Summer Breeze 2018 – Freitag – 17.8.2018

Der Freitag bricht an und die Sonne zwingt uns alle aus den Zelten. Während es die einen oder anderen Zombies Richtung Dusche zieht, hört man überall die ersten Dosen zischen. Der Tag muss gekontert werden, sonst geht es bei einigen wohl nicht. Kurz noch eine kalte Dose gefuttert, um doch noch den Kocher anzuheizen reicht die Zeit nicht mehr und ab vor die Bühne. Der frühe Vogel fängt schließlich den Wurm und wo könnte man besser seinen Frühsport machen, als vor der Bühne im Pit?

Freitag – Main Stage

11:00 – 11:45 ANNISOKAY

ANNISOKAY beginnen nicht nur den Tag, nein, sie feiern auch die erste Releaseshow des Tages. „Arms“ heißt die neue Platte, welche heute das Licht der Welt erblickt. Trotz diesen Umstandes ist es recht leer vor der Bühne. Etwas, das die Band wirklich nicht verdient hat. Aber nun ja, Metalcore steht eben auch nicht bei allen so hoch im Kurs wie bei mir. Immerhin füllt sich das Infield immer weiter. Ist da doch noch der ein oder andere wach geworden? Trotz des Releases gibt es aber nichts ganz Neues auf die Ohren. Nur die bisher erschienenen Singles und die Klassiker der Band, die sich in den Alben davor angesammelt haben. Die Fans stört das aber weniger, denn diese feiern sich schon langsam warm. Richtung Ende des Sets geht Sänger Dave Grunewald noch an die Absperrung und ruft zur Wall Of Death aus, wodurch wieder ordentlich Staub aufgewirbelt wird. Am Ende geht er auch noch selber crowdsurfen, wie es bei einem ANNISOKAY-Auftritt schon fast üblich ist.

(Mirco)

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Fotos: Cynthia Theisinger

11:55 – 12:40 MEGAHERZ

MEGAHERZ eröffnen ihr Set passenderweise mit dem Song „Vorhang auf“. Vor der Bühne ist es recht leer und das, obwohl MEGAHERZ erst dieses Jahr ein neues Album auf den Markt gebracht haben. Die Sonne steht sengend hoch am Himmel, was für die Fans schon unangenehm genug ist, die Band leidet darunter jedoch noch mehr. Sänger Lex sagt dazu folgendes: „Warum hat keiner unserem Designer gesagt, dass es hier so warm ist“ – zwar machen die Bühnenoutfits was her, aber auch nicht immer. Die  Setlist der Band ist sehr vom aktuellen Album „Komet“ geprägt, lässt aber auch Raum für alle Klassiker, die sich in den 25 Jahren Bandgeschichte angehäuft haben. Jeder kommt also auf seine Kosten.

(Mirco)

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Fotos: Cynthia Theisinger

12:50 – 13:35 NORTHLANE

NORTHLANEs Auftritt kommt einem Schlag ins Gesicht gleich. Ohne Intro und mit der neuen Single „Vultures“ geht es los. Auch bei den folgenden Songs wird nicht gebremst. Dabei ist es stets egal, aus welcher „Ära“ der Song kommt. Der Austritt von Sänger Adrian Fitipaldes vor ein paar Jahren hat in den Augen vieler zwar ein Loch im Lineup von NORTHLANE hinterlassen, aber Marcus Bridge hat sich über die Jahre als würdiger Nachfolger erwiesen, wie er selbst auch im Song „Vultures“ erklärt: die ständigen Vergleiche sind kacke. Die Band hat mit dem Wechsel ihren Stil zwar ein bisschen geändert, aber ist dennoch so stark wie vorher, wenn nicht sogar stärker. Auch wenn die Menge vor der Bühne immer noch nicht die größte ist, für den frühen Mittag dennoch beachtlich. Stimmung ist auf jeden Fall auch ohne Ende da. Am Ende gibt es neben der Bühne einen kleinen Staub-Tornado zu sehen, welcher sich aus einem stärkeren Windzug gebildet hat. Cool oder?

(Mirco)

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Fotos: Cynthia Theisinger

13:45 – 14:45 AMARANTHE

Weiter geht es mit einer Band, die sich nicht fest auf ein Genre beschränken lässt. AMARANTHE spielen irgendwas zwischen Metalcore, Melodic Death Metal und Industrial Metal. Ohne dabei jemandem auf die Füße treten zu wollen: Es klingt verdammt gut. Hauptmerkmale der Band sind die drei Sänger, Henrik Englund Wilhelmsson als Guttural Sänger und Nils Molin und Elize Ryd für die Clean Vocals. Dabei sind diese stets im Wechsel, wodurch eine riesige stimmliche Vielfalt in jedem Song entsteht. Auch wenn Nils erst seit letztem Jahr zur Band gehört, liefert er dennoch schon solide ab, auch wenn sich seine Stimme sehr vom vorherigen Sänger unterscheidet. Er hat aber auch noch an keinem Album mitgearbeitet. Wie es danach wird, wird sich zeigen, denn noch dieses Jahr erscheint ein neues Album, von welchem kürzlich die erste Single „365“ erschien. Leider war diese nicht Teil des Sets, was zu vielen enttäuschten Gesichtern im Publikum führt. AMARANTHE spielen bei ihrem ersten Summerbreeze „nur“ ein Set aus ihren besten Songs der letzten Jahre. Die Stimmung wird dabei stets oben gehalten, mit 3 Sängern hat man auch genug um das Publikum zu motivieren.

(Mirco)

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Fotos: Cynthia Theisinger

14:55 – 15:55 DANKO JONES

Wenn man sich die Menge vor der Bühne anguckt, könnte man meinen, dass DANKO JONES etwas fehl am Platz sind. Es ist richtig leer. Eventuell liegt das aber auch nur an der Sonne, die aktuell nicht mehr angenehm ist. DANKO JONES spielen Rock‘n‘Roll und bringen damit die Anwesenden ordentlich zum Tanzen. Dennoch sticht der sympathische Frontmann mehr mit seinem verrückten Zungenspiel und seinen Ansagen heraus, so fordert er zum Beispiel alle Fans auf, an allen passenden und unpassenden Zeitpunkten, zwischen und während der Songs seine Band weiter anzufeuern. Dabei sieht man ihm seine Spielfreude immer an und sich davon nicht anstecken zu lassen, ist wirklich schwer.

(Mirco)

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Fotos: Cynthia Theisinger

16:05 – 17:05 J.B.O.

Auf der Bühne wird es rosa, das kann nur eins bedeuten – J.B.O. sind da! Die Erlangener starten gleich mit „Alles nur geklaut“ und der sehr volle Platz ist im rosa J.B.O.-Wahn. Ein riesiger Pit tut sich auf, durch die Staubmassen, die aufkommen, sieht man diesen Meter weit. Selbst Surfer dürfen mal eine Runde mitkreisen. Die Stimmung ist also sehr ausgelassen bei Klassikern wie „Bolle“ oder Neuheiten wie „Du hast Dein Smartphone vergessen“ aus dem neuen Album „Deutsche Vita“, welches im März erschienen ist. Zum Ende der Show werden noch pinke Ballons in das Publikum geschmissen. Es entsteht ein Meer, auf dem die rosa Ballons eine wilde Fahrt haben. „Ein Fest“ ist der Abschiedssong von der Bühne, und alle sind sich sicher, es war eins!

(Lara)

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Fotos: Cynthia Theisinger

17:20 – 18:20 SALTATIO MORTIS

Pünktlich zu Saltatio Mortis fängt es an zu regnen, die Fans aber bleiben und wollen zu Mittelalter-Rock abgehen. Wem durch den Regen kalt wird, bekommt durch die Pyroeffekte wieder ein wenig Wärme zu spüren, oder es wird ihnen wieder warm durch Tanzen, Circlepits oder Crowdsurfen. Das neue Album „Brot und Spiele“, welches am heutigen Tag erschienen ist, kommt sehr gut an und neue Songs wie „Dorn im Ohr“ oder „Heimdall“ werden bejubelt. Natürlich kommen die älteren Songs auch nicht zu knapp. Mit „Spielmannsschwur“ ist das letzte Lied von Saltatio Mortis gekommen und sie werden gebührend verabschiedet.

(Lara)

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Fotos: Birger Treimer

18:35 – 19:50 DORO

Es regnet wie aus Eimern, wenn man vor den Bühnen steht, ist man sekundenschnell bis auf die Haut nass. Das denkt sich auch Doro und fängt mit ihrer Show etwas später an. Trotz des nicht optimalen Wetters stehen die hartgesottenen Breezer und warten auf ihre Queen of Metal. Doro stellt ihr neues Album „Forever Warriors – Forever United“ vor, welches am 17. August erschienen ist. Mit dem neuen Song „All for Metal“ bekommen alle einen Ohrwurm verpasst, aber auch ältere Songs wie „We Are the Metalheads“ bringt die Massen zum Mitsingen und bei “Für immer” sieht man auch hier und dort das ein oder andere Tränchen kullern. Mit „All We Are“ kommt zum Schluss noch mal ein Knaller, der im Ohr bleibt und das schlechte Wetter wieder vertreibt.

(Lara)

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Fotos: Andreas Theisinger

20:10 – 21:40 TRIVIUM

Der Regen ist vorbei, die Klamotten gewechselt und das Infield ist wieder gerappelt voll. Zeit für den ersten Headliner des Abend: TRIVIUM. Mit viel Nebel kommen die Amerikaner auf die Bühne und starten mit dem Titeltrack ihres letzten Albums „The Sin And The Sentence“. Anfangs haben Trivium noch etwas Probleme, das Publikum zu animieren, was sich aber innerhalb der ersten Songs schnell ändert. Die Band hat aber immer ein Problem: Dadurch, dass Matthew Heafy gleichzeitig als Sänger und Gitarrist fungiert und seine Kollegen ebenfalls als Backing-Sänger fungieren, ist kaum Bewegung auf der Bühne. Auch die Tatsache, dass für die drei Personen fünf Mikrofone zur Verfügung stehen, macht dies nur leicht besser, da diese zumindest zwischen diesen rotieren können. Entsprechend stehen zum Motivieren des Publikums während der Songs oft nur Gesten zur Verfügung, was für viele erstmal etwas ungewohnt ist. Dennoch ist die Stimmung hoch, genauso wie die Massen an Crowdsurfern, die wir den Auftritt über beobachten können. Auch der ein oder andere Rolli-Fahrer begibt sich über die Köpfe der anderen, ehe er von den Grabenschlampen wieder sanft abgesetzt wird. Aber auch sonst gibt es viele Pits, welche ausnahmsweise mal staubfrei sind. Hatten wir das die letzten Tage überhaupt schon mal? Am Ende wird es nochmal laut. Zu „Strife“ wird das erste Gitarrenriff laut mitgesungen, aber auch der Refrain ist eindeutig zu erkennen. Am Ende wird einem aber doch klar, dass viele nur auf „In Waves“ gewartet haben, denn dort geht die Stimmung und die Crowdsurfer nochmal steil nach oben. Während des ganzen Auftritts hat TRIVIUM übrigens den Fokus auf die Musik gelegt. Feuer oder eine große Show suchte man vergebens, diese wäre aber auch überhaupt nicht nötig gewesen.

(Mirco)

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Fotos: Cynthia Theisinger

22:00 – 23:30 ARCH ENEMY

Das, was TRIVIUM eventuell zu wenig hat, hat ARCH ENEMY zu viel. Pyro, wohin das Auge blickt. Schon zum Opener „The World Is Yours“ sind die ersten Säulen zu sehen, wodurch die Band dem Publikum gleich doppelt einheitzt. ARCH ENEMY ist einfach eine Band, die live noch Spaß macht, auch wenn man sie schon zum 10. Mal sieht. Es ist einfach eine Freude, Alissa über die Bühne springen zu sehen, auch wenn diese bei diesem Auftritt eher zurückhaltend ist. Dies kann aber auch der Pyro geschuldet sein, da diese den Großteil der Bühne einnimmt und damit die Flächen zum Bewegen sehr einschränkt. Wenn man einen Blick in die Menge wagt, fallen einem kaum Unterschiede zu TRIVIUM auf. Sind die alle einfach geblieben? Eine große Überschneidungsmenge sollte es zumindest geben. Generell feiert das Publikum so, wie man es von ihm gewohnt ist. Viele Pits und noch mehr Crowdsurfer, welche die Grabenschlampen teilweise auf die Probe stellen. Auf der Bühne gibt es derweil, wie könnte es anders sein, Pyro. „As The Pages Burn“ spricht als Titel schon für sich. In diesem Fall wäre aber auch „As the Stages Burn“ angebracht, aufgrund der durchgängigen Pyro, Funkenfontänen und Explosionen an der Decke der Stage. Langsam wird einem klar, warum dies Alissas Lieblingssong ist. In der Zugabe gibt es dann noch ein kleines Gitarrensolo von Michael Amott auf die Ohren, bevor zu „Nemesis“ alles gezündet wird, was noch vorhanden ist. Am Ende gibt es dann noch einen Funkenregen von der Decke unter welchem die letzten Töne des Songs ertönen. Schließlich verabschieden sich ARCH ENEMY mit einem im Vergleich sehr langen Outro von der Bühne und hinterlassen ein in Schweiß gebadetes Publikum, was nicht nur an der Pyro liegt.

(Mirco)

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Fotos: Cynthia Theisinger

23:45 – 00:45 SATYRICON

Das Intro ertönt und dennoch regt sich nichts auf der Bühne. Als erst dieses vorbei ist, begibt sich Drummer „Frost“ auf die Bühne, um direkt mit einem Solo zu starten. Die Menge ist sofort bei der Sache und bringt sich schon mal für die nächste Stunde in Stimmung. Sänger „Satyr“ kommt auf die Bühne, gefolgt von den Live-Musikern und los geht die Black-Metal-Party. Ganz im klassischen Stil, wird diese mit hin- und hertaumeln und gelegentlicher Pommesgabel in die Luft gefeiert. Die Stimmung könnte dennoch nicht besser sein. Mit SATYRICON stehen aber auch Altmeister des Black-Metals auf der Bühne, was man auch an der durch routinierten Show merkt. Dennoch liegt der Fokus auf der Musik. Dies könnte auch ein Grund für das Corpse Paint sein, weches die gesamte Band trägt. Das Publikum ist aber auch nicht immer still. Zu „Mother North“ ertönt ein lauter Chor und auch ein einzelner Crowdsurfer schafft es nach vorne. SATYRICON beenden ihr Set mit dem Song „K.I.N.G“, welcher mit viel Jubel und Hörnern in der Luft gefeiert wird.

(Mirco)

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Fotos: Birger Treimer

01:00 – 02:00 TURISAS

Die letzten fünf Jahre ist es ruhig geworden um TURISAS. Zumindest musikalisch. Die Band ist zwar noch viel unterwegs, neue Musik gab es in der Zeit aber nicht. Entsprechend ist vor der Bühne nur mäßig viel los. Viele kennen die Show inzwischen in- und auswendig und verbringen die Zeit lieber im Camp bei einer kühlen Dose Bier. Andere treibt es aber aus den gleichen Gründen vor die Bühne. Man weiß einfach, was man bekommt und Turisas sind in musikalischer Hinsicht quasi die Pizza Vier Jahreszeiten des Summer Breeze. Wie erwartet spielt die Band alle ihre bekannten Hits, ohne dabei neues Material zu spielen. Die Stimmung leidet darunter aber dennoch nicht. Es sind laute Chöre zu hören und auch sonst steht kaum einer fest auf seinem Platz. Dies könnte aber auch an den ständigen Aufforderungen der Band liegen, welche dazu selber wie wild über die Bühne springt. Zwischen den Songs schwelgt die Band in alten Zeiten, an frühere Auftritte, an die sie selber keine Erinnerungen mehr haben, da sie zu jung und betrunken waren. Am Ende machen TURISAS mit den Songs „Stand Up and Fight“ und dem Klassiker schlechthin „Rasputin“ den Sack zu.

(Mirco)

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Fotos: Birger Treimer

Freitag – T-Stage

Heute machen GOATWHORE, TOXIC HOLOCAUST, MISERY INDEX und TANKARD den Anfang auf der T-Stage und bringen nicht nur das Publikum, sondern auch die Grabenschlampen auf Betriebstemperatur.

17:00 – 17:45 DYING FETUS

Auf der T-Stage geht es weiter mit feinstem Death Metal aus Maryland. Die drei Männer von DYING FETUS bringen die Haare zum schütteln. Überall, wo man hinsieht, wird gebangt. Die Stimmung ist so heiß wie das Wetter, es entsteht ein sehr großer Circlepit und es ist nur noch Staub zu sehen. Und wenn man grade  doch mal keinen Staub sieht, sorgen die Männer mit Nebelmaschinen für eine vernebelte Sicht. Dennoch eine sehr gute Show, die die Masse mitreißt an diesem Tag.

(Lara)

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Fotos: Lara Schneider

18:15 – 19:00 BEARTOOTH

Jeder, der BEARTOOTH in letzter Zeit etwas verfolgt, wusste schon beim Anblick des Backdrops, was ihn erwartet. Alleine das Cover des im September erscheinenden Albums ist schon aussagekräftig. „We are beartooth and we are here to fuck you up“ – oh ja. Der kurze Regen zuvor bereitet die perfekte Grundlage um für 45 Minuten richtig auszurasten. Schon mit dem ersten Song „The Lines“ steigt die Stimmung ins Unermessliche und auch die ersten Crowdsurfer sind direkt auf dem Weg in den Graben. Wie erhofft, haben es alle drei Vorab-Singles des neuen Albums in das Set geschafft und werden vom Publikum ordentlich gefeiert. Es gibt da nur eine Sache, die den Auftritt etwas kaputt macht. Ein plötzlicher Starkregen, der in der Mitte des Sets anfängt, sorgt dafür, dass die meisten im Publikum versuchen einen Unterschlupf zu finden, auch wenn diejenigen klitschnass dort ankommen. Die Stimmung ist davon dennoch nicht wirklich getroffen, denn Beartooth haben es live einfach drauf und das kann wohl jeder der Anwesenden so unterschreiben.

(Mirco)

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Fotos: Cynthia Theisinger

19:30 – 20:30 AT THE GATES

Nach dem die lang ersehnte Abkühlung Staub und Schweiß weggespült hat, geht es weiter mit AT THE GATES. Zu Beginn ist die Menge noch sehr überschaubar, einige bestanden dann wohl aus mehr Staub und Schweiß als dem Rest und wurden wohl mit weggespült, aber die Schiffbrüchigen pilgern fleißig zurück zur Bühne und so drehte das Publikum zusammen mit Frontmann Tompa erst nach einigen Songs auf. Nun jedoch in alter Frische. Nass und abgekühlt geht es erst mal auf Betriebstemperatur zurück mit einer Show, die zwar schon bekannt ist, aber nichtsdestotrotz fetzt und es auch noch das nächste Mal tun wird. Manchmal ist Bewährtes doch am besten.

(Lars)

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Fotos: Cynthia Theisinger

21:15 – 22:15 MR. HURLEY & DIE PULVERAFFEN

Ja, schon bevor die Lieblings-Piratenband MR. HURLEY & DIE PULVERAFFEN aus dem karibischen Osnabrück auf die Bühne kommt, gibt es schon Crowdsurfer. Es wird eine wilde Fahrt, das steht fest. Der Platz ist gerappelt voll und alle warten auf die Piraten. Mit „Tortuga“ eröffnen sie ihre Show und die Menge rastet aus. Überall, wo man hinsieht, sind Crowdsurfer. Aber auch auf der Bühne hat sich seit diesem Jahr was geändert, denn Pegleg Peggy steht jetzt am Bass und unterstützt die Band nicht mehr nur mit Animationen. Wo wir schon beim Stichpunkt Boot sind: Echte Piraten surfen auf einem Schlauchboot über die Menge in den Graben. Bei der Stimmung ist klar, warum sie mittlerweile zum dritten Mal in Folge beim Summer Breeze sind. Das ist ihnen allerdings nicht genug, mit dem Aufruf auf der Summer Breeze Seite alles mit #immerwiederhurley zu versehen, wollen sie versuchen, auch nächstes Jahr wieder hier zu spielen. Mit einem Medley, welches mit „Blau wie das Meer“ endet, verabschieden sich auch MR. HURLEY & DIE PULVERAFFEN und die letzten Surfer schippern in den Hafen ein.

(Lara)

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Fotos: Cynthia Theisinger

23:00 – 00:00 SICK OF IT ALL

Kurz vor Geisterstunde drehen die New Yorker Hardcore Urgesteine SICK OF IT ALL noch einmal richtig auf. Mit ihrer Zeitreise in die Musikgeschichte finden sie großen Anklang und entfachen Moshpit um Moshpit, welche nur von den kurzen Verschnaufpausen zwischen den Songs unterbrochen werden. Dies und die späten Abendstunden fordern aber durchaus ihren Tribut, sodass das Publikum nach einigen Songs auch schon anfängt, merklich zu schwächeln, es lässt sich aber ein finales Aufbäumen zu den Klassikern nicht nehmen und zieht bis zum Ende der einstündigen Setliste voll mit durch.

(Lars)

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Fotos: Cynthia Theisinger

Den Abschluss machen ALCEST und HARAKIRI FOR THE SKY, welche mit ihren doch eher ruhigeren Tönen zum Schunkeln einladen und das Publikum nochmal etwas entspannen.

Freitag – Camel Stage

16:30 – 17:00 NIGHT IN GALES

Achtung, der Ruhrpott gibt sich in Form der Melodic Death-Veteranen von NIGHT IN GALES die Ehre! Wer fleißig Summer Breeze Becher sammelt, dem wird dieser Name nicht entgangen sein. Schließlich war die Band, die Ende der 90er als DIE deutsche Antwort auf IN FLAMES gehandelt wurde, im Jahr 1999 damals noch in Abtsgmünd der Headliner des Summer Breeze. Nun, 19 Jahre später, entern die Herren um Sänger Christian Müller zur besten Tea Time die Camel Stage. Da leider nur eine halbe Stunde Spielzeit eingeräumt wurde, hält man sich nicht mit langen Ansagen oder Balladen auf, sondern peitscht vorrangig mit Songs aus dem im Frühsommer erschienenen Album ‘The Last Sunsets’ auf die gewillte Zuhörerschaft ein, die sich recht zahlreich im Schatten des ausladenden Bühnendachs versammelt hat. Und weil es sich im Schatten besser moshen lässt, als in der brütenden Sonne vor der Mainstage, sieht man doch viele Matten kreisen. NIGHT IN GALES schaffen es noch immer, die Milch im Tee sauer werden zu lassen, schließlich verstehen es die Brüder Jens und Frank Basten seit jeher, feine Gitarrenriffs mit harten Chords zu eingängigen Songs zu formen, die keinen musikalischen Firlefanz zur weiteren Ausschmückung benötigen. Für alle die meinen, die alten IN FLAMES waren ja so toll, seien aber seit der Colony zu weich geworden – hört doch lieber NIGHT IN GALES – da werdet ihr geholfen!

(Ulli)

 

Und da mehr als die Hälfte auch schon wieder rum. Wir setzen uns mit einem letzten Bier für den Tag vor das Zelt, diskutieren wer an diesem Tag die beste Show abgeliefert hat und fallen langsam in den warmen Schlafsack, morgen ist schließlich auch noch ein Tag.