ESKIMO CALLBOY in Hannover – können die mal kurz still halten?

Nach ausverkauften Auftritten ihrer The Scene Tour im letzten Jahr, legen ESKIMO CALLBOY nach und treten in 11 weiteren Locations auf. Ihr 7. Auftritt führt sie zum ersten mal als Headliner in die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover in ein fast ausverkauftes Capitol. Support erhalten sie im zweiten Teil der Tour von NOVELISTS und TO THE RATS AND WOLVES, die den Abend gebührend einleiten und die Messlatte schon mal ordentlich hoch legen.

Die Pariser Band eröffnet den Abend mit ihrem melodischen Djent-Metalcore, der Tempo durch seine schnellen Riffs erhält und die ersten Zuschauer direkt in ihren Bann zieht. Auch wenn es für die erste Band des Abends zu anfangs immer schwer ist, alle zu begeistern, so bricht doch schnell das Eis, als sich Sänger Matteo Gelsomino in die Menge stürzt, um von dort aus hautnah zu performen. Der Pit ist dabei natürlich selbstverständlich. Auch zurück auf der Bühne wird die Menge weiter animiert mitzumachen. Es folgt ein Lichtermeer aus Smartphone LEDs, welches den Zuschauerraum erhellt. Danach ist es auch schon wieder vorbei und NOVELISTS beenden ihren Auftritt mit einem jetzt angeheizten Publikum.

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Fotos: Cynthia Theisinger

Über die dunkle Bühne huschen Lichtkegel. Ein melodisches Intro leitet den zweiten Act des Abends, TO THE RATS AND WOLVES, ein. Die Jungs aus Essen sind sofort präsent auf der Bühne und immer in Bewegung. Sie schmettern dem Publikum ihren ersten Song mit Druck entgegen und die Menge wird sofort mitgerissen. Wie sollte es auch anders sein, bei dieser Stimmung wird die Frage, ob es der Menge gut gehe mit einem Lauten „Ja!“ beantwortet. Auch im weiteren Verlauf wird das Publikum mit kurzen Einlagen der Sänger einbezogen und ihre Aussage, sie seien „so eine Partykapelle“ kann nur bestätigt werden.
Die ersten Crowdsurfer werden gesichtet und das Publikum zu Wall of Deaths und Circle Pits animiert.
Schon jetzt ist die Stimmung enorm und dem bevorstehenden Hauptact wird eine hohe Hürde auferlegt.

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Fotos: Cynthia Theisinger

Nach zwei schweißtreibenden Stunden ist es soweit. Die Bühne wird wieder einmal dunkel. Blitze zucken. Nebel auf der Bühne. Rot leuchtet das große „X“ Bühnenlogo der The Scene Tour.
ESKIMO CALLBOY betreten die Bühne und mit einem Knall und Konfettiregen beginnt die Show.
Wie schon ihre Vorband, schaffen es die Jungs aus Castrop-Rauxel jeden Platz auf der Bühne zu füllen und nur der Bühnengraben trennt sie von den eskalierenden Fans. Die beiden Sänger, Sebastian „Sushi“ Biesler und Kevin Ratajczak, haben ihre Fans voll im Griff und neben den Stücken des neuen Albums werden die Fans auch nach der Frage „Hannover, habt ihr Bock auf Oldschool?“ mit eben jener in Form von „We are the mess“ beglückt.
Immer wieder lassen sich Crowdsurfer in Richtung Bühne tragen, die von den Sängern zu ihrem ganz eigenen Spielplatz gemacht wird: man merkt einfach, dass die Jungs Spaß haben und auch Spaß machen wollen.
Die Temperaturen in der Halle sind inzwischen so hoch, dass das Publikum immer wieder mit Wasserflaschen heruntergekühlt wird. Das ist aber auch nur eine temporäre Lösung, denn den nach dem nächsten Circle Pit ist wieder alles verflogen. Der Boden bebt. Ob es durch die wummernden Bässe oder die auf dem Parkett eskalierenden Fans kommt, lässt sich nur schwer feststellen, was jedoch feststeht: auch ein vom Bühnenboden aufgehobenes Gitter kann als „Gitarre“ missbraucht werden.
Passend zum bisherigen humorvollen Auftreten der Band wird bei der Ankündigung des letzten Songs dieser auch den wichtigsten Menschen im Saal gewidmet: „Uns. Nein, natürlich euch!“
„Calling“ nimmt die Fans, komplett in blaues Licht gehüllt, noch einMal mit.
Die Zugabe beginnt wieder mit einem Konfettiregen und auch hier lassen sich die Jungs nicht nehmen, ihre Fans mit einzubinden. Alle sollen sich setzen und mit einem Sprung wird der „Best Day“ eingeleitet.
Zum krönenden Abschluss gehen alle 8 Schritte rechts, 8 Schritte links, 8 Schritte rechts… ein letztes Mal an diesem Abend wird Konfetti in den Raum geschossen und „MC Thunder“ bringt die Fans ein letztes Mal zum Ausrasten.

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Fotos: Cynthia Theisinger