Reload 2025 – Samstag
Der letzte Festivaltag begann für mich etwas später. So war BLOOD COMMAND mein Startschuss in den Samstag. Und was für einer! Die Norweger ballerten direkt los und lieferten ein Set, das von der ersten Sekunde an zwischen punkiger Energie und hartem Metal schwankte. Sängerin Nikki sprang wie ein Flummi über die Bühne, die Crowd ging mit, und man merkte sofort: hier gibt’s keine Anlaufzeit, sondern Vollgas pur.
RISE OF THE NORTHSTAR machten danach genau da weiter – nur noch brutaler. Passend zu ihrem neuen Song „Back 2 Basics“ standen sie in neuer Aufmachung auf der Bühne: angepasste Sportswear mit fettem ROTNS-Logo, dazu eine leicht abgeänderte Kulisse. Der ikonische Kirschblütenbaum am Schlagzeuger war zwar geblieben, doch das Gesamtbild wirkte noch konsequenter und roher als zuvor. Hardcore-Riffs, Hip-Hop-Vibes und ein Pit, der aussah wie eine tobende Straßenschlacht – martialisch, energiegeladen, kompromisslos. ROTNS haben den Platz in Schutt und Asche gelegt.
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Ein krasser Kontrast, aber nicht minder energiegeladen: DONOTS! Die deutschen Punkrock-Helden feierten eine einzige große Party. Hits zum Mitsingen, Tanzen, Pogen – und dazu ihre sympathische, lockere Art, die das Publikum sofort einnahm. Frontsänger Ingo stürzte sich sogar mitten in den Circle Pit, ließ sich von der Menge tragen und sang dabei einfach weiter, während um ihn herum der Pit unermüdlich kreiste. Es war einer dieser Momente, wo man einfach grinsen musste: Circle Pits mit Bierbechern in der Hand, Fangesänge, Arme hoch – ein Reload-Highlight ganz eigener Art.
Bevor MASTODON die Bühne betraten, war es an der Zeit für einen kurzen Rückblick: vom ultraheißen Donnerstag über den staubigen, energiegeladenen Freitag bis hin zu diesem Finale. Der Samstag brachte zwar angenehmere Temperaturen, doch die Hitze im Pit blieb unverändert – und die Feuer- und Pyroshows standen schon bereit, den Abend noch mehr zum Glühen zu bringen.
Dann wurde es mächtig: MASTODON. Die Prog-Giganten entführten die Crowd in ihre eigene Klangwelt, irgendwo zwischen monströsen Riffs und verträumten Melodiebögen. Man stand da, ließ sich von den Gitarrenwänden einhüllen, und fühlte sich fast wie in einer anderen Dimension. Ein Set für Feinschmecker – dicht, komplex und trotzdem mit einer Wucht, die bis ins Mark ging.
Mit KATAKLYSM gab es danach den direkten Kontrast: brutaler, kompromissloser Death Metal. Hier war nichts mit Träumen, hier gab’s nur pure Attacke. Die Kanadier prügelten gnadenlos durch ihr Set, und die Crowd dankte es mit massiven Circle Pits. Jeder Schlag ins Gesicht saß, jeder Breakdown traf genau dort, wo es weh tun sollte – und das Reload feierte es ab.
Und genau dieser Übergang war perfekt, um den Schalter wieder umzulegen: von der epischen Schwere Mastodons und der rohen Gewalt Kataklysms hinein in das pure Metalcore-Chaos. WHILE SHE SLEEPS nahmen diesen Ball auf und verwandelten das Gelände endgültig in ein Tollhaus. Hymnenhafte Refrains, harte Riffs und die unbändige Energie von Sänger Loz Taylor, der immer wieder direkt ins Publikum eintauchte. Unzählige Crowdsurfer wurden nach vorne getragen, teilweise im Sekundentakt – und die Security am Graben machte einen unfassbaren Job, jeden Einzelnen sicher abzufangen. Es war ein einziges Wechselspiel zwischen Moshpit-Chaos und Gänsehaut-Momenten beim gemeinsamen Mitsingen. Ein Auftritt, der die Essenz von Metalcore auf den Punkt brachte: Gemeinschaft, Energie, Eskalation.
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Impressionen Samstag

