THE PRODIGY live in Hannover – Die Electro-Giganten live!

Ursprünglich geschrieben für metal.de

20 Jahre Bandgeschichte und kein bisschen an Power verloren – für zwei Konzerte kommen THE PRODIGY, die Elektro-Giganten aus England, nach Deutschland – in der Swiss Life Hall in Hannover feiern die Jungs, als gäbe es kein Morgen.

Draußen tobt ein Schneesturm – drinnen tobt die Menge. In der nicht ganz ausverkauften Halle sammeln sich rund 4.800 Besucher für einen Abend voller harter Beats, Bass und Tanzen ohne Ende.

Die Vorband des Abends ist DOPE D.O.D.. Ich persönlich kann mit dem Namen bis zu diesem Tag nichts anfangen, aber das mag wohl auch an der Musikrichtung der niederländischen Gruppe liegen. Aber anscheinend geht es nur mir so, denn die inzwischen nur noch aus zwei Rappern bestehende Band bringt die Halle ordentlich zum Beben. Der Bass der Dubstep-Beats hat daran sicherlich seinen Anteil, aber nicht nur. Aber was erwartet man auch von einer Rap-Gruppe, die sich in den letzten Jahren etabliert hat und auf mehr als 23 Millionen YouTube-Aufrufe verweisen kann?

Tanzen und Feiern mit THE PRODIGY

Nach einer doch relativ langen Umbaupause, während der schon fleißig getanzt wird, wird es endlich dunkel in der Halle. Unter Jubel, Trompeten und dem Sound verzerrter Gitarren betreten THE PRODIGY die Bühne und geben sofort Vollgas – heute werden einfach keine Gefangenen gemacht, sondern es gibt direkt die volle Ladung ins Gesicht. Alles, was danach passiert, kann man relativ leicht zusammenfassen: Tanzen und Feiern, als gäbe es kein Morgen. Unterstützt wird dieser Ansatz auch von der Band, denn so gibt es über den Abend kaum Ansagen und somit auch kaum Verschnaufpausen für die Menschen auf der Tanzfläche. Kurze Einwürfe wie „Welcome Hanover“ dürfen natürlich trotzdem nicht fehlen.

Keith Flint und Maxim Reality springen rastlos auf der Bühne hin und her, tausende flackernde Lampen bringen zwar die Fotografen zum Fluchen, aber sie passen perfekt zu den dröhnenden Beats. Der Bass massiert den kompletten Körper, und wer dazu noch still stehen kann, dem ist nicht mehr zu helfen. Okay, man kann aber auch nicht sagen, dass das Publikum nur am Tanzen ist. Nein, singen kann es auch. Die erste lautstarke Kostprobe dazu gibt es zu „Omen“.

Kurz danach ist der Tanzboden aber auch schon wieder am Brennen, wie kann man es auch anders zu „Firestarter“ erwarten? Gemein wird es danach, als man zu „Roadblox“ auf besagten mittlerweile mit Bier und Schweiß getränkten Boden zitiert wird – nur um direkt zu Beginn des nächsten Stücks wieder hoch zu springen. Zu „Voodoo People“ geht Maxim Reality auf Tuchfühlung mit dem Publikum und schwingt sich von der Bühne in den Graben. Danach heißt es weitertanzen und -springen, bis sich die Briten nach „Smack My Bitch Up“ von der Bühne stehlen.

Dort sollen diese aber nicht lange verweilen, denn die Fans verlangen lautstark nach einer Zugabe. Und so kommen THE PRODIGY kurze Zeit später unter tosendem Applaus zurück auf die Bühne, um noch einmal mit „Spitfire“, „No Good“ und „Take Me To The Hospital“ nachzulegen, bevor sie letztendlich mit einem Händemeer aus Hannover verabschiedet werden.

Wie schon bei dem Gig vor gut zweieinhalb Jahren bleibt auch heute kein Raum für trübe Gedanken – so vergehen knapp zwei Stunden wie im Fluge. THE PRODIGY stehen für Adrenalin pur und eine dicke fette Party. Warum sind die nicht öfter hier? So etwas brauche ich jetzt mindestens einmal im Monat.

_MF19518