Fit for Festivals – Teil 6: Wie werde ich Hassnachbar in 10 Schritten?

Der Festivalsommer steht vor der Tür – damit du ihn möglichst stressfrei erleben kannst, ist eine vernünftige Planung oft unerlässlich.

In unserem sechsten Teil der “Fit for Festivals” Guides beschäftigt sich Amrei damit, wie man sich am besten unbeliebt macht. Sehr zynisch werden hier schlechte Angewohnheiten von Mitcampern auf die Schippe genommen.

 

Festivalzeit: Mit einem Haufen Gleichgesinnter zu guter Musik eskalieren und in geselliger Runde dem Alkohol frönen. Das klingt nicht nur nach viel Spaß, sondern ist es auch.

Sobald man auf dem Festivalgelände ein lauschiges Plätzchen für sich und seine Kumpels gefunden hat und sein erstes (oder auch gleich mehrere) Willkommensbierchen gesüppelt hat, heißt es, sein kleines Eigenheim für die nächsten Tage aufzubauen. Dabei werden noch mehr Biere gekillt, das erste Fleisch gegrillt sowie Bekanntschaft mit seinen Nachbarn geschlossen. Und genau hier fängt es an, interessant zu werden. Insgeheim fragt sich doch jeder: Habe ich coole Nachbarn, mit denen man geil feiern kann, oder Nachbarn, die man am liebsten auf die dunkle Seite des Mondes zu den Mondnazis schießen würde.

Kaum einer fährt auf Festivals mit dem festen Ziel vor Augen, seine Zeltnachbarn die nächsten Tage an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Solltest du – ja genau: Du! -, der das hier gerade liest, jedoch so jemand sein, dann Obacht, hier gibt es wertvolle Tipps, wie du innerhalb kürzester Zeit zum Hassnachbarn Nr. 1 wirst.

Tipp 1:

Ihr seid nur eine kleine überschaubare Truppe, sperrt aber ein Areal für mindestens doppelt so viele Leute mit Flatterband ab und giftet jeden mit mörderischen Blick an, der es wagt, zu fragen, ob noch ein Plätzchen für zwei Leute frei ist.

Tipp 2:

Wie, jemand wagt es aus Platzgründen, sein Zelt direkt neben deins zu bauen?! Das geht ja mal so gar nicht, schließlich willst du nicht ständig auf ein anderes Zelt starren, wenn du aus deinem eigenen kriechst. Hier heißt es erst einmal den Nachbarn anpöbeln, die meisten geben klein bei und schon hat man wieder freie Sicht auf alles.

Tipp 3:

Auf einem Festival darf man natürlich keine Spitzenküche verlangen, also ist es wieder Zeit für Dosenravioli und Grillfleisch. Warum den Müll bei sich im Lager in separaten Tüten verstauen, wenn sich das Nachbarlager hervorragend als Müllhalde eignet?

Tipp 4:

Natürlich kann man davon ausgehen, dass auf dem Campinggelände wertvolle Schätze vergraben worden sind, und daher müssen um das Lager herum Löcher gegraben werden. Selbst Schuld, wer im Dunkeln besoffen da reinfällt und sich evtl. die Haxen bricht.

Tipp 5:

In den frühen Morgenstunden gibt es immer eine Zeit der absoluten Ruhe. Die einen liegen komatös im Zelt und andere wiederum vegetieren, wo auch immer, vor sich hin. Total langweilig! Also könnte man ein großes Megaphon nehmen und alle Nachbarn nachts mit merkwürdigen Geräuschen oder Ankündigungen/Gegröle bespaßen. Noch besser sind jedoch die großen Bluetooth-Boxen, die beispielsweise die Cantina-Band oder Schranz auf volle Lautstärke spielen … in Dauerschleife … das gesamte Festival über… Solltest du tatsächlich fähig sein, diese Art von Folter auszuüben, musst du damit rechnen, dass es irgendwann zu einem Handgemenge kommen könnte.

Tipp 6:

Zeltwände sind nicht nur dünn, sondern sie lassen auch perfekt Licht hinein. Warum also nicht nachts mit einer starken Taschenlampe immer wieder auf ein Zelt leuchten? Nervt bestimmt niemanden, schließlich sind alle viel zu besoffen, um was zu bemerken, oder es wird nicht geschlafen.

Tipp 7:

Und wenn dir der Schalk im Nacken sitzt, wieso nicht einfach Heringe der benachbarten Zelte herausziehen? Macht im Übrigen besonderen Spaß bei Zelten, in denen gerade ein intimer Moment zelebriert wird.

Tipp 8:

Jedes Mal zum nächsten Zaun tigern, nur um zu pinkeln, ist doch blöd. Das nächste Nachbarzelt ist doch gar nicht so weit. Ebenso verhält es sich auch beim Kotzen. Achtung, auch hier besteht die Gefahr von Handgemengen.

Tipp 9:

Die Nachbarn haben sich ein Dixi gemietet und lassen nur ihre Gruppe rauf? Schön, dann kannst du dafür sorgen, dass sich niemand mehr sicher auf dem Dixi fühlt. Mit mehreren Leuten das Dixi zum Wanken bringen oder die Tür von Außen versperren kann schon recht unterhaltsam werden.

Tipp 10:

Den Generator 24 Stunden laufen lassen kann schon mal zu lautstarken Beschwerden führen, aber das kann dir schließlich egal sein, schließlich brauchst du ja genug Strom, um 24 Stunden die Cantina-Band spielen zu können.

Wenn du diese 10 Tipps befolgst, schaffst du es innerhalb kürzester Zeit der am meist gehasste Nachbar zu werden. Vollkommen unreflektiert, asozial und rücksichtslos.

Möchte man jedoch eine unbeschwerte und schöne Zeit genießen, sind diese 10 Tipps als absolute No Gos zu verstehen.