Rezension – TANZWUT – Seemannsgarn

Nach knapp 22 Jahren TANZWUT fällt es einigen Hörern natürlich schon etwas schwer noch der „totalen Tanzwut“ zu verfallen, die Berliner um Teufel sind aber immer noch recht aktiv und veröffentlichen nun mit Seemannsgarn ihr 11. Album. Besetzungswechseln zum Trotz, hat der Teufel hier 3 Jahre nach dem letzten Album wieder zum Tanze eingeladen – nun tanzed zu den 14 Liedern des „Seemannsgarn“

Der Namensgeber vom Album treibt gängig in die Ohren und führt gut mit dem Dudelsack in das Album ein, im Hintergrund spürt man aber bereits die angenehm mitschwingende Härte. Der melodische Song dürfte sich zu perfekten Hymne der Tour entwickeln. „Galgenvögel“ legt hier noch eine düstere Schippe oben drauf und treibt das Album mit angenehmen Riffs voran. Der melodische Refrain lädt hierzu aber auch zusätzlich echt gut zum Mitsingen ein.

„Reden Ist Silber“ geht dann wieder mit etwas mehr melodischen und textlichen Tiefgang weiter, aber auch die Riffs können sich sehen lassen und nebenbei schwingen die Text Hymnen stetig mit. „Die Letzte Schlacht“ wird für so manchen Moshpit vor der Bühne sorgen, die Härte in dem Song ist passend zum Schlachtgesang geschrieben, dazu unterlegen die Dudelsäcke den Sound ständig passend zum Rhythmus.  „Schwarzes Gold” ist hier nun der Zeigefinger zum Verfall der Welt durch das Öl, der Song kommt düster, schnell und brachial um die Ecke und wirkt teilweise sperrig, dennoch klingt das Lied recht interessant. „Ich Bin Der Nachtwind“ kommt dagegen anfangs als ruhige Ballade daher, der sich dann später noch weiter entwickelt. Die Geschwindigkeit bleibt aber gelassen und der Fokus liegt klar auf dem textlichen Part, in Verbindung von treibenden Dudelsäcken.

„Der Puppenspieler“ prescht nun wieder brachial nach vorne und lässt die Puppen wieder tanzen, großartiges eingängiges und mitreißendes Tanzlied für das Volke mit einem echt guten Dudelsack Teil. „Francois Villon“ ist dagegen wieder ein düsteres Liedgut, mit einer guten Mischung aus Instrumental und Verstärker Anteilen inklusive einem guten Mitsing Refrain. „Das Gewissen“ ist wieder ein typischer TANZWUT – Hit, eingängig, melodisch und brachial kommt das Lied daher und entwickelt sich zum perfekten Gassenhauer, ohne nicht auch die textliche Tiefgründigkeit zu vergessen. „Schmiede Das Essen“ zieht hier noch nach und kann mit einer eingängigen Melodie und Text überzeugen. Natürlich darf auch ein Trinklied nicht fehlen, „Geb Mir Noch Ein Glas“ füllt diese Lücke und das Lied sorgt für eine gute mitschunkeln Atmosphäre. Hicks, wo ist der Drink. „Im Freien Fall“ fällt unter das Prädikat des klassischen schnörkellosen TANZWUT Sounds, schnell, tadellos und melodisch. Kann man mehr als eine Hymne auf einem Album schreiben? TANZWUT schafft es nun mit „Herrenlos Und Frei“ schon wieder, die Hymne dringt durch jeden Körperteil, das Methorn wird erhoben und alle singen lautstark mit. Die Melodien gehen eingängig in jede Hirnzelle und der Song wird ewig im Ohr hängen bleiben, was für ein Abgesang zum Ende des Albums. Als kleines Schmankerl hat TANZWUT hier nun noch „Gib Mir Noch Ein Glas“ mit Kärbholz oben drauf gelegt, weil alleine trinken natürlich langweilig ist.

Wo TANZWUT drauf steht ist TANZWUT drin, dies gilt auch für dieses Album. Die Band macht keine Experimente und schafft ein klares Album mit einigen Höhepunkten ohne negative Hörerlebnisse. Die Musik ist wieder ehrlich, direkt, unkompliziert und wird auf so manchen Hörer zum Tanzen animieren, was will man mehr – außer mit TANZWUT auf Kaperfahrt gehen?

Tracklist:

01 Seemannsgarn
02 Galgenvögel
03 Reden Ist Silber
04 Die Letzte Schlacht
05 Schwarzes Gold
06 Ich Bin Der Nachtwind
07 Der Puppenspieler
08 Francois Villon
09 Das Gewissen
10 Schmiede Das Eisen
11 Gib Mir Noch Ein Glas
12 Im Freien Fall
13 Herrenlos Und Frei
14 Gib Mir Noch Ein Glas (feat. Kärbholz)
 

Bewertung: 8/10