ENSIFERUM entfesseln einen “Winter Storm” in Hamburg

Bei den aktuell eher arktischen Temperaturen gibt es doch nichts stimmigeres als das Konzertjahr 2026 mit der „Winter Stom Over Europe“-Tour von ENSIFERUM einzuläuten. Bereits seit Anfang des Monats sind die Finnen unterwegs, gemeinsam mit den Nürnbergern von FREEDOM CALL und der österreichischen Band DRAGONY. Am Abend des 19. Januars machten sie Halt in Hamburg, genauer gesagt in der Markthalle unweit des Hauptbahnhofs. Als wir gegen 18:15 Uhr an der Location eintrafen, war der Einlass bereits in regem Gange, sodass wir nicht lange draußen frieren mussten, sondern uns direkt ins Warme verdrücken konnten. In der Halle selbst ging es zunächst noch recht ruhig zu, in Anbetracht des Wochentages (Montag) war dies jedoch zu erwarten gewesen. Eine volle Auslastung der Markthalle schien aber auch nicht erwartet zu werden, der hintere Bereich war mit einem schwarzen Tuch verhüllt und auch nur eine der beiden Bars war in Betrieb genommen worden.

Gegen 18:45 Uhr machten DRAGONY den Auftakt für den Abend – ein Banner mit dem Spruch „Hic Sunt Dracones“ zierte die Bühne, hinzu kamen ein paar zerfallene Burgmauern und orangefarbene Bäumchen zu beiden Seiten des Schlagzeugs. Die Band spielt ihre Shows auf dieser Tour mit variierender Besatzung am Mikrofon – für einen Großteil der Auftritte sind sowohl „Standard“-Sänger Siegfried Samer sowie Neuzugang Maria Nesh eingeplant. In Hamburg mussten wir auf dieses Doppelpack jedoch verzichten, stattdessen bestritt Maria die Show im Alleingang. Der Stil der Band lässt sich wohl am besten als Power Metal mit symphonischen Einschlag beschreiben – auf den ersten Blick nicht unbedingt das, was zum eher harschen Folk-Metal der Hauptband passt. Doch die Österreicher ließen sich hiervon nicht beirren und schafften es mit ihrer großen Spielfreude, das zu Beginn des Auftritts noch eher reservierte Publikum für sich zu erwärmen. Bereits gegen Mitte ihres Sets reckten sich ihnen aus dem Innenraum der Markthalle zahlreiche Fäuste und Pommesgabeln entgegen und wer sich textsicher genug fühlt, wagte sich auch ans Mitsingen. Ihre gut 40 Minuten Spielzeit füllten DRAGONY mit zahlreichen von fantastischen Welten und nordischer Mythologie inspirierten Hymnen. Auf der Setlist standen unter anderem Stücke wie „Twilight Of The Gods“, „The Einherjar (What Dreams May Come)“ und „The Untold Story (Albion Online)“.

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Fotos: Sandra Gentz

Setlist DRAGONY:

  1. Twilight Of The Gods
  2. Gods Of War
  3. Perfect Storm
  4. The World Serpent
  5. The Einherjar (What Dreams May Come)
  6. Burning Skies
  7. The Untold Story (Albion Online)
  8. Beyond The Rainbow Bridge

Nach einer geschäftigen Umbaupause hieß es ab 20:45 Uhr dann: Zeit für eine Runde „Happy“ Metal (denn Heavy Metal kann ja jeder). Die aus dem Süden des Landes stammende Formation rund um Frontmann Chris Bay hatte es nicht schwer, die Markthalle direkt vom ersten Song an mitzureißen. Zu verdanken war dies neben der euphorisch-eingängigen Musik vor allem der Ausstrahlung der Band, insbesondere Chris, welcher mit einem Dauergrinsen im Gesicht geradezu unverschämt gute Laune ausstrahlte und das Publikum mit seinen humorvollen Ansagen unterhielt. Auch der Rest von FREEDOM CALL zeigte sich ähnlich enthusiastisch, sodass es eine wahre Freude war, ihnen zuzusehen und zuzuhören. Mit Stücken wie „Silver Romance“ vom gleichnamigen 2024er Album oder auch der brandneuen Single „Heavy Metal Happycore“ brachten sie uns die neueren Stücke ihrer inzwischen beinahe drei Dekaden umspannenden Diskographie näher. Doch auch Fan-Favoriten und Klassiker wie „Warriors“ oder „Metal Is For Everyone“ durften bei dieser Party natürlich nicht fehlen. Aber egal ob alt oder neu, der Moshpit, welcher sich inzwischen vor der Bühne gebildet hatte, nahm jeden Song dankbar entgegen. Während des knapp 50-minütigen Sets der Band wurde die Markthalle so richtig auf Betriebstemperatur gebracht und auch wenn die Menge nach wie vor recht locker stand, tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Die Zeit verging wie im Flug und ehe man sich versah, mussten sich FREEDOM CALL dann auch schon wieder von der Bühne verabschieden.

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Fotos: Sandra Gentz

Setlist FREEDOM CALL:

  1. Hammer Of The Gods
  2. Tears Of Babylon
  3. Silver Romance
  4. Union Of The Strong
  5. Heavy Metal Happycore
  6. Power & Glory
  7. Warriors
  8. Metal Is For Everyone
  9. Land Of Light

Um kurz nach 21 Uhr fand nun auch die zweite Umbaupause ihr Ende und die Lichter im Saal wurden auf ein atmosphärisches Dunkelblau gedimmt, während vom Band das Intro „Aurora“ vom aktuellen Album „Winter Storm“ zu hören war. Nach und nach bezogen ENSIFERUM Stellung auf der Bühne der Markthalle und knüpften mit „Winter Storm Vigilantes“ nahtlos an das Intro an. Die „Heathen Horde“ von Hamburg gab direkt Vollgas und empfing die Band lautstark. Das Zentrum des Geschehens bildete Frontmann Petri Lindroos, flankiert vom überaus bewegungsfreudigen Bassisten Sami Hinkka sowie dem einzig verbliebenen Gründungsmitglied Markus Toivonen an der Gitarre. Ab und an kam auch Pekka Montin hinter seinem Keyboard hervor, um Petri gesanglich zu unterstützen. Der Kontrast aus Petris harschen Growls und Pekkas kraftvollem Klargesang rundete den Sound der Band auch an diesem Abend wundervoll ab. Zwischen all den vorgetragenen epischen Schlachthymnen durfte man nicht vergessen, ab und an die Kehlen zu befeuchten, daher widmete Petri das Stück „One More Magic Potion“ all jenen „who like to drink a shit ton of beer!“. Der Song „Token Of Time“ nahm uns mit auf eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit, zurück zum allerersten Album ENSIFERUMs. Bevor es mit „Into Battle“ zurück in die Schlacht ging, bot sich uns in Form der Ballade „Scars In My Heart“ eine kleine Verschnaufpause – auf dem Album wird das Stück gesungen von Madeleine Lijestam, live übernahm jedoch Maria Nesh von DRAGONY diese Aufgabe. Kurz nach 22 Uhr drohte Petri dann im Scherz an, dass der folgende Song der letzte sein könnte, wenn wir nicht laut genug wären. Nun, das Hamburger Publikum ließ sich dies natürlich nicht zweimal sagen und schaltete in Punkto Energielevel noch einmal einen Gang hoch. Belohnt wurden wir mit einer Zugabe bestehend aus den drei Stücken „Axe Of Judgement“, „In My Sword I Trust“ und der Metal-Disco-Nummer „Two Of Spades“. Gegen 22:30 Uhr kam die Show schließlich zum Ende und wir wurden in die kalte Nacht entlassen. Richtete man auf dem Heimweg den Blick gen Himmel, so bot sich einem ein wunderschönes Naturschauspiel in Form von grünen und roten Polarlichtern – einen passenderen Abschluss für den Abend mit ENSIFERUMs „Winter Stom Over Europe“-Tour hätte man sich quasi gar nicht ausmalen können.

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Fotos: Sandra Gentz

Setlist ENSIFERUM:

  1. Aurora (Intro)
  2. Winter Storm Vigilantes
  3. Guardians Of Fate
  4. Heathen Horde
  5. Fatherland
  6. One More Magic Potion
  7. Long Cold Winter Of Sorrow And Strife
  8. Token Of Time
  9. From Afar
  10. Scars In My Heart
  11. Andromeda
  12. Into Battle
  13. March Of War (Intro Zugabe)
  14. Axe Of Judgement
  15. In My Sword I Trust
  16. Two Of Spades
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