Summer Breeze 2026 – Das Festival der Staubgeborenen – Mittwoch
Vom 12.08. – 15.08.2026 fand in Dinkelsbühl das Summer Breeze in seiner 29. Edition statt und es war in jeder Hinsicht heiß!
Wir betraten unseren Handlungsort der nächsten vier Tage am frühen Mittwochabend. Mit dem strahlend blauen Himmel und den 32 Grad Celsius fühlte es sich schon richtig nach Urlaub an. Sogar für das sandige Gefühl unter den Füßen war gesorgt, auch wenn es in diesem Fall eher Staub war.
Der erste Act des Festivals, war für uns AIRBOURNE und damit ein wahrer Klassiker des Hard Rock. Sänger JOEL O’KEEFFE stürmte oben ohne die Bühne und der geneigten Beobachterin fiel auf, dass er im Gegensatz zu vielen anderen vor Ort keinen Sonnenbrand spazieren trug. Mit seiner markanten Stimme riss er das Publikum sofort in seinen Bann und dem gebrüllten Wunsch nach Headbangen wurde augenblicklich nachgekommen.
Fotos: Richard Mastny
Etwa eine halbe Stunde später gab es weitaus härtere Klänge auf der T-Stage, als GREEN LUNG ihr Können im Bereich Doom Metal bewiesen. Hierbei standen die Gitarren stark im Vordergrund, und unterstrichen die Energie der Band in jedem Song. Doch Schlagzeug und Gitarre alleine kann ja jeder, aber ein Klavier in diese Art Musik einbinden, das findet man nur selten.
Doch an diesem Tag stand nicht nur Musik auf dem Programm. Auf der Hälfte der Sets von AIRBOURNE und GREEN LUNG, also während diese auf den Bühnen alles gaben, zeigte sich ein ungewöhnliches Festival-Bild. Mit Pappbrillen auf der Nase starrten hunderte Besuchende geradewegs an den Bühnen vorbei in Richtung Sonne, oder eher Richtung fast totaler Sonnenfinsternis, die am 12.08.2026 stattfand und ein großes Thema darstellte. Unter anderem auch für die Bands des Tages, so bedankten sich IN FLAMES dafür, dass das Publikum trotz eines solchen Ereignisses da war und das Festival feiert, denn “We are here to entertain you”. Und diese Band bot wahrlich viel zum Feiern! Viel Rauch, viel Licht, viel Farbe und verdammt viel Lautstärke. Doch zwischen Songs wie “Darker Times” oder dem Klassiker “Cloud Connected” gab es auch ruhige Worte, in Form von expliziter Erwähnung des Teams hinter dem Festival und speziell der Security-Mitarbeitenden. Das Publikum zeigte sich von dieser Ansprache fast ebenso lautstark begeistert, wie von der Party, die die Schweden auf die Bühne brachten.
Fotos: Richard Mastny
Wem IN FLAMES nicht düster genug waren, der fand auf der T-Stage bei PARADISE LOST eher das passende Programm. Die Briten gaben sich zum inzwischen siebten Mal mit ihrer Mischung aus Gothic und Metal die Ehre auf diesem Infield. Und das vor einer beeindruckend großen Menge, bedachte man, wer parallel auf der Main spielte.
Fotos: Richard Mastny
Danach gab es auf der T-Stage weitaus ruhigere Töne, denn EIVØR macht Musik, die man mit dem Körper fühlen, statt nur mit den Ohren hören muss. Tiefe Bässe, die man bis in die Knochen spürte, und dazu der geradezu hypnotische Gesang erschufen eine ganze eigene Stimmung, die von der blauen Stunde noch unterstrichen wurde. Die charakteristische Gesangstechnik unter dem Einfluss von Kehlkopfgesang und Growls brachte uns für die Dauer des Sets auf die Färöer-Inseln und wir erlebten dort raue Winter und eindrucksvolle Landschaften, die viele von uns niemals sehen werden.
Fotos: Richard Mastny
Doch grade bei den ruhigeren Songs fiel stark auf, dass sich etwas am Aufbau des Festivals oder der Lautstärke der Bühnen geändert haben musste, denn in eine Ballade mischte sich ein dumpfes Dröhnen von der Seite. Ein kurzer Blick Richtung Mainstage brachte die Erkenntnis: HATEBREED begannen ihren Auftritt und überlagerten mit ihrem Bass das halbe Infield. Für uns war es aber das Zeichen mal die Bühne zu wechseln. Also begaben wir uns zur Mainstage, wo HATEBREED ein wahres Metalcore-Brett ablieferten. Es mag sein, dass man sich schon mal zu “Live For This” die Seele aus dem Leib gebrüllt hat oder vom Headbangen zu “Destroy Everything” eine Nackenzerrung davon getragen hat – aber wart ihr auch schon mal Teil eines Flippers? Wer bei diesem Konzert dabei war, kann diese Frage bejahen, denn zwischen Moshpits und Crowdsurfern drehte ein riesiger schwarzer Ball unermüdlich seine Runden durch das schwitzende Publikum.
Fotos: Richard Mastny
Wer danach noch Energie hatte, der blieb mit uns kurz an der Wera-Stage hängen, wo atmosphärische Klänge und stimmungsvolles oranges Licht zum gemütlichen Verweile einlud. Dieser Moment blieb allerdings nur so lange, bis klar wurde, dass dort C Â N BARDD ihr Unwesen trieben. Wer dieses Schweizer Talent kennt, weiß, dass sich jedes einzelne Wort des Genres “Atmospheric Black Metal” in seiner Musik widerspiegelt und so wurde aus dem atmosphärischen Dahintreiben schnell eine Mischung aus brutalen Gitarrenriffs und dunklen Growls, um doch immer wieder ruhigere Melodien einzuflechten.
Und nach diesem Juwel forderte die Anfahrt dann doch ihren Tribut und wir verabschiedeten uns in die erste Nacht, voller Vorfreude auf den nächsten Tag.

