört man nicht im Vorbeigehen, vielmehr wird man für kurze Zeit auf den Planeten Townsend eingeladen und wird dort für die Zeit des Gigs ein patriotischer Bürger, der seinen König frenetisch feiert. Der Song „Kingdom“ wird sich wohl für immer in meine Seele eingraviert haben und dürfte auch per Exorzismus nicht mehr zu entfernen sein.
(Hannah und Julia J. Wehning)

Setlist
  1. Rejoice
  2. Stormbending
  3. Failure
  4. Deadhead
  5. Supercrush
  6. March Of The Poozers
  7. Kingdom
  8. Grace
  9. Higher

19:30-20:15 Uhr — SUFFOCATION (T-Stage)

SUFFOCATION zerhackten im Stakkato die T-Stage und machten dabei keine Gefangenen. Das bot der bis zum zweiten Wellenbrecher dicht gedrängten Masse vor der T-Stage ordentlich Gelegenheit zum Circlepitten und Moshen. Dafür bedurfte es auch keiner Aufforderung des Shouters mehr, denn das Publikum war ordentlich angeheizt. Da wurde der Kopf gewackelt, die Beine bewegt und die Fäuste erhoben! (Rico Skerra und Julia J. Wehning)

Setlist
  1. Thrones Of Blood
  2. Pierced From Within
  3. Return To the Abyss
  4. Funeral Inception
  5. Clarity Through Deprivation
  6. Effigy Of the Forgotten
  7. Liege Of Inveracity
  8. Catatonia
  9. Infecting The Crypts

20:30-22:00 Uhr — MEGADETH (Summer Stage)

Sehr gespannt ich war… auf den Auftritt von MEGADETH… Gut der Herr Mustain war vor der Hauptbühne nicht sonderlich gut zu hören und ist ja auch weniger bekannt für seine durchdringende Stimme, die ja gerne noch diverse Effektschleifen durchläuft, bis sie aus den Boxen schallen dar. Hier geht geht der schwarze Peter wohl eindeutig an den Mann am Mischpult! Als das Mikro dann beim 2. Stück gänzlich ausgesetzt hat, hielt auch noch der Kollege an der optischen Aufzeichnung genau auf diesen Faux Pas. Wollte ich gerade die Hande zu einer Pommesgabel in die Höhe strecken, entwickelte sich das doch zu einem Facepalm. Gottseidank besserte sich der Sound im Laufe des Sets noch, sodass man dann auch noch ein bisschen feiern konnte. Die Songauswahl gab einen wunderbaren Querschnitt durch die Schaffensperiode der Band . Gerade in den melodiescheren Stücken (um das Wort „Ballade“ zu vermeiden) kam nun Mustains Stimme tatsächlich gut zum Ausdruck und verursachte mit seinem einzigartigen Klang spontan eine Entenpelle. Anfangs des Sets noch sehr virtuos an der Gitarre unterwegs, um das eigenen Können eindrucksvoll zu beweisen, ergingen sich die Saitenzupfer schließlich für meinen Geschmack etwas zu sehr in Soli. Mit Einbruch der Abenddämmerung und den damit einhergehenden melodischen Stücken, kam allerdings eine gewaltige Atmosphäre auf. Dieser letzte Eindruck bleibt haften!
(Rico Skerra und Julia J. Wehning)

Setlist
  1. Hangar 18
  2. The Threat Is Real
  3. Wake Up Dead
  4. In My Darkest Hour
  5. Sweating Bullets
  6. Conquer Or Die
  7. Trust
  8. A Tout Le Monde
  9. She Wolf
  10. Poisonous Shadows
  11. Tornado Of Souls
  12. Dystopia
  13. Symphony Of Destruction
  14. Peace Sells … But Who’s Buying?
  15. Mechanix
  16. Holy Wars

21:00-21:45 Uhr — FIDDLER’S GREEN(Campsite Circus)

Während unser Kollege an der Eingangskontrolle zum Campsite Circus gescheitert ist, haben ich und eine Kollegin uns ein bisschen reingequatscht und wurden Zeugen eines der meiner Meinung nach genialsten Konzerte auf dem Breeze. – Wie die meisten Bands konnte man auch FIDDLER’S GREEN auf dem Festival zwei Mal erleben. Einmal in Akkustik und einmal in „Plugged“.
Schon beim Eintreten in das Zelt fiel das wunderbar illustrierte, rote Backdrop auf, das stilecht einen Irish Pub darstellte. Ansonsten fiel ebenfalls auf, wie warm das Zelt war, obwohl noch gar nicht all zu viele Leute zugegen waren. Ein Test der Nebelmaschine komplettierte das Gefühl von Sauna noch und machte es den Fans, die sich zuvor noch über ihren Gewinn, oder die Tatsache, dass das Anstehen in der Schlange sich gelohnt hatte, freuten, etwas schwer sich wirklich über ihren Gewinn zu freuen. Viele verließen das Zelt leider schon frühzeitig vor Ende des Auftrittes.
Zunächst waren die Leute allerdings noch wie Konserven gepresst, was sie vor allem in den hinteren Reihen, wo noch etwas Frischluft vorhanden war nicht davon abhielt zu Feiern und zu Tanzen. Als besonderes I-Tpüfelchen des Konzertes gab es von den Fiedlern in altbekannter und genialer Folk-Tradition den Song „Mary Mack“, den sie seit Jahren nicht gespielt hatten und auch ansonsten gab es ein Highlight nach dem anderen zu sehen. – Viel mehr, als ich jemals aufzählen könnte. Am Ende waren die Jungs von FIDDLER’S GREEN offenbar so angetan von ihrem eigenen Konzert, dass sie noch drei Nummern mehr als geplant zum Besten gaben, eine Reihe sehr spezieller Soli gaben („An dem Ding mit dem Schlauch dran“, „Auf dem Glockenspiel“, „Auf dem Schnauzer“…) und dann noch ein bisschen auf der Bühne alberten. Ein Auftritt bei dem ich mit meiner Begleitung zu „Bugger off“ Walzer getanzt habe, kann nur episch gewesen sein und als wir dann um 22:24, also mit reichlich Überzug aus dem Zelt geworfen wurden, war ich von den Höllentemperaturen und dem Tanzen im Zelt so verschwitzt, dass mir der Schweiß aus den Haaren getropft ist.
(Julia J. Wehning und Lena Brenstein)

Setlist
  1. Girls Along The Road
  2. Buccaneer
  3. A Night In Dublin
  4. The Jolly Beggar
  5. I’m Here Because I’m Here
  6. Blame It On Me
  7. Mary Mack
  8. Tam Lin
  9. Bottom Of Our Glass
  10. Star Of The County Down
  11. Yindy
  12. Pat Murphy
  13. Strike Back
  14. Bugger Off
  15. Dirty Old Town

22:00-23:00 Uhr — MOONSPELL (T-Stage)

Sofort im Eiltempo wieder rüber zur T-Stage und zu meinem persönlichen Hochlicht des Tages. Portugal! MOONSPELL! Ohne Zelt! Man kann es gar nicht genug betonen! Die offene Bühne und die aufgestellte Anlage sorgten für einen glasklaren Sound, der allen Feinheiten der Kompositionen dieser Band genug Raum bot. Sie hatten quasi die Geländeanatomie als natürliche Bassrutsche….BÄM!
Das diesjährige Breeze strotzt nur so von Jubiläen, denn abgesehen vom 20.Breeze, feierten MOONSPELL auch ihr 25-jähriges Bandbestehen und außerdem den 10.Jahrestag der Veröffentlichung ihres legendären „Irreligious“ Albums. Folgerichtig bestand das dargereichte Set aus vielen alten, klassischen Songs, die jeder Fan kennt und mitgröhlen kann. – Was sie dann auch getan haben.
Untermalt wurde dieser emotional und atmosphärisch kaum zu überbietende Gig von lustigen Gimmicks… z.b. die mit Laserpointer bestückten Handschuhe des Sängers Fernado Ribero mit denen er grüne Strahlen kreuz und quer durch die eingebrochene Dunkelheit scheuchte. Ich lehnte mich zurück, schloß die Augen, und ließ mich treiben. Göttlich! Schade, dass es die Band gegen die schwedischen Halbgötter „AMON AMARTH“ verständlicherweise so schwer hatte, dass der Bühnenraum leider nicht so voll war, wie sie es verdient gehabt hätten! An die die es verpasst haben: Leute, ihr wart auf dem falschen Konzert!!!!
(Rico Skerra und Julia J. Wehning)

Setlist
  1. Perverse… Almost Religious
  2. Opium
  3. Awake!
  4. For a Taste of Eternity
  5. Ruin & Misery
  6. A Poisoned Gift
  7. Raven Claws
  8. Mephisto
  9. Herr Spiegelmann
  10. Vampiria
  11. Alma Mater
  12. Full Moon Madness

22:10-23:40 Uhr — AMON AMARTH (Breeze Stage)

Beim diesjährigen Summerbreeze bot sich die seltene Gelegenheit zwei recht Unterschiedliche Sets von ein und derselben Band, und zwar AMON AMARTH, geniessen zu dürfen. Von dem ersten berichteten wir bereits am Mittwoch. Das zweite Set knüpft fast (Betonung auf „fast !“) nahtlos an bereits Erreichtes an. Die Bühnenschow rief alles ab, was das Breeze zu bieten hat, nebst Pyrotechnik und Nebelschwaden, Schaukampf mit Schwert und Schild. Wie man AMON AMARTH kennt, haben sie sich dabei auch an den Kostümen und der Bühnengestaltung nicht lumpen lassen. Dieses Mal gab es eine riesige Seeschlange.
Ob der Gastauftritt von Doro Pesch als Geschenk an das Festival und die Fans zu werten ist und ob Fronter Johann Heggs Aussage, sie sei die „wahre Queen of Metal“ gerechtfertigt ist, wurde bei uns im Lager danach heiß diskutiert. Ich lasse es in diesem Bericht einfach mal so ohne Wertung stehen.
Eines jedenfalls ist unbestreitbar sicher: Dieser Auftritt war episch!
(Julia J. Wehning und Hannah)

Setlist
  1. Pursuit Of Vikings
  2. As Loke Falls
  3. First Kill
  4. The Way Of Vikings
  5. At Dawns First Light
  6. Cry Of The Blackbirds
  7. Deceiver Of Gods
  8. Destroyer Of The Universe
  9. Death In Fire
  10. Father Of The Wolf
  11. Runes To My Memory
  12. War Of The Gods
  13. Raise Your Horns
  14. A Dream That Cannot Be
  15. Guardians Of Asgaard
  16. Twilight Of The Thundergod

23:30-00:30 Uhr — ARCHITECTS (T-Stage)

Die Metalcore Band ARCHITECTS aus Brighton ist der Finger im Hals derer, die nicht auf sie vorbereitet sind und auch hier haben sie wieder keinen Zweifel gelassen, dass sie ernst machen. Auf der Stage entluden sie nicht nur in ihrer Musik, sondern auch in ihren Ansagen ihre Wut und Enttäuschung über die aktuellen Geschehnisse und den Terror in der Welt und ich fand das gut. – Es ist authentisch! Der geniale Sound auf der T-Stage kam dabei dem Auftritt der Architekten sehr entgegen und lieferten zeitgleich das Handwerkszeug, um einen wahnsinnig tollen Gig zu bauen, der mit der Präzision von Winkelmaß und Zirkel ausgeführt wurde..
(Julia J. Wehning und Hannah)

Setlist
  1. Nihilist
  2. Deathwish
  3. These Colours Don’t Run
  4. Phantom Fear
  5. The Devil Is Near
  6. Broken Cross
  7. Downfall
  8. Gravedigger
  9. Gravity
  10. Naysayer
  11. A Match Made in Heaven
  12. Gone With The Wind

23:50-00:50 Uhr — IN EXTREMO (Summer Stage)

Bei ihrem zweiten Auftritt auf dem Summerbreeze ließen sich IN EXTREMO nicht lumpen und schickten schon zu Beginn ein Leuchtfeuer in Form von massig Pyro in den Himmel. Auch danach wurde noch tief in die Trickkiste gegriffen und Luftschlangen und Konfetti ins Publikum geschossen. Die Lightshow während des Konzertes war ebenfalls sehr wechselhaft und super passend. Der brennende Galgen auf der Bühne rundete das Bild noch ab und passte speziell perfekt zum Song „Feuertaufe“.
Damit machten sie schnell klar, dass das zweite Konzert auf dem Breeze und das 1000te Konzert der Band, nochmal ganz anders sein würde. Der wahnsinnig tolle, dudelsackdominierte Sound, den alle kennen und lieben wurde aufgrund dieses Jubiläums auch live im WDR übertragen. Der Jubel der Menge schallte bis hinter den Markt.
Das letzte Einhorn wechselte dabei seine Instrumente häufiger, als ich meine Unterwäsche, während desFestivals, war aber ansonsten sehr statisch und wenig bewegt. Aber mal ernsthaft: Wenn es vor der Bühne dermaßen bewegt ist, wieso dann noch selbst Sport machen?
Natürlich gehört in jedes Set von IN EX auch der „Spielmannsfluch“. Hatte man es beim vorigen Auftritt auf der T-Stage schonmal gehört, so störte es die Anwesenden offenbar gar nicht den Dauerbrenner der Band noch ein zweites Mal zu hören und zu feiern. Dass sie 10 Minuten überzogen haben, schien den meisten dabei gar nicht aufzufallen, denn das Konzert war eigentlich zeitlos!
(Julia J. Wehning und Lena Brenstein)

Setlist
  1. Intro/Requiem
  2. Feuertaufe
  3. Zigeunerskat
  4. Vollmond
  5. Störtebeker
  6. Unsichtbar
  7. Quid Pro Quo
  8. Liam
  9. Mein Rasend Herz
  10. Schwarzer Rabe
  11. Sängerkrieg
  12. Sternhagelvoll
  13. Frei Zu Sein
  14. Spielmannsfluch
  15. Pikse Palve

01:00-02:00 Uhr — WARDRUNA (Breeze Stage)

WARDRUNA war leider ein Verlierer auf der Breeze Stage, denn um dieselbe Zeit spielte ENSIFERUM auf der T-Stage und als ich mal kurz rüberlunzte, musste ich leider feststellen, dass der Großteil der hartgesottenen Feierwütigen sich dort für ein nächtliches Stelldichein eingefunden hatten. Dem Publikum, dass sich vor der Breeze Stage tummelte schienen bereits etwas die Äuglein zuzufallen. Da gab es wenig Bewegung. Was bei dieser Art von Musik aber zugegeben auch nicht unbedingt von Nöten ist. Die feine Stimme von Lindy sticht bei dieser Band, wie ich finde besonders hervor, wie ich finde.
(Julia J. Wehning und Lena Brenstein)

Setlist
  1. Tyr
  2. Heimta Thurs
  3. Runaljod
  4. Raido
  5. Isa
  6. Algier Stien Klarnar
  7. Rotlaust Tre Fell
  8. Fehu
  9. Naudir
  10. Odal
  11. Helvegen

01:00-02:00 Uhr — ENSIFERUM (T-Stage)

Zu vorgerückter Stunde entert die Mannschaft von Ensiferum die Wikingerplanken. Die Jolle von AMON AMARTH wurde ja schon zur Bar umgewidmet, bzw. vorübergehend zum Monument umgestaltet… Also nix mehr mit Ruderboot! Stattdessen bekam man die volle Breitseite an Mucke um die Ohren gehauen und so wie ENSIFERUM die Bühne abgerissen hat, bekam man den Eindruck, dass sie die Bodendielen der Bühne nutzen wollten, um sich ein neues, ganz eigenes Schiff zu basteln. Wer hier an Müdigkeit dachte, der kann nur eine medizinische Kondition haben, denn mit Pete an den Vocals war an Schlaf und Müdigkeit nicht zu denken. Vielmehr wurden die Beine zum Tanzen animiert und die Drums gaben den Takt dazu an und ließen die Menge weiterrudern. – Bis zum Morgengrauen!
(Julia J. Wehning und Rico Skerra)

Setlist
  1. From Afar
  2. Token Of Time
  3. Warrior Without A War
  4. Way Of The Warrior
  5. Heathen Horde
  6. Two Of Spades
  7. Stone Cold Metal
  8. In My Sword I Trust
  9. Lai Lai Hei

02:00-02:30 Uhr — FIRTAN (Camel Stage)

Blackmetaller gab es viele auf dem Summerbreeze. Für mich heben sich FIRTAN aus der Masser der Blackmetaller allerdings heraus. Sie verstehen es Atmosphäre und BlastBeats in Perfektion zu kombinieren und dabei nie die Melodie zu ignorieren. Dadurch werden progressive Elemente und straigther Sound gut miteinander vereinbart, was mir ansonsten bei vielen Bands des Genres fehlt. Ich persönlich bin ja der Meinung , dass eine Band wie FIRTAN es verdient hat mehr als nur die Camelstage zum Bühnenabriss zu erhalten. Eine wunderbare Einstimmung auf die letzte Band des Tages: CRYPTOPSY!
(Julia J. Wehning und Rico Skerra)

Setlist
  1. Im Licht Meiner Sonne
  2. Wogen Der Trauer
  3. Gezeiten
  4. In Lichtlosen Tiefen

02:30-03:15 Uhr — CRYPTOPSY (T-Stage)

Als Betthupferl gab es am Donnerstag des Summerbreezes die Kanadier von CRYPTOPSY auf der T-Stage zu sehen. Sie sind sehr weit gereist und waren dafür auch noch undankbar spät dran – oder eher sehr früh am Morgen. Dabei ist das, was da geboten wird weder Rausschmeissermusik, noch Gute-Nacht-Mucke und macht alles andere als müde. Es ist komplex und sehr technisch und der Auftritt wahnsinnig toll, auch wenn ich mich dem Eindruck nicht erwehren konnte, dass sich schon eine Menge Leute von der Fläche verabschiedet hatten. Die Band klang jedenfalls noch sehr nachhaltig in meinen Ohren nach, als ich mich schließlich in meinen Schlafsack wickelte.
(Julia J. Wehning und Rico Skerra)

Setlist
  1. Crown of Horns
  2. Slit Your Guts
  3. Graves of the Fathers
  4. Dead and Dripping
  5. Benedictine Convulsions
  6. Phobophile
  7. Lichmistress
  8. Orgiastic Disembowelment