SUMMER BREEZE 2025 – Donnerstag

Der zweite Festivaltag begann für uns in der Mittagshitze, weit und breit blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, der das Infield in einen Grill verwandelte. Ganz im Gegensatz dazu stand die erste Band: ELVENKING ist keine Band, die man mit dem Stichwort „Sommerhit“ assoziiert. Dennoch hatte sich bereits eine ansehnliche Menge vor der Main Stage versammelt, um die Mischung aus energiegeladenem Folk-Metal und verspielten, nordisch-mythischen Klängen zu lauschen.

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 Währenddessen gab es auf der Wera Stage für die Fans eines härteren Tageseinstiegs Power-Metal von FROZEN CROWN.

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Es ging weiter mit HANABIE und einer Mischung aus Metalcore und J-Pop. Klingt seltsam? Nein, gar nicht! Der Harajuku-Core-Stil hat sich bereits fest in der Metalszene etabliert und die Fans feierten und tanzten ausgelassen zu „Neet game“, sangen mit bei „Spicy Queen“ und schrien in fremden Zungen bei „TOUSOU“.

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Pünktlich um 14:50 Uhr betraten ENSIFERUM die Main Stage. Gemessenen Schrittes zu einer episch anmutenden Melodie mit Kriegsbemalung in den Gesichtern, die nicht ganz verbergen konnte, dass der Sonnenbrand auch vor Bands nicht Halt macht. Aber von der sengenden Hitze ließen sich die fünf ebenso wenig abschrecken, wie die Menge vor der Bühne, welche das erste Gitarrenriff von „Fatherland“ mit lautem Jubel gebührend würdigte. So viel Motivation musste man nutzen, also wurde das Publikum immer wieder nachdrücklich zum Klatschen, Lärmen und Eskalieren aufgefordert, und die gut erzogene Menge kam diesen Wünschen enthusiastisch jedes Mal nach. Belohnt wurden sie mit geballtem Viking-Metal in sämtlichen Facetten. Sei es mit kraftvollen Growls bei „Heathen Horde“, bei dem das Headbangen verpflichtend dazu gehörte oder treibenden Gitarrenriffs, die bei „Andromeda“ zum Tanzen verleiteten – das Publikum feierte die Band gebührend. Bei „Token of Time“ wurde aus dem Mitsingen spontan frenetischer Jubel in den ersten Reihen, als die Wasserwerfer einen sanften Regen zur Abkühlung in die Menge spritzten.

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Wem die Klassiker zu alt waren, für den gab es parallel auf der Wera Tool Stage Modern Metal von ARCTIS. Die noch sehr neue Band, die erst letztes Jahr ihr Debütalbum veröffentlicht hat und direkt im Anschluss mit APOCALYPTICA auf Tour war, brachte frischen Wind und eine Mischung aus kraftvollen Gitarrenriffs und nordischen Aspekten mit.

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Apropos Wind: Während der Umbaupause verirrte sich eine einzelne Wolke vor die Sonne und wurde lautstark bejubelt. Mit so viel Aufmerksamkeit konnte sie allerdings nicht umgehen und verschwand genauso schnell, wie sie erschienen war. Doch viel Zeit ihr nachzutrauern blieb nicht, denn der Platz vor der Main Stage füllte sich nun mit einer Menge Menschen, von denen einige optisch nicht direkt auf einem Metal-Festival zu vermuten waren. Dreispitz und Generalsuniform reihten sich an Hawaii-Hemden und Augenklappen. Während sich geneigte Beobachter noch wundern mochten, war für Kenner bereits klar: MR HURLEY UND DIE PULVERAFFEN hatten sich ihren Platz auf der Main gesichert. Und wer sie kennt wusste auch: Hier trifft Piratenmusik auf Klamauk und das in geballter Form. Bei „Unser Untergang“ wurde zur kompletten Eskalation aufgerufen: „Tut alles, was sich nach eskalieren anfühlt! Tanzen, schreien oder – bitte nur mit Einverständnis – euren Nachbarn ablecken“. Die Setlist war gespickt mit Klassikern wie „Affentotenkopp“, tieferen Botschaften mit „Mann über Bord“ und neuen Hits wie „Meine Schnauze“. Gerade der letzte Song bot natürlich eine Steilvorlage für Gags und diese wurde auch genutzt. Dreimal setzte der einäugige Morgan an, wichtigen Personen zu danken, nur um zweimal von Mr. Hurley mit einer Wiederholung des Refrains unterbrochen zu werden. Beim dritten Mal konnte er den Dank vollenden, Dank an wichtige Menschen, ohne die der Auftritt, die Party und „das Ganze hier“ nicht möglich seien, „Danke an uns!”“. Und bedanken konnten wir uns bei den Vieren für eine Party sondergleichen.

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Der nächste Act auf der Mainstage bot musikalisch ein ganz anderes Brett. Wo vorher noch heiter geschunkelt wurde, formierten LVNDMVRKS Circle Pits. Eine Stunde lang fühlten wir mit Florent Salfati, der sämtliche Emotionen rau, ungeschönt und laut in die Köpfe des Publikums gravierte. Mit „Death“ brachten sie einen Song für alle mit, die sich falsch fühlen, nur um danach mit „Crowdsurfers, this song is for you!“ den Song „Blistering“ anzusagen, und die Partystimmung wieder zurückzubringen. Energiegeladen ging es weiter und die Band forderte nicht nur zum Tanzen auf, sondern ging auch mit gutem Beispiel voran. Die ganze Bühne schien permanent in Bewegung. Auch Songs vom aktuellen Album „The Darkest Place I’ve ever been“ welches im April 2025 erschienen war, waren mit dabei und ließen keine Erwartungen offen.

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Während auf der T-Stage DESTRUCTION den Thrash Metal Fans ordentlich einheizten und sämtliche Köpfe zum Headbangen brachten, veränderte sich auf der Mainstage das Bühnenbild maßgeblich. Wo vorher am Tag nur ein Backdrop und Instrumente zu finden gewesen waren, befanden wir uns nun gefühlt in einer antiken, griechisch anmutenden Ruine. Eine mehr als würdige Kulisse für die atmosphärischen Songs von WITHIN TEMPTATION. Mit „We go to war“ stürmte Sharon den Adel die Bühne, das Gesicht hinter einer goldenen Maske verborgen, welche das Bild einer Kriegerin unterstrich. Doch auch als die Maske für den zweiten Song abgenommen wurde, blieb das Bild bestehen. Mit kraftvoller Stimme und selbstbewusstem Auftreten machte sie sich Song für Song die Bühne zu eigen. Als Einleitung zu „Stand My Ground“ wurde es politisch mit der Ansage „I stand with Ukraine!“ und der entsprechenden Flagge am Mikroständer. Passend eingesetzte Pyrotechnik und die visuellen Effekte auf der Leinwand machten den Auftritt zu einem prägenden Erlebnis, das zum Ende hin noch einmal sehr emotional wurde, als die Menge „Mother Earth“ mitsang und die Band in den Abend verabschiedete.

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Nun folgte die längste Umbaupause des Tages auf der Main Stage. Doch von Langeweile keine Spur, denn auf der T-Stage gab es eine geballte Ladung Hardcore-Punk von den alteingesessenen Meistern ihres Fachs: AGNOSTIC FRONT. Seit Jahrzehnten eine Größe in der Szene, brachten sie ein abwechslungsreiches Set aus alten und neuen Songs mit, die gebührend mit Circle Pits und Crowdsurfing gefeiert wurden.

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Die Sonne war mittlerweile hinter dem Horizont verschwunden und es kühlte langsam etwas ab. Doch bevor sich zu viele der blauen Stunde hingaben und in Müdigkeit verfielen, wurde die Bühne taghell erleuchtet und eine Feuerwand brachte die Hitze des vergangenen Tages punktuell und bis zur hintersten Reihe der Boxentürme zurück, denn GOJIRA gaben sich die

Ehre. Was folgte, erinnerte von der Geräuschkulisse an eine Wand aus Schmerz und Gewalt; die weder die Stimme des Sängers, noch die Instrumente schonte, passend für den Song „Only Pain“. Im krassen Widerspruch zu der fast brutalen Musik stand das feinsinnig abgestimmte Farbschema eines jeden Songs, welches die Grundstimmung maßgeblich beeinflusste. Doch nicht nur das, sondern auch einige ernste Worte bewegten die Menge. „Another World“ wurde anmoderiert mit „There is always something fucked up“ und der Mahnung, dass wir pfleglich mit unserer Erde umgehen sollen und dass ein Zusammenhalt als Community dafür unabdingbar sei. Doch es wurde auch humoristisch. Zum einen als Sänger Joe Duplantier den Song „Mea culpa (Ah! Ça ira!)“ als „Baby Song“ ankündigte, da dieser gerade einmal ein Jahr alt sei, und das Publikum den Part der weiblichen Vocals übernehmen müsse. Zum anderen als vor „From the Sky“ Schlagzeuger Mario Duplantier mit einem Pappschild mit der Aufschrift „Heilige Scheiße ist das heiß!“ über die Bühne lief. Kein Wunder bei dem Ganzkörper-Workout, das der Auftritt für ihn sein musste, und der Menge an Pyro, die den Zuschauenden in den vorderen Reihen doch noch einen Sonnenbrand verpasste. Dem Wunsch, sich auszuziehen, kam er allerdings nicht nach.

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Nach diesem Feuerwerk an Impressionen standen die, deren Energie noch nicht erschöpft war, vor der Entscheidung, womit sie sich nach diesem Set abkühlen wollten. Entweder mit CULT OF LUNA bei emotionalem und komplett in Nebel gehülltem Post-Metal oder doch eher mit COLDRAIN, die erstmalig beim SUMMER BREEZE zu sehen waren und mit energetischem Post-Hardcore begeisterten. Wir haben uns für beide entschieden!

CULT OF LUNA

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COLDRAIN

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KANONENFIEBER

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Wir haben einige Bands zusätzlich fotografisch für euch festgehalten:

HIRAES

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FIRTAN

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SEPTICFLESH

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THROWN

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