SUMMER BREEZE 2025 – Dienstag & Mittwoch

Summer Breeze – das letzte Aufbäumen der Sommer-Festivalsaison und der Höhepunkt im Süden der Republik. Das Event hat sich längst ebenso etabliert wie der große Bruder im Norden. Und oft genug beinhaltet die Sommerbrise auch den Gluthauch von sengender Hitze. Auch in diesem Jahr war Sonnencreme wieder Pflicht. Die Anreise verlief aufgrund der vorher vergebenen Slots an sich geordnet, aber dennoch kam es am Montag und Dienstag noch zu Staus. Die schiere Größe der Veranstaltung (45.000 Besucher) führt logischerweies zeitweise zu Überlastungen der Infrastruktur im beschaulichen Dinkelsbühl.

Am Dienstag konnte man in Ruhe ankommen und sein temporäres Heim aufbauen, aber auch schon erste Konzerte auf der Campsite Circus Stage besuchen. Unter anderem DEFIANCE HC, SEASONS IN BLACK, NARRATOR, SPACE CHASER und TRAGEDY – TRIBUTE TO THE BEE GEES heizten den frühen Vögeln ordentlich ein. Die Bühne außerhalb des Infields hat sich mittlerweile gut etabliert und wird rege bis tief in die Nacht für Partys genutzt.

DEFIANCE HC

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Fotos: Patrick Burkhardt

SEASONS IN BLACK

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Fotos: Patrick Burkhardt

SPACE CHASER

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Fotos: Patrick Burkhardt

THE NARRATOR

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Fotos: Patrick Burkhardt

Am Mittwoch ging es dann auch richtig mit Konzerten auf den Hauptbühnen los. Die ersten beiden Acts hätten gegensätzlicher nicht sein können. Die traditionelle Festivaleröffnung oblag auch dieses Mal wieder der örtlichen Dorfkapelle BLASMUSIK ILLENSCHWANG. Ähnlich wie die WACKEN FIREFIGHTERS gehört die sympathische Truppe schon zur Tradition des Summer Breeze und konnte sich auch in diesem Jahr auf ein gut gefülltes Feld verlassen. Mittlerweile sind sogar Patch-Aufnäher der Kapelle für die Metaler-Kutte erhältlich.

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Fotos: Patrick Burkhardt

Der Eröffnungs-Act auf der Main Stage hatte nichts mit verträumten Liedern über die Tiroler Berge oder die Liebe am Hut. Der Aufstieg von GUTALAX in den letzten Jahren ist beispiellos. Die Grindcoreler aus Tschechien singen bzw. grunzen vor allem über Fäkalien. Dementsprechend gebärden sich auch ihre Anhänger, was sich in vielen geworfenen Klorollen und enthusiastisch gereckten Klobürsten manifestiert. Die Spuren sah man noch tagelang im Graben der Bühne. GUTALAX hat mittlerweile einen gewissen kuriosen Kultstatus erlangt.

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Fotos: Patrick Burkhardt

Nach den Aufräumarbeiten konnte dann AUGUST BURNS RED das Zepter übernehmen und dem Publikum gepflegten, amerikanischen Metalcore darbieten. Wer wie ich zu dem Zeitpunkt gerade auf dem Battlefield unterwegs war, bekam als Eröffnung ein verdammt gutes Cover von “Chop Suey” auf die Ohren. Nebenan auf der T-Stage waren die Zuhörer ganz im Bann von HELLRIPPER aus Schottland, die eine rasante Show boten und schon früh Maßstäbe in Sachen Speed Metal auf dem Gelände setzten. Wer es etwas exotischer mochte, konnte danach direkt vor der T-Stage stehenbleiben, denn CRYSTAL LAKE aus Japan zeigten, was man in ihrem Land unter Metalcore versteht. Das Summer Breeze ist auch immer wieder gut, um neue Acts aus anderen Ländern kennenzulernen.

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Fotos: Patrick Burkhardt

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Fotos: Patrick Burkhardt

CRYSTAL LAKE

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Fotos: Patrick Burkhardt

Auf der Main Stage spitzte sich das Programm am Abend immer mehr in Richtung auf die ersehnten Headliner zu. Die Göteborger von THE HALO EFFECT legten nach anfänglichen Soundproblemen und 15 Minuten Verspätung druckvoll mit „Feel What I Believe“ los und hatten das Infield sofort am Haken. Es folgten „In Broken Trust“, „The Needless End“ und „Detonate“ und spätestens jetzt stellte sich die wohlige Metal-Extase ein. Die Menge sang bei „Between Directions“ überraschend laut mit. Mikael Stanne lobte: „Holy Shit, you look incredible beautiful from up here. Did you survive the heat?“ Zum Schluss gab es „Last Of Our Kind“ und das mächtige „Shadowminds“.

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Fotos: Patrick Burkhardt

Dass man höchst erfolgreich sein und trotzdem seine Wurzeln nicht vergessen kann, zeigen IN EXTREMO immer wieder mit gefeierten Festivalauftritten. Ich habe sie mittlerweile viele Male gesehen, aber nie wirkten sie müde oder als würden sie nicht alles geben. Diese Truppe ist einfach ein Garant für gute Laune! Die Spielleute verwandelten das Feld in einen mittelalterlichen Hexenkessel. Der Auftakt erfolgte mit „Ólafur“ und „Spielmannsfluch“ – sofort gab es Fackeln und Flammen zu treibenden Dudelsack-Hooklines. Viele waren überrascht, den Spielmannsfluch schon so früh im Set zu hören. Aber auch neuere Stücke wie „Weckt die Toten“ und „Troja“ ließen die Menge singen und tanzen und auch erste Crowdsurfer traten auf. Dicke Pyro-Akzente und rotglühende Lichtteppiche tauchten das Battlefield in magischen Schein. Mit „Wolkenschieber“, „Sängerkrieg“ und „Feine Seele“ wechselte die Band zwischen Hymnen und Tanzmusik. Der Wolkenschieber von IN EX überzeugt jedenalls weitaus mehr als der von YVONNE CATTERFELD. „Es geht auch darum, die Sonne wieder ins Herz zu lassen“, erklärte Micha Rhein dazu.

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Fotos: Mirco Wenzel & Patrick Burkhardt

Der Weg zur Campsite Circus Stage war durchaus weit und Fotograen mussten genau abschätzen, ob der Gang sich lohnt. Bei FRAYLE zögerte unser Foto-Virtuose aber keine Sekunde. Die Band aus den USA feierte Breeze-Premiere. Frontfrau Gwynne Galaz setzte durch phantasievolle Outfits auch optisch Maßstäbe.

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Fotos: Patrick Burkhardt

Der anschließende Auftritt von DIMMU BORGIR begann mit düsterem Intro und sofortigem Sog. „Puritania“ setzte das erste Ausrufezeichen, dicht gefolgt von „Interdimensional Summit“. Bei „Gateways“ und „The Serpentine Offering“ wirkten Chöre/Backtracks als monumentale Verstärkung. Nebelwände und scharf gesetzte Strobos prägten die Optik, die Bühne wirkte wie ein schwarzer Kathedralenraum. „Grotesquery Conceiled“ und „Council of Wolves and Snakes“ hielten die Spannung hoch. Danach rissen „Cataclysm Children“ und „Stormblåst“ die Crowd mit, während rote Feuer die verzerrten Gesichter von Shagrath und seinen Mannen beleuchteten. Die feierlich-finstere Stimmung wirkte zu später Stunde besonders gut. Mehrere Zuschauer schienen sich zu den harten Gitarrenwänden regelrecht in Trance zu headbangen. DIMMU BORGIR sind und bleiben DIE Naturgewalt aus Norwegen und die perfekte Symbiose aus symphonischen Melodien und Black Metal.

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Fotos: Patrick Burkhardt

Spät in der Nacht entfaltete sich dann noch eine düstere Gothic-Atmosphäre, als ASP den Schlusspunkt setzten. Die Konzerteröffnung erfolgte durch „Raise Some Hell Now!“ und „Die letzte Zuflucht“, wozu der Sänger eine entsprechende Fahne schwenkte. „Lykanthropie“ war eine schöne Überraschung, der Song ist eher selten im Set, passte aber natürlich schön zum mittlerweile aufgegangenen Mond. „Summer Breeze, wir haben einen weiteren uralten Song mitgebracht, von dem ich mir wünsche, dass er an Aktualität verliert, aber das wird wohl nie geschehen“, leitete Fronter Asp das ikonische „Ich bin ein wahrer Satan“ ein. Den Fan-Nachteulen merkte man keine Müdigkeit an. Die alten Klassiker wurden von vorne bis hinten laut mitgesungen und auch die einstudierte Choreographie von Handbewegungen verriet die WiederholungstäterInnen. Freude löste auch der „Horrors“-Song „Flickenpuppe“ samt bewusst missverständlicher Zeile „Flick mich!“ aus. Als Wanderer zwischen den Welten, was Gothic und Metal angeht, ließ sich Asp auch einen kleinen, liebevollen Seitenhieb auf Metaler nicht entgehen, die schon die Segel gestreckt hatten und ins Bett gegangen waren. Der laute Chor zu „Denn ich bin der Meister“ sollte einige wieder augew“ckt haben. Beim Abschlusssong „Ich will brennen“ konnten auch die Grabenschlampen-Securitys nicht anders als mitzutanzen.

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Fotos: Patrick Burkhardt
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