Amphi Festival 22.-23.07.2017 – Köln

Ursprünglich geschrieben für stagr.de

Samstag

Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir den Tanzbrunnen in Köln um das XIII. Amphi Festival 2017 zu zelebrieren. Es erwarten uns über 40 Bands auf drei Bühnen. Als wir ankommen, spielen EISFABRIK gerade noch die letzten Züge ihrer Show. Also erkunden wir erst mal das Gelände. Vorbei an den obligatorischen Bierständen – wir sind in Köln – also gibt es selbstverständlich Kölsch, zumindest vorwiegend. Auf der kulinarischen Seite finden wir Stände mit Burgern, Kartoffelpuffern und wilden Variationen an Süßwaren.

Origineller wird es dann mit bayerischer Küche, Pulled Pork und Flammlachs. All Black Burger wie im letzten Jahr sucht man allerdings vergeblich. Wer sich mit Bier und Softdrinks nicht begnügen, möchte für den gibt es noch eine große Auswahl an Met oder erfrischendem Cider in allen Sorten zu erwerben. Zum Relaxen lädt der eingegliederte Beach Club „km 689“ mit Liegestühlen, Sand und fruchtigen Cocktails ein. Und da wir nunmal beim Amphi Festival 2017 sind, wird die Mode der Szene gern zur Schau getragen. Zur Ergänzung der Outfits gibt es natürlich Schuhe, Kleidung oder Accessoires zu erwerben. Also stöbern wir erstmal.

Vor CHROM gibt es leider erstmal eine ordentliche Dusche von oben, aber der Regen hält nicht lange an und so strahlt nach kurzer Abkühlung zu schon wieder die Sonne. Die klatschnasse Menge tanzt sich einfach wieder warm und trocken. Die Band selbst lädt mit ihrem Future Pop zum mitschwingen und verweilen ein, der perfekte Einstimmung in unseren 1. Festivaltag.

Als nächstes wird es knallhart. FABRIK C startet auf der Theater-Stage den Weckruf für alle, die bis jetzt noch etwas verschlafen waren. Harte Beats und viele Samples stehen auf dem Spielplan („wer Sie alle erkennt bekommt… na da lassen wir uns dann was einfallen“) und massieren ordentlich die Eingeweide. Das muss drücken im Gesicht! Der Bass wummert zu „X3“ und „Cherubim“ und es wird getanzt was die Kondition hergibt. An den auftretenden Sound-Problemen wird mal eben dran vorbei improvisiert und einfach weiter getanzt. Mit „Chinese Food“ verabschiedet sich FABRIK C und hinterlässt einen Haufen verschwitzte Gestalten – geil!

Danach spielen TANZWUT auf der Main-Stage. Nach dem berühmt-berüchtigten Intro aus „Freude schöner Götterfunken“ heißt es direkt: „Schreib es mit Blut“. Die Menge tanzt unter der Anleitung des Teufels, wie das „Meer“. Teufel posiert in bester „Teufel Manier“ während der mittelalterliche Rocksound von TANZWUT lauthals vom Fanchor begleitet wird. Die Berliner Spielmänner verwandeln die Menge vor der Stage kurzerhand in ein tanzendes Meer.

Bei LORD OF THE LOST heißt es dann: Teeny-Alarm. Unter dem Kreischen der – vorwiegend – jungen Besucherinnen in den ersten Reihe betreten, die Jungs aus Hamburg die Bühne. Frauenschwarm und Frontmann Chris Harms ist in seinem Element, er führt die düsteren Klänge der Dark-Metal-Band an. Melodisch und emotional und mit plötzlichen explosiven Metalcore-Attacken begeistern LORD OF THE LOST heute beim Amphi 2017. Besonders „bunt“ treibt es dabei Gerrit Heinemann am Keyboard in seinem quietschgrellen Outfit.

Der Weg zurück zur Theater Stage ist mittlerweile deutlich schwerer, denn bei FROZEN PLASMA ist der Andrang so groß, dass es zeitweise zu einem Einlass-Stopp kommt. Den gesamten Auftritt können wir zwar hören, aber leider sind wir erst zum letzten Song vor der Bühne. Das Electro-Pop-Duo sorgt jedenfalls für beste Stimmung und Ohrwurmmanie mit ihrem Hit „Tanz die Revolution“.

Derweil machen es sich DAIRY OF DREAMS draußen auf der Main-Stage gemütlich. Ihre Mischung aus Elektro, Future Pop und Rock wird gut aufgenommen um in der heißen Nachmittagssonne etwas zu entspannen. Mit „Hell in Eden“ erscheint im Herbst dieses Jahr auch ein neues Album.

Noch voller als bei FROZEN PLASMA? Ja das geht. Bei NACHTMAHR platzt die Theater-Stage aus allen Nähten. Hier kommt dann zurecht die Frage auf viel macht Sinn und ist das überhaupt noch erlaubt – vermutlich nicht. Platz zum tanzen wird hier aber trotzdem noch gefunden. Mit „Feuer frei“ gibt es zumindest eine kleine Abkühlung aus den Läufen der Supersoakers von der Bühne. 10 Jahre Bandjubiläum werden mit allerlei an Hits gefeiert, so holt der „Tanzdiktator“ seine „Mädchen in Uniform“ heraus und lässt eine Modenschau unterschiedlichster Uniform auf der Bühne ablaufen. Ist es hier gerade etwa noch wärmer drin geworden? Eins ist sicher: Es ist defintiv etwas eng geworden im Theater bei dieser Show.

Headliner des Tages sind VNV NATION auf der Main-Stage und DIE KRUPPS auf der Theater-Stage. Zu Schade immer noch, dass die Headliner parallel spielen und man so nur in den Genuss eines Headliners kommt. Wir sehen uns die Show von VNV NATION an. Im Sonnenuntergang geht es los mit „Tomorrow never comes“. Mit ein wenig Lotsenhilfe von Ronan Harris schaffen es auch die Rollifahrer unter der Hardcorefans in die erste Reihe um die Show zu genießen. Bei „Space & Time“ sind auch die Letzten aus den hinteren Ecken des Tanzbrunnens an der Main-Stage angekommen (und die Fotografin flucht das sie immer während der besten Songs Fotografieren muss) und drängen sich dicht an dicht bis hinter die Bierstände. Zu „Judgement“ tauchen in der Menge zwei Stecken-Einhörner auf was direkt von Ronan in seine Ansagen aufgenommen wird. Weiter geht es mit einer Auswahl aus nicht ganz 3 Jahrzehnten Bandgeschichte und so fehlen auch natürlich Hits wie „Illusion“, „Standing“ und „Graditute“ nicht. Sei Stolz. „Halt das Einhorn hoch. Ich werde deine Liebe für Märchenfiguren unterstützen bis zum Tot.“ ein großartige Reaktion von Ronan Harris auf die tanzen Einhörner vor seiner Nase. So holt er nach dem noch „Control“, „Nova“ und „Raise your hands up high“ zum Besten gegeben wurden eines der Einhörner auf die Bühne. Das Einhorn trägt übrigens den zauberhaften Namen Johannes wofür es von Ronan Harris gebührend bemitleidet wird – ein Einhorn sollte schließlich einen magischen Namen haben.

Damit ist der erste Tag des XIII. Amphi Festivals 2017 auch schon vorbei. Für die Feierwütigen stehen Aftershow-Partys sowohl im Theater als auch auf der Orbit-Stage zur Verfügung. Alternativ geht es gen Bett um Kraft für den nächsten Tag zu sparen – denn der nächste Tag hat noch so einige Hochkaräter auf dem Programm.