20 Jahre Amphi – ein Jubiläumsbericht – Samstag

Vom 25. – 26.08.2026 fand zum 20. Mal das Amphi-Festival statt, und verwandelte den Tanzbrunnen wieder einmal in ein illustres Treffen von Liebhabern schwarzer Musik. Die Erwartungen waren hoch, 20 Jahre Amphi, 20 Jahre hochkarätige Line-Ups. Da musste es doch für diesen runden Geburtstag ein Feuerwerk an Stars geben… oder?

Nicht nur die Besuchenden, auch der Tanzbrunnen hatte sich fein rausgeputzt. Erst kürzlich gab es neue Überdachungen, die nun eine größere Fläche vor der Bühne überschatten, was an diesem Wochenende – wie üblich – auch nötig war. Unser Samstag begann mit SOULBOUND während der absoluten Mittagshitze, bei der so mancher die Sorge um das eigene Make-Up ins Gesicht geschrieben stand.

Doch auch die Band hatte wohl schon etwas zu lange Begegnungen mit der Sonne gehabt, wovon die rot verbrannten Gesichter erzählten. Dennoch gaben die Jungs alles und die Mischung aus treibendem Rhythmus und tanzbaren Melodien brachte die schwitzende Menge zum Tanzen und Feiern. Gegen Ende gab es Dank an die Menge und das Statement: „Uns ist egal, ob wir in der schwarzen oder der Metal-Szene auftreten, denn wir sind immer Not Metal Enough!“. Gefolgt von dem gleichnamigen Song und der etwas kryptischen Verabschiedung, dass wir alle gut nach Hause kommen sollen, was etwas seltsam anmutete, war es doch erst 14 Uhr am ersten Festivaltag.

20260725_Soulbound_Amphi_Mirco-Wenzel-7

Bild 1 von 18

Während im Theater ECHOBERYL die Stage eröffneten, wurde draußen fleißig das Set von HELDMASCHINE aufgebaut. Wir hatten mit vielem gerechnet, aber nicht bei 28 Grad im Schatten über eine „Eiszeit“ zu singen. Doch dieser Song sollte nicht die einzige „Mitschreinummer“, womit Frontmann René Anlauff den Song „Schachmatt“ betitelte, bleiben. Am lautesten wurde dies natürlich beim rollenden „R“, das in keinem Set von HELDMASCHINE fehlen darf.

20260725_echoberyl_Amphi_Mirco-Wenzel-1

Bild 1 von 11

20260725_heldmaschine_Amphi_Mirco-Wenzel-1

Bild 1 von 13

Doch zu diesem Zeitpunkt waren einige schon längst vor der Theaterstage, um DINA SUMMER die Ehre zu geben, deren Mischung aus Dark Pop und kantigen Basslines teilweise sehr retro wirkt, aber auch Neuhörende mitreißt. Das Set war gespickt mit Klassikern, aber auch mit recht neuen Songs wie „Girls Gang“ oder auch dem FRONT 242-Cover „Headhunter“.

20260725_dina-summer_Amphi_Mirco-Wenzel-1

Bild 1 von 12

Mit den letzten Klängen dieser Band, begannen die ersten von DAS ICH auf der Mainstage, die den ersten großen Fixpunkt des Festivals darstellten, und keine Erwartung bezüglich ihrer Klassiker offen ließen. Sowohl die gesanglichen Wechsel, als auch die energetische Dynamik auf der Bühne brachten Bewegung in den Auftritt, wie auch in die treue Fangemeinde, die begeistert sowohl altbekannte Songs wie „Destillat“ oder auch neuere wie „Lazarus“ begeistert mitsang. Währenddessen wurde es im Theater ähnlich nostalgisch mit SOROR DOLOROSA. Die Franzosen brachten mit ihrem, an die 80er Jahre erinnernden, eher düsteren aber atmosphärischen Sound, eine gewisse Tiefe und Ruhe mit.

20260725_das-ich_Amphi_Mirco-Wenzel-2

Bild 1 von 15

Der Abend auf der Mainstage brachte eher ruhige Klänge mit sich. Den Start zum Umbruch machten SOLAR FAKE und wandelten die vorherige Unruhe aus Springen und Schreien in ein fließendes Wogen und Singen bei Songs wie „Not What I Wanted“ oder dem All-time Klassiker „Under Control“. Wer bei diesem Auftritt des Synthie-Pop-Trios noch nicht genug bekommen hat, dem würden wir die „Call The Ships To Port“-Party im Jahr 2027 empfehlen, bei der SOLAR FAKE den Headliner geben werden. Das Auftakt-Event des Amphi 2027 war allerdings in Windeseile ausverkauft.

20260725_solar-fake_Amphi_Mirco-Wenzel-5

Bild 1 von 12

Im Anschluss bezogen MONO INC. die Bühne im gewohnten Aufbau und brachten zu den ruhiger gewordenen Tönen wieder etwas Rock dazu, sowie den Fokus auf das Schlagzeugspiel und den kräftigen Gesang von Drummerin Katha Mia. Auch diese Band brachte eine große Bandbreite an Songs durch die Jahre mit, wie „Louder Than Hell“, bei dem das Publikum begeistert mitsang, oder „Arabia“ der auch die sitzende Menge auf der Metinsel zum Mitwiegen brachte.

20260725_mono-inc_Amphi_Mirco-Wenzel-4

Bild 1 von 13

Währenddessen gab es auf der Theaterstage mit SELOFAN eine gute Portion Darkwave und RUE OBERKAMPF verursachten sogar einen Einlass-Stopp.

20260725_selofan_Amphi_Mirco-Wenzel-5

Bild 1 von 9

20260725_rue-oberkampf_Amphi_Mirco-Wenzel-10

Bild 1 von 14

Für das Ende des Abends musste man sich entscheiden, ob es lieber spanisch-sprachige Elektronik mit CALVA Y NADA werden sollte oder doch die Mischung mit Future Pop, die COVENANT auf der Mainstage zum Besten gaben. Diese waren sehr kurzfristig eingesprungen, nachdem der ursprüngliche Headliner VNV NATTION aufgrund einer OP des Sängers Ronan Harris ausgefallen war. Sehr zur Freude einiger treuer Fans, begann das Set mit dem Song „Der Leiermann“, den viele Stimmen mitsangen.

20260725_covenant_Amphi_Mirco-Wenzel-8

Bild 1 von 15

20260725_calva-y-nada_Amphi_Mirco-Wenzel-5

Bild 1 von 11

So endete der Festival-Samstag und entließ uns in eine warme Nacht. Die so manch einer noch mit der ein oder anderen Party füllte.

 

Bilder: Mirco Wenzel
Text: Lisa Klaus

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner