Bässer, Härter, Lauter – 4000 Feierwütige tanzen auf dem E-TROPOLIS Festival 2019

E-Tropolis Turbinenhalle Oberhausen 16.03.2019

Unsere Festivalsaison startet dieses Jahr in Oberhausen bei E-Tropolis-Festival. Die neunte Auflage des Indoor Festivals für Freunde dunkel düsterer Tanzmusik ist erneut mit über 4000 Besuchern aus In- und Ausland restlos ausverkauft.

Dementsprechend früh füllen sich auch schon beide Hallen, so dass die Opener von ES23 und PRIEST in der großen Halle schon vor einem großen Publikum auftreten können.

ES23

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Bilder: Cynthia Theisinger

PRIEST

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Bilder: Cynthia Theisinger

RROYCE

Im Anschluss entern die Dortmunder von RROYCE als Lokalmatadore in der kleinen Halle die Bühne. Das Elektro-Pop-Trio hat keine Mühen, mit ihren eingängigen Songs das Publikum zu animieren und nutzt den Auftritt, um mit ‚Parallel Worlds‘ zum ersten Mal die erste Singleauskopplung ihres kommenden Albums ‚P A T I E N C E‘ aufzuführen.

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Bilder: Cynthia Theisinger

[X]-RX

In der großen Halle bereiten sich derweil [x]-RX darauf vor, wieder harte und schnelle Beats auf das Publikum abzufeuern. Pascal „Cyrex“ Beniesch und Jan „Sine-x“ Teutloff lassen keine Zweifel aufkommen, dass man auch als Two-Man-Show einen energiegeladenen Auftritt absolvieren kann. Dabei kommen die beiden ohne größere Showelemente aus, und fokussieren allein auf ihre Musik.

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Bilder: Cynthia Theisinger & Ulrike Depfenhart

SYNTHATTACK

SYNTHATTACK wollen ihren Vorgängern in nichts nachstehen und setzen vom ersten Ton an die Marschrichtung auf Sturm! Unterstützt von zwei Backgroundtänzerinnen und getragen vom Applaus des Publikums liefert das Dark-Elektro-Duo eine Glanzparade hämmernder Beats mit verzerrten Synthie Klängen, die jeden Cardio Sportler im Fitnessstudio beim Workout zu einer neuen Bestleistung animieren können.

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Bilder: Cynthia Theisinger & Ulrike Depfenhart

VELVET ACID CHRIST

Mit VELVET ACID CHRIST tritt nun die erste Kult-Formation des Abends ihren Dienst an. Mastermind Bryan Ericsson versteht es nach wie vor seit fast zwei Jahrzehnten eine ganz eigene Klangwelt zu kreieren, die sich auf ganz eigenen Pfaden zwischen Industrial, Dark-Electro und dunkelster Verzweiflung einer verlorenen Seele bewegt. Das seinen musikalischen Visionen eigene Spiel von Samples und Effekten verzückt nicht nur langjährige Anhängern, der Auftritt dürfte auch den ein oder anderen neuen Fan gewonnen haben.

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Bilder: Cynthia Theisinger

FUTURE LIED TO US

Versöhnliche Synthie Pop-Klänge warten alsbald in der kleinen Halle auf die Hörerschaft. Sich selbst als „alte Herren“ titulieren ist die junge Band ein Zusammenschluss alter Hasen der Szene. Vasi Vallis (FROZEN PLASMA), Tom Lesczenski (S.I.T.D.) und Krischan Wesenberg (ROTERSAND) sind FUTURE LIED TO US. Wenn drei Kompetenzen aufeinander treffen, ist es kein Wunder, dass ihre Musik von Electro über Future- bis Synthpop alles bedient, was Fans von elektronischer Tanzmusik begeistert – und hier auf dem E-Tropolis auch zweifelsfrei gelingt.

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Bilder: Cynthia Theisinger & Ulrike Depfenhart

SOLAR FAKE

Die Berliner von SOLAR FAKE haben auf dem Festival leichtes Spiel mit der Menge. Denn der charismatische Sänger Sven Friedrich, den viele wohl auch noch von seinen Bands ‚Zeraphine‘ und ‚Dreadful Shadows‘ kennen, hat an Ausstrahlung nicht verloren. Gut gelaunt präsentieren er und seine Mitstreitern André Fehler und Jens Halbauer eingängige Synthiepop-Nummern, die größtenteils vom 2018er Album ‚You win. Who cares?‘ stammen.

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Bilder: Cynthia Theisinger & Ulrike Depfenhart

CENTHRON

Wer eher auf härtere Klänge steht, ist in Halle 2 bei CENTHRON genau richtig. Die Harshelectro-Combo um Front-Berserker Elmar Schmidt treibt mit unerbittlichen Beats das Publikum zur Bewegung, während der Bass von Markus Vogler sein weiteres tut, um massiven Druck aufzubauen und die harten Worte der Lyrics stimmungsvoll zu untermauern.

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Bilder: Cynthia Theisinger & Ulrike Depfenhart

SUICIDE COMMANDO

Schon über 30 Jahre zählt der das Project SUICIDE COMMANDO des Belgiers Johan van Roy zu den Wegbereitern der Electro-Industrial-Szene. Entsprechend groß ist der Andrang in der großen Turbinenhalle, um den Auftritt Johans mitzuverfolgen und zu feiern. Trotz der langen Zeitspanne im Musikgeschäft wirkt er keineswegs müde und springt energiegeladen auf der Bühne umher. Da 70 Minuten anberaumte Spielzeit schon fast zu kurz sind, um die Bandbreite der Schaffensphase Johans wiederzugeben, wird nicht lange zwischen den Songs gefackelt und ein Track jagt den nächsten. Mit einem Augenzwinkern beschließt Johan das Set mit ‚Die Motherfucker Die‘, glücklicherweise ist aber niemand der Anwesenden dieser Aufforderung gefolgt.

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Bilder: Cynthia Theisinger & Ulrike Depfenhart

[:SITD:]

Mit [:SITD:] sind wieder Lokalmatadore aus dem Ruhrpott in der kleinen Halle am Start. Die Bochumer um Sänger Carsten Jacek bringen nun auch seit über 20 Jahren die Clubs und Festivals der düster elektronischen Musikszene zum Beben. Harte Electro Beats treiben durch die Halle und die Texte apokalyptischer Gewaltphantasien sorgen dafür, dass niemandem im Publikum nach Stehblues-tanzen zumute ist.

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Bilder: Cynthia Theisinger & Ulrike Depfenhart

DIE KRUPPS

Derweil bereiten sich in der großen Halle Fans sowie Techniker auf DIE KRUPPS vor. Das Timing wird durch den Soundcheck ein wenig nach hinten gedrängt, aber da DIE KRUPPS nunmal nicht nur Synthies und Sample einstöpseln müssen, sondern als Band mit entsprechend vielen Instrumenten aufwarten, ist von der Verzögerung abzusehen. Belohnt wird das Warten durch einen fulminanten Sound, der die deutschen Pioniere der Industrial-EBM-Bewegung vom ersten Ton an durch das Set trägt. Bandleader Jürgen Engler, der vor fast vier Jahrzehnten die Band aus der Stahlschmiede als akustische Hommage an die deutsche Industrie- und Stahl Kultur erschuf, agiert wieder der Schmiedehammer persönlich auf der Bühne, insbesondere in den Momenten, in denen er dem Stahlophon seinen eigentümlichen Klang entlockt, der der Sound der Bands auch in optischer Weise untermalt. In der Setlist durften Hits wie ‚Germanic‘, ‚To The Hilt‘ und ‚Metal Machine Music‘ nicht fehlen und es bleibt zu hoffen, dass der Wahl-Amerikaner Engler hierzulande zukünftig wieder verstärkt Livepräsenz zeigt, den der Auftritt des heutigen Abend kann getrost als eindrucksvoll bezeichnet werden.

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Bilder: Cynthia Theisinger & Ulrike Depfenhart

WELLE: ERDBALL

Zum Abschluss der Darbietungen in der kleinen Halle wird solange am Sender Regler gedreht, bis das Programm von WELLE:ERDBALL ertönt. Die Gründungsmitglieder Hannes Malecki und Alf Behnsen sowie ihre reizenden Mitstreiterinnen Frl. Venus und Lady Lila moderieren ihren Minimal Electro in gewohnter Manier als Radiosendung für Ohr und Auge. Der Klang der Commodore-64-Sound Engine ist prägend für WELLE:ERDBALL, ebenso das unveränderte Outfit, mit dem die Herren ihre Auftritte bestreiten. Der Illuminaten-Hit ‚23‘ wird von vielen Fans textsicher begleitet, sowie ‚Tanz den Wahnsinn‘ und ‚Die Liebe der 3. Art‘.

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Bilder: Cynthia Theisinger & Ulrike Depfenhart

APOPTYGMA BERZERK

In der großen Halle fiebern nun alle dem großen Finale des E-Tropolis 2019 entgegen: dem Auftritt der Norweger von APOPTYGMA BERZERK. Als die Bühne in Nebel und dunkelrotem Licht getaucht ist, jubelt das Publikum schon bei den ersten Klängen, die vernehmen lassen, dass mit ‚Love never dies‘ der Auftritt der Herren um Stefan Groth beginnt. Seit über zwanzig Jahren bringt dieser Hit der Band, der sich Samples des Stücks ‚Oh Fortuna‘ aus Orffs ‚Carmina Burana‘ bedient, Füße auf den internationalen Tanzflächen der dunklen Szene zum brennen. Und auch heute steht niemand still. Mit ‚Deep Red‘ und ‚Non-stop Violence‘ folgen zwei weitere Hits aus dem 1996er Albums ‚7‘, mit dem APOP der internationale Durchbruch gelang. Das Publikum feiert und tanzt ausgelassen zu den Hits und singt lauthals mit, und so fällt es bei Hits wie ‚Starsign‘, ‚Eclipse‘ und ‚Kathy’s Song‘ nicht mehr ganz so auf, dass sich Stefans Stimme gelegentlich ein klein wenig neben der ursprünglich angedachten Tonhöhe wieder findet. Da es mittlerweile schon weit nach Mitternacht ist, und viele Anwesenden schon seit den frühen Mittagsstunden vor Ort waren, werden die Energiereserven langsam knapp. Zu ‚Mourn‘ und ‚You keep me from breaking apart‘ wird nochmals durchgeatmet und ein wenig Ruhe kommt in die Fans. Denn zu ‚In this together‘ und ‚Until the end of the World‘ wird final nochmals jeglicher Stimmeinsatz gefordert. Die Norweger schaffen es, wieder zu überzeugen und hinterlassen reihum glückliche Gesichter, als das Etropolis 2019 sich dem Ende neigt.

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Bilder: Cynthia Theisinger & Ulrike Depfenhart

Jedoch ist das kein Grund traurig zu sein, denn schließlich stehen mit COVENANT, DIORAMA und SOLITARY EXPERIMENTS schon die ersten Bands für das nächste E-Tropolis fest, das am 14.03.2020 wieder in der Turbinenhalle zum schwarzen Tanztee bittet.