Kometeinschlag in Hannover – MEGAHERZ rocken die Massen

Ursprünglich geschrieben für stagr.de

Das jüngste Album „Komet“ von Megaherz ist bereits seit wenigen Wochen auf dem  deutschen Markt und wird nun feierlich den Fans präsentiert. Die NDH-Band treibt es dabei auf gleichnamiger Tour durch Deutschland, Österreich sowie der Schweiz und stoppt dabei am Freitagabend auch im fast ausverkauften Musikzentrum in Hannover. Aber nicht nur Megaherz sind mit neuem Material am Start: Beide Vorbands, AnnA Lux und Schattenmann, haben jeweils am 02. März 2018 ihre Debütsingle bzw. ihr Debütalbum herausgebracht.

Den Anfang machen AnnA Lux. Den meisten wird der Name nichts sagen, was aber nicht verwunderlich ist, denn die Band besteht erst seit dem Jahr 2016 und hat erst vor kurzer Zeit die erste Single veröffentlicht. Die Band selber beschreibt ihre Musik als moderne neue deutsche Härte mit melodischen Synthies. Dabei kommen sie nur mit einem Schlagzeug, einer Gitarre und Gesang aus. Dem Publikum, das sich an diesem Punkt schon zahlreich im Club versammelt hat, gefällt zumindest was auf der Bühne passiert und auch die Band inklusive Frontfrau Anna haben deutlich Spaß an diesen Abend. Man darf also gespannt sein, was in den nächsten Jahren mit AnnA Lux passiert und sollte den Namen am besten einfach mal im Hinterkopf behalten.

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Fotos: Cynthia Theisinger

Jetzt wird es düster auf der Bühne, sofern man dem Namen der Band trauen kann. Schattenmann scheinen das aber nicht ganz so ernst zu nehmen, denn eines findet man auf der Bühne reichlich: Licht. In diesem Fall aber kein normales licht, sondern UV-Licht. Das entsprechende Gegenstück, die Farbe, sieht man reichlich. Sei es auf den Saiten der Gitarren, den Drumsticks des Drummers, den Mikrofonen oder im Gesicht der Musiker. Eine sonst recht düstere Bühnenerscheinung rundet das Ganze ab und erzeugt ein sehr schönes Bühnenbild. Aber auch bei weiteren Requisiten, wie Masken oder einer Kettensäge, wird weiter mit Licht gespielt. Allgemein zieht sich das Thema Licht und Schatten durch den ganzen Auftritt. Auch in vielen ihrer Texten geht es rund ums Licht. Bei „Krieger des Lichts“ wird ein Fan auf die Bühne geholt und zum Krieger gemacht. Auch wenn die Band ebenfalls vor noch nicht langer Zeit das Licht der Welt erblickt hat, wissen die Musiker wie sie das Publikum einfangen und in ihren Bann ziehen können. Wenn die Jungs so weiter machen, können sie in der neuen deutschen Härte-Szene sicher einiges auf den Kopf stellen und sich so auch längerfristig etablieren. Auch abseits der Bühne machen die Jungs einen sehr sympathischen Eindruck, denn dann kann man sie fast direkt nach dem Ende ihres Auftrittes in der Menge wiederfinden, wo sie mit allen Fans interagieren.

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Fotos: Cynthia Theisinger

Mit einem „Mega-Herzlichen Willkommen“ begrüßen Megaherz ihre Fans und starten direkt in ihr Set. „Vorhang auf“ ist nicht nur der erste Song des neuen Albums, sondern auch dieses Abends. Es folgt eine bunte Mischung aus alten und neuen Songs, wobei das Album „Komet“ über den Abend verteilt fast komplett gespielt wird. Das Bühnenbild hat Megaherz recht simpel gehalten. Banner und 6 kleine LED-Wände, mehr braucht es nicht um eine gute Show hinzulegen. Die Show insgesamt ist spektakulär unspektakulär. Einen Song nach dem anderen, wenig Pausen und wenig Ansagen. Dafür spricht man lieber mit bildlichen Statements. Zu „Horrorclown“ wird z. B. die Flagge der USA geschwenkt. Später im Set erzählt Sänger Lex, dass sie eigentlich keinen Anti-Rechts-Song mehr schreiben wollten, es aber aktuell einfach nicht ohne geht. Dies führt zu einer kleinen Anti-Rassismus- und Anti-Trump-Ansprache, die danach mit dem Song „Nicht in meinem Namen“ unterstrichen wird. Schon ist das Set auch fast vorbei, aber es geht natürlich nicht, ohne noch einen Klassiker zu spielen. Mit „Miststück“ verabschieden sich die Musiker von der Bühne, aber nur, um nach einer wirklich sehr kurzen Pause wieder auf die Bühne zu kommen und vier weitere Songs zu spielen. Die Zugabe ist von weiteren Klassikern geprägt und so verabschieden sich Megaherz danach schließlich mit „Himmelsstürmer“ final von der Bühne. Ein sehr schöner Abend, bei dem alle Bands mit ihren neuen Werken überzeugt haben und so eventuell auch den einen oder anderen neuen Fan gewonnen haben.