Heimspiel im Hamburger Cruise Inn Center: MONO INC

Das Cruise Inn am Hamburger Hafen macht seit August mit einem neuen Konzept weiter, während wir zuvor hier nur Konzerte im Auto genießen konnten, gibt es seit kurzem Open Air Konzerte mit Livesound, Sitzplätzen und erweiterten Getränke/Foodbereichen. Heute Abend tritt nun MONO INC mit STORM SEEKER auf und haben den Plan die schwarzen Gemüter ihrer Fans zu erheitern. Bei MONO INC denkt man ja eigentlich an gut gefüllte Hallen, so sollte das Jubiläumskonzert der Hamburger im April sogar in der Alsterdorfer Sporthalle stattfinden.

Davon sieht man hier leider nicht viel, gerade einmal 402 zahlende Gäste versammelten sich in der deutlich größeren Spielstätte, was bei der aktuellen Konzertzabstinenz schon recht komisch ist. Im Gegensatz zu vielen Innenstädten und Supermärkten wird hier überall penibel auf die Einhaltung der Hygienevorschriften geachtet. Alle Wege sind mit Pfeilen für die Richtige Laufrichtung ausgestattet, vor dem WC wird allen die Hände desinfiziert und die Ordner kontrollieren regelmäßig Grüppchenbildungen oder Verstöße, dabei aber immer auf eine freundliche Art und Weise.        

Den Beginn machen STORM SEEKER aus Düsseldorf, die Pirate Folk Metal Band startet gleich durch und versucht passend zur Location die Anwesenden mit auf Kaperfahrt zu nehmen.  Mit „Sail With Us“ , „Shoot The Ship“, „Side By Side“ kann die Band eigentlich ganz gut überzeugen und ist recht motiviert. Dennoch wirkt der Sound manchmal recht unterirdisch abgemixt und so kann der Auftritt am Ende nur teilweise überzeugen, obwohl die Band eigentlich ganz gutes Material in peto hat. Da hilft am Ende nur noch „RUM“ und Plünderungen.

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Fotos: Birger Treimer

MONO INC dagegen sind bereits ab „Welcome To Hell“ zu Beginn mit einem glasklaren Sound gesegnet und entzücken sofort die noch sitzenden Fans. Gefolgt mit dem „Funeral Song“ und Symphony of Pain“ und schon steht die Menge komplett (natürlich brav auf den Plätzen) auf. Im kleinen 1qm Feld kann dann auch leicht getanzt werden, der Moshpit zu „Gothic Queen“ muss aber leider ausfallen. Sänger Martin führt gekonnt und mit schwarzen Humor durch die Setlist, dabei macht er noch einmal deutlich das die Setlist deutlich von der eigentlichen Book of Fire Tour abweicht . So finden nur zwei Lieder vom aktuellen Album ihre Aufführung, „The Book Of Fire“ und „Right for the Devil“, hierbei wird der Part von TANZWUT durch Storm Seeker gespielt, die wiederholt auf die Bühne kommen. Die neuen Songs kommen gut an und sorgen für weitere gute Laune in der Menge, emotional wird Martin dann mit dem Song „Boatman“ der direkt nebenan im Hafen neben der Bühne gefilmt wurde, Tränen auf der Bühne sind hier erlaubt.

Weiter geht es mit „The Banks of Eden“ und „Revenge“ die für weitere Stimmung sorgt, leider merkt man dabei etwas die fehlenden Besuchern beim Mitsingen oder die nichtvorhandenen Bewegung im Publikum dabei. Mit einer emotionalen Geschichte über demente Verwandte die während des Lockdowns eingesperrt wurden leitet Martin zu „An klaren Tagen“ über.  Nach der kurzen Sitzpause sorgt eine Runde Drumsolo für schnelleres Tempo und ist eine perfekte Überleitung auf „Get Some Sleep“ und „After The War“. Gegen Ende bedankt sich Martin noch an den harten Kern der Fans die an dem Abend den Weg in die Location gefunden haben, um die wenigen überhaupt stattfindenden Konzerte zu unterstützen. 

Nach einer kurzen Pause geht es nun weiter mit der Zugabe, „Kein Weg Zu Weit“ passt hier wunderbar zur Situation und den Abend, auch mit dem Wissen das die Band nun längere Zeit nicht mehr live zu sehen sein wird. Danach geht es mit „Voices of Doom“ direkt in das Finale, aber damit nicht genug, nach dem die letzten Töne verklungen sind schließt die Band das letzte Konzert auf unbestimmte Zeit mit „Children of the Dark“ ab. Hoffen wir das die Szene auf Dauer weiterhin so stark zusammenhält wie es aktuell der Fall ist, alle alternativen Konzertlösungen tragen gerade nur zum Überleben unserer Musikszene bei. Ob nun sitzend oder online – MOVE UP YOUR ASS!

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Fotos: Birger Treimer

Setlist Mono Inc:

Welcome to Hell
Funeral Song
Symphony of Pain
Gothic Queen
The Book Of Fire
Right for the Devil (with Storm Seeker)
Arabia
Boatman
The Banks of Eden
Revenge
An klaren Tagen (Akustikversion)
Das Boot/Drum Solo
Get some Sleep
After the War (Gary Moore cover

Zugabe:
Kein Weg zu weit
Voices of Doom
Children of the Dark

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