Der Dämon kehrt nach Lübeck – GROOVENOM & ERDLING im Rider’s Café

Trotz der Minusgrade erscheinen und warten die Fans vor dem Eingang auf den Startschuss, damit der „DÄMON“ endlich auf sie freigelassen werden kann. Mit neuem Album im Gepäck sind ERDLING heute in Lübeck im Rider‘s Cafe, um den Club abzureißen. Als Support haben sie ihre Lable-Kollegen GROOVENOM mitgebracht.

GROOVENOM

Es wird neblig, es wird dunkel, es ist kurz vor 21 Uhr und ist es Zeit für GROOVENOM. Mit einem Intro und „Brutal Party Massacre“ heißen die vier Dresdener das Publikum willkommen. Eine klare und aussagekräftige Botschaft „don’t fuck with us“ schon im ersten Song, unterstreicht die auffällig düsteren Bühnenoutfits der Musiker. Harte Riffs, tiefe und emotionale Stimme, grooviges Drumming, das gesamte Paket weist auf eine vielversprechende Show hin. Wie es sich im Laufe des Abends herausstellt, haben GROOVENOM nicht nur englische, sondern auch deutsche Texte. Mit ihrem neuen Song „Unter deiner Haut“, der eine geile Mischung aus Growling und clean Vocal darbietet, bringen sie den Club zum Beben und das Publikum ordentlich zum Headbangen. Da nicht nur Metalheads heute hier anwesend sind, sollen auch Genrefremde was für die Ohren bekommen, und zwar mit „FCK MTL“ sind sie bei GROOVENOM richtig gut aufgehoben. Mit einem Mittelfinger in der Luft feiert das Publikum den Song ab. Beim letzten Lied rastet alles im Club nochmal aus und verabschiedet mit würdigem Applaus die Musiker.

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Fotos: Lara Schneider

ERDLING

Das Licht geht aus, es ist so weit, das Warten hat endlich ein Ende und man hört ein lautes jubelndes Rufen von der Masse. Mit „Tieftaucher“ geht es direkt los, die Fans spüren die ansteckende Energie der ERDLINGe und gehen schon beim ersten Song richtig ab. Man merkt sofort – die Stimmung ist da und das Publikum hat definitiv Lust mitzumachen. Mit dieser gewaltigen Atmosphäre geht es so weiter, der Sänger Neill unterstreicht diese mit seiner tiefen rauen Stimme so gelungen, dass die Gänsehaut an mancher Stelle nicht ausgeschlossen bleibt. Doch nicht nur härtere Songs, wie „Absolutus Rex“, „Nichts als Staub“ oder „Wieso Weshalb Warum“, sind an diesem grandiosen Abend dabei, sondern auch etwas ruhigere wie „Schau nicht zurück“, bei dem ein Lichtermeer aus Handytaschenlampen und Feuerzeugen einfach nicht fehlen darf. Hoffentlich haben alle ihre Stimmbänder ordentlich eingeölt, denn heute ist nicht nur die visuelle, vielmehr die akustische Interaktion vom Publikum gefordert, so soll man z.B. ganz laut „ERDLING“ beim gleichnamigem Song rufen. Harten NDH Sound, düstere Klänge, aber auch eine ausgeprägte Live-Show mit entsprechender Wetterverstärkung haben die vier Münchener heute in den hohen Norden mitgebracht. Auf einmal ist es bei „Winterherz“ so kalt geworden, dass es sogar im Club angefangen hat zu schneien. Sehr geile Idee, Gänsehaut pur! Doch nicht nur Schnee und Kälte haben die vier Wetterbeschwörer auf uns losgelassen, sondern auch ein Unwetter, welches durch „Blitz und Donner“ hervorgerufen wird. Dabei sollen alle in die Knie gehen und auf „drei“ hochspringen, als plötzlich mehrere Konfettikanonen hochgehen. Unbeschreiblich schön! Ein Rückblick auf das Jahr 2016 wird mit „Stimme der Wahrheit“, aus dem Debütalbum der ERDLINGe, mit dem sie damals MEGAHERZ auf ihrer Tour (auch in Lübeck), begleitet haben, hervorgehoben. Wer ERDLING länger kennt, weiß, dass das Drumsolo ein Muss ist. Der Drummer Chris übernimmt logischerweise diesen Part und zeigt was er so draufhat.

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Fotos: Lara Schneider

Nach langen und lauten Aufrufen vom Publikum: „Zugabe! Zugabe!“, kommen ERDLING „Aus den Tiefen“ zurück auf die Bühne und spielen die letzten Songs. Ja, leider ist es schon zu Ende, die Münchener legen zum Schluss noch einen mit „Tod und Teufel“ drauf und hoffen auf ein Wiedersehen. Das Publikum applaudiert und freut sich schon auf die Aftershow Party mit ERDLING. Es hat uns sehr viel Spaß bereitet!

Text von Dennis Schönfeld