Fit for Festivals – Teil 8: 5 Spiele für den Dauerkater

Der Festivalsommer steht vor der Tür – damit du ihn möglichst stressfrei erleben kannst, ist eine vernünftige Planung oft unerlässlich.

In unserem achten Teil der “Fit for Festivals” Guides hat Torben eine handvoll Trinkspiele zusammengestellt, mit der ihr spielerisch einen ordentlichen Pegel bekommt oder halten könnt.

Ihr seid viel zu früh wach, der Soundcheck hat noch nicht einmal begonnen und bis zum Auftritt der ersten Band dauert es noch Stunden – laaaaangweilig. Um die Zeit zu überbrücken und den Körper auf Betriebstemperatur zu bringen präsentieren wir euch 5 Trinkspiele mit denen ihr euch Abseits der Musik während des Festivals vergnügen könnt!

Vom Aufwand her beschränken wir uns auf das Nötigste. Ihr braucht also nicht um den kostbaren Lagerplatz für euer Bier Angst haben, weil ihr Kistenweise Spielkram mitschleppen müsst. Die Namen der Spiele und deren Spielregeln können regional abweichen – versteht dies also eher als grobe Richtwerte. Habt vor allem Spaß am Spiel!

Kofferpacken

Ein echter Klassiker und ohne Probleme auch mit einer größeren Gruppe spielbar. Ihr solltet jedoch noch nicht zu betrunken sein, sonst sind die einzelnen Runden immer sehr schnell vorbei.

Was brauche ich und wie viele dürfen mittrinken:

Für 4 bis 8 Spieler mit Getränk. Man kann auch mit mehr oder weniger Personen spielen, die Anzahl ist ein grober Richtwert. Keine weiteren Gegenstände nötig.

Spielaufbau:

Es ist kein Aufbau notwendig. Findet euch einfach gemütlich mit euren Getränken zusammen.

Ablauf und Spielende:

Sucht euch aus, wer anfängt. Die Spielerin oder der Spieler beginnt mit dem Satz „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ und benennt einen Gegenstand, z.B. „Ich packe meinen Koffer und nehme mit: ein Bier“. Danach wird vom folgenden Spieler der Satz wiederholt und ein weiterer Gegenstand angefügt, z.B. „Ich packe meinen Koffer und nehme mit: ein Bier und ein Handtuch“. Dies geht solange reihum mit einem immer länger werdenden Satz weiter, bis jemand einen Fehler macht. Diese Person muss nun ihr Getränk austrinken und darf eine neue Runde starten.

Wer bin ich / Personenraten

Dieses Spiel bietet sich vor allem in gemütlicher Runde unter dem Pavillon an. Ihr solltet im Vorfeld klären, welche Personengruppen zum Erraten zulässig sind. Nicht alle kennen sich mit Fußballspielern oder bedeutenden Wissenschaftlerinnen aus.

Was brauche ich und wie viele dürfen mittrinken:

Die Spieleranzahl ist beliebig. Ihr benötigt lediglich noch einen Stift, Papier, Duct Tape (das ihr auf einem Festival eh dabei haben solltet) und das obligatorische Getränk.

Spielaufbau:

Jeder Mitspieler schreibt entweder auf einen Zettel oder das Duct Tape direkt den Namen einer bekannten Person. Zettel oder Tape werden dann einer anderen mitspielenden Person auf die Stirn geklebt, so dass zwar alle anderen den Namen lesen können, diese Person jedoch nicht. Sobald alle Mitspielenden einen Namen auf der Stirn kleben haben, kann begonnen werden.

Ablauf und Spielende:

Sucht euch aus, wer anfängt. Es darf eine Frage zur Person gestellt werden, die von den anderen mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann, z.B. „Bin ich eine Frau“ oder „Bin ich ein Schauspieler“. Lautet die Antwort „Ja“ darf eine weitere Frage gestellt werden. Bei „Nein“ muss man einen Schluck trinken und der oder die Nächste ist dran und darf eine Frage stellen.

Gewonnen hat, wer zuerst die Person richtig errät. Alle anderen müssen ihr Getränk austrinken. Hier könnt ihr dann eine weitere Spielrunde beginnen. Alle nehmen sich ein neues Getränk (nur der Gewinner der letzten Runde darf seins behalten), es werden neue Namen vergeben und das Spiel beginnt von vorn. Prost.

Circle of Death

Gibt es vom Namen her ein passenderes Spiel für ein Festival als dieses? Wir denken nicht. Aber passt auf, hier bleibt niemand nüchtern.

Was brauche ich und wie viele dürfen mittrinken:

Mindestens 2 todesmutige Spieler mit eigenem Getränk sind notwendig, sowie ein Becher und ein französisches Kartenspiel.

Spielaufbau:

Der Becher wird in die Mitte gestellt, die Karten gemischt und verdeckt im Kreis um den Becher herum verteilt.

Ablauf und Spielende:

Eine Person fängt an, deckt eine Karte auf und befolgt sie den nachfolgenden Regeln entsprechend. Sobald die erste Karte aufgedeckt wurde darf niemand mehr „du“ oder „trinken“ sagen und auch auf eine andere Person zeigen ist verboten. Wer es dennoch tut muss einen Straf Schluck nehmen.

Die Karten haben folgende Bedeutungen:

7 – dein linker Nachbar muss einen Schluck trinken

8 – dein rechter Nachbar muss einen Schluck trinken

9 – wähle eine Person aus, die trinken muss

10 – du musst selbst einen Schluck trinken

Bube – stelle eine Regel auf, die ab jetzt befolgt werden muss, sich nur auf die Gruppe beziehen darf (also keine Benachteiligung oder Bevorzugung einer einzelnen Person) und bis zum Spielende gilt.

Dame – du wirst zum Questionmaster. Sage deutlich „Ich bin der Questionmaster“. Stellst du eine Frage und jemand beantwortet diese, ohne ein „Mister Questionmaster“ anzuhängen, muss diese Person einen Schluck trinken.

Ein Beispiel: Du fragst „Steffi, wo ist dein Bier?“ und sie antwortet „In meiner Hand, Mister Questionmaster.“ muss sie nicht trinken. Sagt sie nur „In meiner Hand.“ muss sie trinken.

König – fülle etwas von deinem Getränk in den Becher in der Mitte, wenn es sich um einen der ersten drei aufgedeckten Könige handelt. Ist es jedoch der vierte und letzte König, musst du den Becher austrinken.

Ass – alle müssen einen Schluck trinken. Trinkt jemand weniger als der Vortrinker, so darf diese Person mit einem Schluck extra bestraft werden.

Das Spiel ist vorbei, sobald alle Karten umgedreht und abgehandelt wurden.

Meiern / Mäxchen

Ein populäres Würfelspiel, das unter verschiedenen Namen bekannt ist. Am bekanntesten sind wohl Meiern oder Mäxchen. Es gibt viele Regelvariationen, ihr dürft also gerne alles nach eurem Geschmack anpassen.

Was brauche ich und wie viele dürfen mittrinken:

Für 4 oder mehr Durstige. Ihr braucht auch noch zwei Würfel, einen Würfelbecher und etwas zum Abdecken des Würfelbechers, wie z.B. ein Stück Pappe.

Spielaufbau:

Würfel, Würfelbecher und Unterlage gehen an den Startspieler. Alle haben ihr Getränk griffbereit.

Ablauf und Spielende:

Beginnend mit dem Startspieler würfelt dieser und darf sich das Ergebnis im Becher verdeckt ansehen. Danach wird der Becher verdeckt an den nächsten Spieler weitergegeben und das Würfelergebnis gesagt. Das gesagte Ergebnis muss nicht das tatsächlich gewürfelte sein, man darf auch lügen.

Das Würfelergebnis ist keine Addition der beiden Ergebnisse, es wird der höhere Wurf als 10er und der niedrigere als 1er Stelle gewertet. Die Pasche sind dabei höherwertig als alle anderen Werte mit Ausnahme des Meiers (21), welcher den höchsten Wert hat. Eine kleine Tabelle findet ihr weiter unten. Nun muss der Spieler entscheiden, ob er dem Gesagten glaubt oder nicht, ohne in den Würfelbecher sehen zu dürfen. Wird dem Gesagten geglaubt, hat der Spieler wieder zwei Möglichkeiten:

  1. würfeln, ohne sich das Ergebnis ansehen zu dürfen und ein höheres Ergebnis als das zuletzt genannte ansagen. Wer würfelt, glaubt das vorher genannte Ergebnis.
  2. den Becher an den nächsten Spieler weitergeben und ein höheres Ergebnis nennen, ohne sich das Ergebnis anzusehen. Hier vertraut man darauf, dass das Ergebnis eine Untertreibung war.

Wird dem Gesagten nicht geglaubt, kontrolliert ihr für alle sichtbar das Ergebnis.

Ist der Wurf gleich oder höher als das Gesagte, so wird der Zweifler bestraft und muss einen Schluck trinken. Ist das Ergebnis jedoch niedriger, so muss der vorherige Spieler einen Schluck trinken.

Sonderfall Meier:

Der Meier ist wie beschrieben der höchste erzielbare Wert. Ihn anzuzweifeln oder mit ihm zu bluffen zieht die doppelte Strafe nach sich. Wird ein Meier/Mäxchen als Ergebnis genannt hat man die Möglichkeiten sofort zu trinken und damit den Meier anzuerkennen, oder ihn anzuzweifeln. Zweifelt man ihn an und es ist ein Meier, muss man 2 Schluck trinken, ist es kein Meier / Mäxchen muss der vorherige Spieler 2 Schluck trinken. Nun kann man so viele Runden meiern, bis alle schön angeheitert sind. Werteliste in aufsteigender Wertigkeit (niedrig -> hoch) 31, 32, 41, 42, 43, 51, 52, 53, 54, 61, 62, 63, 64, 65, 11, 22, 33, 44, 55, 66, 21 (Meier / Mäxchen)

Flunkyball

Quasi DAS Festival Spiel. Es wird gerne auf den Wegen des Campgrounds aufgebaut und bei einer Partie mitzuspielen macht Spaß. Leider existiert ein wilder Wust an Regelwerken, so dass wir hier auch wieder auf nur auf eine Variante eingehen. Für weitere einfach mal da Netz durchstöbern!

Was brauche ich und wie viele dürfen mittrinken:

Gespielt wird in zwei Teams mit je 1 bis 6 Personen (idealerweise 3-6). Dazu für jede Person mindestens eine ungeöffnete Bierdose, eine 1/3 mit Wasser gefüllte Plastikflasche und eine volle Bierdose zum Werfen.

Spielaufbau:

Eine Mittellinie wird gezogen, auf der die Plastiklasche platziert wird. In jeweils ca. 6 Metern Entfernung werden die Linien für die beiden Teams gezogen. Das Ganze lässt sich recht gut mit Duct Tape bewerkstelligen. Beide Teams stellen sich hinter ihren Linien auf und ihr Bier auf ihrer Linie ab. Es wird ausgelost, welches Team beginnt, dieses bekommt als erstes die Wurfdose.

Ablauf und Spielende:

Beide Teams versuchen abwechselnd, mit der Wurfdose die Plastikflasche umzuwerfen.

Das startende Team beginnt und eine Person wirft auf das Ziel. Trifft es, so öffnen alle Teammitglieder ihr Bier und versuchen es so schnell wie möglich auszutrinken. Der Läufer des Gegner Teams läuft in dieser Zeit zur Mittellinie, stellt die Flasche wieder auf und bringt die Wurfdose hinter die eigene Linie. Ist der Läufer wieder hinter der eigenen Linie wird laut „Stopp!“ gerufen, woraufhin das Wurfteam ihre Biere sofort wieder abstellen muss. Wird das Ziel nicht getroffen wechselt lediglich die Wurfdose das Team, welches nun versucht, das Ziel zu treffen. Die Werfer und Läufer der Teams werden durchgetauscht, so dass jede Person werfen und laufen muss. Gewonnen hat das Team, welches zuerst alle Biere geleert hat. Geleerte Biere werden angezeigt, indem die Dose sichtbar für alle umgedreht wird und kein Bier mehr herausläuft. Geringe Mengen, die üblicherweise in einer Dose verbleiben und reiner Schaum sind okay. Die Mitglieder des Verliererteams müssen ihre verbliebenen Biere und das Wurfbier exen.

Für folgende Verstöße werden Strafen verhängt:

– Wenn dein Bier umkippt gibt es ein Strafbier für dich dazu. Auch wenn es jemand anderes war.

– Ohne umgeworfenes Ziel trinken? Strafbier.

– Nach dem „Stopp“ weiter getrunken? Strafbier.

– Bei der Anzeige einer leeren Dose läuft zu viel Bier heraus? Strafbier

Nachwort

Die hier vorgestellten Spiele könnten natürlich auch mit nichtalkoholischen Getränken gespielt werden. Gebt aufeinander acht, übertreibt es mit dem Alkohol nicht und denkt dran: ihr dürft alles mischen, nur nicht Benzin und Alkohol – don’t drink and drive. In diesem Sinne: Lasset die Spiele beginnen