Amphi Festival 2019 – Der Bericht zum Samstag

Zum mittlerweile 15. Mal lockt uns das Amphi Festival nach Köln. Viele Größen aus der Gothic, Electro und Mittelalter-Szene forderten die vielen Fans zum Tanzen auf und der Kölner Tanzbrunnen machte seinem Namen wieder alle Ehre. Zum Warm-Up konnte man eine feine Fahrt auf dem “Call the Ship to Port”, für welche Covenant als Namensgeber dienten, in ein ausgelassenes Festival Wochenende starten. Für die Landratten war auch gesorgt, denn am Tanzbrunnen war am Freitag im Theater ebenfalls eine Party angesetzt. Viele Freunde der schwarzen Musik fanden den Weg dorthin und tanzten sich bis in den frühen Morgen schon einmal warm. Dies wäre ob der angekündigten Temperaturen nicht unbedingt notwendig gewesen, jedoch möchte man ja so ein Festival Wochenende dann auch voll ausnutzen um seiner dunklen Leidenschaft zu frönen.

SEELENNACHT

Das Amphi eröffnete in diesem Jahr SEELENNACHT mit “Vorwärts”. Die New Vision von Marc Ziegler, der charismatische Sänger mit der besonderen Stimme und René Wedekind passten hervorragend zum Festivalauftakt. Trotz der frühen Stunde hatten sich bereits viele schwarze Seelen um den Tanzbrunnen versammelt. 40 Minuten lang war es weniger Schall und Rauch als eher eine Neuzeit der gerade richtig erfolgreich durchstartenden Band. Hier möchte keiner „die Zeit zurückdrehen“. Einzig bedauerlich war, so Rene Wedekind, das Mark Benecke schon am frühen Morgen Sabbelwasser intus hatte und seine Ansprache so ausdehnte, das bei Seelennacht dann die letzten Songzeilen aufgrund der genauen Zeitabstimmung der Bandspielzeit beim Amphi nicht erklingen konnten. SEELENNACHT hat sich aber sehr gefreut der Opener auf diesem Traditions Festival sein zu dürfen und die beiden sympathischen Seelenmänner hoffen noch auf viele zukünftige Auftritte, nicht nur auf dem Amphi.

Setlist SEELENNACHT:

  1. Vorwärts
  2. New Visions
  3. Schall und Rauch
  4. Fährmann
  5. Pathfinder
  6. Neuzeit
  7. Aftermath
  8. Die Zeit Zurückdrehen
  9. Keeping Hope

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Bilder: Andreas Theisinger

ERDLING

Danach folgten ERDLING, die mit Songtexten wie „Spüre den Wind, wir tanzen durch die Zeit“, ihrem rockigen Gitarrensound und einem ausgefallenen Bühnen Make-up überzeugten. Erdlinge gehen nicht über Leichen, sondern tanzen über sie hinweg. Songzeilen wie „Du bist mein weißes Licht, bis die Supernova bricht“ waren schön lyrisch und hatten trotzdem einen gut tanzbaren Sound. Sänger Neill Freiwald fand noch ein paar ermahnende Worte für das sich inzwischen gut gefüllte Tanzbrunnen Publikum: „Schaut, was ihr kauft und was ihr esst. Habt immer Respekt vor allem Gegenseitigen und seid dankbar für das Leben, welches euch geschenkt wurde“. Eine kleine Gymnastik Einlage hatte er dann auch noch für die Fans vorbereitet. Ganz getreu dem Bandnamen ERDLING, forderte er zum hinknien auf. Viele folgen dieser kuriosen Idee, was ein sehr witziges Bild vor der Bühne entstehen ließ. Zu „Blitz und Donner“ war es dann wieder vorbei mit der kleinen Ruhepause und die Masse tobte kurze Zeit später schon wieder ausgelassen vor der Bühne.

Setlist ERDLING:

  1. Mein Element
  2. Soldat
  3. Erdling
  4. Supernova
  5. Tieftaucher
  6. Wir sind Midgard
  7. Phönix
  8. Im Namen der Krähe
  9. Blitz und Donner

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Bilder: Andreas Theisinger

CHROM

Weiter ging es mit CHROM. Der Veranstalter musste einmal kurz vor einem Unwetter warnen, als sich passend die ersten kleinen Sturzbäche vom Himmel ergossen. Doch der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Erfrischung war ganz angenehm für viele. Ein herzliches „Amphi habt ihr Bock, da geht doch sicher noch mehr“ von Frontmann Christian ließ die Fans dann schnell den Regen vergessen. Das sympathische Duo, Christian Marquis und Thomas Winters, lieferten feinsten tanzbaren Elektropop mit dem Highlight Song „In my World“. Die schwarze Szene ist eine Welt für sich. Mit vielen so unterschiedlichen Charakteren auf und vor der Bühne. Die Liebe zum Leben und zu fetzigen Beats ist hier absolut spürbar. Seit Mai 2007 erfreut das Duo seine Fans mit melodischem Elektro Sound ebenso wie hammerharten Bass Sequenzen. Songs mit Ohrwurmgarantie, die zum tanzen animieren. Diese positive Stimmung auf der Bühne sprang fix auf die Besucher über und so ergab sich zu früher Stunde bereits ein Tanzbrunnen Tanz Meer von schwarzen Seelen.

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Bilder: Andreas Theisinger

MASSIVE EGO

Das sind die britischen Kult Musiker Marc Massive und Andy JT, die seit 1996 ihre Fans mit Industrial-Elementen und Gothic Klängen begeisterten. Ein digitaler Heroin-Musik-Schuss sozusagen. Dennoch sollte es 20 Jahre dauern, bis mit „Beautiful Suicide“ ein Debütalbum erschien. Das zweite Album „Church For The Malfunctioned“ kam dann zur Freude aller Fans sehr fix hinterher und wurde im Mai 2019 veröffentlicht. Härter und lauter im Sound, dabei aber immer eingängig, konnte das Album überzeugen. Genauso wie die Jungs nun hier auf der Bühne. Charmant in gebrochenem Deutsch, versuchte man die deutschen Fans mit Ansagen auf Deutsch zu erfreuen, was für den ein der anderen erheiternden Konzert Moment sorgte. Sänger Marc sagte mal „weil wir schwarze Kleidung und smoky Eyeliner tragen und dunkle Musik hören, hält uns die Gesellschaft für fehlerhaft oder merkwürdig. Also warum sollten wir nicht einer Kirche beitreten, in der wir unseren Lebensstil zelebrieren, anstatt falsche Götter anzubeten?“ Da war er hier auf dem Amphi natürlich in bester Gesellschaft und so war es kein Wunder das hier teuflisch gut abgefeiert wurde zu Songs wie “Point of no Return” oder “Haters gonna Hate”.

Setlist MASSIVE EGO:

  1. Digital Heroin
  2. For The Blood In Your Veins
  3. Kill The Conspiracy
  4. Low Life
  5. My Religion Is Dark
  6. I Idolize You
  7. Malfunctioning Me
  8. Point Of No Return
  9. Military Fashion Show
  10. Haters Gonna Hate

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Bilder: Cynthia Theisinger

SAMSAS TRAUM

SAMSAS TRAUM rockte dann weiter die Main Stage. Sänger Alexander Kaschke, welcher sich von klassische Musik, norwegischem Metall und italienischen Prog-Rock beim Song schreiben inspirieren lässt, zeigte einmal mehr seinen Facettenreichtum. Leben bedeutet kämpfen, so der Titel des letzten Erfolgs Albums des in Marburg beheimatete Sänger. Eine Frage gab es dann direkt zu klären: bestehen die zu erwerbendenden Trinkbeutel auch den Praxistest? Dies war die Frage die Alexander beschäftigt. Die Antworten darauf waren unterschiedlich. Von „ja, nette Deko“ bis zu „nee, taugte mal gar nix“ war alles dabei und die Fans sowie Musiker wieder etwas schlauer. Dann wollte der Frontmann von seinen Fans gerne noch wissen “ob sie denn noch etwas vom schlecht gehen hören wollen und vor allem warum“ bevor er selbigen Song anstimmte. Ein frenetisches „Köln, lasst mich hören wie schlecht es euch geht“ wurde dann mit einem nicht wirklich ernstgemeinten „JA“ von der feiernden Menge beantwortet. So feiert eben die World of Goth.

Setlist SAMSAS TRAUM:

  1. Ich sehe die Sterne bei Tag
  2. Für immer
  3. Dein bleicher Wolf
  4. Schlag in den Flammen
  5. Igel im Nebel
  6. Stromausfall im Herzspital
  7. Endstation.Eden
  8. Heiliges Herz
  9. Die Zärtlichkeit der Verdammten
  10. Ein Foetus wie du
  11. Kugel im Gesicht (9mm)

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Bilder: Andreas Theisinger

HOCICO

Kaum eine Band hat so einen Tanz Flummi als Frontman. Wie gewohnt mit voller Power fegt Erk Aicrag über die Stage. Von links nach rechts rennend, singend und tanzend sorgt er für verrenkte Aktionen im Fotograben. Dort liegen die Fotografen schon fast übereinander um das beste Foto vor die Linse zu bekommen. Der kleine Mexikaner versprühte nicht nur Tanz Funken auf der Bühne, sondern feuerte diese sofort auf die Masse ab und erzeugte so ein vollkommenes Ausrasten der Fans vor der Bühne. Eine Eigendynamik, die ihn zu einem unverwechselbaren Star in der Szene macht. Es bildeten sich immer mehr „Zu Hüpfen und Springen“ Pogo-Gruppen direkt vor der Bühne. Aus diesen heraus kam es dann zum mehrmaligen Crowdsurfing, bis in den Pressegraben. Dies zum Leidwesen der Security. Und bei dem letzten Mädel ging etwas schief, sie landete nämlich unsanft direkt vor den Absperrgittern fall artig auf dem Boden der Tatsachen. Daher hier einmal die mahnende Anmerkung. Ja, das macht Laune, ABER ist auch nicht ganz ungefährlich. So das alle darauf achten sollten, dass der Surfer auch wieder wohlbehalten in den Tanzreihen ankommt. Derweilen tönte es von dem quirligen Sänger „Gove me sexy“. Und so ist nicht nur der Frontmann, sondern auch die Bühnengestaltung. Sexy, kurios und Totenkopf geil andersartig. Der Gig war eine grandiose Voll Eskalation auf und vor der Bühne. Hart – härter – HOCICO.

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Bilder: Andreas Theisinger

THE CASSANDRA COMPLEX

Rodney Orpheus gründet diese Band Anfang der 80er Jahre in Nordengland. Eröffnet wird im Theater mit “Nightfall”. Seine kräftige, tiefe Stimme schallt soundtechnisch gut abgemischt durch das doch inzwischen etwas stickig gewordene Rondell. Das anwesende Partyvolk zeigt einmal mehr den Beliebtheitsgrad der Band. Der Poet, Technikfreak und oft auch egozentrisch wirkende Sänger wirbelt kraftvoll auf der Bühne umher. “Second Shot”, “Datakill” und “One Million Happy Customer” lassen die Fans vor der Bühne tanz technisch ausrasten. Bei diesem Gig haben alle Beteiligten ihren Spaß.

Setlist THE CASSANDRA COMPLEX:

  1. Nightfall
  2. Too Stupid To Sin
  3. Valis
  4. Second Shot
  5. Motherad
  6. What Can I Do For You?
  7. War Against Sleep
  8. Datakill
  9. Moscow Idaho
  10. One Millionth Happy Customer

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Bilder: Cynthia Theisinger

LORD OF THE LOST

Den Jungs von LORD OF THE LOST wurde, nach einer lautstarken Ankündigung von Mark Benecke, erstmal die Bühne von einer netten „Putzfrau“ gereinigt. Eine Nebel-Show mit Star Potenzial um Sänger Chris Harms brachte die Menge in kurzer Zeit vor der Bühne zum Kochen. Nicht nur die Temperaturen am Tanzbrunnen waren inzwischen in die Höhen geklettert, sondern auch die fünf Jungs auf der Bühne waren in ihren besonderen Bühnenoutfits und dem Make-Up eine „Hot Sensation“ on Stage. Hier wird kraftvoll, dynamisch und authentisch gesungen und agiert. Das kommt vor allem bei den Fans sehr gut an. Der Tanzbrunnen macht seinem Namen aller Ehre und das schwarze Volk ist in Tanzwallung. Jedoch können die Jungs nicht nur für vollen Tanz Genuss sorgen, sondern auch mit ruhigeren Stücken die Fans verzaubern. „Loreley“ ist so ein Song, der natürlich nicht fehlen darf. Ein Tanzvergnügen von besonderer Art und Weise. Man ist gespannt, mit welchem Bühnenoutfit und besonderen Make-Up uns LORD OF THE LOST demnächst überraschen werden.

Setlist LORD OF THE LOST:

  1. On This Rock I Will Build My Church
  2. Loreley
  3. Morgana
  4. Black Halo
  5. Drag Me To Hell
  6. Prison
  7. Under The Sun
  8. Six Feet Underground
  9. Blood For Blood
  10. Doomsday Disco
  11. Die Tomorrow
  12. La Bomba

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Bilder: Andreas Theisinger

SOLITARY EXPERIMENTS

Energiegeladen fetzt dieser Auftritt vom ersten Takt an. Gestartet wird mit ”Every Time” und  Frontmann Dennis Schober begrüsst die Glücklichen, die es rechtzeitig vor Einlassstop in das inzwischen mehr als warme Theater geschafft hatten. Während draussen die Welt etwas unterging – ein kleines Unwetter sorgte für ein “frisch geduscht Gefühl” bei den Besuchern vor der Mainstage – regnete es hier Applaus nach jedem Song. Ein Hit folgte auf den anderen. “Trial and Error”, “Immortal” und “Crash & Burn” veranlassten die Fans zur vollkommenen Tanz Eskalation. “Enough is Enough” – nur 3 Worte brauchte es bei “Delight” um gerade die Cyber Dance Ecke voll ausflippen zu lassen. Hier war es dann ein Wechselspiel der Emotionen und der “kleine Frank Gl” zerlegte fast sein Schlagzeug, weil die Euphorie des Publikums sich direkt auf die Bühne übertrug. Michael Thielemann und Markus Schmidt waren ebenfalls am vollen Gänsehaut Feeling dieses grandiosen Auftritts mit “schuldig”. Zu “Stars” und “Epiphany” gab es dann endgültig kein Halten mehr und das Theater verwandelte sich in eine einzig tanzende Menge mit überglücklichen Fans. Leider endete der Gig schon nach viel zu kurzer Zeit. Dies ist aber kein Grund zu langer Trauer, denn im November wird in Berlin das 25 jährige Bandjubiläum angemessen “VER-ähhhmmm GEfeiert”. Über 2 Tage wird SOLITARY EXPERIMENTS und Friends eine ganz besondere Veranstaltung für die Fans vorbereiten. Dies sollte man sich nicht entgehen lassen.

Setlist SOLITARY EXPERIMENTS:

  1. Every Time
  2. Trial And Error
  3. Immortal
  4. Delight
  5. Pale Candle Light
  6. Rise And Fall
  7. Crash & Burn
  8. Stars
  9. Brace Yourself
  10. Epiphany

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Bilder: Cynthia Theisinger

BLUTENGEL

Ein Orgel Intro bereitet die Fangemeinde nun auf die Ankunft von ganz besonderen Engeln vor. Den Blutengeln Chris Pohl und Ulrike Goldmann, wie immer beide perfekt gestylt. Hinter vorgehaltener Hand wurde schon lange gemunkelt, welche große Publikumsüberraschung sich die Band ausgedacht hatte. Nun haben wir die Bestätigung: Große LED Wände, welche die großartige weiter unterstützen sollen. Lukas am Keyboard und „Meister Lampe“ am Schlagzeug vervollständigten die blutenden Engel und lieferten ebenfalls eine gute Show ab. Der Sound wackelte etwas und es gab erste Irritationen auf der Bühne. Jedoch ist Chris Vollprofi und teilt lieber ein paar lustige Gedanken mit seinen Fans. Das Wetter war wieder besser geworden und sogar die Sonne war neugierig zum Tanzbrunnen zurückgekehrt, um BLUTENGEL zu lauschen. „Wir sind eben die sonnigste Band der schwarzen Szene“ witzelt Frontmann Chris. Und eine neue Geschäftsidee verbindet er ebenso gleich damit – „den Satz lasse ich mir gleich morgen patentieren“, das ist doch klar. Es war nach den Regenschauern zwar erfreulich, dass auch die Sonne wieder lachte, jedoch wäre eine beeindruckendere Wirkung mit den Videowänden erzeugt worden, wenn es so düster gelieben wäre. Der Tanzbrunnen feiert seine Engel und singt textsicher und lautstark mit, nachdem dazu aufgefordert wurde. Als Ulrike dann die Hände ihrer Fans einforderte, war Ruck Zuck ein Tanzbrunnen Hände Meer zu erblicken. Es wurden sowohl Songs aus dem neuen Album performt, als auch Klassiker wie „You walk away“. Auf der Bühne fanden sich bald noch mehr Engel Unterstützer ein. Zwei weiße Engel mit blutigen Flügeln, begleitet von zwei schwarzen Kriegern mit LED-Lichtschwertern. Einmal mehr eine Bühnenpräsenz und Show der Superklasse. Der Song „Engelsblut“ rockt dann nochmal so richtig und zeigt, was den typischen Blutengel Sound so beliebt macht, denn das Publikum ist so textsicher, das es auch ohne Chris den Refrain singt. Wahre Fan Liebe eben. Ein tolles Vorabschluss Highlight des ersten Amphi Festival Tages.

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Bilder: Andreas Theisinger

NITZER EBB

Als krönender Abschluss gibt es die Band, auf die viele Oldschool EBM Fans gewartet haben – NITZER EBB bestehend aus Douglas McCarthy, Bon Harris, David Gooday und Simon Granger. Fetziger EBM Sound in Reinkultur. Den Einstieg machten die Jungs mit „Getting Closer“ und „Shame“. Douglas war guter Laune und witzelte rum mit „shame – join me“. Die alten Haudegen verstehen halt wie man das Publikum begeistert. Leider war der Mittelteil der Setlist zum Bedauern vieler Fans den ruhigeren und rock-lastigen Songs wie “Lightning Man” oder “Come Alive” gewidmet. Dafür überraschte David Gooday alle Anwesenden mit der Übernahme des Mikrofons. 32 Jahre ist es her, das er den Song “Alarm” gesungen hat. Seine Aussage dazu: “It was a great Show it was fun to sing ‚Alarm‘ for the first time in 32 years. I’m really looking forward to November, when we are back in Germany for a long run of shows“. Zum Ende hin wurde es dann wieder elektrischer und der knallharte Sound heizte den verbliebenen tanzwütigen Fans nochmal so richtig ein. Spätestens bei “Control” und es gab kein Halten mehr und viele Stiefel Paare bohrten sich in den Betonboden. Obwohl Old School EBM, gehören diese Herren noch lange nicht zum alten Eisen. Für kommende Gigs würden viele Fans erfreuter sein, wenn die Setlist wieder mehr Elektro geprägter wäre.

Setlist NITZER EBB:

  1. Getting Closer
  2. Shame
  3. Hearts and Minds
  4. Let Your Body Learn
  5. Lightning Man
  6. Blood Money
  7. For Fun
  8. Come Alive
  9. Ascend
  10. Captivate
  11. Fun to Be Had
  12. Join in the Chant
  13. Control I’m Here
  14. Murderous
  15. Alarm
  16. Fitness to Purpose
  17. Family Man

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Bilder: Andreas Theisinger

Pünktlich um 22 Uhr hieß es am Samstag dann leider erst einmal mal “Lichter aus, Tore zu” am Tanzbrunnen. Aber kein Problem, wer noch Lust und Energie hatte der konnte zum weiter tanzen einfach die Aftershow Party in der Theater Stage besuchen. Hier sorgten die DJ`s: HADES, GILLIAN, SVEN FRIEDRICH, DON LEVI, TORNY GOTTBERG und DJane DARK PRINCESS & DJ SEB H für ein fullminantes Tanzvergnügen bis 4 Uhr morgens. 

Die Orbit Stage auf dem “Call the Ship” krachte binnen kürzester Zeit aus allen Nähten. Der charmante und gut aussehende Grund war DJ ALEX WESSELSKY. Der EISBRECHER Frontmann beschallte die tanzwütigen Nachtschwärmer ebenso wie DJ OLIVER KLEIN, der dem “Großen” in nichts nachstand was die gut gelungene Musikauswahl des Abends zeigte.

Somit war für jeden Geschmack etwas dabei. Vor dem Tanzen ist ja immer nach dem letzten Tanzen und so freuten sich alle noch auf den Amphi Festival Tag Zwei.