PUDDLE OF MUDD mit drei Vorbands live im Capitol Hannover

Ursprünglich geschrieben für stagr.de

Der Festivalsommer ist vorbei, das heißt die Zeit der Clubshows beginnt. Alternativ kann man es auch wie Puddle of Mudd machen, die auf ihrer aktuellen Tour fast schon fast ein Mini-Festival veranstalten. Nicht nur ein oder zwei, sondern gleich drei Vorbands sind mit am Start, namentlich Rev Kiddo, Broach und Psycho Village. Der Abend ist also vollgepackt, was jedoch auch einen recht frühen Beginn für den Konzertabend bedeutet.

REV KIDDO

Den Anfang machen Rev Kiddo, eine Alternative Rockband aus Düsseldorf. Ohne Banner oder anderweitigen Bühnenaufbau lässt die Band einfach mal die Musik für sich sprechen. Leider gibt es hier anfangs immer wieder technische Probleme mit der Gitarre, welche die erste Hälfte des doch recht kurzen Sets überschatten. Gepaart mit einem recht leeren Capitol, was aber bestimmt nur der frühen Anfangszeit geschuldet ist, kommt die Stimmung noch nicht so ganz ins Rollen. Schade, denn das, was die Band um Frontfrau Laura Kiddo durch die Boxen bringt, klingt wirklich klasse! Da hätte das Set auch ruhig noch etwas länger sein dürfen.

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Fotos: Cynthia Theisinger

BROACH

Nach kurzer Umbauzeit geht es weiter mit Broach vom Chiemsee. Anders als bei den meisten Bands, gibt es hier kein Intro vom Band, stattdessen spielen Broach dieses live mit einer Gitarre und direktem Übergang ins erste Lied. Es macht die Band direkt sympathisch, wie sie versuchen ihren bayrischen Akzent zu verstecken, es aber nicht immer ganz schaffen. Mit ihrem Alternative Rock/Post Grunge hat die Band schon einige Preise in den letzten Jahren eingesackt und heute belegen sie auch live warum sie diese verdient haben. Auf der Bühne springt die Band energiegeladen von links nach rechts und stellt auch einige Spielereien mit dem Licht an. Ein konstantes, leichtes Schwarzlicht ist auf die Bühne gerichtet, was die Saiten vom Bass grün schimmern lässt. Broach schaffen es, das Publikum zu etwas mehr als dem Kopfnicken zu bewegen und springen mit einigen Besuchern um die Wette.

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Fotos: Cynthia Theisinger

PSYCHO VILLAGE

Ein Beamer auf der Bühne ist etwas, das man eher selten sieht. Psycho Village haben gleich zwei davon, was auch schon die ganze Bühnenshow ist. Das ganze Konzert über laufen hier Videos, welche die Songs passend unterstützen. Das ist auch gut so, denn die Musiker können sich eher wenig bewegen, sie haben durch eine Gesang/Gitarre- oder Background- Gesang/Bass-Besetzung gleich doppelt viel zu tun. Sänger Daniel Kremsner spielt seine Gitarre aber auch gerne mal hinter seinem Kopf. Macht auf jeden Fall was her. Musikalisch sind die Jungs deutlich härter als die bisherigen Bands des Abends einzuordnen. Psycho Village entschuldigen sich zwischendurch dafür, dass diese eventuell etwas müde aussehen. Denn sie befinden sich derzeit in Woche sechs einer siebenwöchigen Tour und haben kurz zuvor erst ihr neues Album fertiggestellt. Das Werk darf die Band jedoch aus Streitigkeiten mit ihrem Label noch nicht veröffentlichen. Der Band ist das aber egal und verkauft daher selbstgepresste Versionen davon am Merch-Stand. Im Set findet sich auch eine Live-Premiere eines Songs von besagtem Album wieder, was beim Publikum richtig gut ankommt. Aber die Band hat auch einen Geburtstag zu verkünden: Bassist Maximilian Raps wird ein Jahr älter und lässt sich mit einem Ständchen vom Publikum feiern.

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Fotos: Cynthia Theisinger

PUDDLE OF MUDD

Puddle Of Mudd haben direkt zu Beginn mit den ersten Problemen zu kämpfen. Mitten im ersten Song fallen beide Gitarren aus. Abgebrochen wird der Song aber nicht. Nur Schlagzeug und Bass klingen jedoch auch nicht schlecht. Kurze Zeit später funktioniert wieder alles und der Ausfall wird mit einem professionellen Lachen überspielt, kann ja mal passieren. Auch wenn auf der Bühne nicht so viel passiert, sieht es im Publikum ganz anders aus. Immer wieder entstehen Pits und es wird laut mitgesungen. Puddle Of Mudd sind inzwischen etwas in die Jahre gekommen, nach 25 Bandjahren aber durchaus verständlich. Ihr letztes eigenes Album ist leider im Jahr 2009 erschienen und hat keine Chartplatzierung verbuchen können. Man könnte ihr Debütalbum „Come Clean“ im Jahr 2001 schon fast als One-Album-Wonder bezeichnen. Da ist es wenig verwunderlich, dass die Band dieses Album fast in seiner kompletten Länge spielt. Wes Scantlin zeigt, was für eine gute Stimme er besitzt. Generell liegt der ganze Fokus des Auftritts auf der Musik. Viele Ansprachen sucht man vergebens. Auch visuell gibt es wenig zu sehen. Kein Banner oder sonstiger Bühnenaufbau. Nur die Musiker, die ihre Show durchziehen. Gegen Ende dann der Moment auf den viele gewartet haben: Der Song „She Hates Me“. Ab dem ersten Ton geht die Stimmung durch die Decke und sorgt für einen lauten Chor. Das lässt sich wirklich sehen. Im Anschluss heißt es aber schon Abschied nehmen. Es folgt noch der Song „Blurry“, der sich über ähnlich gute Stimmung freuen kann, aber dann verabschiedet sich Puddle Of Mudd ohne weitere Zugabe von der Bühne.

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Fotos: Cynthia Theisinger