Spielleute, Folkmusik, Ritter und viel zu entdecken – so war „Die Fette Heide“ – das MPS in Luhmühlen

Der König ist tot, lang lebe der König! Nachdem das FETTE Ö aus den vorherigen Jahren abdanken musste, ist das MPS aus der Großstadt Hamburg ins Pferdedorf Luhmühlen umgezogen. Mit der FETTEN HEIDE ist ein neuer großer MPS Standort gebührend eingeweiht worden.

Auf dem Turnierplatz von Luhmühlen bietet uns das MPS 6 Musikbühnen begleitet von einer Turnierarena und einer Kampfplatz-Bühne, sowie einer Vielzahl an kleineren Shows, wie einem Piratenlager, Gauklern und unterschiedliche live arbeitender Handwerker.

Positiv ist dabei besonders, dass trotz der Weitläufigkeit des gesamten Geländes – immerhin ist dies für die unterschiedlichsten Disziplinen des Pferdesportes ausgelegt – die Wege zwischen den Bühnen schnell überwunden sind und das alles ohne den doch häufig eher nervigen Nebeneffekt, dass die unterschiedlichen Bühnen und Arenen sich gegenseitig so beschallen, dass immer eine Show den kürzeren zieht und nicht wirklich zu genießen ist.

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Bilder: Torben Möller

Aber nicht nur musik- und showtechnisch kann die FETTE HEIDE voll aufwarten. Das Heerlager ist strategisch zwischen den einzelnen Bereichen verteilt und komplettiert mit z.b. Piraten auf Landgang die Themen der unterschiedlichen Festival-Bereiche. Zusammen mit den über 140 Marktständen, Buden und Händlern für kulinarische Spezialitäten, Gewandungen oder handwerklichen Kunstwerke bietet Luhmühlen uns damit eine phantastische Kulisse für einen tollen Tag, einem der letzten sonnigen Spätsommertage dieses Jahres.

Nach einer kurzen ersten Runde über den Platz ist es dann auch schon fast unmöglich, sich nicht von der Musik einer der Bühnen mitreißen zu lassen. Und so hört man zu dem Kommentar „Der Text steht sogar hier direkt vor uns … Du Spack … Hmm nicht so nett, ich geh mal zur Seite“, wie DUIVELSPACK auf der Waldbühne seine Späße mit sich und dem Publikum treibt.

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Bilder: Torben Möller

Gleichzeitig machen RAPALJE auf der Folkbühne schon mal Stimmung und der viele Platz wird gut gefüllt mit wehenden Armen, Beinen und Röcken. Wer nicht so sportlich ist macht es sich auf einen der vielen einladenden Bänke gemütlich und genießt die Show vor und auf der Bühne mit einem kühlen Getränk in der Hand.

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Bilder: Torben Möller

Mit klarem, nordischen Einschlag kann FORGOTTEN NORTH vor die Festivalbühne locken. Mit ihrem Sound sind sie wohl mit die elektronischsten, die uns heute bespaßen. So ist die E-Gitarre sehr dominant. Aber wir beschweren uns nicht und genießen die Show. Die Feuershow heizt uns dabei zwar ordentlich ein aber die frühe Stunde nimmt viel von der Optik. Trotzdem auf ins Gemetzel.

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Bilder: Birger Treimer

Auf der Bühne der Spielleute sind die Marine Matrosen von PRESSGENG auf Landgang und bringen die Menge zum Schaukeln. Mit ihren Fun Shanty bringen sie ordentlich Seegang in die Menge, sonst hält man es als echter Seebär an Land ja auch nicht aus, wenn sich nicht alles um einen rum ständig hin und her bewegt. 

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Bilder: Birger Treimer

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Bilder: Torben Möller

MACCABE & KANAKA laden auf der Waldbühne auch zum Schunkeln ein. Begleitet von den Stampfen zu dem mitreißenden Beat ihres Mixes aus Irish Folk und Shantys zu denen viele Fans die Texte wohl auch noch schwer betrunken mitgrölen können. „Die schlimmsten 20 Minuten meines Lebens waren ohne Alkohol“ bevor es mit dem Klassiker “Wild Rover” weitergeht.

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Bilder: Lars Tobias Lorbeer

Pferdeliebhaber und die stolzen Verfechter von Brot und Spielen kann das EHS Team beim Großen Ritterturnier erstaunen. Königin Charisma und ihre Ritter des Lichts stellen sich im Turnier zu Pferde gegen die dunkle Fürstin Zybilla und die Mächte der Finsternis.

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Bilder: Birger Treimer

LETZTE INSTANZ

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Bilder: Torben Möller

Mit SAOR PATROL ziehen die Highlands auf dem MPS ein. Zu Pipes and Drums tanzt sich so manch ein Besucher in Trance. Im Graben versuchen sich schon die Kleinen – bewaffnet mit Gehörschutz und Drumsticks – an ihren ersten Schlagzeugversuchen. Natürlich nur stilecht im Kilt.

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Bilder: Torben Möller

CULTUS FEROX bespielen ihre eigene kleine Bühne und spielen nicht auf einer der MPS-Bühnen mit ihrer Unplugged-Show. Ihr Tänzerinnen sind dabei eher vor als auf der Bühne zu finden, ganz zur Begeisterung der Besucher.

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Bilder: Birger Treimer

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Bilder: Torben Möller

THE DOLMEN

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Bilder: Torben Möller

VERSENGOLD verkörpert vieles, wofür das MPS steht. Ein bisschen Mittelalter, ein bisschen Phantasie und viel Humor und Geselligkeit. Und so nutzen sie die Gelegenheit, auch die gemütlichen Songs zu spielen, für die auf anderen Festivals keine Zeit ist.

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Bilder: Birger Treimer

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Bilder: Torben Möller

MR. HURLEY UND DIE PULVERAFFEN haben endgültig den Anker vor Tortuga gelichtet und mussten weiter ziehen. Fern von ihrer Heimat, dem karibischen Osnabrück, sind sie nach den letzten Eskapaden wieder auf der Flucht vor Zucht und Ordnung. Aber nicht nur die sind hinter ihnen her und so treiben sie die Lightning durch die Wellen mit dem Leviathan auf den Fersen. Der einäugige Morgan muss gelegentlich unkontrolliert kichern, kitzeln ihn doch manchmal die Tentakel im Nacken.

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Bilder: Birger Treimer

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Bilder: Torben Möller

Mit YE BANISHED PRIVATEERS wird das Programm der Piratenbühne vollendet. Mit Piraten-Shanty und reichlich Rum wird den Landratten ordentlich Feuer unterm Hintern gemacht. Wer nicht spurt, der muss sich vor dem Knüppel in Acht nehmen. Man will sich ja nicht unfreiwillig als nächstes auf den Planken eines Schiffes auf hoher See wiederfinden. 

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Bilder: Birger Treimer

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Bilder: Torben Möller

Des Hauptmanns geiler Haufen ist natürlich auch mit dabei. FEUERSCHWANZ begeistern mit ihrem Met-Mittelalter-Rock die abendliche Menge. Also hoch die Hörner und auf ins Getümmel! Irgendwer muss sich ja die Metkrieger-Rüstung überstreifen und als Verteidiger des wahren Mets die letzte Linie vor der Theke halten.  

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Bilder: Birger Treimer

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Bilder: Torben Möller

Im finalen Abendprogramm steht man dann doch vor der Qual der Wahl. Wo vorher einige Bands doppelt und dreifach aufgetreten sind, sind FIDDLERS GREEN, KNASTERBART, die Feuershow und HARPYIE ausschließlich im Dunkeln und komplett zeitgleich zu genießen.

SALTATIO MORTIS fahren auf der MPS-Bühne dabei mit einer sicher schon bekannten Show auf, die so einiges im Schatten stehen lässt. Besonders im Punkt Flammen hauen sie raus, was die Bühne hergibt. Die Menge feiert dabei neue wie Alte Songs, bevor es dann mit Krawall und Remmidemmi von der Bühne geht.

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Bilder: Birger Treimer

Mit Irish Speed Folk erwarten uns FIDDLERS GREEN auf der Festivalbühne, sodass ausgiebig getanzt und gefeiert werden kann. Albi und seine fröhlichen Gesellen haben dabei sicher genauso viel Spaß, wie die Fans. Ihre Wall of Folk darf dabei nie fehlen. Auf die Abkühlung per T-Shirt Ventilator können dann doch viele verzichten. In der wolkenlosen Nacht ist es bereits deutlich herunter gekühlt.

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Bilder: Lars Tobias Lorbeer

Bei KNASTERBART ging es dann noch feucht-fröhlicher vonstatten. Schließlich muss auch ein Konglomerat aus VERSENGOLD und MR. HURLEY zwischendurch für sein Gossenabitur pauken. Eine Kreisberechnung ist nicht so einfach besonders wenn es sich dabei um einen Stammbaum handelt!

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Bilder: Cynthia Theisinger

Schon beim Soundcheck spielen HARPYIE die ersten Lieder für das wartende Publikum. Müssen dann aber doch das Publikum vertrösten “Wir sind in 15 Minuten für euch da!” Schließlich schreiten dann die maskierten Kreaturen von HARPYIE durch den Nebel. Mit ihrem Sound sind sie diesmal insgesamt die härteste Band auf dem MPS. Die Fans sind zumindest begeistert und feiern in der Dunkelheit zu fetzigen Gitarrenriffs. 

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Bilder: Torben Möller

FEUERSHOW

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Bilder: Birger Treimer

Die letzten Saiten sind verklungen und Schläge verstummt. Die Stimmen gehen aber weiter. Viele sitzen verteilt um die dutzenden Feuerkörbe und Fackeln in abendlicher Geselligkeit und lassen diesen schönen Samstag gebührend verklingen. Viele müde Füße machen sich aber auf den Weg zu den nahe gelegenen Parkplätzen und auf den Weg Richtung des heimischen Bettchens. Der dabei nüchterne Fahrer darf sich dabei die malerischer Untermalung seiner schlafenden oder vermutlich lauthals grölenden Mitfahrer hingeben. Dank nicht vorhandener Ampeln und Verkehrsregelung durch MPS-Mitarbeiter ist der Parkplatz schnell verlassen und die stählernen Kutschen gleiten durch die Nacht. Wir verabschieden uns, freuen uns schon auf das nächste Jahr wenn es wieder heißt “nicht authentisch, dafür aber phantastisch.”

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Bilder: Birger Treimer