MPS Luhmühlen 2026 – Das Ende einer Ära

Alljährlich am ersten September-Wochenende findet das MPS in Luhmühlen statt, auch geläufig als die „Fette Heide“ (seit das „Fette Ö“ in Hamburg Öjendorf nicht mehr stattfindet zumindest). Der Termin in diesem Jahr war in einer Hinsicht ein ganz besonderer, markierte er doch gleichermaßen das Ende der Saison wie auch den Abschied von der Musikarena und den großen Bands, wie zum Beispiel SALTATIO MORTIS, VERSENGOLD und FEUERSCHWANZ. Wenn das mal kein Anlass ist, das Wochenende in vollen Zügen auszukosten und das Ende einer MPS-Ära gebührend zu zelebrieren.

 

Der Freitag:

Los ging es am Freitagnachmittag mit einem Besuch in der Musikarena, denn bevor am Samstag auch der Markt seine Tore für die Besucher öffnen würde, ging es am Freitag zunächst noch etwas überschaubarer zu. Auf dem Programm standen insgesamt vier Bands sowie eine Märchenstunde. Die Bühnen offiziell eröffnen durften um 16:30 Uhr dann die Jungs von HAGGEFUGG. Das Wetter zeigte leider wenig Erbarmen mit den Besuchern, die sich bis dahin vor der Festival-Bühne versammelt hatten, und so waren wir mehr oder weniger konstantem, wenn auch glücklicherweise nicht allzu starkem Regen ausgesetzt. Doch um das ganze positiv zu betrachten: zumindest konnten wir uns in Anbetracht der Wetterlage darüber freuen, dass ausnahmsweise mal kein Feuerverbot aufgrund von zu großer Trockenheit auf dem Gelände verhängt werden musste. Mit rockigen Dudelsack-Klängen machten HAGGEFUGG direkt gut Stimmung und überzeugten das Publikum mit Stücken wie „Märchenwald“ oder auch „Hexenkessel“. Was die Band aus dem Kölner Raum unter anderem auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie in ihre auf den ersten Blick eingängige und partytaugliche Musik auch immer wieder ernste Themen verpacken. So handelt der Song „Brennende Welt“ beispielsweise vom Leben mit Depressionen, während „Märchenwald“ eine Aufforderung zum kritischen Denken in einer Welt voller Desinformationen darstellt. Wie im Flug vergingen die 90 Minuten von HAGGEFUGs Set und ehe wir uns versahen, war es an der Zeit für die nächste Band.

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Für diese mussten wir einmal die Bühne wechseln und so wanderten wir hinüber zur MPS-Bühne, wo SUBWAY TO SALLY bereits in den Startlöchern standen. Diese Band bedarf wohl keiner Vorstellung mehr, gehört sie doch seit Jahren zum festen Live-Inventar vom MPS und ist ein in der Mittelalter-Szene mehr als etablierter Name. Entsprechend verwunderte es wenig, dass sich bereits zahlreiche Fans vor der Bühne eingefunden hatten und direkt um zum Opener „Was ihr wollt“ lautstark mitsingen konnten. Frontmann und Sänger Eric Fish führte uns durch ein Set, welches Altes mit Neuem vermischte und bei dem Klassiker natürlich nicht fehlen durften. Zu „Kleid aus Rosen“ ließ er sich aus dem Publikum ein Schild reichen, auf welchem die Songzeile „Meister, Meister, gib mir Rosen“ geschrieben stand und eine rote Rose angeheftet war. Dies kommentierte er schmunzelnd mit der Aussage, dass er an diesem Tag leider keine roten Rosen dabei habe, da er sich dachte „zu einer Beerdigung bringt man weiße Rosen mit“. Und auch wenn dies in der Tat SUBWAY TO SALLYs Abschied vom MPS darstellte, so war von Trauerstimmung dennoch wenig zu spüren – ob bei „Post Mortem“, dem „Veitstanz“ oder auch dem obligatorischen Schlusssong „Julia und die Räuber“, das Publikum feierte ausgelassen mit und hatte seinen Spaß.

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Nun gab es erst einmal eine kleine „Unterbrechung“ vom musikalischen Programm des Abends und es wurde Zeit für die MPS-Märchenstunde der Heiligen Dreischeußlichkeit (kurz auch DHDS). Der Kern der Truppe besteht aktuell aus Bruder Rectus, dem hässlichen Hans sowie Schankwirt Carlo. Gemeinsam erzählen sie auf dem MPS bei ihren Märchenstunden abgewandelte Versionen von Märchenklassikern, gewürzt mit reichlich derbem Humor und entfremdet durch, nun ja, nennen wir es mal viel kreative Freiheit. Dieses Mal dran glauben musste die Geschichte von Robin Hood, welche für zahlreiche Lacher und eine unterhaltsame Pause zwischen den Bands sorgte.

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Nach dem Ende der Märchenstunde ging es wieder musikalisch weiter, nebenan auf der Festival-Bühne standen nämlich schon die WARKINGS in den Startlöchern. Anders als bei den meisten anderen Bands auf dem MPS handelte es sich hierbei zur Abwechslung mal nicht um einen „Stammgast“. Zwar hatte ich die WARKINGS erst vor einigen Wochen auf dem Elbriot-Festival das letzte Mal gesehen, jedoch hatten sie dort einen eher kurzen Slot zur Mittagszeit gespielt, und so freute ich mich nun über die Gelegenheit, mir noch einmal ein Set in voller Länge von ihnen anhören zu können. Mit Mittelalter hat die Band zwar eher wenig zu tun, dennoch fügte sie sich recht gut in das MPS-Gefüge ein – hier tat insbesondere die Aufmachung der einzelnen Bandmitglieder als „Warkings“ (Wikinger, Highlander, Spartaner und Tribun) ihr Übriges. Für einen Teil ihrer Songs holten sie zudem Sängerin „Morgana le Fay“ als zusätzliche Unterstützung mit auf die Bühne. Abseits von einer feurigen und actionreichen Show, die fürs Auge viel zu bieten hatte, wussten sie Luhmühlen mit 90 Minuten solidem Power-Metal von sich zu überzeugen – insbesondere hervorzuheben ist hierbei der kraftvolle Gesang von Frontmann Georg Neuhauser alias „Tribun“.

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Krönender Abschluss des Abends war dann um 22:30 Uhr die Show von FEUERSCHWANZ. Zunächst betraten die beiden Schildmaiden Deila und Yennefer die Bühne und schwenkten Fahnen mit dem FEURSCHWANZ-Logo, dann kam auch der Rest der Band hinzu und stieg mit „Drunken Dragon“ vom aktuellen Album „Knightclub“ ein. Eben jenes Album stand generell hoch im Kurs an diesem Abend und dominierte die Setliste, wenngleich selbstverständlich auch ältere Songs nicht ganz fehlen durften. Wobei „älter“ hier relativ zu betrachten ist, ihre musikalischen Ursprünge hat die Band nun ja schon seit längerem fast zur Gänze aus ihrem Live-Katalog gestrichen – der älteste Song, den wir in Luhmühlen zu hören bekamen, war der „Schubsetanz“ aus dem Jahr 2018. Bei diesem (sowie auch beim Rest der Show) ging es im Publikum ordentlich zur Sache und so musste das Lied leider aufgrund von Zwischenfällen im Moshpit unterbrochen werden – nachdem sichergestellt war, dass es allen Beteiligten gut ging und all diejenigen Versorgung erhielten, welche sie benötigten, konnte es dann aber weitergehen. Zwischen den Songs blödelten der Hauptmann und Ben Metzner miteinander herum, und auch während der Songs wurde es alles andere als langweilig. Die partytaugliche Mucke von FEUERSCHWANZ wurde untermalt durch eine ansprechende Lichtshow, reichlich Pyrotechnik und die Performance der beiden Schildmaiden, welche sich in jeweils zu den Stücken passende Outfits schmissen und einmal sogar einen Ausflug im Schlauchboot über die Köpfe der Menge wagten (nun, zumindest Schildmaid Deila). Alles in allem ein mehr als würdiger Abschluss für den ersten Festival-Tag.

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Der Samstag: 

Noch ein wenig müde vom Vortag schleppten wir uns am Samstag gegen 11 Uhr wieder nach Luhmühlen und begannen den Tag entspannt mit einem kleinen Spaziergang durch die Marktgassen. Der Tag begann leider ähnlich wie der Freitag geendet hatte – nass – und ein Blick in den Wetterbericht versprach auch keine wirkliche Besserung der Lage. Als Schutz gegen die Nässe in unsere Umhänge gewickelt, stöberten wir uns bei unserem morgendlichen Spaziergang durch die zahlreichen Stände, an denen Händler allerlei Waren feilboten: von Gewandung und Accessoires über selbstgezogene Kerzen bis hin zu diversen Leckereien war für jeden Geschmack etwas dabei. Als wir an der Folk-Bühne vorbeischlenderten, war dort gerade die Morgenmesse in vollem Gange – wir hielten einige Minuten dort an, um uns den Spaß anzuhören.

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Anschließend zogen wir weiter in Richtung der Bühne der Spielleute, denn auch dort gab es bereits zur frühen Stunde Programm von DIE HABENICHTSE. Die kunterbunte Truppe war an diesem trüben Vormittag alleine schon optisch ein regelrechter Blickfang und auch musikalisch hatten sie einiges zu bieten. Zwar war es vor der Bühne noch recht leer, doch davon ließen sie sich nicht beirren. Mit ihrem flotten Mittelalter-Rock und energetischem Auftreten wussten sie die Müdigkeit aus unseren Knochen zu vertreiben, und sorgten für ein unterhaltsames Intermezzo unseres morgendlichen Marktbummels.

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Während DIE HABENICHTSE noch am Spielen waren, erwischte uns die nächste Regenfront und die hatte es mit einem geradezu sintflutartigen Schauer so richtig in sich. Wir suchten unter dem Dach der benachbarten Tribüne beim Reitplatz Unterschlupf, wo es schnell kuschelig voll wurde, denn natürlich waren wir nicht die einzigen mit dieser Idee. Auf dem Reitplatz evaluierte in der Zwischenzeit das EHS (European Horse Show)-Team die Durchführbarkeit des für 14 Uhr geplanten Ritterturniers. Fazit: Mensch und Pferd würden den Witterungsbedingungen schon noch trotzen können, die Technik jedoch nicht. Unterkriegen lassen wollten die tapferen Recken sich davon allerdings nicht, und so beschloss man kurzerhand, die Show einfach ohne Mikrofone aufzuführen. Das machte es zugebenermaßen etwas schwierig, die Handlung der Show nachzuvollziehen, da man insbesondere auf den seitlichen und hinteren Plätzen kaum ein Wort verstehen konnte, letzten Endes tat dies der Sache aber auch keinen Abbruch. Denn seien wir ehrlich, der Mittelpunkt des Geschehens war schließlich immer noch das berittene Spektakel und dieses brauchte man ja nur zu sehen, und nicht zu hören.

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Als der Regen endlich ein wenig nachließ, verließen wir unser trockenes Plätzchen auf der Tribüne und wanderten erneut zur Bühne der Spielleute, wo KATERFAHRT inzwischen das Zepter übernommen hatten. Ein paar hartgesottene Fans hatten sich vor der Bühne versammelt und ließen sich vom Wetter nicht die Stimmung vermiesen. KATERFAHRT spielten, wie der Name und auch die Outfits der Bandmitglieder bereits vermuten ließen, piratigen Folk-Rock und entführten uns mit ihren Liedern auf hohe See in die Welt der „Partyraten“. Ihr Auftritt machte gute Laune und verleitete dazu, den Dauerregen zu vergessen, die Krüge oder Hörner zu heben, und ein wenig das Tanzbein zu schwingen.

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Richtung früher Nachmittag verschlug es uns dann das erste Mal an diesem Tag wieder in die Musikarena, pünktlich zum Auftritt von KUPFERGOLD. Die Gruppe rund um Frontfrau Bonnie Banks hat sich in den letzten Jahren vom Geheimtipp zum Senkrechtstarter der Szene entwickelt, was man auch an der Größe der Menge ablesen konnte, welche sich bereits vor Beginn der Show an der MPS-Bühne versammelt hatte. Die Band eröffnete mit „Fasan-Alarm“ ihr Set und wurde wärmstens empfangen. Ob „und ‘n Tripper“ oder „Der Klügere kippt nach“, das Publikum zeigte sich größtenteils textsicher und sang lauthals mit. Die ersten paar Songs schauten wir uns noch von vorne aus der Mitte des Getümmels an, dann wanderten wir in den hinteren Bereich des Areals zu den Essensständen, denn so langsam meldete sich der Hunger. Nachdem wir uns etwas zu essen organisiert hatten, konnten wir für unsere kleine (Nach-)Mittagspause an einem der auf der Wiese aufgestellten Tische Platz nehmen. Spätzle mampfend hatte man auch von dort einen guten Blick auf die Bühne und konnte das Konzert von KUPFERGOLD so weiter genießen.

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Im Anschluss sollten MR. HURLEY UND DIE PULVERAFFEN spielen, doch auf diese verzichteten wir für den Moment und gingen stattdessen noch einmal auf das Marktgelände hinüber. Dort schauten wir zunächst kurz bei SAOR PATROL vorbei, die gerade auf der Folk-Bühne standen. Von der schottischen Clan-Kultur inspiriert und in authentische Kilts gekleidet (immerhin sind es auch waschechte Schotten) konnte man sie bereits hören, lange bevor man sie sehen konnte. Auf Gesang verzichten sie bei ihrer Musik komplett, stattdessen wird ihr Sound dominiert vom Sound der Great Highland Bagpipe und zahlreichen Trommeln. Bei SAOR PATROL gibt’s allerdings mehr als nur Dudelsack-Musik, die Band macht es sich nämlich bereits seit ihren Gründungstagen zur Aufgabe, den Menschen die schottische Kultur näherzubringen und engagiert sich immer wieder in Wohltätigkeitsprojekten mit ebenjenem Ziel.

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Als nächstes wollten wir uns einen Auftritt der Schaukampfgruppe FICTUM anschauen. Diese sollten ihre Darbietung eigentlich auf dem Kampfplatz vorführen, da dieser jedoch völlig unter Wasser stand, verlegten sie das Kampfgeschehen kurzerhand auf die Rasenfläche vor dem Kampfplatz. Dort war es zwar etwas beengt, aber zumindest versank so niemand im nassen Sand (welcher inzwischen Treibsand-ähnliche Konsistenz angenommen hatte). Im Wechsel betraten je zwei Kämpfer die „Arena“ und duellierten sich gegenseitig mit unterschiedlichsten Waffen, vom klassischen Schwert über den Streitkolben bis hin zur Hellebarde und brennende Fackeln. Es wurde mit fast allem gekämpft, was im Heerlager der Truppe so herumlag und nicht niet- und nagelfest war.

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Langsam aber sicher machten wir uns wieder auf den Rückweg zur Musikarena, weil wir den Act, der dort als nächstes spielen sollte, auf keinen Fall verpassen wollten. Unterwegs legten wir allerdings (mal wieder) einen kurzen Zwischenstopp bei der Folk-Bühne ein, denn für ein paar Songs von HARMONY GLEN war noch genug Zeit. Die Band beschreibt ihren Stil selbst gerne als „Power-Folk“ mit irischen und schottischen Wurzeln und das trifft es eigentlich auch ganz gut. Ihre fröhlichen Melodien sowie das energetische Auftreten von Frontmann Sjoerd machten gute Laune und gerne wären wir noch ein wenig länger geblieben, doch so langsam mussten wir uns sputen, um noch rechtzeitig für DARTAGNAN bei der MPS-Bühne anzukommen.

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Nach einem strammen Fußmarsch hatten wir unser Ziel erreicht, und das gerade rechtzeitig, denn die Musketiere von DARTAGNAN machten sich schon für ihren Auftritt bereit. Zeit für ein Wiedersehen mit Ben Metzner, welcher am Vortag noch mit FEUERSCHWANZ auf derselben Bühne gestanden hatte. Heute ging es mit seiner Zweitband etwas weniger metallisch und dafür folk-lastiger, aber keinesfalls weniger spaßig zu. Ben sowie Violinist Gustl und Gitarrist Tim formten auf der Bühne das Herz der Truppe, ganz im Zeichen der drei Musketiere eben. Musikalisch ging es mit Stücken wie „Feuer & Flamme“ oder auch „Herzblut“ ausgelassen zu, aber auch für ruhigere und emotionalere Stücke nahm man sich beispielsweise mit „My Love’s in Germany“ die Zeit. Bei der Anmoderation von „Westwind“ merkte Ben augenzwinkernd an, dass es sich bei DARTAGNAN wohl um „die schlechtesten Seefahrer, von denen ihr je gehört habt“ handeln müsse. Zu „Was wollen wir trinken“ begab er sich dann mitten ins Getümmel und dirigierte von der Mitte eines um ihn herum geformten Circle Pits das Geschehen.

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Nachdem der Auftritt von DARTAGNAN vorbei war, schauten wir noch kurz auf der nebenan liegenden Bühne bei VERSENGOLD vorbei. Weg von den Musketieren und ab in den hohen Norden. Wo bei SABATON ein Panzer das Zentrum des Bühnenbilds bildet und als Schlagzeug-Thron fungiert, ist es bei VERSENGOLD ein Fischkutter – norddeutscher geht ja wohl kaum. Die Jungs eröffneten mit „Der Tag mag kommen“, einem Stück vom aktuellen Album „Eingenordet“, welches Anfang des Jahres erschienen ist. Zu „Der Tag, an dem die Götter sich betranken“ wurde eine große aufblasbare Weltkugel auf die Bühne geholt und im Laufe des Songs von Sänger Malte ins Publikum geworfen. Auch wenn die Diskografie von VERSENGOLD viele Schunkel-Hymnen bereithält, ab und an schlagen sie auch ernstere Töne an. So zum Beispiel mit dem Lied „Falscher Leuchtturm“, welches eine (leider mehr als aktuelle und bitter notwendige) Mahnung vor dem rechtspopulistischen Zeitgeist darstellt.

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Viel mehr bekamen wir von dem Konzert dann aber auch nicht mehr mit, denn wir verließen die Musikarena noch einmal, um auf den inzwischen wunderschön vom Lichterschein hunderter Feuer erhellten Marktbereich zurückzukehren. Unser Ziel war der Kampfplatz, auf welchem für 21 Uhr die Feuershow von DANSE INFERNALE angesetzt war. Da wir bis dahin aber noch ein wenig Zeit hatten, hielten wir unterwegs bei der Folk-Bühne an, wo VERMALEDEYT gerade zu ihrem Abendkonzert ansetzten. Die Memminger sind seit 2024 nach einer 10-jährigen Phase der Inaktivität gewissermaßen aus dem „Ruhestand“ zurückgekehrt und absolvierten nun in Luhmühlen einen ihrer wenigen MPS-Auftritte der Saison.

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Allzu lange konnten wir leider nicht verweilen, denn wie bereits erwähnt war unser Ziel eigentlich ein anderes. Am Kampfplatz angelangt, suchten wir uns ein gutes Plätzchen und warteten auf den Beginn der Vorführung. Auf die Feuershow von DANSE INFERNALE hatte ich mich schon den ganzen Tag gefreut, denn die letzten Jahre hatte ich es irgendwie nie geschafft, diesen Programmpunkt in meinem rappelvoll gepackten Tagesplan unterzubringen (oder aber es gab mal wieder ein Feuerverbot aufgrund zu großer Trockenheit auf dem Gelände). Dieses Jahr aber klappte alles und so konnten wir uns von DANSE INFERNALE und ihrer feurigen Choreographie in den Bann ziehen lassen.

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Für eine Feuershow der anderen Art ging es schließlich wieder zurück in die Musikarena (was für ein Gerenne, meine Uhr zählte bereits über 20.000 Schritte) zu SALTATIO MORTIS, dem heiß ersehnten Headliner des Tages. Und heiß ist ein gutes Stichwort, denn wie man es von ihren Auftritten bereits kennt, geizten sie auch in Luhmühlen nicht mit der Pyrotechnik. Warum nur Flammenwerfer auf bzw. vor der Bühne, wenn man auch noch daneben welche aufbauen kann? Von alt bis neu und traditionell bis modern, die Gruppe hatte eine große Bandbreite an unterschiedlichen Stücken im Portfolio. Zwar dominierte insgesamt das Album „Finsterwacht“ mit Stücken wie „We Might be Giants“ oder dem namensgebenden Titeltrack die Setliste, aber mit „Dessous le pont de Nantes“ kamen zum Beispiel auch die Fans eher klassisch mittelalterlicher Klänge auf ihre Kosten. Für ihr Cover von „My Mother Told Me“ schwang Alea sich in ein riesiges aufblasbares Drachenboot und trat hiermit seine Reise über das wogende Menschenmeer an – und es herrschte ziemlich starker Seegang, denn die Fans machten sich einen Spaß daraus, das Boot so holperig wie möglich von A nach B zu transportieren. Dass Alea sich dabei nicht nur a) aufrecht halten, sondern b) auch noch singen kann, finde ich immer wieder aufs Neue beeindruckend. Ganz bis zum Ende der Show hielten wir leider aber nicht durch, denn die kurze Nacht und der anstrengende Tag hingen uns ziemlich in den Knochen und so beschlossen wir noch vor der Zugabe, das Gelände zu verlassen und für den Tag nach Hause zu fahren.

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Der Sonntag:

Anders als an den beiden Vortagen begrüßte uns der Sonntag mit allerbestem Wetter: ein paar Wolken, viel Sonne, angenehme Temperaturen und vor allem kein Regen weit und breit. Die Umhänge durften also zur Abwechslung mal im Auto bleiben und wir konnten mit etwas leichterem Gepäck losstiefeln für den letzten Tag auf dem MPS. Zum Frühstück gönnten wir uns einen frischen Baumstriezel (immer wieder lecker) und drehten nochmals eine Runde über den Markt, um uns die Ecken genauer anzuschauen, an denen wir am Vortag noch nicht vorbeigekommen waren und auch, um einfach ein wenig die Atmosphäre zu genießen.

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Etwas versteckt im hinteren Bereich des Marktgeländes liegen noch einige Szeneflächen, auf welchen man weitere Marktstände, mehrere kleine Bühnen und einen Teil des Heerlagers finden kann. Frisch gestärkt dank Baumstriezel machten wir uns also auf den Weg zu eben jenem Bereich, welchem wir am Samstag viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatten. Dort angelangt bewunderten wir ein wenig die Greifvögel, welche die Falknerei „Skyhunters in Nature“ dabei hatte, und spazierten zwischen metallenen Drachenskulpturen umher. Nebenbei gab es musikalische Unterhaltung von RAPALJE, einer Irish-Folk-Band aus dem niederländischen Groningen.

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Schließlich führte unser Weg uns wieder in den vorderen Bereich des Marktes, wo wir nach einem kurzen Blick auf das Tagesprogramm beschlossen, uns zum Kampfplatz zu begeben, wo in diesem Moment zur Abwechslung mal nicht gekämpft, sondern getanzt wurde. Der Tanz-Workshop war bereits vorbei, der Tanz der Marktleute dafür aber noch in vollem Gange. Jeder der mochte, konnte sich der Runde anschließen und gemeinsam mit der großen Runde ein paar mittelalterliche Kreistänze aufs Parkett (beziehungsweise in diesem Fall auf den Sand) legen. Wir begnügten uns allerdings mit dem Zusehen.

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Langsam aber sicher bummelten wir im Anschluss hinüber zur Musikarena, wo wir noch ein paar letzte Konzerte schauen wollten. Zufälligerweise trafen wir genau rechtzeitig dort ein, um den gerade über den Platz ziehenden Umzug der Heerlager beobachten zu können. Bei diesem zogen Vertreter der über das gesamte Gelände verteilten Lager in einer gemeinsamen Prozession über das MPS. Viele trugen stolz die aufwändig gestalteten Banner und Wimpel ihres Lagers und auch die ein oder andere fantastisch-kreative Gewandung konnte man in der Menge erspähen.

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Nachdem die Heerlager wieder von dannen gezogen waren, wurde es langsam voller vor der MPS-Bühne, denn dort wartete nun ein ganz besonderes Highlight für alle kleinen Gäste. Die Dino-Metal Band, bestehend aus vier Dinosauriern und einem Drachen ist fester Bestandteil vieler Kinderzimmer und für ihre speziell an Kinder gerichtete Musik und Konzerte bekannt. Daher wurde nun auch der Bereich zwischen dem ersten und dem zweiten Wellenbrecher abgesperrt und extra für die kleinen Fans reserviert. Wer es sich traute, von seinen Eltern getrennt zu stehen, konnte somit ganz nach vorne und hatte während des Konzerts beste Sicht. Diejenigen, die sich nicht alleine nach vorne trauten, konnten stattdessen bei Mama oder Papa auf den Schultern sitzen und von dort aus die Pommesgabeln in die Lüfte recken (mit dem Song „Pommesgabel“ gab’s dazu von HEAVYSAURUS auch gleich die passende Anleitung). Auch wenn wir als kinderlose Erwachsene wohl sicher nicht die Zielgruppe der Band sind, hatten wir mit dem Auftritt dennoch unseren Spaß, denn die ganzen Mini-Metalheads zu beobachten machte sehr viel Freude und auch HEAVYSAURUS selbst waren recht unterhaltsam.

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Während der Umbaupausen auf der Hauptbühne übernahmen die WELTENKRIEGER das Zepter und spielten neben dem Hügel neben dem FOH-Turm mit Dudelsäcken und Trommeln bewaffnet ein akustisches Set, welches über den gesamten Platz zu hören war.

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Der finale Slot auf der MPS-Bühne fiel an MR. HURLEY UND DIE PULVERAFFEN. Diese hatten wir gestern ja zugunsten anderer Programmpunkte sausen lassen, nun wollten wir die verpasste Show aber nachholen und zudem gemeinsam mit den Pulveraffen und ihren Fans den Abschied von der Musikarena feiern. Die Band aus dem „karibischen“ Osnabrück hatte für uns Songs wie „Achterbahn am Achterdeck“, „Piraten: Megageil!“ oder auch „Santa Sangria“ mit an Bord und feierte auf der Bühne eine ausgelassene Piraten-Party. Vor der Bühne feierten die Fans nicht weniger ausgelassen mit. Doch bei all der Feierlaune schwang auch ein wenig Wehmut mit, denn weder fiel es den Pulveraffen, welche quasi auf und mit dem Festival groß geworden waren, leicht, noch ließen die Fans sie gerne ziehen. Als kleine Hommage an die MPS-Familie spielten MR. HURLEY UND DIE PULVERAFFEN daher noch ein Medley, bestehend aus Song-Schnipseln all der anderen MPS-Bands, bevor sie sich dann mit „Blau wie das Meer“ schließlich vom Festival verabschiedeten und wir uns nach einem anstrengenden, aber wunderschönen Wochenende voller toller Menschen und Musik auf den Weg ins heimische Bett machten.

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Alle Fotos: Sandra Gentz

 

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