HEAVEN SHALL BURN bringen “Heimat Over Europe”-Tour nach Hamburg

Nachdem HEAVEN SHALL BURN im letzten Jahr ihr neues Album „Heimat“ veröffentlicht und dieses im Rahmen einer kleinen Club-Tour auch schon vorgestellt hatten, geht es für die Jungs aus Thüringen nun auf eine ausgedehnte Europa-Tournee im Vollformat. Für diese Tour vereinen sie ihre Kräfte mit THE HALO EFFECT, THE BLACK DAHLIA MURDER und FROZEN SOUL. Die ersten Konzerte spielten sie in Großbritannien und Irland, der Auftakt für die „Festland-Shows“ wurde am Freitag, dem 27. Februar, in Hamburg zelebriert. Geplanter Einlass an der Wilhelmsburger Inselpark Arena: 17 Uhr. Doch nichts tat sich, die Zeit verstrich, bis schließlich auch 17:30 Uhr vorbeigezogen war, die Türen noch immer verschlossen blieben und die Schlange wartender Metalheads länger und länger wurde. Zumindest das Wetter spielte gut mit, sodass die zusätzliche Warterei nicht allzu lästig war. Gegen 18:45 Uhr waren wir in der Halle angekommen und hatten noch Zeit, kurz beim Merch vorbeizuschauen (viele schöne Designs und faire Preise) und uns gemütlich ein Plätzchen zu suchen.

Den Auftakt für den Abend machten die Texaner von FROZEN SOUL. Die Band gründete sich 2018 und hat sich stilistisch ganz dem Old School Death Metal verschrieben. Zwei Alben veröffentlichten sie bisher, das dritte, welches auf den Titel „No Place Of Warmth“ hören wird, soll am 08.05. erscheinen. Der Posten als Opener an diesem Abend war ein etwas undankbarer, denn aufgrund des Bus- und U-Bahn-Streiks in Hamburg sowie auch dem guten Wetter geschuldet, waren viele entweder noch draußen vor der Halle oder aber noch gar nicht in Wilhelmsburg angekommen. Entsprechend war die Halle eher locker gefüllt, als Sänger Chad Green und seine Kollegen die Bühne betraten, und mit „Enceased In Ice“ in ihr Programm starteten. Mit kompromisslos donnerndem Death Metal und frostigen Lyrics walzten sie einer Eislawine gleich durch die folgenden 30 Minuten. Weniger frostig ging’s im Moshpit zu, dieser erfreute sich nämlich an dem noch sehr großzügig vorhandenen Platz und bildete einen ausladenden Circle Pit, welcher erst wieder zum Stehen kam, als FROZEN SOUL mit „Crypt Of Ice“ ihr Set beenden.

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Fotos: Sandra Gentz

Setlist FROZEN SOUL:

  1. Enceased In Ice
  2. Chaos Will Reign
  3. Morbid Effigy
  4. Absolute Zero
  5. No Place Of Warmth
  6. Arsenal Of War
  7. Invoke War
  8. Crypt Of Ice

Auch für den zweiten Act des Abends verblieben wir (mental zumindest) in den Vereinigten Staaten, denn nach einer kurzen Umbaupause übernahmen nun THE BLACK DAHLIA MURDER das Staffelholz. Die letzten Jahre waren für die Band eine bewegte Zeit – nachdem sie im Jahre 2022 den tragischen Tod ihres Sängers Trevor Strnad verkraften mussten, strukturierte die Band sich intern um, und Brian Eschbach, bis dahin Gitarrist und einzig verbliebenes Gründungsmitglied, übernahm den Posten am Mikro. Im Jahr 2024 folgte ihr erstes in dieser neuen Konstellation aufgenommenes Album: „Servitude“. Eben jenes Album machte in der Inselpark-Arena dann auch einen großen Anteil ihrer Setlist aus, ohne dass auf Klassiker der Diskographie vollständig verzichtet wurde. Die Band spielte ein technisch einwandfreies Set und bewies, dass sie den Verlust ihres Sängers souverän gemeistert haben. Über gute 35 Minuten verteilt hielten sie für das Publikum in der Inselpark-Arena Songs wie „What A Horrible Night To Have A Curse“, „Aftermath“ oder auch „Nightbringer“ bereit. Brian Eschbach suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum, heizte den Moshpit vor der Bühne an, und sorgte dafür, dass sich die Luft in der Arena langsam merklich erwärmte.

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Fotos: Sandra Gentz

Setlist THE BLACK DAHLIA MURDER:

  1. What A Horrible Night To Have A Curse
  2. Kings Of The Nightworld
  3. Aftermath
  4. A Vulgar Picture
  5. Mammoth’s Hand
  6. Cursed Creator
  7. Nightbringers
  8. Everything Went Black
  9. Utopia Black

Nach einer weiteren kurzen Umbaupause wurde der Saal in grünes Licht getaucht (definitiv die Lieblingsfarbe des nachfolgenden Acts) und kündigte uns den Auftritt der Schweden von THE HALO EFFECT an. Von US-amerikanischem Death Metal ging es nun in die Gefilde des guten alten „Göteborger Sounds“ der 90er und frühen 2000er. Zumindest vom Sound her, denn alterstechnisch mögen zwar die einzelnen Bandmitglieder aus dieser Zeit stammen, die Formation selbst ist mit dem Gründungsjahr 2019 jedoch noch relativ jung. Die Band stellt mit ihrem Mix aus IN FLAMES und DARK TRANQUILITY quasi „the best of both worlds“ dar und wurde dementsprechend wenig überraschend warm vom Publikum begrüßt. Frontmann Mikael Stanne, dessen markante Stimme und sympathische Bühnenpräsenz sofort das gesamte Publikum einnahmen, führte die Fans durch ein Set voller melancholischer Melodien, welche den sonst an diesem Abend eher harschen Grundton etwas aufweichten, und einen gelungenen Kontrast darstellten. Ganz an Härte fehlte es aber natürlich trotzdem nicht und so hatte der Moshpit nach wie vor gut zu tun. Die Inselpark-Arena war inzwischen beinahe zum Brechen gefüllt, und als die Band mit „Shadowminds“ zum letzten Song anstimmte, gab es kaum ein Halten mehr. Einziger Wermutstropfen: Das gerade erst gemeinsam mit HEAVEN SHALL BURN und THE BLACK DAHLIA MURDER veröffentlichte Duett „Lest We Fall“ bekamen wir leider nicht zu hören – schade.

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Fotos: Sandra Gentz

Setlist THE HALO EFFECT:

  1. March Of The Unheard
  2. Feel What I Believe
  3. The Needless End
  4. Detonate
  5. Become Surrender
  6. Gateways
  7. Our Channel To The Darkness
  8. Between Directions
  9. Shadowminds

Als die Lichter schließlich ein letztes Mal erloschen und das instrumentale Intro „Ad Arma“ aus den Boxen erklang, senkte sich eine Atmosphäre der angespannten Erwartung über die Halle, die sich wie die buchstäbliche Ruhe vor dem Sturm anfühlte. Eben jener Sturm ließ dann auch nicht lange auf sich warten: sobald HEAVEN SHALL BURN zum Opener „War Is The Father Of All“ auf die Bühne gestürmt kamen, entlud sich die angestaute Energie in der Inselpark-Arena. Der Sound fegte wuchtig und klar über uns hinweg, während die Thüringer auf der Bühne alles gaben. Die Shouts von Marcus Bischoff waren wie gewohnt herrlich aggressiv und bissig, die Riffs gleichzeitig präzise und heavy, während das Schlagzeug den wummernden Rhythmus vorgab. Egal ob Klassiker oder neues Material, von „Voice Of The Voiceless“ über „Godiva“ bis hin zu „Confounder“, versetzte alles die Fans in der Halle in Bewegung. Doch HEAVEN SHALL BURN ist seit jeher mehr als nur Musik, sondern auch Haltung, und so durften natürlich auch die Ansagen von Marcus und Maik zwischen den Songs nicht fehlen, bei welchen sie sich zu Themen, die ihnen am Herzen liegen, äußern. Die Statements bezüglich Antifaschismus, Umweltschutz, et cetera wurden stets mit donnerndem Applaus beantwortet. Der wohl lauteste Applaus an diesem Abend jedoch war einem unschönen Zwischenfall zu verdanken: gerade als die Stimmung zu dem überraschend von Britta Görtz (welche letzten Sommer bei einigen Shows Marcus am Mikro vertrat) performten Song „Übermacht“ einen neuen Höhepunkt erreichte, ging ein Fan im Moshpit zu Boden. Sowohl Fans als auch Security reagierten blitzschnell und vorbildlich und signalisierten, dass hier etwas nicht okay war. Die Band unterbrach die Show umgehend und eine angespannte Stille legte sich über die Arena, während die Sanitäter sich ihren Weg durch die gebildete Rettungsgasse bahnten und den Fan aus der Halle trugen. Als es schließlich das „Go“ zum Weitermachen gab, brandete ein tosender Applaus für die Rettungskräfte auf. Auch Marcus bedankte sich nochmals bei den Rettungskräften sowie bei den Fans für ihr umsichtiges Verhalten, mahnte alle an, gut aufeinander aufzupassen und stimmte schließlich gemeinsam mit Britta erneut zu „Übermacht“, dieses Mal in voller Länge und ohne Unterbrechungen, an. Auch „Black Tears“ sangen Marcus und Britta gemeinsam im Duett, danach verließ letztere die Bühne wieder und HEAVEN SHALL BURN machten alleine weiter. Viel zu schnell näherte sich das Ende des Konzerts und gipfelte in der Zugabe aus „The Weapon They Fear“ sowie dem BLIND GUARDIAN-Cover “Valhalla”, zu welchem das Publikum noch ein letztes Mal alle Kräfte mobilisierte und lauthals mitgrölte.

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Fotos: Sandra Gentz

Setlist HEAVEN SHALL BURN:

  1. War Is The Father Of All
  2. Voice Of The Voiceless
  3. My Revocation Of Compliance
  4. Godiva
  5. Armia
  6. Counterweight
  7. Endzeit
  8. Übermacht
  9. Black Tears
  10. Tirpitz
  11. Confounder
  12. The Martyr’s Blood
  13. March Of Retribution
  14. Thoughts And Prayers
  15. The Weapon They Fear
  16. Valhalla
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