Summer Breeze 2018 – Samstag – 18.8.2018

Am letzten Tag kommt immer die Art Mensch zu Vorschein, die man an all den Tagen zuvor vergebens gesucht hat. Frühaufsteher. Man hat es selbst noch nicht einmal geschafft aufzustehen, da hört man schon, wie die Ersten ihr Zelt abbauen. Da kommt dann auch immer wieder ein ungutes Gefühl auf, das einem nur zu deutlich vor Augen führt, dass der letzte Festivaltag angebrochen ist. Dennoch hilft es nichts, dem Ende entgegen zu fürchten, es steht immer noch viel gute Musik auf dem Plan.

Samstag – Main Stage    

11:00 – 11:45    PARASITE INC.

Der Tag beginnt mit einer Band, die mich tatsächlich mit Werbung auf sich aufmerksam gemacht hat. Neben der Hauptbühne hängt schon das ganze Festival über an einem Bauzaun ein Plakat von PARASITE INC., welches für das neue Album der Band wirbt, das während des Summer Breeze erscheint. Darunter stehen nur die Worte “Melodic Death Metal”. Kann man mal machen, oder? Das dachten sich wohl auch viele andere, denn für einen Opener ist es voll vor der Bühne. Im Nachhinein ist es aber auch das erste neue Material der Band in den letzten fünf Jahren. Kein Wunder, dass die Nachfrage da ist. Die Setlist ist, im Vergleich zu allen anderen Relaseshows dieses Jahr, sehr erfrischend. Gut die Hälfte der Songs stammt vom neuen Album. Klassiker finden dennoch ihren Weg ins Set, also kann auch kein Fan der älteren Sachen meckern. Die Stimmung ist durchgehend gut und wird nochmal einen Ticken besser, als zu dem Titeltrack des neuen Albums, “Dead or Alive”, Johnny Stecker von SOULBOUND auf die Bühne kommt und die Band gesanglich unterstützt.

(Mirco)

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Fotos: Lara Schneider

11:55 – 12:40    BETRAYING THE MARTYRS

Weiter geht es mit BETRAYING THE MARTYRS. Die Band kann zwar nicht ganz so viele Leute vor die Bühne bewegen, überzeugt aber dennoch mit einem teilweise ungewöhnlichen Sound. Irgendwo zwischen Death- und Metalcore. Hart und zugleich weich. Guttural und clean. Und das alles abgerundet mit einem Keyboard. Die Stimmung dazu ist fabelhaft. Wohin das Auge blickt, gibt es Pits, welche teilweise richtig groß werden. Auch die ein oder andere Wall of Death ist zu beobachten. Und das alles, obwohl die Sonne schon wieder versucht, alle in den Schatten zu verdrängen. Der Band geht es auf der Bühne auch richtig gut und freut sich, hier sein zu dürfen. Inzwischen sehen die Pariser Deutschland als ihre zweite Heimat, so oft wie sie hier aufgrund ihrer Fans unterwegs sind.

(Mirco)

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Fotos: Lara Schneider

12:50 – 13:35    CARNIFEX

Mit Carnifex geht es direkt etwas härter zu. Deathcore in seiner Perfektion. Viele würden die Musik nur als Krach bezeichnen, aber Musik ist eben Geschmackssache. Anfangs ist es noch recht leer, wird mit der Zeit aber immer voller. Der Stimmung schadet das gar nicht. Es gibt wieder viele große Pits von allen, die sich nicht in den begrenzten Schatten zurückgezogen haben. Von der Band selbst gibt es heute keine große Show, sie wollen eher mit ihrer Musik überzeugen, was hervorragend klappt. Beim Schlendern vor der Bühne, um eventuell noch einen Schattenplatz ergattern zu können, stoße ich auf ein paar Leute die sich in der Sonne auf den Boden gelegt haben. Beim zweiten Blick wird mir klar, die liegen nicht nur da, die moshen. Ist das eine kleiner Moshpit im Liegen? Wenn ja, habe ich jetzt wirklich alles gesehen.

(Mirco)

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Fotos: Birger Treimer

13:45 – 14:45    BANNKREIS

BANNKREIS sagt vielleicht nicht direkt jedem etwas, da es die Band erst seit 2017 gibt, allerdings kennt man den Frontmann Eric Fish von Subway to Sally. Die junge Band spielt Epic Folk Rock und ist mit ihrem ersten Album, „Sakrament“, welches im März dieses Jahres erschienen ist, unterwegs. Leider merkt man, dass es schon wieder ziemlich warm ist, der Platz ist zwar gut gefüllt, aber nicht so voll wie die letzten Tage. Trotzdem ist die Stimmung sehr gut und die Leute feiern.

(Lara)

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Fotos: Birger Treimer

14:55 – 15:55    PHIL CAMPBELL & THE BASTARD SONS

Rock‘n‘Roll darf natürlich auch nicht fehlen und so kommen PHIL CAMPBELL & THE BASTARD SONS auf die Bühne. Mit guten Gitarren Soli schallt der Rock über das gesamte Festival. Leider ist es auch hier nicht ganz so gut gefüllt, aber diejenigen, die da sind, gehen ab und schütteln ihre Haare im Takt. Die Männer sind grade mit ihrem Album „The Age of Absurdity“, welches im Januar dieses Jahres erschienen ist, unterwegs. Wer selbst, oder erneut, die Rocker in Aktion sehen möchte, bekommt im November und Dezember die Chance dazu.

(Lara)

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Fotos: Lara Schneider

16:05 – 17:05    FEUERSCHWANZ

„Ding Dong die Hex ist tot“ schallt es über das sehr volle Battlefield, es ist soweit, FEUERSCHWANZ kommen auf die Bühne und eröffnen die „Hexenjagd“. Mit ihrer Bühnenshow begeistern sie immer wieder. Heute feiern sie den Release des Albums „Methämmer“, welches am Vortag erschienen ist. Beim „Schubsetanz“ gibt es eine große Wall of Death mit Umarmung. Einen riesigen Knall gibt es bei „Methämmer“ und goldene Luftschlangen fliegen durch die Lüfte, außerdem wird ein überdimensionaler Hammer geschwungen. Viele Surfer finden bei FEUERSCHWANZ erst den Weg nach oben und danach vorne zur Bühne. Sogar eine Zugabe soll es geben und die Band gibt noch einmal alles und so singen alle zum Schluss, bei „Zuckerbrot und Peitsche“ und „Das niemals endende Gelage“, noch einmal kräftig mit.

(Lara)

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Fotos: Cynthia Theisinger

17:20 – 18:20    KORPIKLAANI

Wenn man sich die Menge vor der Bühne ansieht, könnte man meinen, dass sich KORPIKLAANI auf einem absteigenden Ast befindet. Es ist verhältnismäßig leer und auch die Stimmung kommt nicht richtig ins Rollen. Eine Ausnahme gibt es dabei jedoch: Sobald ein alter Song gespielt wird, explodiert die Stimmung förmlich. Es schallt ein lauter Chor aus dem Publikum und auch die Grabenschlampen bekommen alle Hände voll zu tun. Teilweise kann man sogar Crowdsurfer auf Crowdsurfer oder auf Luftmatratzen sehen. Bei neuen Songs herrscht fast schon ein Schweigen in der Menge. Entsprechend steigt die Stimmung steigend während des gesamten Konzerts. Am Ende gibt es jedoch noch eine Getränke Kombination aus “Beer Beer” und “Vodka” auf die Ohren. Das Publikum reagiert wie erwartet auf diese Songs. Es eskaliert ein bisschen. Der Graben beinhaltet gefühlt mehr Crowdsurfer als Security und man kann sein eigenes Wort kaum noch verstehen. Die Songs sitzen einfach immer, egal wie voll man selbst ist.

(Mirco)

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Fotos: Cynthia Theisinger

18:35 – 19:50    DIRKSCHNEIDER

Udo Dirkschneider ist als langjähriger Sänger von Accept bei fast jedem bekannt. Als DIRKSCHNEIDER treibt es ihn immer wieder auf die Bühne, um mit alten Accept-Songs die Bühne zu rocken – nur eben nicht mit dem Rest der Band. Auf der Mainstage kommt dies gut an und kann den ein oder anderen Heavy-Metal von vor die Bühne bewegen. Die Menge schüttelt begeistert den Kopf und singt lautstark mit. Mit „Balls to the Wall“ gibt es am Ende noch DEN Accept Klassiker.

(Mirco)

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Fotos: Birger Treimer

20:10 – 21:40    PAPA ROACH

PAPA ROACH ist wohl der unangefochtene Headliner des Abends. Voller kann es vor der Bühne nicht mehr werden, denn gefühlt ist das ganze Summerbreeze anwesend. Kein Wunder, PAPA ROACH hat schließlich mehr als eine Generation durch ihre Jugend gebracht. Entsprechend braucht es auch nicht viel um die Menge zum Feiern zu bringen. Auf der Bühne hält sich die Band bedeckt. Keine Pyro und keine große Show, was schon ein bisschen an Trivium am Vorabend erinnert. Ist da ein Muster bei Amerikanischen Bandes erkennbar? Der einzige Unterschied ist hier jedoch Jacoby Shaddix, welcher die ganze Zeit über die Bühne springt. Trotz Grandiosen letzten Alben sind es aber dennoch die alten Songs, die die Menge mitnehmen. Es kann wirklich gut sein, dass diese einfach mit vielen Erinnerungen verbunden sind, welche in diesem Moment wieder zum Vorschein kommen. Dennoch ist die Stimmung durchgehend Hoch, was sich auch in den Crowdsurfern widerspiegelt. Es vergeht kein Moment, wo nicht zumindest eine Person über den Köpfen der anderen schwebt. Zudem ist auch das erste Mal seit dem Regen am Vortag wieder Staub in der Luft zu sehen. PAPA ROACH hat also keinen Grund zur Beschwerde, bei ihrem ersten Auftritt auf dem Summerbreeze. Auch als Jacoby zur Wall of Death ausruft, wird diesem sofort entgegengekommen und in einer Größe ausgeführt, wie wir sie die ganzen Tage nicht hatten. die Band spielt aber nicht nur gerne eigene Songs. Kurzerhand wird “Song 2” von BLUR gecovert, was bei dem Publikum sehr gut ankommt und für meinen Geschmack zu vielen Handys in der Luft führt. Im Anschließenden Song “Forever” gibt es zudem ein kleines snippet von “In the End” von LINKIN PARK. Dies nutzt Jacoby um sich mit den Worten “don’t search for a permanent solution to a temporary problem” sich gegen Suizid auszusprechen, im Bezug auf Chester Bennington. Beendet wird das Set, wie könnte man es anders erwarten, mit dem Song “Last Resort”. Das Publikum zündet nochmal alles, es ist schließlich der letzte Festivaltag. Ein lauter Chor, eine Wall of Death und massenhaft Crowdsurfer machen das Ende Perfekt.

(Mirco)

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Fotos: Cynthia Theisinger

22:00 – 23:30    W.A.S.P.

Auch wenn sich der Sänger des Headliners das Pseudonym Blacky Lawless gibt, heißt das noch lange nicht, dass für ihn ein Rock Festival ein rechtsfreier Raum ist. Aufgrund seines Verhaltens im Vorfeld des Auftritts sehen wir von einer Berichterstattung über den Auftritt von W.A.S.P. ab und bitten, uns dies nachzusehen.

23:45 – 00:45    BLOODBATH

Es ist schon dunkel als BLOODBATH die Bühne betreten. Die Schweden beschallen das Festival mit Death Metal. Eröffnet wird der Gig mit „Let The Stillborn Come To Me“, das nicht komplett gefüllte Battlefield gibt alles. BLOODBATH stechen mit ihren Bühnenoutfits hervor, die mit viel Kunstblut bedeckt sind und geben ihrem Bandnamen somit alle Ehre. Die Menge schafft es einen Circlepit über den kompletten ersten Wellenbrecher zu bestreiten. Mit „Mock the Cross“ und „Eaten“ verabschieden sich die Schweden. Ihr könnt euch aber freuen, Ende Oktober soll das neue Album „The Arrow of Satan is Drawn“ erscheinen.

(Lara)

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Fotos: Birger Treimer

01:00 – 02:00    CARPENTER BRUT

Die Main Stage wird von einem etwas besonderen Act geschlossen. CARPENTER BRUT lassen sich mit fast keiner anderen Band auf dem Festival vergleichen. Statt harten Metal spielt die Band, die eigentlich nur aus einer person besteht, Synthwave. Bitte was? Das bedeutet so viel wie Tanzbare Beats, in diesem Fall, basierend auf einer Gitarre, einem Schlagzeug und einem Keyboard mit viel Elektrischer unterstützung. Ein Mirko sucht man vergebens. Auch einen großen Bühnenaufbau gibt es nicht. Lediglich eine LED-Wand, auf die immer wieder Textabschnitte und Aufforderungen an das Publikum eingeblendet werden. Sonst wird diese weiter für Bilder und Videos genutzt. Dazu gibt es eine gewaltige Lichtshow. Vor der Bühne sieht es recht karg aus. Man kann die Band zurecht als Rausschmeißer betiteln. Stimmung gibt es dennoch ohne Ende. Grade als es am Ende ein  Cover des Michael Sembello-Klassikers „Maniac“, auf welches gefühlt alle gewartet haben, die die Band schon kannten.

(Mirco)   

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Fotos: Cynthia Theisinger

   

Samstag – T-Stage    

Am letzen Tag eröffnen ORIGIN die T-Stage, und beginnen damit, die Boden vor der Bühne wieder zum stauben zu bringen.

13:15 – 14:00    NAPOLEON

Kennt ihr das Gefühl, wenn man viel zu spät merkt, dass man gerade vor der Bühne sein möchte? Grade als vom Infield zurück ins Camp kam, hörte ich ein paar Töne, die mir direkt gefielen. Ein Blick auf die Running Order verriet, dass gerade NAPOLEON spielt. Bis dato hatte ich noch nie von der Band gehört. Verdammt. Die Band trifft genau in mein Metalcore-Herz und lässt dieses höher schlagen. Aber was solls, bei so einem großen und guten Lineup, wie das Summer Breeze Jahr für Jahr auffährt, kann man auch mal eine Band übersehen. Wird eben im Camp gefeiert und gehofft, dass die Band auf der nächsten Tour in der Nähe vorbeikommt.

(Mirco)

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Fotos: Lara Schneider

14:30 – 15:15    EINHERJER

Einherjer fackeln nicht lange herum. Ohne Intro kommen die Norweger auf die Bühne und spielen einen Klassiker nach dem anderen. Auch ein Song des im September erscheinenden Albums ist mit dabei. Wie es sich für Viking-Metal gehört, finden immer wieder die Hörner des Publikums ihren Weg in die Luft. Sonst ist die Stimmung recht durchwachsen, kann gegen Ende mit den Songs „Alu Alu Laukar“ mit einem mit Sing-Part und „Far Far North“ nochmal angehoben werden.

(Mirco)

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Fotos: Lara Schneider

15:45 – 16:30    ORANGE GOBLIN

Auf der T-Stage sind jetzt ORANGE GOBLIN am Start. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Bass geht es dann aber richtig los. Es dröhnt ganz schön und den Bass merkt man jetzt auch in der Magengegend. Das überschaubare Publikum lässt die Haare schütteln und ein paar Surfer finden auch ihren Weg zur Bühne. Mit dem in Juni erschienenen Album „The Wolf Bites Back“ und dem gleichnamigen Song heizen sie dem Publikum gut ein. Ein paar kleinere Pits entstehen, das Publikum hat viel Spaß. Mit „Red Tide Rising“ verabschieden sich die Londoner letztendlich.

(Lara)

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Fotos: Lara Schneider

18:15 – 19:00    OMNIUM GATHERUM

Kurz vorher machten WOLFHEART noch die Bühne unsicher, jetzt stehen die Finnen von OMNIUM GATHERUM auf ihrem Platz, welche uns mit ihrem einzigen Großfestival-Auftritt dieses Sommers beglückten. Brandneu geht es hier mit dem Intro des noch nicht mal im Laden stehenden Albums „The Burning Cold“ los. Zu den neues Songs fegte Frontsänger Jukka Pelkonen wie ein Wahnsinniger über die Bretter, sodass man  vom zusehen schon schwitzte. Wer OMNIUM GATHERUM noch einmal live erleben möchte, hat dazu diesen Herbst noch die Gelegenheit dazu, wenn sie mit WOLFHEART die Lande unsicher machen.

(Lars)

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Fotos: Cynthia Theisinger

19:30 – 20:30    KADAVAR

In den frühen Abendstunden geht es zurück in die 70er. KADAVAR verzaubern mit ihrem Mix aus Stoner und Psychedelic Rock mit einer Prise Hard Rock sofort und auch wenn hier nicht die Moshpit sprießen, so wird trotzdem getanzt, was der Staub hergibt. Eine entspannte Abwechslung, die aber dennoch keine Langeweile aufkommen lässt. Mit einem Mix aus ihren vier Studioalben begleiten sie uns in den Abend und gut erfrischt geht es weiter für uns.

(Lars)

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Fotos: Cynthia Theisinger

21:15 – 22:15    CALIBAN

Nach PAPA ROACH heißt es schnell sein, denn CALIBAN stehen schon auf der Bühne. Die Überschneidung ist für mich etwas unpassend, aber was will man machen. Als ich ankomme ist es schon ordentlich voll und wird immer voller, durch viele die es mir gleich tun. Die Stimmung ist bereits großartig. Vor der Bühne hat sich ein großer Pit gebildet, der nie kleiner wird oder gar verschwindet und durchgehend Staub aufwirbelt. Dazu ohne Ende Crowdsurfer. Das Bühnenbild ist mit einem beleuchteten “Elements”-Backdrop sehr schlicht gehalten. Dazu gibt es jedoch eine größere Lichtshow. CALIBAN bezieht aber auch aktiv das Publikum in die Show ein. “Wollt ihr lieber springen oder rudern?” fragt Sänger Andreas Dörner in die Runde. Die Menge entscheidet sich per Handheben für Rudern und so wird eben zu “Davy Jones” gerudert. Im Anschluss gibt es ein Cover des Rammstein Songs “Sonne” zuhören, welches das Publikum etwas spaltet. Eine sind laut am mitgröhlen, andere fragen sich, ob die Band das gerade ernst meint. Am Ende wollen es CALIBAN beim letzten Konzert ihrer Festival Saison nochmal richtig wissen. Zu “Memorial” rufen sie zum Crowdsurfen aus, mit der Prämisse, dass alle Crowdsurfer ein exklusives T-Shirt im Graben bekommen. Leider gibt es ein paar Technische Probleme, sodass die Band hierfür etwas überziehen muss. Wie erwartet ist der Ansturm auf die T-Shirts riesig. Gefühlt sind mehr Leute in der Luft, also auf dem Boden. Dies freut die Grabenschlampen sehr, denn diese haben mal richtig zu tun und kommen kaum hinterher, alle wieder sicher zu Boden zu bringen.

(Mirco)

23:00 – 00:00    SÓLSTAFIR

Die letzten Stunden sind angebrochen und das eher andächtige Bewundern des Post-Rock von SÓLSTAFIR kann starten. Die vier Isländer liefern eine beeindruckende Mischung aus bestimmenden Melodien, kraftvoller Stimme und stilvollen Texten, die durch alle Szenen hindurch in ihren Bann zieht. Das stark durchwachsene Publikum saugt die eintretende Atmosphäre auf wie ein Schwamm und macht alle Wechsel zwischen ruhig und tobend stillschweigend mit. Mitgesungen wird hier nicht, das würde das Gesamtbild stören, also wird der Jubel auf die Pausen zwischen den Songs beschränkt. Bemerkenswerte Disziplin! Gegen Ende springt Sänger Aðalbjörn kurzerhand von der Bühne und geht eine Runde in der Menge baden. Erfrischend gewohnte Bodenständigkeit der Isländer – immerhin ist man nur einer von grob 350.000 und nicht von Millionen. Im Anschluss beginnen CARPATHIAN FOREST den Sack auf der T-Stage zuzumachen.

(Lars)

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Fotos: Birger Treimer

Samstag – Camel Stage  

22:15 – 23:00    JINJER

Während CALIBAN auf der T-Stage überziehen, haben JINJER ein Problem. Bzw. die Band hat kein Problem, eher die Security, die zwischen den beiden Bühnen wechselt. Durch das überziehen ist der Graben mit zwei Personen recht mager Besetzt. Gerade wenn eine Band, die für Crowdsurfer bekannt ist, auf der Bühne steht. Kurzerhand springen die anwesenden Fotografen als Aushilfen ein, bis die Unterstützung erscheint. Danach läuft alles normal. Die Menge feiert extrem, es ist ja auch einer der letzten Auftritte in dieser Ausgabe des Summer Breeze. Es ist auch immer wieder schön in Gesichter zu blicken, die mit JINJER bisher gar nichts anfangen konnten und nicht wussten, was sie erwartet. Sängerin Tatiana Shmailyuk sieht sehr zierlich aus, hat aber eine Stimme, auf die selbst Alissa White-Gluz von ARCH ENEMY neidisch sein kann. Die Cleans sitzen durchgängig und auch die Growls sind nicht von dieser Welt. JINJER liefern insgesamt wohl einen der besten Auftritte auf der Camel Stage ab, das hat die Band aber auch wahrlich verdient.

(Mirco)

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Fotos: Birger Treimer

 

Während auf der T-Stage noch die Bässe von  PERTURBATOR wummern – wieder so ne Band die man sich eigentlich mal doch lieber angeschaut hätte – sitzen wir in gemütlicher Breeze Abschluss Runde und lassen die letzten Tage Revue passieren. Es war wie jedes Jahr ein sehr sehr geiles, gut organisiertes Festival. Die paar Minuten mehr Pause zwischen den Bands auf der Mainstage waren definitiv eine sehr gute Idee, genau wie das Dach der Camel Stage – die neu designte Camel Stage an sich auch. Keiner von uns hatte trotz der beachtlichen Festival Größe irgendwann einmal das Gefühl, dass es zu voll ist, was wirklich sehr entspannt und angenehm war. Duschen und Klos waren eigentlich immer in Ordnung und wirklich lange haben wir nie irgendwo anstehen müssen (naja, wir haben allerdings auch alle keinen Merch gekauft). Beim Essen und bei den Getränken war für jeden was dabei – und der Eis-Service auf dem Campingplatz war absolute weltklasse!

Leider ist auch dieses Breeze viel zu schnell an uns vorbei gerauscht – aber zum Glück ist nach dem Breeze ja vor dem Breeze – wir sehen uns also 2019 wieder.